Perry Rhodan NEO – Sagittarius (Folgen 230-239)

Worum gehts in der Staffel?

Unter großen Anstrengungen haben die Menschen erste Planeten in der Nähe des Sonnensystems besiedelt. Mit der Solaren Union ist ein kleines Sternenreich entstanden – nun wird es von dem mysteriösen Dunkelleben bedroht, einer unheimlichen Gefahr, über die man nur wenig weiß.
Perry Rhodan muss ins Zentrum der Milchstraße reisen, hin zu Sagittarius A und zu dem riesigen Schwarzen Loch. Dort liegen die wichtigsten Welten des Compariats – in diesem geheimnisvollen Sternenreich weiß man offenbar mehr über das Dunkelleben. Mit der CREST II wagen Rhodan und seine Begleiter den entscheidenden Vorstoß. Die Raumfahrer treffen auf alte Bekannte, neue Gegner und ein paar tödliche Überraschungen … (Verlagsinfo)

NEO 230 – Ruf des Dunkels (Oliver Plaschka)

Gut fünfzig Jahre nachdem Perry Rhodan auf Außerirdische getroffen und die Menschheit zu den Sternen aufgebrochen ist, haben sich terranische Siedlungen auf verschiedenen Welten entwickelt. Die Solare Union bildet die Basis eines friedlich wachsenden Sternenreichs.


Aber die Sicherheit der Menschen ist immer wieder in großer Gefahr. Kaum hat Rhodan eine Invasion der Erde durch die Arkoniden abwenden können, macht sich eine weitaus unheimlichere Bedrohung wieder bemerkbar – das Dunkelleben. Der Oproner Merkosh, ein Besucher aus dem fernen Omnitischen Compariat, ist an dem tödlichen Quasivirus erkrankt.
Perry Rhodan will seinem Freund Merkosh helfen und dem rätselhaften Dunkelleben nachspüren, das seinen Ursprung im Zentrum der Milchstraße zu haben scheint. Mit der CREST II und seiner bewährten Mannschaft bricht er zu einer gefährlichen Mission in den Sagittarius-Sektor auf – er folgt dem RUF DES DUNKELS … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie man Langzeitfans vergrault, das erleben wir hier. An Ideenlosigkeit kaum zu unterbieten ist der Einfall, den gleichen Staffelauftakt zum wiederholten Mal neu zu verwursten und zu glauben, den Hörern wärs egal.

Wie schon so oft, kommt Perry nach einem Abenteuer nach Hause (Terra), nur um direkt wieder aufzubrechen. Hey, wenigstens waren in der Zwischenzeit keine Erdbesatzer am Werk, die hatten wir auch schon eine Weile nicht mehr.

Und dann gehts auch schon direkt wieder ins All … und … jeder hätte es erwartet, folglich tritt es auch ein … von A gehts los, bei B kommen wir nicht an, weil die Staffel ja zehn NEOs lang ist. Also gibts die gewohnte Havarie nebst Handlungsvollbremsung.

„Langweilig“ ist das passende Wort, wenn ich diesen Anfang beschreiben sollte. Hier und da sicher ein paar künstlich eingestreute, dramatische Ausflüge. Aber, allein schon der unnötige Anfang dieser Lesung zeugt davon, dass mutmaßlich wenig Fleisch in der NEO-Suppe dieser neuen Staffel zu finden ist.

Bully hat einen Tiefpunkt … na und, der sei ihm gestattet … Perry und Thora sind sauer auf ihre Kids … passiert in jeder Familie … Merkosh macht Ausflüge und keiner bemerkts? Das, passiert nicht, weils nicht nachvollziehbar ist.

Ach so … der Tiefpunkt dieses NEOs ist der Versuch eines Cliffhangers am Ende, um Spannung und Vorfreude aufzubauen: Perry wird erschossen. Im Ernst? Das wäre, als wenn am Anfang eines DREI-???-Abenteuers jemand Justus Jonas umbringen würde … das glaubt niemand, weils nicht passieren kann/darf!

An Axel Gottschick liegts, dem Hörer die kommende Staffel dennoch irgendwie schmackhaft zu machen. Gefühlt klingt er dabei irgendwie … ruhiger. Bei den Dialogen gibts wesentlich mehr Energie, aber bei den beschreibenden Szenen hatte ich tatsächlich hin und wieder das Gefühl, er wäre gelangweilt von dem, was er da vorliestl.

