Gaspard, Jan / Lueg, Lars Peter – Hindenburg, Die (Offenbarung 23, Folge 11)

_Todesstrahlen holten LZ 129 vom Himmel!_

Was bisher bloße Verschwörungstheorie war, wird Realität: Die geheimnisvollsten Tragödien, die skrupellosesten Verbrechen werden entschlüsselt. Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein, denn auch das letzte Rätselt wird gelöst.

Mit einem gewaltigen Feuerball geht am 6. Mai 1937 der Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“ auf dem Landeplatz Lakehurst bei New York in Flammen auf. Mit dem riesigen Luftschiff verbrennen über 17.000 Postsendungen, nur wenige Schriftstücke überstehen das Inferno. Doch wieso hat sich der Hacker Tron zu seinen Lebzeiten an der bizarren Hatz nach diesen Artefakten der Katastrophe beteiligt? Und wieso bringt das Geschehen von damals einen neuen Giganten der Lüfte aus europäischer Produktion in tödliche Gefahr?

_Der Autor_

Über Jan Gaspard ist nichts bekannt, und es scheint sich um ein Pseudonym zu handeln (siehe [Webseite]http://www.lpl.de/ von |LPL records|). Jedenfalls zeichnet er nach Angaben des Booklets für „Idee, Konzeption, Recherche & Buch“ verantwortlich. Für die praktische Umsetzung dieser Steilvorlage sorgte hinsichtlich Regie, Produktion & Dramaturgie Lars Peter Lueg, seines Zeichens Verlagsleiter von |LPL records|. Für den „heiligen Geist“ in Form von „Inspiration“ sorgte Koproduzent Marc Sieper. (Es dürfte auch eine Menge „Transpiration“ gegeben haben, wenn man Thomas A. Edison glauben darf.) Schnitt, Musik und Tontechnik lagen in den kompetenten Händen von Andy Matern. Andy Matern wird von zwei Spezialisten unterstützt. Markus Wienstroer bearbeitete die Gitarren – das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.

|1. Staffel von „Offenbarung 23“:|
1) [„Wer erschoss Tupac?“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1934
2) [„Tupacs Geheimnis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1948
3) [„Die ‚Titanic‘ darf nie ankommen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2012
4) [„Die Krebs-Macher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2015

Einschub: [„Offenbarung 23 – Machiavelli“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2472

|2. Staffel:|
5) [„Das Handy-Komplott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2576
6) [„Der Fußball-Gott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2577
7) [„Stonehenge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2590
8) [„Macht!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2591

|3. Staffel:|
9) [„Gier!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3104
10) [„Die traurige Prinzessin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3113
11) [„Die Hindenburg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3131
12) [„Der Piratenschatz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3136

|4. Staffel:|
13) [Das Wissen der Menschheit]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3885
14) Das Bernsteinzimmer
15) Durst!
16) Krauts und Rüben

Mehr Infos: http://www.offenbarung23.de und http://www.vertraue-niemandem.net

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

In der Riege der Sprecher finden sich etliche einschlägig vorbelastete Herrschaften, die man schon aus dem Hause |LPL records| kennt. Als da wären:

David Nathan spricht die Hauptfigur Georg Brand alias T-Rex und klingt wie Johnny Depp.
Marie Bierstedt spricht Tatjana Junk alias Nolo, die Freundin von „Tron“, und klingt wie Kirsten Dunst, Kate Beckinsale und Natalie Portman.
Oliver Siebeck spricht einen Reporter.
Detlef Bierstedt spricht den Redakteur Kai Sickmann und klingt wie George Clooney.
Lothar spricht einen Pariser Briefmarkenhändler.
Jan Spitzer spricht FBI-Mann Fox mit der Stimme von Chris Cooper.
Udo Schenk spricht den serbokroatischen Erfinder Nikola Tesla und klingt wie Kevin Spacey.
Dietmar Wunder spricht T-Rex’‘ besten Kumpel Kim Schmittke und klingt wie Cuba Gooding jr. bzw. Adam Sandler.
Michael Pan spricht Miles Davison von der NSA mit der Stimme von Martin Short und Brent Spiner.
Benjamin Völz spricht Boris F. alias „Tron“ und klingt wie Keanu Reeves oder James Spader.
Friedrich Schoenfelder spricht die „Stimme der Wahrheit“ und klingt wie David Niven oder Vincent Price.
Helmut Krauss ist der Erzähler und hört sich verdächtig nach Marlon Brando oder Samuel L. Jackson an.

