[NEWS] Colm Tóibín – Haus der Namen

Im geheimnisvollen Haus der Namen findet Orestes Zuflucht vor dem neuen Mann seiner Mutter. Diese hat nach der Opferung ihrer Tochter ihren Ehemann ermordet. Deswegen wird sie nun von ihrem Sohn Orestes und seiner Schwester Elektra angefeindet. Es beginnt ein blutiges Rachespiel zwischen Mutter, Tochter und zurückgekehrtem Sohn. Immer tiefer gerät Orestes zwischen die Fronten. Und dann ist da noch seine Liebe zu Leandros, die ihn vor eine Zerreißprobe stellt. »Grausam und quälend glaubhaft« (The Guardian) zeichnet Tóibín das Porträt einer zerrissenen Familie und einer entgleisenden Mutter-Tochter-Beziehung – und zeigt, wie modern der Stoff dieses antiken Dramas ist.
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
dtv

Volker Pesch – Der letzte Grund. Rostock-Krimi

Psychologischer Krimi aus Rostock

Ein versenktes Schiff, ein verschwundenes Gemälde und Spuren in die Vergangenheit. Das gesunkene Traditionsschiff Sansibar ist eigentlich kein Fall für die Mordkommission, doch unter Deck liegt eine Leiche. Handelt es sich dabei um den vermissten Bootsmann? Während die Leiche noch geborgen wird, beginnt Hauptkommissarin Doro Weskamp die Ermittlungen. Zunächst scheint die geplante Teilnahme des Seglers and der „Hanse Sail“ ein Motiv zu sein. Wollte die jemand verhindern?

Der Autor
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[NEWS] Cavan Scott – Star Wars. Dooku. Der verlorene Jedi

Als dunkler Sith Darth Tyranus erlangte er grausame Berühmtheit, doch zuvor war er der hoch angesehene Jedi-Meister Count Dooku. Wie wurde aus dem Kämpfer für das Gute ein Diener des Bösen? War es nur die Verführung der Macht der dunklen Seite? War es die Verzweiflung über seine verlorene Heimat? Oder waren es die strengen Regeln der Jedi, denen kaum ein Sterblicher gewachsen ist? Fest steht bislang nur, dass sich der ehrenvolle Count Dooku zum Verräter Darth Tyranus wandelte. Dies ist seine Geschichte. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 624 Seiten
blanvalet

[NEWS] Ingo Schulze – Die rechtschaffenen Mörder

Norbert Paulini ist ein hochgeachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über 40 Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 320 Seiten
dtv

[NEWS] Juliane Stadler – Krone des Himmels: Historischer Roman

Im Jahr 1189 wird die Welt vom großen Religionskrieg zwischen Abendland und Orient erschüttert. Das Schicksal führt die Handwerkertochter Aveline und den Wundarzt Étienne auf den Kreuzzug von Frankreich nach Jerusalem. Während der Belagerung der Hafenstadt Akkon wachsen beide über sich hinaus – doch ihre Liebe zueinander wird im großen Kampf um das Heilige Land vor eine schwere Prüfung gestellt … (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 704 Seiten
Piper

[NEWS] Siegfried Lenz – Florian, der Karpfen: Ein Märchen und seine Geschichte

Ein literarisches Juwel: ein bisher noch nie im Buchform erschienener Text von Siegfried Lenz mit dem Titel „Florian, der Karpfen“ steht im Zentrum eines bibliophilen Bandes über die besondere Beziehung des großen Erzählers zur Natur, zum Wasser, zum Angeln – und zum Karpfen. Mit einem Vorwort von Maren Ermisch. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 80 Seiten
Hoffmann und Campe

