Die drei ??? – Feuriges Auge (Band 200, 3-fach-Schuber)

Die Handlung:

Im Jahr 1968 erschien in Deutschland der erste Fall der drei ???. Genau 50 Jahre und 199 Bände später entführen Justus, Peter und Bob ihre Fans in ein packendes Abenteuer, das seinesgleichen sucht. Nachdem sie vor vielen Jahren das Rätsel um den Fluch des Rubins (Band 3) gelöst haben … müssen die drei Detekt … Moment mal, eben waren sie doch noch zu dritt … Aber, das kann doch nicht … Wo ist auf einmal Justus? Hilfe!!! Wo ist der erste Detektiv? Ein haarsträubender Fall mit gefährlichen alten Bekannten und unberechenbaren neuen Rivalen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Was für ein Zufall, im Jahr 1968 erschien auch ich das erste Mal in Deutschland … und auch ich werde dieses Jahr 50. Wobei, wenn dieser Sonderfall erscheint, bin ichs schon. Was ich in den letzten 50 Jahren erlebt habe, das weiß ich, was die (ewigen) Teen-Detektive aus Rocky Beach in der Zeit so gemacht haben, das weiß der Fan.

Ein Blick auf das Cover des Schubers und der einzelnen Bücher … wow, wenn die auch nur ansatzweise so spannend sind, wie mir die Zeichnungen gefallen… Der Klappentext stimmt zugleich freudig, aber auch nachdenklich. Erwartet uns hier ein „Alarm! Klößchen ist verschwunden“ im Fragezeichenversum? Verschwunden war jeder der Detekive irgendwie und irgendwann schon mal. Und grad Peter ist doch unlängst sogar nach China entführt worden. Kann dieses XXL-Schuber-Abenteuer das noch toppen? Will oder muss es das überhaupt? Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen!

Sicher ist auf jeden Fall, dass jeder Fragezeichen-Fan mächtig gespannt ist auf dieses Sonderabenteuer. Dass der Verlag einen Schuber draus gemacht hat, ist angemessen und war auch bei den vergangenen Jubiläen so. Und mich konnten die „Schuberfälle“ bislang immer super unterhalten. Dieser hier trägt sogar die Nummer 200, wo der Verlag doch seine ???-Romane sonst nicht nummeriert und den Fans die Diskussion darüber überlässt, ob das jetzt Fall 201 oder 199 ist. Hier stehts drauf … und das Cover sieht verdammt nach der Front des Abenteuers „… und der Fluch des Rubins“ aus.

Genug der Einstiegslaberei … was genau passiert denn jetzt eigentlich und … muss das Abenteuer um den Fluch des Rubins gehört/gelesen haben, um alles zu verstehen?

Teil 1 – Der verschwundene Detektiv

Ok, wer weg ist, das steht schon auf der Rückseite des Buches … Justus ist weg. Warum und wohin werden wir wohl zusammen mit den restlichen Fragezeichen herausfinden … dürfen/müssen. Wobei … am Anfang der Geschichte ist er noch da … und geht Peter und Bob gehörig auf die Nerven, weil er sie in eine alte Quecksilbermine gescheucht hat … und nicht mit ihnen am Strand abhängt. Alle sind sauer auf den Ersten … und das mit Recht.

Tja … und am nächsten Morgen isser weg. Klingt flapsig, ists aber ganz und gar nicht. Auch mit Recht machen sich alle (Peter, Bob, Tante Mathilda und Onkel Titus) Sorgen … „die zwei ??“ sogar noch mehr. Die haben nämlich einen Hilferuf gefunden, den sie erst mal für sich behalten. Aber wenigstens ziehen sie Inspektor Cotta ins Vertrauen und starten die „E-Mail-Lawine“ … ja, richtig gelesen, wir gehen mit der Zeit!

Eine Spur haben wir und die führt zu einem Altbekannten. An dieser Stelle erfahren wir übrigens, dass wir den „Fluch des Rubins“ nicht gelesen haben müssen, denn wir bekommen das Wichtigste schnell zusammengefasst. Außerdem wissen wir jetzt, dass die Jungs im Schnitt alle 5,4 Tage einen neuen Fall lösen und somit ein ???-Jahr etwa 12,5 unserer Jahre entspricht! Wichtiger als das ist aber jetzt wirklich, ob Justus die Jagd auf den Rubin noch mal neu aufgenommen hat und ob der Altfan jemanden aus der Sprecherliste der Rubin-Folge wiedertrifft.

Namen zum Erinnern oder Nachschlagen bekommen wir, besucht wird dann auch einer von denen. Aber das war dann auch schon das Ende des ruhigen Teils, denn ab hier wirds richtig hektisch, dramatisch und verdammt spannend. Da ist so viel los, dass die restlichen Fragezeichen sogar getrennt voneinander ermitteln/verfolgen/in Gefahr kommen. Das muss dann jetzt doch alles irgendwie mit diesem Rubin zu tun haben, der so groß ist, wie die frische Beule an Peters Kopf!