_Vorgeschichte_

Der Berliner Informatikstudent Georg Brand, in Hackerkreisen als „T-Rex“ bekannt, ist auf eine Verbindung zwischen dem besten deutschen Hacker Boris F. alias „Tron“, und dem Rapper Tupac Shakur gestoßen. Alle möglichen Leute, die Geheimnisse aufdecken oder vertuschen wollen, interessieren sich auf einmal für T-Rex. Während Georg mit Trons ehemaliger Freundin Tatjana Junk alias Nolo anbandelt, meldet sich Tron quasi aus dem Jenseits: Er ist seit 1998 offiziell tot. Ist er das wirklich? Jedenfalls gibt Nolo Georg eine „Chiffre“ nach der anderen in die Hand. Chiffren sind eine Umschreibung für Hinweise auf die Geheimnisse, die Tron vor seinem Tod aufgedeckt hat – brisanter Stoff sozusagen.

_Handlung_

Georg Brand und Tatjana Junk alias Nolo genießen ihre letzten Stunden am Seinestrand. Bei einem Besuch des Briefmarkenflohmarkts wird T-Rex auf einen Anbieter von seltenen Luftpostmarken aus den 1930er Jahren aufmerksam. Der Mann bietet ihm einen Brief vom Luftschiff „Hindenburg“ an, das 1937 auf dem Marinestützpunkt Lakehurst bei der Landung in Brand geriet und abstürzte. Der Brief ist an eine gewisse Mrs. Kathy Rauch in Wisconsin gerichtet, ein Absender fehlt seltsamerweise, ebenso wie der Inhalt des Kuverts. Immerhin ist der Poststempel bemerkenswert: der 1. Mai 1937 – nur wenige Tage vor dem Unglück in Lakehurst. Heißt das etwa -? „Ja, dies ist einer der wenigen Briefe, die beim Absturz nicht verbrannte.“ Potztausend!, staunt Georg. Und wie viel soll dieses Schätzchen kosten? Gar nichts, meint der Mann, er habe den Brief für Georg und Nolo verwahrt – für einen gewissen Boris F. Und schon ist der Mann verschwunden.

Trautes Heim, Glück allein? Nicht für einen Mann von Welt! Zurück in Berlin, kommt Georg seine Studentenbude entschieden zu eng vor und er zieht mit Sack und Pack ins noble Hotel Adlon. Das ist zwar von oben bis unten verwanzt, aber ein guter Hacker weiß sich ja vor solchen Angriffen zu schützen, nicht wahr. Er trifft sich mit dem Redakteur Kai Sickmann im Technikmuseum. Rankt sich ein Geheimnis um das Ende der „Hindenburg“?, will T-Rex wissen und zeigt ihm den Brief.

Deren Kapitän sprach von einer Bombe, doch der Kommandant des Marinestützpunkts von statischer Aufladung, die die Hülle und den entzündlichen Wasserstoff im Luftschiff entzündet habe. Genau diesen Umstand schlachteten die Nazis in ihrer Propaganda aus: Amerika hatte das Monopol auf nicht brennbares Helium, daher mussten die Deutschen gefährlichen Wasserstoff als Auftriebsmittel nehmen. Und weil die „Hindenburg“ vor laufenden Kameras – wo kamen die alle her? – und zu den aufwühlenden Worten eines US-Reporters abstürzte, war das Medienecho riesig. Sozusagen ein zweiter Untergang der „Titanic“.

