TKKG – Geheimnis im Tresor (Folge 208)

Die Handlung:

Klassenfahrt der 9b im Skiort Enders im Engthal – eine Woche Skifahren, Snowboarden und ungetrübter Winterspaß im Schnee. Doch dann wird Gaby im aufkommenden Schneesturm von einem Pistenrowdy gefährlich geschnitten und zu Fall gebracht. Tim will sich den Übeltäter vorknöpfen. Die Spur führt zu Max Fliege, Sicherheitsmann im örtlichen Casino und Mitglied einer Motorradgang. Schnell geraten TKKG in ein brenzliges Abenteuer und schon wenige Stunden nach Gabys Unfall geht es nicht mehr um die Einhaltung von Pistenregeln, sondern ums nackte Überleben auf dem nächtlichen Berg… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wow, der Klappentext klingt ja richtig dramatisch und das Cover passt zur Jahreszeit … kommen jetzt die vom Label versprochenen „erwachseneren“ Fälle der TKKG-Bande? Ski und Rodel ist offenbar gar nicht gut hier. Besonders nicht, wenn hier jemand Gaby über den Haufen snowboardet. Und, Wunder oh Wunder, bitte im Kalender anstreichen: Es ist nicht Tim/Tarzan, der hier sofort die Verfolgung aufnimmt, sondern ihr Bergführer!

Kurze Zeit später ist aber wieder alles beim (schlimmen) Alten: Macho-Tim schaltet in den Berserker-Modus und will sich die Antagonisten vorknöpfen … wär ja auch zu schade gewesen, wenn sein Charakter mal wieder so gezeichnet würde, wie er ursprünglich mal entworfen war: Mutig, aber nicht übermütig … und schon gar kein hirnloser Prügler.

Dennoch nehmen TKKG im Anschluss an die Nummer besonnen die Ermittlungen auf, die sich interessanter gestaltet, als man erwarten dürfte. Und so langsam wird auch die Gefahr deutlich, die im Klappentext erwähnt wurde und in die sich die Detektive Schritt für Schritt immer weiter begeben. Ist es da clever, weiterzuermitteln?

Spielsucht, Schulden, brutale Geldeintreiber und mittendrin … Mega-Tim, dessen Ego es mit allen aufnehmen will und der auch gern anderen Gewalt androht, die ihm komisch kommen … „Was für ein peinlicher Angeber!“ ist sein eigener Kommentar … der leider auch immer wieder prima auf ihn selbst zutrifft.

Dann aber geht die Reise in eine ganz andere Richtung, die ich dann schon interessanter fand, weil es wirklich einen Tresor gibt und dessen Geheimnis keine Banknoten sind. Da ist ja vielleicht doch noch was Spannendes versteckt hinter dem ganzen Rüpelspiel.

Und auf einmal ist der Verbrecher, gar kein Verbrecher … zumindest sagt er das. Wer ist denn hier also für was verantwortlich, wer wem was schuldig und …Alarm, Gaby ist verschwunden!

Und was macht man da? Genau, die Polizei alarmieren … will einer der Nebendarsteller auch machen … aber … dreimal dürfen wir raten, wer „Keine Polizei!“ sagt und das verhindert? Genau, Macho-Tim … natürlich, ohne einen Grund dafür zu nennen, wieso das die schlaue Wahl ist … im Vergleich zur selbständigen Verfolgungsaufnahme. Aber hey, wer bin ich, ihn zu kritisieren … er kann ja sogar mit der Sesselliftanlage umgehen …

Aber er kommt nicht drauf, dass man ihn und seine steifgefrorenen TKKG-Freunde schon von Weitem sehen könnte, wenn sie wenig spektakulär und gut beleuchtet im Sessellift angefahren kommen, um der Story den Höhepunkt zu verpassen. Gut, dass Karl genau weiß, in welcher Phase der Erfrierungstodstufe sich die Jungs gerade befinden … Wäre es jetzt vielleicht doch angebracht, die Polizei anzurufen? Bei -21 Grad … mitten in der Nacht? Ich mein ja nur …

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Tobias Diakow
Klößchen (Willi) – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Alois Schlegel – Konstantin Graudus
Sofie Heumesser – Saskia Brzyszczyk
Schröder – Stefan Brönneke
Dr. Bienert – Peter Buchholz
Günther Semmelrock – Michael Prelle
Max Fliege – Daniel Schütter

Trackliste:

1. Gefährlicher Pistenrowdy
2. Wer hat das Wohnzimmer verwüstet?
3. Ein Freund springt ein
4. Die Zeitreise beginnt
5. Willst du mich kitzeln?
6. Über alle Berge
7. Tod durch Erfrieren
8. Nächste Station: Gletscherspalte
9. Platt walze

Technik-Credits:

Buch: Martin Hofstetter nach Motiven von Stefan Wolf
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Svenja Bartsch, Wanda Osten
Geräusche und Effekte: Wanda Osten, André Minninger
Coverillustration: Comicon S.L. nach Artworkvorlagen von R. Stolte
Rahmendesign: KB&B – Gestaltung: Atelier Schoedsack
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda/Büscher
(c) 2018 – Eine Produktion der Sony Music Entertainment Germany GmbH

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Abenteuer ab Nummer 100 und sechs ausgewählte Cover. Dazu gibts noch die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits auf der Rückseite nachzulesen.

Mein Fazit:

Du meine Güte, was war das denn? Mega-Macho-Tim legt noch eine (Schnee)Schippe auf das drauf, was schon lange nicht mehr zu dem vom Schöpfer der Serie entworfenen Charakter gepasst hat. Und wie zur Hölle kann es einen Abschlusslacher geben, nachdem mehrere Mitglieder der TKKG-Bande kurz zuvor mit dem Tod bedroht wurden?

Und das nicht zum Spaß, sondern hier sind die Bösewichte wirklich böse und meinen, was sie sagen, sind ausnahmsweise mal nicht dumm und wollen die Drohung auch umsetzen. Solche Gefahr gabs in 207 Folgen noch nicht … und ob das für 8-Jährige die passende Hörkost ist, bezweifle ich auch.

Viel Drama, manchmal künstlich, manchmal überzogen, aber immer jede Menge davon, je länger der Fall dauert und je kälter es wird. Alles diesmal zeitlich in einem Rutsch erzählt, ohne Pause für TKKG, immer im „24“-Stil.

Wenn das jetzt die neuen, „erwachsenen“ Folgen von TKKG sind, die das Label mit dem Start von TKKG-JUNIOR angekündigt hat, wär ich kein Fan. Das war mir zu sehr Thriller als Jugend-Abenteuer.

Audio-CD
Spieldauer: 55:46 Min.
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
1. Auflage, Januar 2019
EAN: 190758893426

www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

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