Ein Staffelauftakt, dem es problemlos weiter nach oben gehen kann.

NEO 231 – Angriff der Druuwen (Susan Schwartz)

Noch während die Menschen die Schäden an Bord reparieren, werden sie von einer Piratenflotte überfallen. Weil ein Großteil der Bordsysteme auf der CREST II ausgefallen ist, bleibt eine Gegenwehr zunächst unmöglich. Perry Rhodan hat keine Wahl – er kapituliert vor dem ANGRIFF DER DRUUWEN … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Weiter gehts in der Checkliste der Dinge, die immer passieren. Check 1 „Havarie“ hatten wir im letzten NEO, in diesem Hörbuch gibts Check 2 „Gefangennahme“.

Nachdem Perry natürlich und wie erwartet nicht gestorben ist, folgen wir ihm bei seinen mehr oder weniger erfolglosen Versuchen, die anwesenden Mitpassagiere nicht zu Laborratten der Druuwen werden zu lassen.

Die sind zwar nicht so gemein, wie sich das anhört, aber für die Zwangsuntersuchungsobjekte macht das keinen Unterschied. Und ehe man sichs versieht, gibts direkt Check 3 abzuhaken „Perry kann entkommen“. Und auch wie erwartet, entkommt er nicht mit allen zusammen, sondern nur mit wenigen … der Rest wird dann in den nächsten Lesungen nachgeholt … mutmaßlich.

Dass gerade zum Erscheinen dieser NEO-Lesungen der Corona-Virus auf der Erde wütet, macht das Hören dieser Staffel nicht gerade angenehm. Dafür können die Schreiber nichts, aber, wer gehofft hat, vor Covid-19 ins Perryversum zu fliehen, wird auch dort gestellt.

Das habe ich auch noch nicht erlebt. Hanno Dinger gefiel mir in diesem NEO besser als Axel Gottschick im ersten!

Dynamisch und eindringlich liest er vor und bei den Dialogen pusht er sogar noch ein wenig weiter (solange es keine weiblichen Charaktere sind, die er zu vertonen hat). Auch als „schwebender Diskus-Roboter“ konnte er mich gut unterhalten. Gern weiter so.

NEO 232 – Labor der Gaden (Lucy Guth / Michelle Stern)

Nur Perry Rhodan und eine Handvoll Mitstreiter können entkommen. Sie wollen die CREST II zurückerobern und die Besatzung retten. Denn die Gefangenen drohen grauenvollen Experimenten zum Opfer zu fallen – im LABOR DER GADEN … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Tja, erwartet hatte ich einen actiongeladenen Kampf um das Labor und die Rettung von Perrys Leuten. Bekommen habe ich innere Konflikte. Viel mehr und viel zu oft, als dass es noch gut unterhaltend gewesen wäre. Thora und Sud kämpfen mit ihren Gedanken/Sinnen … und der Hörer muss zu hören … ob er will oder nicht. Und das über einen langen, langen … sehr langen Zeitraum dieser Lesung.

Dass irgendwann doch mal das Labor zum Thema wird und was darin vorgeht, das gerät hier wirklich zur Nebensache bzw. zum Nebenschauplatz.

Fand ich sehr schade, denn das Asteroidenabenteuer hätte spannend und kurzweilig sein können. Wenn da nur nicht die vielen Logiklücken wären, die man nicht hinterfragen darf. Das geht an manchen Stellen schon über „Nehmen wirs mal so hin.“ hinaus und irgendwann tut die Stirn weh, vom ständigen, ungläubigen Augenbrauenhochziehen.

Axel Gottschick ist wieder der Alte. Nicht nur, weil er gleich zu Anfang lauter werden muss. Auch die beschreibenden Szenen klingen jetzt firscher und flotter vorgelesen als bei seinem Staffeleinstieg.

Und auch bei der Umsetzung der wörtlichen Rede konnte er mich viel besser unterhalten, als es der zähe Stoff hier in Papierform geschafft hätte.

