Brian Herbert & Kevin J. Anderson – Sisterhood of Dune (Der Thron des Wüstenplaneten)

Das DUNE-Universum: Alte Rechnungen, neue Pläne

83 Jahre nach der Schlacht um Corrino ändert sich das Schicksal der daran Beteiligten rapide. Der ins Exil gegangene Feldherr Vorian Atreides wird Opfer eines Raubüberfalls von Sklavenjäger, die alle Arbeitsfähigen verschleppen. Auf Poritrin will er sie mit Hilfe des Imperators Corrino befreien. Unterdessen suchen die Harkonnens überall nach ihm, um sich für die nach der Schlacht erlittene Schmach zu rächen: Sein Adjutant Abulurd Harkonnen wurde wegen Feigheit vor dem Feind verbannt.

Obwohl die letzte Reste der Maschinenverbände und alle Denkmaschinen systematisch vernichtet werden, wagen es die Bene Gesserit, im Verbogenen Computer weiterhin einzusetzen. Sie planen das genetische Schicksal der Menschheit. Zugleich sieht sich die einzige Ehrwürdige Mutter Raquella unter großen Zeitdruck: Obwohl sie schon 130 Jahre alt ist, hat sie immer noch keine Nachfolgerin, an die sie ihr Wissen in Form von Erweiterten Erinnerungen weitergegeben. Ist Valya Harkonnen bereit, sich der notwendigen Prüfung zu stellen und das injizierte Gift umzuwandeln?

Die Autoren

1) Brian Herbert, geboren 1947, ist der einzige Nachkomme Frank Herberts, der das Schriftstellergen geerbt hat. Mit seinem Vater schrieb Brian 1986 den SF-Roman „Mann zweier Welten“. Seine Biografie „Dreamer of DUNE“ (2003) ist sehr lesenswert und nicht nur wegen der Bibliografie seines Vaters ein Geheimtipp. Ergänzt wird sie durch die HUGO-nominierte Monografie von „The Notebooks of Frank Herbert’s Dune“, die er 1988 herausgab. Brian Herbert hat einen Zyklus zu veröffentlichen begonnen, der mit dem Roman „Timeweb“ startet.

Er fragte Kevin J. Anderson, ob dieser an einer DUNE-Vorgeschichte mitarbeiten wollen. Anderson, selbst Autor von über 15 Millionen verkauften Büchern (AkteX, Star Wars u.v.a.), sagte geehrt und begeistert zu.

2) Kevin J. Anderson, geboren 1962, veröffentlichte 1982 seine erste Kurzgeschichte. Bis 1992 hatte er über 100 Beiträge für Magazine geschrieben, denn Anderson kommt aus der Technik. Sein erster Roman „Resurrection Inc.“ erschien 1988 und enthielt Horrorelemente, danach folgte eine Trilogie um „Gamearth“ (1989/90). Danach folgten „Lifeline“ (1990) und „The Trinity Paradox“ (1991), beide zusammen mit Doug Beason.

Anderson ist ein äußerst effizient arbeitender Autor. Das zeigt sich auch an seinem Ausstoß an Star-Wars-Romanen für Jugendliche sowie an „Akte-X“-Romanen (15 Mio. Exemplare gibt Heyne an). Ab 2002 erschien sein neuer Zyklus „Die Saga der sieben Sonnen“, von dem die ersten Romane bei Heyne erschienen sind, darauf die HELLHOLE-Trilogie, die er mit Brian Herbert verfasste. Mehr Infos unter www.wordfire.com.

Das Ergebnis der Kooperation war zunächst die Trilogie der „Frühen Chroniken“ des Wüstenplaneten, die aus folgenden Bänden besteht:

1) Das Haus Atreides
2) Das Haus Harkonnen
3) Das Haus Corrino

Mittlerweile ist die zweite Trilogie „Der Wüstenplanet: Die Legende“ abgeschlossen. Sie besteht aus folgenden Bänden:

1) Butlers Djihad (The Butlerian Djihad)
2) Der Kreuzzug (The Machine Crusade)
3) Die Schlacht um Corrin (The Battle of Corrin)

Die DUNE-Saga:

1) Der Wüstenplanet (1965)
2) Der Herr des Wüstenplaneten (1969)
3) Die Kinder des Wüstenplaneten (1976)
4) Der Gottkaiser des Wüstenplaneten (1981)
5) Die Ketzer des Wüstenplaneten (1984)
6) Die Ordensburg des Wüstenplaneten (1985)

Mit
7) Die Jäger des Wüstenplaneten (2006, dt. 2007)
8) Die Erlöser des Wüstenplaneten (2007, dt. 2008)

…schließen sie den ersten Dune-Zyklus so ab, wie Frank Herbert es vorsah, bevor ein unzeitiger Tod ihn am Weiterschreiben hinderte. Die Bände 7 und 8 bilden eine Art Doppelroman, der zusammengehört, aber aus Platzgründen gesplittet werden musste, denn ein Roman von 1300 Seiten ist absolut unverkäuflich (es sei denn, man hieße „Tolkien“).