Clive Barker – Das sechste Buch des Blutes. Horror-Erzählungen

Der Tod ist auch nicht mehr, was er mal war

„Mit diesen fünf Erzählungen setzt Clive Barker den Schlussstein zu seiner Anthologie des Grauens. Wieder schafft er eine Gegenwelt, die nur vordergründig aus Zombies, Geistern und Ungeheuern besteht, eine Welt, in der die Grenzen des Vorstellbaren aufgehoben sind und alle verborgenen Ängste, Begierden und Phantasien des Monsters Gestalt annehmen.“ (Verlagsinfo)

1. Das Leben des Todes
2. Wie Schänder bluten
3. Festungsdämmerung
4. Die letzte Illusion
5. Das Buch des Blutes (Postskriptum) Auf der Jerusalem Street

Der Autor

Clive Barker, 1952 in Liverpool geboren, ist der Autor von bislang 18 Büchern, darunter die sechs „Bücher des Blutes“. Sein erstes Buch für Kinder trägt den Titel „The Thief of Always“ (Das Haus der verschwundenen Jahre). Er ist darüber hinaus ein bekannter bildender Künstler, Filmproduzent und -regisseur („Hellraiser 1“) sowie Computerspiel-Designer. Er lebt in Beverly Hills, Kalifornien, mit seinem Lebenspartner, dem Fotografen David Armstrong, und ihrer Tochter Nicole.
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Die drei ??? und der Höllenzug (Escape-Krimi 2)

Die Handlung:

In Pasadena, unweit von Rocky Beach, sorgt der Finstere Verkünder für Aufregung. Was hat der mysteriöse Prophet mit der verfallenen U-Bahn-Station „Paradise Station“ zu tun? Bei ihren Ermitt-lungen stoßen die drei ??? immer wieder auf knifflige Rätsel. Jetzt brauchen sie ihre Fans, um die Codes zu knacken und diesen höllischen Fall zu lösen (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie man das Buch benutzt und Spaß damit hat

Mit der EXIT-Reihe hat sich der Verlag gut im Bereich der „Escape-Room“-Spiele etabliert und gezeigt, dass das Prinzip auch außerhalb verriegelter Räume ehemailger Bürogebäude funktioniert. Und da dies bereits der zweite ESCAPE-Krimi der ??? ist, vermute ich mal, dass der erste nicht nur bei mir gut angekommen ist.

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Die drei ??? – Der Goldene Salamander

Die Handlung:

Are you ready to rumble? Eine Wrestling-Show macht Station in Rocky Beach und die drei ??? lassen sich das Spektakel natürlich nicht entgehen. Doch kurz vor dem großen Showkampf gerät Der Goldene Salamander, der Star der Truppe, unter Verdacht: Er soll eine Bank überfallen haben. Können Justus, Peter und Bob seine Unschuld beweisen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ich mir den Klappentext so anschaue: Wie kommts, dass die drei ??? so von der Unschuld des Show-Ringers überzeugt sind? Gabs da vorher schon mal Kontakte oder wirkt er einfach so glaubhauft? Und, wie kommen sie wohl zu dem Auftrag? Nach einem klassischen Vorwort von A.H., das die Fans der ersten Stunden kennen gehts endlich ins Abenteuer.

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Die drei ??? Kids – 24 Tage eingeschneit (Adventskalender 2021)

Die Handlung:

Wegen defekter Gasleitungen wird ganz Rocky Beach in ein abgelegenes Skidorf evakuiert. Doch die weiße Idylle trügt. Die drei ??? Kids ermitteln zwischen Rodelbahn, Schneemann und Piste.

Krimi- und Rätselspaß, mit weihnachtlichen Rezepten, lustigen Gedichten und vielen weiteren Überraschungen → Extra: Stickerbogen (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

24 Tage lang eingescheit zu sein, stelle ich mir extrem langweilig vor. Wie wohl die Kids das überstehen?

Die Frage können sie sich später stellen, denn erst mal gibts Wichtigeres. Ein Gasleck nämlich. Das betrifft offenbar alle Leitungen in ganz Rocky Beach. Und wie praktisch, dass „relativ“ in der Nähe ein komplettes Dorf in Rocky-Beach-Größe in den Bergen verlassen dasteht. Und wie praktisch, dass der Besitzer/Verwalter des Dorfs nix dagegen hat, dass die Bewohner des Küstenstädtchens hier einfallen und so lange bleiben, bis daheim alles repariert ist.

