Frank Herbert – Ein Cyborg fällt aus (Schiff 1)

Der Computer als Gott

Ein gigantisches Raumschiff mit Tausenden von Siedlern im Kälteschlaf, ausgerüstet für die Gründung einer Kolonie, bricht auf in ein fernes Sonnensystem. Nur kleine Teams von Wissenschaftlern überwachen den Flug, der Jahrzehnte dauern soll.

Das Schiff wird von einem Cyborg gesteuert, einem „kybernetischen Organismus“, der nur noch zum Teil organischer, zum größten Teil aber elektronischer Natur ist. Dieser Cyborg fällt aus, als das Schiff sich bereits auf einer Bahn befindet, die aus dem Sonnensystem herausführt…

Dies ist der erste Band des „Schiff“-Zyklus, der mit „Der Jesus-Zwischenfall“ und „Der Lazarus-Effekt“ fortgesetzt wird. Der Abschlussband erschien unter dem Titel „Der Himmelfahrtsfaktor“. Der Text von Band 1 wurde 1978, zwölf Jahre nach der Erstfassung, in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht.

Der SCHIFF-Zyklus

1) Ein Cyborg fällt aus
2) Der Jesus-Zwischenfall
3) Der Lazarus-Effekt
4) Der Himmelfahrts-Faktor

Wie man sieht, sind die letzten religiösen Dinge der Menschheit von hohem Interesse. Herbert erzählt lediglich die Schöpfungsgeschichte (vgl. das Buch Genesis) rückwärts, so daß er schließlich wieder im Paradies (Himmelfahrt!) landet.

Der Autor

Frank Herbert (1920-1986) wuchs im Nordwesten der USA auf, arbeitete als Reporter und Wahlkampfhelfer, bevor und während er ab 1952 seine ersten SF-Stories veröffentlichte, denen 1956 der erste Roman „Dragon in the Sea“ (dt. Titel „Atom-U-Boot S-1881“) folgte.

1963 -1965 wurden seine Stories um den Wüstenplaneten Arrakis in „Astounding“ publiziert, doch um seinen daraus aufgebauten Roman „Der Wüstenplanet“ unterzubringen, musste Herbert erst 20 Ablehnungen kassieren, bevor es ihm 1965 gelang, den Verlag Chilton Book Co. zu gewinnen, der mehr für seine Autoreparaturratgeber bekannt war.

Die DUNE-Saga umfasste schließlich sechs Romane aus Frank Herberts Schreibfabrik, von denen die ersten drei verfilmt worden sind. Herbert schrieb neben 20 anderen SF-Romanen auch einen interessanten Non-SF-Roman namens „Soul Catcher“, der noch nicht übersetzt worden ist.

Die DUNE-Saga:

1) Der Wüstenplanet (1965)
2) Der Herr des Wüstenplaneten (1969)
3) Die Kinder des Wüstenplaneten (1976)
4) Der Gottkaiser des Wüstenplaneten (1981)
5) Die Ketzer des Wüstenplaneten (1984)
6) Die Ordensburg des Wüstenplaneten (1985)
7) Die Jäger des Wüstenplaneten (2006)
8) Die Erlöser des Wüstenplaneten (2007)

Handlung

Ein gigantisches Raumschiff mit Tausenden von Siedlern im Kälteschlaf, ausgerüstet für die Gründung einer Kolonie, bricht auf in ein fernes Sonnensystem. Nur kleine Teams von Wissenschaftlern überwachen den Flug, der Jahrzehnte dauern soll.

Das Schiff wird von einem Cyborg gesteuert, einem „kybernetischen Organismus“, der nur noch zum Teil organischer, zum größten Teil aber elektronischer Natur ist. Dieser Cyborg fällt aus, als das Schiff sich bereits auf einer Bahn befindet, die aus dem Sonnensystem herausführt.

Die Wissenschaftler müssen mit ihren beschränkten Mitteln schnellstens eine mechanische Intelligenz konstruieren, die die Steuerung übernehmen kann, das heißt aber: einen Computer zustande bringen, der den Funktionen des menschlichen Gehirns möglichst nahekommt.

Seine Konstruktion ist aber nur zum Teil ein technisches Problem, es ist auch ein psychologisches, und bei allen Versuchen dieser Art gab es in der Vergangenheit merkwürdige Katastrophen, denen die beteiligten Forscher zum Opfer fielen.

Ist dieses Versagen des Cyborgs vielleicht nichts anderes als ein weiteres Experiment, ein konsequenter Schritt in einer Versuchsserie, künstliche Intelligenz zu schaffen? Das Schiff kommt zu dem naheliegenden Schluss, dass es Gott sei…

Mein Eindruck

Das Thema der Erschaffung künstlicher Intelligenz ähnlich dem menschlichen Gehirn hat uns wohl seit „Frankenstein“ fasziniert, ja, sie ist heute sogar aktueller denn je. Den Begriff gibt es seit 1955, die Bezeichnung „Cyborg“ ist falsch, denn Cyborg bezeichnet einen kybernetisch verstärkten Organismus, keinen Computer. Dass die KI auch beansprucht, Gott zu sein, ist eine neuere Idee.

Frank Herbert, Schöpfer von DUNE, greift sie als tragenden Gedanken für seinen SCHIFF-Zyklus auf, doch macht er keinen besonders guten Job dabei: Dieser erste Band ist – zumindest in der Erstauflage von 1966 (s.u.) – so unstrukturiert und verwickelt erzählt, dass man keine Lust bekommt, noch lange weiterzulesen. Daher machte er die Folgebände jeweils zu planetarischen Abenteuergeschichten, mit viel Action und Love-Story; allerdings musste er dazu die Hilfe eines anderen Autors in Anspruch nehmen: Bill Ransom.

„Destination: Void“ ist – zumindest in der vorliegenden 1966er-Fassung – nur eingefleischten Fans, entweder von Frank Herbert oder der Science Fiction allgemein, zu empfehlen, die den SCHIFF-Zyklus komplett lesen wollen.

Die vorliegende Heyne-Ausgabe basiert auf der Fassung von 1966, die in deutscher Übersetzung zuerst 1971 im Lichtenberg-Verlag erschienen war. 1978 erschien eine revidierte Fassung, um den Schiff-Zyklus zu etablieren.

Taschenbuch: 204 Seiten
Info: Destination: Void, 1966
Aus dem US-Englischen übertragen von Thomas Schlück
www.heyne.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)