NEO 233 – Der Oxtorner (Rainer Schorm)

Perry Rhodan bricht mit der CREST II und seiner bewährten Mannschaft auf. Die Erkundungsmission führt in den Sagittarius-Sektor. Dort wird das Raumschiff von Piraten gekapert; die Besatzung kann jedoch ihre Freiheit zurückerringen.
Perry Rhodan und seine Mitstreiter setzen die Expedition zum Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße fort. Dabei kommt es zu einer sonderbaren Begegnung mit einem Fremden, der eine einzigartige Odyssee hinter sich hat – es ist DER OXTORNER … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wirklich vorwärts gehts handlungstechnisch diesmal nicht. Ein Bekannter und sein Gefährte, die schon in der Erstauflage der Heftromanserie bekannt und beliebt waren, halten nun auch ihren Einzug ins NEOversum. Trotz vieler unterschiedlicher Handlungsarme und immer weniger Zusammenhang mit der Originalserie, picken sich die Verantwortlichen offenbar dennoch hier und da weiterhin ein paar Bekannte heraus, um den Altfans eine Freude zu machen.

Ein Schmankerl an dieser Stelle, dass der Okrill im Heft „Sherlock“ hieß und bei NEO „Watson“ … was auch besser zur Rolle eines Begleiters passt.

Der sorgt für allerlei Unruhe auf der CREST II … aber sonst? Sonst erfahren wir, dass es sich nur dem Autor dieses NEO-Teils erschließt, warum einem, der im Vakuum die Luft anhält, nicht die Lunge platzt. Muss eine aus Arkonstahl sein.

Auch sonst gibts am Ende eine Menge Fragen danach, wie das Mondgehirn NATHAN all das gemacht hat, was dem Hörer hier vorgelesen wird … ohne dass es hinterfragt oder gar erklärt wird.

Ach, eins noch … woher weiß man, wann und wo man ankommt, wenn man durch einen Zeitbrunnen geht, der keine Möglichkeit der Voreinstellung bietet? Niemand? Dachte ich mir. Der muss irgendwo eine versteckte Fernbedienung haben …

Hanno Dinger macht einen guten Job, auch wenn mir sein Gucky ein wenig in den Ohren schmerzt, weil er mir zu hoch klingt. Alle anderen Charaktere legen sich aber angenehmer aufs Trommelfell.

Hier und da wird der Sprecher da etwas einfühlsamer oder fordernder oder … quengeliger … aber das passt immer ganz gut zu der Figur, die er in diesem Moment spricht.

NEO 234 – Die Himalaya-Bombe (Rüdiger Schäfer)

Währenddessen wird auf der heimatlichen Erde ein uraltes Relikt entdeckt. Ausgerechnet eine Wissenschaftlerin aus Köln scheint die Person zu sein, die als Einzige die Welt retten kann. Das kann sie selbst sich kaum vorstellen. Aber sie ist nicht allein: Perry Rhodans Söhne Tom und Farouq sowie die zwei Töchter von Reginald Bull gehen ebenfalls in den gefährlichen Einsatz – gegen DIE HIMALAYA-BOMBE … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal folgen wir Hannah Stein, die nicht in Thomas Rhodan verknallt ist, sondern auch eine Bombe entschärfen soll. Die wird von einer Positronik bewacht, die Hannah davon überzeugen soll, die Bombe nicht zu zünden.

Tja, damit hätten wirs dann auch schon. Keine Action, keine Abenteuer. Wer auf eher ruhige Kost mit unterschwelliger Spannung steht, der ist hier richtig. Für andere könnte es zu viel Gefühl am Rande sein und zu wenig Abwechslung. Ich fands ok, mal wieder etwas von der Erde zu hören.

Der Verlag der Romanvorlage fand die Idee wohl so toll, dass die Protagonistin aus Köln kommt, dass es das Romanheft mit zwei verschiedenen Cover zu kaufen gab. Einmal mit Köln drauf und einmal ohne.

Axel Gottschick schaffte es dennoch, mich ganz gut zu unterhalten. Auch wenn er aufgrund der Kratzigkeit seiner Stimme bei Frauenstimmen eher weniger überzeugend klingt, so gibt er sich doch hörbar Mühe, sanfter zu klingen.

Und sein Yni klingt genau so „verwirrt und hektisch“, wie ich mir das vorgestellt habe.

NEO 235 – Das Mausbibergrab (Ben Calvin Hary)

Um die Blockade zu durchbrechen, beschließt Rhodan einen riskanten Einsatz auf der Stammwelt der Shafakk. Dort erfährt Gucky die Ursprungsgeschichte der Ilts und macht einen verstörenden Fund – DAS MAUSBIBERGRAB … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Zu einem noch größeren Mausbibergrab wird der ganze Planet werden, nachdem Perry etwas Entscheidendes entwendet. Moralisch, ethisch und was auch immerisch sehr diskutabel, ihn so was machen zu lassen.