Weitere Romane: „Paul of DUNE“ (dt. Titel „Paul Atreides“), „Winds of DUNE“ („Stürme des Wüstenplaneten“). Ein weiterer Band namens „Träume vom Wüstenplaneten“ ist 2005 erschienen und bietet eine alternative Version des ersten Romans, mehrere Erzählungen, Briefe und ergänzendes Material.

Die Trilogie „Die großen Schulen des Wüstenplaneten“:

1) Sisterhood of Dune („Der Thron des Wüstenplaneten“)
2) Mentats of Dune („Die Mentaten des Wüstenplaneten“)
3) Navigators of Dune „Die Navigatoren des Wüstenplaneten“)
Alle drei Bände hängen nahtlos miteinander zusammen..

Handlung

Die Handlung setzt sich aus mehreren Strängen zusammen, die zunehmend enger miteinander verbunden werden. Die geschilderten Ereignisse setzen 83 Jahre nach der Schlacht um Corrin ein (siehe oben), in der die Denkmaschinen des Omnius-Überwesens vernichtet wurden. Seitdem hat es sich der reiche Krüppel Manford Torondo zur Lebensaufgabe gemacht, sämtliche, nunmehr führerlose Verbände der Denkmaschinen zu beseitigen, quasi als galaktische Müllabfuhr. Ihm zur Seite stehen die Schwertmeister Anarin Atreides, die Manford verehrt und auf ihren Schultern transportiert, und Ellus.

Rossak

Was Manford nicht ahnt und auch niemals erfahren darf, ist die ultrageheime Tatsache, dass die Bene Gesserit, die sich auf der Dschungelwelt Rossak einen Stützpunkt und eine Schule geschaffen haben, eben diese verbotenen Computer nutzen. Sie brauchen sie, um die gewaltigen Datensammlungen über die genetischen Stammlinien der gesamten Menschheit, die sie angesammelt haben, zu durchforsten und auszuwerten.

Nach sechs Jahren der Ausbildung wird Valya Harkonnen endlich von Raquella Berto-Anirul, der einzigen Ehrwürdigen Mutter des Schwesternordens, ins Vertrauen gezogen: Hinter einer Holoprojektion erstreckt sich Rechenmaschine um Rechenmaschine. Raquella tut dies keineswegs uneigennützig. Da sie die einzige Ehrwürdige Mutter und schon 130 Jahre alt ist, muss sie dringendst eine Nachfolgerin finden. Valya scheint sowohl intelligent als auch gehorsam und eifrig zu sein. Aber viele Schwestern vor ihr haben es nicht geschafft, das injizierte Gift umzuwandeln, um so zur höheren Bewusstseinsebene einer Ehrwürdigen Mutter zu gelangen, die über die Erinnerungen ihrer Vorfahrinnen verfügt. Wird auch Valya scheitern? Sie muss getestet werden.

Lankiveil

Valya stammt vom Planeten Lankiveil, einer kalten Wasserwelt, auf der Fellwale die witzige Einkommensquelle für die verbannten Harkonnens darstellen. Zusammen mit ihrem Bruder Griffin will Valya ihrem edlen Geschlecht, das seit der Schlacht um Corrin verbannt ist, wieder zu einstiger Größe und Bedeutung verhelfen. Leider sind ihr Vater Vergyl und dessen Bruder Weller zwar tüchtig, aber nicht ehrgeizig genug, um diesen Plan umzusetzen. Griffin absolviert die Prüfung, die für einen Sippenrepräsentanten und Handelsvertreter am Hof von Corrin erforderlich ist. Er will bessere Bedingungen für den Handel herausschlagen.

