John Sinclair – Stellas Rattenkeller (Folge 79)

_Die Handlung:_

Charlotte Whitehead hatte sich von ihren Eltern losgesagt, um ein neues Leben zu beginnen Doch kaum steht sie auf eigenen Beinen, stirbt die junge Frau unter tragischen Umständen. Bei ihrer Beerdigung bricht plötzlich eine Rattenplage aus, der auch ihre Eltern zum Opfer fallen! Steckt Charlottes irrer Bruder Roy dahinter, der sich selbst als »Rattenkönig« bezeichnet? Wie konnte er überhaupt aus der Anstalt fliehen? Ganz offensichtlich sind dämonische Kräfte am Werk … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 227 gemacht, der erstmalig im November 1982 erschienen ist. Und es geht ziemlich fies los … allerdings mal so ganz ohne Teufel und Dämonen, sondern mit einer bösen Frau, die ihre kleine Tochter in den Keller sperrt. Hier gibts Ratten und schon haben wir den Titel dieser Sinclair-Story auch schon komplett.

An dieser Stelle wundert sich der Geisterjäger-Fan allerdings über die Tontechnik. Wird sonst immer Hollywood-Kopfkino-Untermalung vom Feinsten präsentiert, hört man den Ratten eindeutig an, dass sie elektronisch generiert piepen und nicht quietschen, wie man es aus diversen Gruselfilmen her kennt. Da kommt kein Ekel auf und kein Schreck, denn eine laufende Rückkopplung jagt niemandem Angst ein. Und wenn die Ratten später loslegen, dann wird das von den Sprechern schon eindrucksvoll und gruselig beschrieben, klingt aber wie eine Mischung aus einer rostigen Küchenmaschine und einem Vogelschwarm … das tut eher in den Ohren weh, als dass es ekelt.

Gleichfalls ungruslig ist wie immer die Erzählerin, die diesmal wieder extrem abgehackt spricht und jeden ihrer Sätze auseinandersägt, anstatt damit irgendeine Form von Spannung aufbauen zu können. Alles auch wieder in der mittlerweile üblichen Art und Weise, die zu Schmachtschnulzen prima passt, zu einem Gruselhörspiel leider nicht.

Eklig, gemein und Angst einflößend ist in dieser Geschichte hauptsächlich die gemeine Mutter von Stella, die überzeugend böse gesprochen wird.

Aus dramaturgischen Gründen sind die Magazine von John und Suko in diesem Hörspiel übrigens im God-Mode und müssen nicht nachgeladen werden. Das machte man in den 80ern in Action-Filmen genauso.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Sinclair: Frank Glaubrecht
Suko: Martin May
Erzählerin: Alexandra Lange
Dr. Gardener: Simone Brahmann
Glenda Perkins: Ilya Welter
Mrs. Murdock: Simona Pahl
Bully Cardigan: Thomas Petruo
Stella: Carla Sachse
Rafferty: Hans Teuscher
Roy Cochran: Erik Schäffler
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Pastor: Eckart Dux
Ansage: Jürgen Holdorf

sowie Maresi Bischoff-Hanft, Uli Krohm, Gerlinde Dillge, Julia Fölster, Marco oGöllner, Rasmus Borowski, Raimund Krone, Susanne Meikl, Christine Pappert und Tim Sander

|Technik-Credits:|

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

|Die Ausstattung:|

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000er“-Serie und der „Classic“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Bei mir sprang der Funke trotz interessanter Grundidee, die ganz ohne Teufel und Dämonen auskommt, leider nicht über. Zwischen wirrem Geflöte und elektronisch rückgekoppelten Ratten halfen auch die guten Sprecherleistungen nicht dabei, echten Grusel aufkommen zu lassen. Was sich sicher spannend liest, kommt in der Hörspielfassung nicht wirklich an. Bei empfindlichen Ohren kann es hier sogar recht schnell zu Kopfschmerzen kommen.

|Audio-CD
Spieldauer: 55:45 Min.
Tracks: 10
ISBN: 978-3-7857-4701-8|
http://www.luebbe.de

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