TKKG – Dem Sonnenkönig auf der Spur (Folge 195)

Die Handlung:

Während viele Einwohner der Millionenstadt Erholung im wohlverdienten Osterurlaub suchen, bessert Tim sein Taschengeld mit Rasenmähen auf. Frau Helmholtz hat Tim ihren weitläufigen Garten anvertraut und ist zum Skifahren in die Schweiz gefahren. In der darauffolgenden Nacht wird ausgerecht in die Helmholtz-Villa eingebrochen. Aber auf den Videos der Überwachungskameras ist niemand zu sehen! Gibt es unsichtbare Einbrecher im Villenviertel? Tim, Karl, Gaby und Klößchen gehen der Sache auf den Grund und kommen einem ‚Sonnenkönig‘ auf die Spur … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ist die TKKG-Bande jetzt größenwahnsinnig geworden oder warum jagt sie diesmal einem echten König hinterher? Oder, ist das vielleicht gar keiner, sondern am Ende sogar ein Einbrecher? Und falls ja, wie smart ist der? So smart wie die Villa von Frau Helmholtz, deren Kühlschrank automatisch Getränke übers Internet bestellen kann?

Wie der Einbruch in das Nobelhaus möglich ist, das haben aufmerksame Hörer schnell herausgefunden … und auch die TKKG-Detektive kommen wenig später auf die Lösung. Gut, das hätten wir also … nun zu den Tätern selbst, denn die müssen wir noch fangen.

Den ersten potenziellen Übeltäterkandidaten tritt Tim so halbstark entgegen, wie wir ihn schon in den letzten Folgen erleben mussten. Früher dienten seine Kampfkunstkenntnisse zur Selbst- und Fremdverteidigung, jetzt ist er großmäulig und fordert seine Gegner geradezu heraus ihn anzugreifen. Von denen er diesmal sogar weiß, dass sie bewaffnet sind … und er keine Chance gegen die Waffen hat. Und seine Frage nach „Können Sie sich nicht anders wehren?“, wohl um die Chancengleichheit wiederherzustellen, lässt den Hörer die Augen verdrehen. Warum sollten sie? Nur weil er unbewaffnet ist? Au weia. Klar, wie das ausgeht.

Leider nicht mit Einsicht auf Seiten Tims, der wettert nämlich weiter uns startet sogar einen Solofeldzug nach dem anderen … als ob sie kein Team mehr wären und er die anderen nur braucht, wenn er grad nicht weiterkommt. Und seine DIE-HARD-Nummer am Ende ging für mich überhaupt nicht, zumal ihm auch das Hintergrundwissen fehlte, die überhaupt zu starten, geschweige denn lebendig zu Ende zu bringen. Und dafür wird er auch noch von allen abgefeiert … unglaublich. Gabis Papi spricht zwar ein paar mahnende Worte … indirekt an die Hörer, die das vielleicht cool fanden … aber auch er heißt die Aktion gut, was die Mahnung wieder ziemlich relativiert.

Aber wir hören auch den eigentlichen Bösewichtern in dieser Folge zu, die es zu schnappen gilt. Die Darstellung der beiden allerdings fand ich gerade für die jüngsten Hörer ziemlich einschüchternd und verängstigend umgesetzt. Realistisch auf jeden Fall, aber für die Zielgruppe etwas zu intensiv und dramatisch verstörend. Besonders, weils hier echt gesundheitsgefährlich für TKKG wird.

Und an dieser Stelle erfahren wir, dass der Autor die Gegenspieler dieser Folge vielleicht doch recht dumm angelegt hat, viel dümmer auf jeden Fall als die Hightechausrüstung, mit der sie auf Beutezug gehen. Das wichtigste Detail bei der ganzen Verbrecherjagd fällt den Jungdetektiven nämlich buchstäblich vor die Füße … das wäre storytechnisch schon ein wenig sehr plump … wäre … Nebenbei hören wir dann auch, wer oder was dieser „Sonnenkönig“ eigentlich ist.

Und als wir uns dann bei dessen Verfolgung auf die Lauer legen, um ihn auf frischer Tat zu schnappen … und die TKKG-Freunde nur noch miteinander flüstern … hören wir lustigerweise im Hintergrund die ganze Zeit über ein Martinshorn … Ein soundtechnischer Patzer wie ich finde, denn angeblich soll es 10 Minuten dauern, bis die Polizei im Falle eines Einbruchs vor Ort ist.

Das größte Drama gibts dann beim Showndown am Ende, bei dem gleich mehrere Menschen zu Schaden kommen können. So viel unangenehme Spannung hatte ich selten bis nie bei einem Fall von TKKG.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Niki Nowotny
Klößchen (Willi) – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Elsa Helmholtz – Rosemarie Wohlbauer
Dan Beretta – Mike Olsowski
Walther Koch – Alexander Kruuse-Mettin
Mario Lemak – Nicolas König
Alfred Hecker – Stefan Weißenburger
Klara – Lilian Körting
Kommissar Glockner – Wolfgang Draeger
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

01. Es braut sich was zusammen
02. Gespenstereinbrecher
03. Geistesblitz
04. Achtung Elektroschocker!
05. Dicke Luft
06. Die Spur
07. Was tut er?
08. Auf die wenig diskrete Tour
09. Im freien Fall
10. Klößchen springt auch

Technik-Credits:

Buch: Martin Hofstetter nach Motiven von Stefan Wolf
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Maike Müller / Wanda Osten
Geräusche: Wanda Osten
Effekte: André Minninger
Cover Illustration: Comicon S.L. nach Artworkvorlagen von R. Stolte
Rahmendesign: KB&B – Gestaltung: Atelier Schoedsack
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda / Büscher
Eine Produktion der Sony Music Entertainment Germany GmbH (c) 2016

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Abenteuer ab Nummer 100 und sechs ausgewählte Cover. Dazu gibts noch die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits auf der Rückseite nachzulesen.

Mein Fazit:

Kindgerecht ist dieser Fall nicht. Bei „jugendgerecht“ fange ich das Diskutieren langsam an. Der Böse ist hier nämlich richtig böse und der Autor hat mir die ganze Story ein wenig zu sehr auf Psychokrimi getrimmt, sodass der Hörer hier nicht nur mitfiebert, sondern auch noch Beklemmungen kriegt … und die Jüngsten vielleicht sogar Angst.

Das liegt aber auch und besonders an der wirklich guten Sprecherleistung, die hier unter die Haut geht. TKKG-Feeling allerdings verbreitet das nicht. Und das halbstarke Single-Player-EgoShooter-Verhalten von Tim geht für mich auch in dieser Folge so gar nicht. Dass die anderen ihn dafür auch noch bewundern, sendet für mich ein falsches Bild an die jungen Hörer, auch wenn Kommissar Glockner ein wenig meckert … aber nicht mit Tim und das ist das Problem für mich gewesen.

Der „reife“ Hörer der ersten Hörstunden, der es verknusen kann, dass TKKG auf einmal in einem echten „Tatort“ mit allem Drum und Drama mitspielen, der wird verstörend spannend unterhalten … besonders gegen Ende, da ist das Hörspiel dann eher etwas für hart besaitete Krimifans.

1 Audio-CD mit 54:41 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
EAN: 888751804128

www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

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