Die drei ??? und der Jadekönig (Band 211)

Die Handlung:

Justus, Peter und Bob sollen etwas mit dem Diebstahl des „Jadekönig“ zu tun haben, einer der wertvollsten Briefmarken der Welt. Werden sich die Detektive an diesem Fall die Finger verbrennen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Philatelisten-Abenteuer? Eher langweilig oder doch ein … zackiger … Fall? Wo und wann hätten die drei Jungs sich denn die Klappentextbriefmarke besorgen sollen … und vor allem: Warum?

Der Autor wirft Leser und Jungdetektive mitten ins Drama. Krach, platsch, rums … in einer Villa wurde randaliert … eine Menge ist zu Bruch gegangen … und Peter und Bob stehen mittendrin. Hausbesitzer und Polizei sind auch schnell da … und nicht nur der Leser hätte jetzt gern ein paar Antworten.

Es beginnt also so, wie ichs eigentlich gar nicht leiden kann. Da werden wir mit einer Tatsache konfrontiert und dann wird stundenlang erzählt, wie es zu dieser Situation kam. Was ich immer leidlich spannend finde, denn, ich weiß ja, worin all das mündet. Das erinnert mich an den Fall 200, bei dem der 2. der drei Bände im Grunde komplett irrelevant war, weil wir ja wussten, dass Justus lebt und wieder auftauchen wird.

Diese Art der Geschichtenerzählung nimmt mir für gewöhnlich jegliche Spannung und Lust, weiterzulesen/hören/schauen. Aber … auch hier gebe ich dem Autor die Chance, mich davon zu überzeugen, dass dieses Stilmittel durchaus unterhaltsam sein kann.

Also … dann erzählt mal Jungs. Was ist denn alles passiert, das euch in dieses Chaos gebracht hat?

Dann legt Peter los. Und was ich dabei angenehm fand … die Story spielt zwar in der jüngeren Vergangenheit, wird aber immer wieder durch Einwürfe derer unterbrochen, denen er das Ganze alles erzählt. Das hat mir wieder gut gefallen. Besser, als eine bloße Rückblende, die am Ende eh wieder da landet, wo wir grad schon sind. Außerdem hat der Autor immer drauf geachtet, dass er von nix schreibt, das Peter nicht gesehen oder gehört haben kann. Und die Nacherzählung bis zur Gegenwart ist auch angenehm kurz. So lass ich mir das dann doch gefallen.

Tja … aber dann möchte der Hausbesitzer wissen, wie Bob eigentlich zum Haus gefunden hat … und das ganze Prozedere geht von vorn los … und Bob erzählt. Lass mich raten, wenn er fertig ist, gibts das Gleiche in Grün auch noch mal von Justus, richtig? Die drei waren nämlich nicht zusammen unterwegs. Gut geraten … ich sollte Detektiv werden …

Aber, ich gebe gern zu … was die Jungs da nacheinander zu berichten haben, ist durchaus interessant. Und hat mich ganz und gar nicht gelangweilt, sondern eher mehr für das Story-Kontrukt interessiert. Jeder trägt ein paar neue Infos zum Fall „Jadekönig“ bei und der aufmerksame Leser kann schon mal anfangen, sich seine Gedanken zu machen.

Hab‘ ich … kam nix bei raus. Also … weiterlesen.

Der Autor:

Andre Marx schreibt seit 1997 für die Reihe Die drei ???““ und begeistert Krimifans und Rezensenten. Seit 2007 lässt er „Das Wilde Pack“ spannende Abenteuer erleben. Meisterhaft versteht er es, geheimnisvolle Rätsel, Nervenkitzel und Spannung in seinen Geschichten mit viel Sprachwitz umzusetzen. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Ein besonderer Fall. Nicht nur, weil er bis weit über die Hälfte aus mehreren Nacherzählungen besteht, sondern auch, weil es am Anfang Drama gibt und dann sehr lange nur noch Familiengeschichten. Die halten sich dann auch bis zum Ende, obwohl es dann auf einmal noch mal dramatisch wird.

Und so fand ich dieses Abenteuer schon interessant, aber es hat mich durch die traurige Hintergrundstory eher bedrückt, als dass ich am Ende noch hätte abschlusslachen wollen. Außerdem ists genau so ausgegangen, wie ichs mir gedacht hab‘.

Hardcover: 144 Seiten
Vom Verlag empfohlen ab 10 Jahren
1. Auflage, September 2020
ISBN: 978-3-440-16050-3

www.kosmos.de

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