Das kann man auch gern unter Freunden besprechen, denn ansonsten gibts hier wenig bis keinen Handlungsfortschritt. Auf der Erde kümmert sich jemand um den Okrill … mehr oder weniger erfolglos … und im All … wirds bald keine netten Ilts mehr geben.

Aber, coole Raumfahrer haben die Explsionen halt immer im Rücken und sehen nicht, was sie anrichten …

Hanno Dinger klingt hier erfrischender als die Story den Hörer abholen kann, obwohl er jede Menge Beschreibungen vorzulesen hat. Sein Gucky hört sich bei den Dialogen wie gewohnt ganz schön schräg an, aber ist noch ok. Da gibts ganz andere Versionen der Kollegen zu hören manchmal.

NEO 236 – Das Ei der Loower (Lucy Guth)

Die CREST II versucht, die Blockade zu passieren, indem ein extrem gefährlicher Raumsektor genutzt wird. Dabei geht ein mysteriöser Notruf ein. Selbstlos eilen die Menschen zu Hilfe und erreichen ein geheimnisvolles Kegelschiff. An Bord stoßen sie auf ein archaisches Mysterium – DAS EI DER LOOWER … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In jedem siebten Ei … steckt ein kleiner Loower. Warum sollte es also hier anders sein? Wenig Action, mehr Entdeckung, steht hier auf dem Exposé. Und so kann man diese Zwischenepisode hier kurzweilig und abwechslungsreich finden … oder aber als Handlungsbremse … dazwischen gibts wenig.

Ein Notruf und wir eilen hin, weil wir das immer so machen … vielleicht springt für uns ja auch was dabei heraus. Aus dem Ei springt dann besagter Loower und Gucky darf seine Mutterinstinkte ausleben und ihn erziehen. Aber, waren es nicht eigentlich die Haluter, die Mutterinstinkte haben?

Nett, aber interessanter fand ich, was denn da aus dem Schwarzen Loch kommt … die böse Überraschung aus dem Hut sozusagen. So, wie man spontane Ereignisse na klar immer einfach mal so in die Handlung einstreuen kann … oder Motoschäden … so geht das auch mit Notrufen und spontanen Bedrohungen.

Sind ja noch ein paar NEOs bis zum Ende der Staffel, da kann man so was ja mal einbauen … dachten die Entscheider hier offenbar.

Axel Gottschick holt für uns die Loower aus den Eiern. Das klingt einerseits ganz schön krächzig, wenn man Gucky hört und … weich … wenn der Loower was zu sagen hat.

Und wenn ich mein ewiges „Och ne, schon wieder kein Handlungsfortschritt“ mal beiseite schiebe, dann war diese Episode trotz Krächzens ganz unterhaltsam. Das ist aber mal wieder eher dem Sprecher anzurechnen, denn der wertet die Geschichte um einiges auf.

NEO 237 – Das Omnitische Herz (Kai Hirdt)

Ein gewaltsames Vorgehen kommt nicht infrage. Daher hilft nur die Infiltration mit einem kleinen Einsatzteam. Perry Rhodan und seine Gefährten finden sich in einer exotischen gefahrvollen Umgebung wieder, in der eine seltsame Endzeitstimmung herrscht – sie erreichen DAS OMNITISCHE HERZ … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dieser NEO spielt fast gänzlich auf der Raumstation Deep Space Nine … nicht. Jad-Kantraja heißt die, aber turbulent gehts auch da zu.

Ex post betrachtet ist dieses Abenteuer mal wieder eher ein Stolperstein als ein Handlungsvorantreiber … aber kurzweilig ist es absolut, was hier geboten wird.

Die bösen Mausbiber sind genauso dabei wie unser lieber, guter Mausbiber Gucky … der aber mehr oder weniger nur als Taxi dient und sonst nicht so viel veranstalten darf. Perry, Merkosh, die Omniten … alle sind da und sogar einen Ausflug ins Bordkasino gibts, in dem sich Credits erspielt werden müssen.

Und auch der Cliffhanger am Ende macht schon Lust auf den Rest der Handlung dieser Staffel, die auch nicht mehr viel Zeit hat, um abgeschlossen zu werden … so sie es denn wird.

Axel Gottschick muss hier so virtuos agieren, wie er sonst nicht muss. So viele und so unterschiedliche Charakte hat er zu sprechen, so viel Stress und Hektik und sogar Waffengewalt gilt es nachfühlbar umzusetzen.