Und als ob das nicht schon schmerzhaft genug wäre … Peters und Bobs Eltern verbieten ihrem jeweiligen Sprössling jegliche weitere Recherche im Fall des verschwundenen Detektivs. Na ja … nicht so ganz … denn … es gibt wenig Peinlicheres oder Aufhaltendes, wenn die eigenen Eltern an der eigenen Seite kleben, weil sie meinen, sie müssten.

So spannend sich der Fall gestaltet, so witzig ist es zu lesen, wie Peter und Bob von ihren Vätern zur Weißglut getrieben werden, weil die sich wie in einem Klamauk-Krimi taktisch extrem unklug verhalten und pauschal so gar keinen Plan von gar nichts haben, was das Detektivgeschäft angeht.

Und als dann plötzlich noch jemand entführt wird, der uns eigentlich weiterhelfen wollte/sollte, passiert etwas, das dem Leser direkt die Entscheidung darüber abnimmt, ob er mit dem nächsten Buch weitermacht oder eine Lesepause einlegt. Keine Chance, dafür ist das Ereignis zu heftig und wir hoffen, dass die Jungs die gleichen Fragen abfeuern werden, wie wir.

Teil 2 – Die silberne Hand

Ja, die silberne Hand, noch so ein Schmuckstück. Für einen Dreiteiler reicht ein Feuriges Auge wohl nicht aus, da muss noch was her … noch was indisches … so mit Hintergrundstory und mordenden Sektenanhängern und Tempelbesuchern und all so was.

Und wer auf Antworten gewartet hat … so wie ich … der bekommt sie hier … in XXL-Form. Dieses ganze Buch ist nämlich eine einzige Antwort. Die Handlung macht eine Vollbremsung, jemand dreht heftig an der Uhr und wir erfahren, was Justus in den letzten Tagen so erlebt hat. Das ist also der Grund, warum über jedem Kapitel ein Datum steht.

Mag den einen oder anderen interessieren, ich mag so was überhaupt nicht, weil wir am Ende wieder genau da sind, wo es losging. All die durchaus spannenden und nicht minder hektischen und gefährlichen Sachen, die Justus erlebt hat … ändern nix am Ergebnis, das wir schon kennen.

Tja, nun weiß der Leser also wo Justus ist/war, mit wem er unterwegs ist/war, worauf es die Antagonisten in dieser Geschichte abgesehen haben … und auch, wieso er so viel Interesse daran hatte, in diese Quecksilbermine zu gehen.

Können wir jetzt bitte nach Indien fliegen und diesen verschwundenen Tempel suchen? Das hätte doch mal was. Aber, ob die Eltern der Jungs das erlauben würden?

Teil 3 – Der Tempel der Gerechtigkeit

Letztes Buch … dessen Cover auch die Front des Schubers ziert. Früher waren diese Schuberdinger aber auch mal stabiler oder kommt mir das nur so vor? Egal, wie gehts denn jetzt weiter und/oder aus?

Auch mit einem Buch, nach dem wir jetzt suchen. Zwar für die Geschichte wichtig, aber für meinen Geschmack etwas zu ausführlich erzählt. Es gibt noch mehr Infos zu dem RUBIN-Fall von vor vier (???-)Jahren und alles wird noch mal in einem neuen Licht erörtert.

Daraus hat der Autor eine durchaus interessante Vertwistung gestaltet, die uns und die Jungs hin- und herschickt, aber am Ende auch erklärt, wieso wir diese „silberne Hand“ auch noch im Abenteuer brauchten.

Der Autor:

André Marx schreibt seit 1997 für „Die drei ???“ und begeistert Krimifans ebenso wie Rezensenten. Meisterhaft versteht er es, geheimnisvolle Rätsel, Nervenkitzel und Spannung in seinen Geschichten mit viel Sprachwitz umzusetzen. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

„Justus Jones und der Tempel der Gerechtigkeit“. Ordentlich zusammengestrichen hätte mir dieses Abenteuer so viel mehr Spaß bereitet. Der zweite Band ist nämlich im Grunde genommen komplett weglassbar, denn wies am Ende ausgeht, wissen wir schon am Ende von Band 1.

Auch Band 3 hat wieder ein paar interessante Verwicklungen und hektische Dramatik zu bieten … und spannend ist er auch, keine Frage. Aber auch hier hätte gerade am Anfang gut gestrafft werden können, ums kurzweiliger zu halten.

Der Alt-Fan freut sich über die ganzen Hinweise zum „Fluch des Rubins“-Fall. Aber auch, wer das Abenteuer (noch) nicht geht, kann hier allem folgen und jeden verfolgen, der sich verdächtig macht.

Am Schluss gibts einen Abschlussgrinser bei Peter, Bob und dem Leser, denn die Story hat ein prima rundes Ende. Und wer ist auch rund? …

Drei Hardcover mit je 144 Seiten
Jubiläums-Trilogie im Schuber
Vom Verlag empfohlen ab 10 Jahren
1. Auflage, September 2018
ISBN: 978-3-440-14843-3

www.kosmos.de

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