Die Harkonnens wurde verbannt, weil Großvater Abulurd in jener vermaledeiten Schlacht angeblich Feigheit an den Tag legte. Diese Anklage kam von den Atreides, genauer gesagt: von Vorian Atreides. Abulurd war der Adjutant dieses Feldherrn und starb verbittert 20 Jahre später. Doch wo ist dieser Vorian Atreides jetzt? Die Harkonnen suchen unablässig nach ihm, um ihn zu vernichten, doch Vorian hat sich irgendwo verkrümelt.

Kepler

Vorian kommt auf dem Planeten Kepler gerade von der Jagd zurück, als er über seiner Siedlung Rauch bemerkt – und drei fremde Raumschiffe. Er rennt los, um zu helfen, doch er kommt zu spät: Die Sklavenjäger haben bereits alle jungen und arbeitsfähigen Angehörigen seiner Sippen verschleppt, wahrscheinlich nach einem Streubeschuss mit Lähmstrahlen. Danach haben sie die Häuser und Hütter in Brand gesetzt.

Die ersten zwei Schiffe heben bereits ab, als Vorian endlich mit seinem Gewehr eintrifft und auf die letzten Sklavenjäger schießen kann. Doch an den Personenschilden prallen seine Projektile nutzlos ab. Nur den allerletzten Banditen, der sich keinen Schild leisten konnte, erwischt er. Der Mann bricht zusammen, während das dritte Schiff ohne ihn abhebt. Vorian gelingt es, ihn durch Folter zur Herausgabe des Standorts des Banditenstützpunkts zu „bewegen“: Poritrin. Vorian verspricht seiner Frau Mariella, die im Gegensatz zu ihm schon alt und gebrechlich ist, dass die Corrinos ihm helfen werden, die Banditen von Poritrin zur Rechenschaft zu ziehen und alle Sippenangehörigen zurückzuholen. Aber ist das wirklich so sicher?

Arrakis

Auf Arrakis, dem Wüstenplaneten, läuft die Spice-Produktion auf vollen Touren, geleitet vom Aufseher Lilik Arvo. Er muss sich jetzt allerdings gegenüber Josef Venport, dem Besitzer des Transport- und Handelsunternehmens VenHold, verantworten. Venport ist der Enkel von Norma Cenva, der Erfinderin der modernen Raumfahrt der Navigatoren-Gilde. Arvo und seine Untergebenen haben festgestellt, dass ein anderes Unternehmen heimlich Raubbau an den Spice-Vorkommen treibt.

Wer ist es, verlangt Venport zu wissen. Eine Wüstenexpertin namens Ishanti, mit völlig blauen Augen und in einem Destillanzug, liefert wenig später die Antwort: einen Schmuggler. Dieser Mann behauptet, auch Celestial Transport, das sich im Besitz von Arjen Gates befindet, habe das gleiche Recht wie Venport, die wertvollste Substanz des Universums abzubauen. Venport übergibt den Mann Ishanti zur Befragung – und schenkt ihr zur Belohnung sein Wasser…

Etwas hat überlebt 01

Auf Lampadas hat Gilbertus Albans die Schule für Mentaten gegründet. Fünf Bene-Gesserit-Schwestern haben seine Kurse bereits absolviert und sind nach Rossak zurückgekehrt. Doch nicht nur Ordensschwestern und Albans-Anhänger dürfen hier studieren, sondern auch Anhänger der Butlerianer. Denn Gilbertus hat Manford Torondo um eine Sondererlaubnis bitten müssen, um sein Institut eröffnen zu dürfen. Immerhin sollen hier Menschen lernen, schneller als die Denkmaschinen zu berechnen, zu extrapolieren und wer weiß was noch für schreckliche Dinge zu tun.

Wegen der ständigen Gefahr durch Butlerian-Studenten bemüht sich Gilbertus um höchste Geheimhaltung, was die Präsenz in seinem besten Versteck angeht: den Denkkern von Erasmus, dem wichtigsten Lehrer der Denkmaschinen. Tatsächlich nennt Gilbertus ihn „Vater“, denn nur Erasmus‘ Neugier hat er sein eigenes Überleben und seine Ausbildung zum Mentaten zu verdanken. Doch immer wieder äußert Erasmus seinen sehnlichsten Wunsch: einen eigenen Körper…

Etwas hat überlebt 02

Als Schwertmeister Ellus mit einigen Butlerianern einen weiteren Kleinplaneten auf Reste der Denkmaschinen absucht, stößt er auf Spuren der Zerstörung. Hier haben Truppen von Omnius gegen abtrünnige Cymeks gekämpft. Der Zugang ist dementsprechend leicht, doch gilt es Vorsicht walten zu lassen. Die Cymeks waren immer für böse Überraschungen gut.