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McGowan, Kathleen – Magdalena-Evangelium, Das

_Bibelrevision reloaded: Pilatus war ein Ehrenmann!_

Wer war Maria Magdalena, die angebliche Sünderin? Diese Frage stellt sich Maureen Paschal, eine junge amerikanische Journalistin, die sich offenbar durch nichts erschüttern lässt. Bis zu dem Tag, als ihr eine verschleierte Frau erscheint und sie über den Abgrund der Zeit hinweg um Hilfe bittet. In ihrer Faszination rührt Maureen an ein altes Geheimnis. Ein Vermächtnis, für das tausende Menschen gestorben sind. Und getötet haben. Das Vermächtnis ist ein in den Pyrenäen verborgener, einzigartiger Schatz. Und nur eine ganz besondere Person kann ihn heben. Ist Maureen die Verheißene?

_Die Autorin_

Kathleen McGowan, geboren in Hollywood, Kalifornien, wurde bereits als Teenager für ihre journalistischen Arbeiten ausgezeichnet. Mit 21 Jahren ging sie als Reporterin nach Nordirland. In den folgenden Jahren bereiste sie Europa und den Nahen Osten und studierte die Mythologie und Folklore der Alten Welt. Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie für die „Irish News and Entertainment“ und später für die Walt Disney Corporation. Über ihre Reisen drehte sie – wie ihre Figur Tamara Wisdom – eine Dokumentarreihe. Sie ist mit dem irischen Folksänger Peter McGowan verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.

_Die Sprecherin_

Ursprünglich sollte Franziska Pigulla als Sprecherin vorlesen. (So steht’s in der Programmvorschau für den Herbst 2006.) Sie sprang jedoch ab und Eva Mattes für sie ein. Mattes, Jahrgang 1954, steht seit 1965 vor der Kamera, seit 30 Jahren auf der Bühne. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder prägte ihre Karriere. Für ihre Leistungen wurde sie mit dem Filmband in Gold, dem Bayerischen Filmpreis sowie der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet. Ihre erste Filmrolle spielte sie als Zehnjährige in »Dr. med. Hiob Prätorius«, 1970 folgte die erste Hauptrolle im Antikriegsfilm »o.k.«. Weitere wichtige Filme sind u.a. »Woyzeck« (1979, W. Herzog), »Céleste« (1981), »Das Versprechen« (1994) und »Schrei der Liebe« (1997). Seit 2001 spielt sie die Tatort-Kommissarin Klara Blum.

Sie liest eine von Dr. Arno Hoven gekürzte Romanfassung. Regie im Live-Live Studio, Berlin, führte Kerstin Kaiser, die Aufnahme erfolgte durch Horst-Günter Hank, der zusammen mit Dennis Kassel auch die Musik lieferte. Die Produktion oblag Marc Sieper.

_Handlung_

PROLOG. Man schreibt das Jahr des Herrn 72, und im Süden Galliens macht sich eine alte Frau daran, ihre Erinnerungen an die gute Zeit niederzuschreiben, als sie noch mit ihrem Mann Isa in Galiläa lebte. Doch inzwischen sind die meisten der Auserwählten, die Jeschua, dem Nazarener, nachfolgten, tot. Ihr Isa starb auf Golgatha, Petrus und Paulus wurden nach Rom verschleppt. Schon seit 40 Jahren, seit ihrer Flucht aus Jerusalem, lebt die alte Frau in dieser Höhle in den Pyrenäen. Sie wartet auf ihre Tochter Sara Tamar, denn ihre beiden Söhne sind schon längst fort, um ihrer eigenen Wege zu gehen. Nachdem sie sich entschieden hat, ob sie in Aramäisch, Isas Sprache, oder Griechisch formulieren soll, beginnt die alte Frau zu schreiben, von Judas, dem treuesten der zwölf Apostel, von Petros und all den anderen. Es ist „Das Buch der Jünger“. Danach wird sie das „Buch der dunklen Zeit“ beginnen.