In seinem Hotelzimmer schaut sich Georg zusammen mit seinem Studienkumpel Kai Schmittke die Online-Videos des Absturzes an sowie die Akten, die sich (halbwegs) frei verfügbar im FBI-Archiv finden lassen. Auf einmal stoßen sie auf einen Sprung in der Bildfolge und auf Widersprüche in der Beschreibung des Ablaufs des Unglücks. Hat da etwa jemand dran gedreht?

Ein Motiv gab es auf jeden Fall. Dieses Unglück bedeutete das Ende des Zeitalters der Zeppeline. Transatlantikflugzeuge wurden stattdessen eingesetzt, um die lukrativen Tickets zu verkaufen – es ging um Hunderte von Millionen Dollar. Und wer baute diese Flugzeuge? Dreimal darf man raten.

_Mein Eindruck_

Der europäische Supervogel Airbus A380 ist in schwere Turbulenzen geraten und die Verantwortlichen müssen aufpassen, dass er keine feurige Bruchlandung hinlegt – so wie seinerzeit die „Hindenburg“. Jetzt wie damals reiben die amerikanischen Flugzeugbauer die Hände, denn man reißt ihnen jeden Neubau quasi aus den Händen. Die Schwierigkeiten des A380 kommen wie bestellt – und vielleicht sind sie das auch …

Wer holte die „Hindenburg“ vom Himmel – und auf welche Weise? Aufschluss geben unserem Superhacker T-Rex die FBI-Archive. Demnach hat ein serbokroatischer Immigrant namens Nikola Tesla dem FBI seine Dienste angeboten. Tesla ist bekannt als Erfinder wichtiger Generatoren und Stromgeräte, die Funker und Energieerzeuger noch heute einsetzen. Doch der Mann, der von Thomas Edison gefeuert wurde, weil er mehr Lohn verlangte, war ein schräger Charakter. Als solcher Exzentriker taucht er zum Beispiel in dem neuen Film [„The Prestige – Die Meister der Magie“]http://www.powermetal.de/video/review-955.html auf, der bei uns am 11. Januar 2007 anläuft. Im Hörspiel konzipiert er sogar Todesstrahlen für die US-Regierung – und wird nach getaner Schuldigkeit per Spritze ins elektrische Nirvana befördert.

Ob die „Hindenburg“ nun Opfer von Todesstrahlen wurde, darf bezweifelt werden. Aber eine Sache beschäftigt mich doch. Das Luftschiff wurde vom Kapitän und der Bodenmannschaft bei heftigem Seitenwind so manövriert, dass es zwischen zwei Landemasten geriet. Man konnte diese beiden Pole als Elektroden einsetzen und einen starken Strom hindurchschicken – man befand sich auf Boden der Regierung. Der Lichtbogen konnte die brennbare Hülle ebenso in Brand setzen wie das Gas im Innern der Hülle. Klingt unwahrscheinlich? Ist aber simple Elektro- und Pyrotechnik. Und wer davon profitierte, ist bekannt: siehe oben.

_Unterm Strich_

Die Ära der schönen, luxuriösen (und teuren) Luftschiffe endete abrupt im Frühjahr 1937. Wer hatte seine Hände im schmutzigen Spiel? Waren es wirkliche Agenten der US-Regierung oder ein verrückter Erfinder – oder doch die Nazis, die Hugo Eckener seine „Zigarre“ nicht gönnten? So viele Verschwörungstheorien, so viele Wahrheiten. Aber Wirtschaftsspionage gibt es noch heute, sogar mehr denn je, und daher vielleicht auch Wirtschafts-Sabotage. Der europäische Supervogel A380, dessen Propaganda ich nie getraut habe, ist jedenfalls in heftige Turbulenzen geraten.

Das 75 Minuten lange Hörspiel ist so komplex wie eh und je und verlangt genaues, möglichst mehrmaliges Zuhören. Es wurde von |Lübbe| und |LPL records| gewohnt sorgfältig produziert, und ich habe an der Technik nichts auszusetzen. Die Stimmen der Hollywoodschauspieler verleihen der paranoiden Handlung etwas Filmglamour.

|75 Minuten auf 1 CD|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de

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