Während die Butlerianer fröhlich Datenbanken zerstören, dringt Ellus mit zwei weiteren Schwertmeistern in ein speziell gesichertes Gewölbe vor. Hier liegen hinter Schutzglas zwei nackte menschliche Körper, der einer jungen Frau und der eines jungen Mannes. Sie scheinen zu schlafen. Natürlich muss man sie aus ihrem Gefängnis befreien.

Kurz nach dem Erwachen stellt sich das Paar als Hyla (griech. für „Seele“) und Andros (griech. für „Mann“) vor. Als sie erfahren, dass Computer und Roboter zerstört werden, werden sie ärgerlich, dann beginnen sie, die drei Schwertmeister zu töten. Nur Ellus darf – durch einen Handkantenschlag gelähmt – überleben, um Hylas Folter seine Geheimnisse preiszugeben. Unterdessen räumt Andros unter den Maschinenstürmern auf. Es gibt viel zu tun…

Mein Eindruck

Da dies die direkte Fortsetzung von „Die Schlacht von Corrin“ ist, schleppt der Roman eine doppelte Altlast mit sich herum: „Etwas hat überlebt“ lautet das Motto mehr als einmal. Vorian Atreides und andere Größen wie etwa die Ehrwürdige Mutter Raquella sowie Norma Cenva führen ihre Unternehmungen in die neue Zeit des Imperiums. So müssen es mit den quasi-religiösen Fanatikern der Butlerianer aufnehmen, die das Alte in Form von Technikgläubigkeit und Maschinenfetischismus ausrotten wollen.

Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen. Sie steigern sich ganz sachte in Heftigkeit, bis es zu veritablen Raumschlachten mit den Butlerianern kommt. Zwei Fragen werden immer wieder behandelt: Wie kann die Menschheit überhaupt ohne Technik oder wenigstens Forschung überleben? Myriaden werden wie im Seuchenzeitalter von Epidemien hingerafft werden, wenn die Butlerianer keine Forschung erlauben. Zweitens: Welchen Beitrag können die drei, vier neuen Schulen leisten, um die zerstörte Technologie sowie die Maschinengehirne abzulösen und zu ersetzen? Dieser Frage widmet sich die neue Trilogie „Die Großen Schulen“.

1) Die Schwesternschaft

Raquellas Schwesternschaft trägt noch nicht den Namen „Bene Gesserit“ und befindet auch noch nicht auf dem Planeten Wallach XI. Die Ereignisse, die dazu führen, bahnen sich aber schon in diesem Auftaktband an: Die Schwesternschaft spaltet sich Raquellas Computernutzer (darunter Valya Harkonnen) und in die Butler-Anhängerinnen unter Schwester Dorotea. Letztere rufen sogar den Imperator Salvador zu Hilfe, um den Frevel Raquellas zu beenden. Sie finden nichts außer heftigen Widerstand durch die sogenannten Zauberinnen, Schwestern mit telepathischen Kräften – diese müssen alle dran glauben.

Raquella hat indes alle Rechner versteckt, als Technologieschatz für harte Zeiten, und als Grundstock für die Züchtung besserer Schwestern und Herrscher. Ob dieser Plan aufgeht, müssen die beiden Folgebände zeigen.

2) Die Mentaten

Gilbertus Albans hat unter Anleitung des KI-Gehirns Erasmus die menschlichen Computer geschaffen, die Mentaten. Deren Einsatz im letzten Fünftel des Romans nimmt groteske Formen an, die voller Ironie stecken. Gilbertus wird von den Butlerianern mit Vernichtung seines Lebenswerkes bedroht, weil er sich argumentativ THEORETISCH für die Nutzung der Maschinengehirne ausgesprochen hat. Er musste feststellen, dass man mit religiösen Kreuzzüglern nicht vernünftig reden kann. Nun sieht er sich in einer großen Raumschlacht seinem besten Schüler Draigo Roget gegenüber. Wer von beiden wird die Schlacht gewinnen? Das Absurde daran: Josef Venport stellt genau jene KI-Maschinenschiffe her, die Gilbertus kürzlich noch als nützlich verteidigt hat.