Das schafft er prima, auch wenn hier und da eine der Figuren mal etwas zu hochkrächzig für meinen Geschmack geworden ist. Aber die Gefühlswelt und die Szenen kann er gut beschreiben und macht dem Hörer den Casino-Aufenthalt sehr lebendig.

NEO 238 – Die neun Türme (Rainer Schorm)

Als die CREST II von gegnerischen Kampfschiffen verfolgt wird, fliehen die Terraner in ein Schwarzes Loch, das den Zugang zur Heimstatt der Omniten ermöglicht. Aber noch sind die Menschen nicht am Ziel – als besondere Herausforderung erweisen sich DIE NEUN TÜRME … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Planetenabenteuer mit Cliffhanger-Ende, das im Grunde eine langer Trommelwirbel für den Staffelabschluss ist. Perry ist … mutmaßlich … der Schlüssel, die Lösung, die Hilfe … aber Ernst Ellert hat etwas dagegen, dass der relativ Unsterbliche auch erfolgreich ist. Warum?

Die Antwort darauf gibts dann wahrscheinlich im nächsten Hörbuch.

Wenn Hanno Dinger vorliest: „Ernst Ellert blieb distanziert“, dann ist es genau das, was ich über viele Teile dieser Lesung von ihm selbst auch gehört habe. Ein wenig zu teilnahmslos war mir das Ganze.

Was gar nicht dazu passt, ist die Energie, mit der er die Dialoge vorliest. Da gibts Schauspiel und Feuer und alles, was eine Szene haben muss, damit sie Spaß macht.

Aber, hat er beim Mausbiber Gucky eigentlich seine Stimme schon immer so hochgeschraubt? Ich glaube nicht. Das geht hier ja schon fast ins Kieksende. Nicht sehr ohrenfreundlich.

NEO 239 – Merkosh (Rüdiger Schäfer)

Der einzige Hoffnungsschimmer, um diese Katastrophe noch abzuwenden, könnten Informationen sein, die ihm seine Tochter Nathalie und ein Weggefährte enthüllen. Es beginnt mit der Lebensgeschichte von MERKOSH … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Es beginnt nicht nur mit der Lebensgeschichte von MERKOSH … dieser NEO ist eine Nacherzählung der Lebensgeschichte von MERKOSH. Sicher, eine Menge Hintergrundinfos gibts, aber dieser Staffelabschluss-NEO erinnert stark an die Geschehnisse rund um CALLIBSO.

Überhaupt gibts wenig bis keine Überraschungen oder unerwartete Wendungen und einen „Anfixer“ für die nächste Staffel gibts auch nicht. Das Dunkelleben ziehen wir genauso lange mit uns mit wie Iratio Hondro, der auch weder zu fassen noch zu erlegen ist. Das wird nicht nur langweilig, das ist es schon länger.

Immerhin gibts mal einen Abschluss, den man auch so werten kann, das hatten wir ja bei NEO auch nicht immer.

Ich kann auch nach so vielen Lesungen von Hanno Dinger immer noch nicht nachvollziehen, warum er den Spaß, den er bei Dialogen und wörtlichen Auseinandersetzungen vermitteln kann, nicht auch auf die Beschreibungen überträgt.

Immer wieder klingt er dabei wie ein Nachrichtensprecher, der möglichst neutral bleiben will … nur um dann komplett gefühlsgeladen und mit veränderter Stimme wörtliche Rede zu lesen. Und dann gehts auch direkt wieder in die neutrale Ecke.

Ob er das macht, damit die Sprache besser von der Szenenbeschreibung zu unterscheiden ist?

Die Sprecher:

Hanno Dinger (geb. 1969) wuchs in Wuppertal auf und besuchte die Hochschule für Musik und Theater in Bern (CH). Danach folgten zahlreiche Bühnenengagements u.a. in Konstanz, Linz, Basel, Zürich, Düsseldorf, bis er sich entschloss, vor allem in eigener Verantwortung zu arbeiten. Sein Weg führte nach Köln, wo er sich neben Rundfunk und Fernsehtätigkeiten in zahlreichen Theaterprojekten engagierte und die freie Bühne Raketenklub leitet. (Quelle: Perrypedia)

Axel Gottschick kann auf 25 Jahre Theatererfahrung und 13 Jahre Rundfunk-, Film- und Fernseharbeit zurückblicken. Er spricht Voice-Over für Dokumentarproduktionen und Radiohörspiele.