PROLOG 2. Im Marseille des Jahres 1997 blickt Roger Bernard Gélis dem Tod ins Auge. Der Hüter eines Schatzes und Hirte einer geheimen Gemeinde aus dem südfranzösischen Languedoc findet ein grausames Ende. Männer, die sich „die Gerechten“ nennen, schlagen ihm den Kopf ab und rufen „Necate omnes – tötet sie alle!“ Genau wie ihre Ordensbrüder vor fast 800 Jahren in Bézieres, als sie die Katharer vernichteten.

|Haupthandlung.|

Im Herbst des gleichen Jahres wandelt Maureen Paschal, eine junge amerikanische Journalistin aus Louisiana, in Jerusalem an den Stationen des Kreuzweges, der Via Dolorosa, entlang. Doch an der achten Station verirrt sie sich (hier wandte sich Jesus an die Frauen) und fragt einen einheimischen Händler, der gerade seinen Antiquitätenladen öffnet, nach dem rechten Weg. Mahmud tut sogar noch mehr: Er schenkt ihr einen uralten Ring, der Maureen wie angegossen passt. Auf dem Ring sind neun kleine Kreise eingraviert.

Zurück auf der Via Dolorosa, wird ihr jedoch schwindelig und sie setzt sich auf eine Bank. Eine Art Verschiebung ihrer Wahrnehmung findet statt, so dass sie glaubt, das, was sie nun sieht, sei eine Vision: Sie erblickt eine rothaarige Frau mit haselnussbraunem Haar, die aus dem Mob des Kreuzweges wie eine Königin herausragt, doch ihr Gesicht ist von Schmerz verzerrt: „Du musst mir helfen!“ ruft sie. An ihrer Seite laufen zwei ihrer Kinder, das dritte wartet bereits in ihrem Schoß.

Maureen erwacht mit einem Ruck. Wer war die schöne Frau? Und warum folgte sie Jesus auf seinem letzten Gang, nach Golgatha, der Schädelstätte?

In der Grabeskirche zieht ein kleiner Mann Maureen beiseite, um ihr ein Bild an der Wand zu zeigen. Dies sei Maria Magdalena, sagt er, und genau wie sie, Maureen, trage sie den Ring mit den neun Kreisen. Maureen ist verwirrt und vertraut sich ihrem Cousin Peter Healey an, einem Jesuitenpater, den sie in Irland kennen gelernt hat. Seit ihr Vater sich das Leben genommen hat, ist Peter ihr größter Beschützer in dieser gewalttätigen Welt.

Als ihre Visionen nicht enden, sondern wiederkehren, muss sie sich mit diesem seltsamen Schicksal auseinander setzen. Sie schreibt über Maria Magdalena ein Buch, das zu einem Bestseller wird: „HERstory“ (statt „HIStory“). Darin enthüllt sie die Geschichtsfälschungen um die negativsten Frauengestalten, darunter Jeanne d’Arc und Maria Magdalena, die „reuige Sünderin“. Doch Magdalena (von hebräisch migdal eda: der Turm der Herde) wurde von einem Papst diffamiert, um seine politischen Ziele zu fördern. Wer war sie in Wirklichkeit? So wie Jeschua, der Nazarener, aus dem Hause König Davids stammte, so war auch sie eine Prinzessin – sie kam aus dem Hause des Königs Saul. Sie waren miteinander verlobt, doch etwas Schlimmes muss geschehen sein …