3) Die Navigatoren

Venport und Draigo überleben die Schlacht nur, weil ein Schiff der Navigatoren aus dem Nichts erscheint, sie aufnimmt und ebenso spurlos wieder verschwindet. Es geht eben nichts über die Überwindung des Raums durch dessen Faltung mittels Gedankenkraft. Norma Cenva ist die führende Denkerin dieser Gilde und hat direkten Kontakt zum Imperator, also große Macht. Sollte sie Venport und ihrer Tochter Cioba, seiner Frau, gehorchen, dann werden alle Welten, die Butler-Sympathien verlautbart haben, nicht mehr von Raumfalterschiffen angeflogen – das Imperium wird unweigerlich zerfallen.

4) Die Suk-Doktoren

Zhoma, die Direktorin der Suk-Medizinerschule, wird von Raquella angewiesen, den Imperator unfruchtbar zu machen. Salvador werde nur eine Blutlinie von Tyrannen hervorbringen, was um jeden Preis verhindert werden muss. Doch Zhoma ist ein klein wenig zu eifrig und nervös, so dass ihr Komplott aufgedeckt wird und sie unter der Folter ihre Auftraggeber verrät: die Schwesternschaft. Der Gegenschlag lässt nicht lange auf sich warten – siehe oben.

5) Die Tleilaxu

Eines der traurigsten, anrührendsten Schicksale erleidet der Biogenetiker Ptolemäus. Er wollte dem Halbmann Manford Torondo per Prothese zu einer zweiten Körperhälfte verhelfen. Doch daraus wird nichts, im Gegenteil: Nicht nur zerstört Manford die Prothese, sondern auch deren Schöpfer, den Tleilaxu Dr. Elchan, Ptolemäus‘ besten Freund – und dessen gesamtes Forschungsinstitut. Ptolemäus schwört bittere Rache bis zur völligen Vernichtung Manfords: Er erweckt an einem anderen Standort der Tleilaxu die alten Cybermeks zum Leben, sich völlig bewusst, dass genau dies in Manfords Augen die größte Blasphemie ist, die er begehen kann.

Weitere Schicksale

Anna ist die Schwester des Imperators, doch leider ungestüm und unverantwortlich. Die Schwesternschaft soll sie erziehen und zu einer Stütze am Hof ausbilden. Doch dieser Plan geht auf schreckliche Weise nach hinten los. In ihrer Starrköpfigkeit nimmt sie die Pille, die für Valya bestimmt war, um sie zu einer Ehrwürdigen Mutter zu machen. Das Ergebnis ist etwas Einzigartiges: Anna plappert als Idiot Savant alles nach, was die Inneren Stimmen ihr eingeben und was die Enzyklopädien an Wissen, auf die sie nun zugreifen kann, ihr bereitstellen. Kein Ich, kein Wille hält Anna mehr zusammen. Besteht für die junge Frau noch Hoffnung?

Griffin, der junge Erbe des Hauses Harkonnen, gehorcht seiner Schwester Valya und sucht im ganzen Imperium nach Vorian Atreides, dem Schänder der Familienehre. Er findet ihn tatsächlich: auf Arrakis. Es ist der Wüstenplanet, den wir kennen: Das Spice wird abgebaut, aber vor allem von Venports Konzern. Die Fremen gibt es ebenfalls, aber ohne Kontakt zur Außenwelt – hier fehlt noch Liet Kynes, der imperiale Planetologe und Ökologe. Schließlich gelingt es ihm eher unfreiwillig, in den Sietch zu gelangen, wo Vorian sich versteckt hält. Es kommt zu einem bemerkenswerten Showdown, der ein actionreiches, packendes Finale einläutet.

Unterm Strich

Man sieht also, dass die beiden Schöpfer der DUNE-Fortsetzungen es nicht bei Ansätzen bewenden lassen, das wäre sehr unbefriedigend gewesen. Vielmehr führen sie bereits im ersten Band der neuen Trilogie folgenreiche Konfrontationen und Entscheidungen herbei, die die Geschehnisse in den Folgebänden bestimmen werden. Mehr sei nicht verraten.

Für wen sich diese Trilogie eignet

Es lohnt sich aber für SF- und DUNE-Fans auf jeden Fall, diesen Roman zu lesen – sofern man zumindest einmal „Der Wüstenplanet“ gelesen oder als Verfilmung gesehen hat. Sonst kann man mit diesem Garn nichts anfangen. Eine Kenntnis der Vorgängertrilogie ist m.E. nicht notwendig, denn die Autoren streuen so viele Verweise auf die Vorgeschichte ein, dass man sich die Lektüre der Vorgängertrilogie (siehe oben) sparen kann.

Taschenbuch: 720 Seiten
Sprache: Englisch

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