MP3s und Ausstattung

Die Qualität der MP3s entspricht nicht dem Eins-A-Medien-Standard von 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo, sondern hier wurde mit einer variablen Bitrate (VBR) codiert, was aber für eine Lesung absolut ok ist, weil sie hier ähnlich hohe Bitraten bietet. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer (mit einer unnötigen, führenden 0) im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende (ohne führende 0). Auch der Name des Autors ist vorhanden, der des Sprechers nicht.

Das Cover des jeweiligen Taschenhefts ist auch im ID3-Tag zu finden und liegt dem jeweiligen Hörbuch zusätzlich als JPG- Datei in der Auflösung 3000 x 3000 bei. Außerdem gibts noch eine TXT-Datei, in der die Technik-Credits, ein Urheberrechtshinweis und noch mal eine kurze Inhaltsangabe zur Lesung nachzulesen sind.

Im Bookletfalt, das auch das Titelcover trägt, finden wir die gesammelten technischen Daten zu den Lesungen und eine Aufstellung der enthaltenen NEO-Hörbücher mit Länge und Autor … auch ohne jeweilige Sprechernamen. Die haben aber auf der Rückseite ihren eigenen Auftritt mit Infos und Schwarzweiß-Fotos.

Auf jeder CD sind zwei Lesungen enthalten. Im Zweifel hätte man hier sogar alle Lesungen zusammen auf eine DVD pressen können. Die kann sicher auch die allermeiste Käufer-Hardware vertragen, die MP3-CDs lesen kann.

Technik-Credits:

Executive Producer und Regie: Hans Greis
Technik und Sounddesign: Jan Gerhard, Tim Kühnert
Sprecher: Hanno Dinger, Axel Gottschick
Cover- und CD-Illustration: Dirk Schulz

Fazit:

Die wenigen Ideen, die diese Staffel mit sich bringt, werden auch noch breitgewalzt. Da wird abgedriftet nach rechts und links und am Ende haben wir weder das Dunkelleben noch Iratio Hondro im Griff … wie gefühlt nach jeder Staffel im Moment. Mit beiden schlagen wir uns nämlich nicht erst seit einer Handvoll Lesungen herum.

Diese Staffel kann man getrost auslassen, ohne wirklich Wichtiges verpasst zu haben. Wobei … die Sprecher geben sich Mühe, über den schwachen und leicht zu überhörenden, roten Faden hinwegzutäuschen und konnten mich über weite Strecken länger am Lautsprecher halten, als ich das erwartet hätte. Deshalb geb ich hier mehr Punkte, als ich für die Handlung vergeben würde.

Wer also keinen echten Handlungsfortschritt und wendungsreiche Action erwartet, der kann hier eine Menge Hörstunden verbringen und sich treiben lassen. Die beiden Sprecher geben zumindest ihr Bestes.

5 MP3-CDs in Multibox
1. Auflage, Dezember 2020
Laufzeiten:
NEO 230 – Ruf des Dunkels: 5:31 Std. Spieldauer (ungekürzt), 54 Tracks, gelesen von Axel Gottschick
NEO 231 – Angriff der Druuwen: 5:39 Std. Spieldauer (ungekürzt), 69 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 232 – Labor der Gaden: 5:55 Std. Spieldauer (ungekürzt), 54 Tracks, gelesen von Axel Gottschick
NEO 233 – Der Oxtorner: 6:05 Std. Spieldauer (ungekürzt), 58 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 234 – Die Himalaya-Bombe: 5:31 Std. Spieldauer (ungekürzt), 53 Tracks, gelesen von Axel Gottschick
NEO 235 – Das Mausbibergrab: 6:01 Std. Spieldauer (ungekürzt), 56 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 236 – Das Ei der Loower: 6:05 Std. Spieldauer (ungekürzt), 66 Tracks, gelesen von Axel Gottschick
NEO 237 – Das Omnitische Herz: 5:21 Std. Spieldauer (ungekürzt), 58 Tracks, gelesen von Axel Gottschick
NEO 238 – Die neun Türme: 6:02 Std. Spieldauer (ungekürzt), 57 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 239 – Merkosh: 5:42 Std. Spieldauer (ungekürzt), 58 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
ISBN-13: 978-3957951755

www.einsamedien.de

Die Reihe „Perry Rhodan NEO“ ist beim Verlag auch als Download-Version erhältlich.

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