TKKG – Teuflische Kaffeefahrt (Folge 205)

Die Handlung:

Tim, Karl, Gaby und Klößchen kommen einem Betrüger auf die Schliche: Auf Gratiskaffeefahrten nimmt der Geschäftsmann Hagen Teufel gutgläubige, ältere Menschen aus, indem er ihnen wertlose Heilmittel zu schamlos überteuerten Preisen verkauft. Aber TKKG haben einen Plan, heften sich an Teufels Fersen und sind kurz davor, den Betrüger samt seinem Busfahrer Harry Henkel dingfest zu machen. Leider läuft der Plan aus dem Ruder, denn was TKKG nicht wussten: Der ehemalige Boxchampion Harry Henkel spielt sein eigenes Spiel … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nimmt sich endlich mal jemand der Thematik an, dass Jahr für Jahr Senioren zum Kauf von überteuerten Heizdecken und Töpfen gezwungen werden, weil sie sonst nicht mehr nach Hause dürfen? Klingt überzogen, ist aber kein Einzelfall bei vielen dieser „Kaffeefahrten“. Die versprochenen Geschenke gibts nicht, dafür aber Psychoterror und Drohungen.

Völlig gestresst und aufgelöst gehts auch diesmal gleich los. Erst begleiten wir Klößchen zum Zahnarzt mit Schockdiagnoe und dann weint eine ältere Dame und klagt uns ihr Leid. Bevor das aber mit allen TKKG-Mitgliedern geteilt werden kann, freuen sich die Altfans, dass immer mehr moderne Technik in die Fälle Einzug hält. Langzeithörer erinnern sich noch gut an den Running Gag, dass Tim immer noch ein altes Tastenhandy aus den 1990ern hat. Diesmal wird gegruppenkonferenzt und Willi erzählt der Bande und dem Hörer alles, was die Dame ihm geklagt hat. Da erfahren wir dann genau das, was ich oben im ersten Absatz schon vermutet habe. Dass Karl aber noch den Klingelton von Tims altem Handy benutzt und sich die Bande per SMS unterhält, ist nach wie vor seit vielen Jahren schon überholt, das macht heute doch keiner mehr. Heute gibts Messengerdienste und Datenflats auf so gut wie jedem Mobiltelefon.

Auch TKKG finden, dass das eine riesige Sauerei ist … das mit der Kaffeefahrt, nicht das mit der alten Technik … und wollen dem Veranstalter der Abzocker-Fahrten mal auf den Zahn fühlen … sorry, Willi, der Ausdruck war jetzt nicht auf dich gemünzt. Wie der Chef des „seriösen Reiseunternehmens“ reagiert, das können wir uns denken … Sackgasse, also. Wie können wir aber an der Betrugsfahrt teilnehmen, wenn nur Senioren zugelassen sind? Verkleiden und Stimme verstellen geht da eher nicht. Die Lösung könnte Rosalinde Sauerlich heißen, Klößchens Oma, die grad zu Besuch kommt. Wie fit ist die Dame denn noch so … und … hat sie überhaupt Lust, mitzumachen? Der Gesprächsstoff scheint ihr aber wohl nie auszugehen … zum Leidwesen ihres Enkels. Da der Busfahrer aber jedem ernstgemeinten Bestechungsversuch gegenüber aufgeschlossen zu sein scheint, darf Willi mitfahren und gibt den Spion.

Und? Was erlebt er da so? Ist es so schlimm wie die Dame vom Anfang uns erzählt hat? Übel ist es auf jeden Fall. Der extrem unsympathische Verkaufsveranstaltungsmatratzenverkäufer klingt genauso gemein wie die Preise, die er von den Mitgereisten für die angepriesenen Waren verlangt. Ganz abgesehen von den perfiden Geschichten, die er rund herum erzählt, um die Leute zum Kauf zu animieren.

Das war ja bis dahin alles noch mehr mehr als weniger vorhersehbar. Ganz so einfach kann TKKG hier aber nicht ermitteln, die Polizei rufen und abschlusslachen. Klößchen und seine Oma geraten nämlich in arge Bedrängnis, als ihr die Bösewichter auf die Schliche kommen. Kann der Rest des Detektivclubs noch rechtzeitig eingreifen, bevor Schlimmeres passiert? Wäre storytechnisch langweilig, wenns so wäre, oder? Wäre es, und deshalb wird eine halbe Stunde vor Ende noch mal künstlich an der Spannungsschraube gedreht und für etwas hektische Abwechslung gesorgt!

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Tobias Diakow
Klößchen (Willi) – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Dr. Kempfer – Andreas Birnbaum
Margot Glockner – Renate Pichler
Emil Glockner – Wolfgang Draeger
Hagen Teufel – Frank Roder
Kuntz – Michael Prelle
Maria Kloßhammer – Anja Topf
Harry Henkel – Manfred Reddemann
Rosalinde Sauerlich – Rosemarie Wohlbauer
Gertraud Haiminger – Sabine Hahn
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

1. Immer auf die Schwachen!
2. Im Angesicht des Teufels
3. Oma Rosalinde weiß, wie’s gemacht wird
4. Das ist die Hölle
5. Planänderung
6. Flinker Wiesel
7. Klopf, klopf, klopf!
8. Flucht in den Wald
9. Doppeltes Spiel
10. Eine Umarmung aus Beton

Technik-Credits:

Buch: Martin Hofstetter nach Motiven von Stefan Wolf
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Maike Müller, Svenja Bartsch, Wanda Osten
Geräusche: Wanda Osten/ Alexander Körting
Effekte: André Minninger
Coverillustration: Comicon S.L. nach Artworkvorlagen von R. Stolte
Rahmendesign: KB&B – Gestaltung: Atelier Schoedsack
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda/Büscher
Eine Produktion der Sony Music Entertainment Germany GmbH © 2018

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Abenteuer ab Nummer 100 und sechs ausgewählte Cover. Dazu gibts noch die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits auf der Rückseite nachzulesen.

Mein Fazit:

Eine Kaffeefahrt zu sprengen, auf der gutgläubige und verzweifelte Senioren abgezockt werden, hätte keine komplette TKKG-Folge gefüllt. Und so gibts noch jede Menge künstlich gestrecktes Drama obendrauf, damit die CD auch voll wird.

Wer sich aber einfach nur gut und spannend unterhalten lassen möchte, der kommt dennoch auf seine Kosten, wenn er hier nicht alles und jeden auf die Goldwaage legt. Und gerade die jüngeren Hörer haben vielleicht von der dreisten Methode der Verkaufsveranstaltungstourchefs noch nie etwas gehört. Klar sind einige der Charaktere wie gewohnt überzeichnet, aber das kennt der Fan ja nicht anders.

Audio-CD
Spieldauer: 69:40 Min.
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
Besprochene Auflage: 1 (Mai 2018)
EAN: 190758040523

www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (28 Stimmen, Durchschnitt: 4,96 von 5)