Unterdessen findet ihr Buch seinen Weg auch nach Südfrankreich. Dort entgeht den scharfen Augen von Beranger Sinclair und Roland Gélis, dem Sohn des anno 1997 Ermordeten, nicht, dass die Amerikanerin auf dem Foto einen heiligen Ring trägt. Es ist das Erkennungsmerkmal der Nachfolgerin Maria Magdalenas, von der Sinclair seine eigene Abstammung herleitet. Ist also Maureen Paschal die verheißene Hirtin des Schatzes, den die echte Maria Magdalena in den Bergen des Languedoc versteckt hat: ihr eigenes Evangelium und dasjenige, das Jesus selbst schrieb? Er beschließt, sie für die Sommersonnenwende 2006 nach Paris und auf seinen Stammsitz im Languedoc einzuladen.

„Necate omnes!“ lautet der Schlachtruf und das Motto des „Ordens der Gerechten“, der Johanniter, geschworene Feinde der Diener jener „Hure“, die als Maria Magdalena bekannt wurde. Schon einmal zogen sie im 13. Jahrhundert gegen die Hurenjünger, die Katharer, und metzelten sie in Hekatomben nieder. Doch nun reckt die alte Schlange wieder ihr Haupt empor. Diese Maureen Paschal trägt den verfluchten Ring der Metze!

John Simon Cromwell, das derzeitige Oberhaupt der „Gerechten“, sendet zwei Kundschafter aus, um die Chancen zu erkunden, wie die neue Verschwörung im Keim zu ersticken sei. Doch wenn die Amerikanerin ihn zum „Buch der Liebe“, dem Jesus-Evangelium, führen kann, umso besser. Danach ist sie nutzlos. Das Buch möge verbrannt werden, zusammen mit ihr …

_Mein Eindruck_

Die Frauen schlagen zurück, und wer könnte es ihnen verübeln. Dan Browns Bestseller [„Sakrileg“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1897 öffnete alle Schleusen für die Magdalena-Jünger, die fest davon überzeugt sind, dass Maria Magdalena nicht nur die rechtmäßig angetraute Gattin Jeschuas war, sondern obendrein auch die erste unter den zwölf Aposteln. Im Neuen Testament gehört sie zu den Frauen, die Jeschuas Leichnam nach seinem Kreuzestod ins Grab legten und salbten.

Was liegt näher als anzunehmen, dass sie selbst über jene kritischen Ereignisse in Jerusalem schrieb, als Pilatus seine Hände in Unschuld wusch, als er den nazarenischen Prediger den rachedurstigen Hohepriestern um Kaiphas und Jonathan Hannas übergab? Folglich schrieb sie das Evangelium nach Magdalena. Und bei McGowan hat es zwei Bücher: „Das Buch der großen Zeit“ (Das Buch der Jünger) und „Das Buch der dunklen Zeit“. Hier rückt die Autorin die titelgebende Frau an den Platz zurück, der ihr nach ihrer Meinung gebührt: als rechtmäßige Verwalterin von Jesu geistigem Erbe.

So wie sich Dan Brown auf den Bestseller „Der Heilige Gral und seine Erben“ stützte, so kann auch McGowan auf Quellenforschung zurückgreifen. Manche dieser Quellen hat der |Lübbe|-Verlag bereits veröffentlicht, andere Bücher sollen noch folgen. Diese Bücher braucht man aber nicht zu kennen, denn viele der relevanten Theorien und Erkenntnisse werden bereits im vorliegenden Roman dargelegt und erörtert. Das ist die Stärke, aber auch die Schwäche des Buches.

|Drei Ebenen|

Das Werk hat mindestens drei Ebenen. Da war einmal die oben skizzierte äußere Handlung, die Maureen Paschal von A nach B und noch viel weiter führt. Dieser Weg gleicht einem spirituellen Pilgerweg. Sie weiß es zwar nicht, doch der Weg – und das ist wörtlich gemeint – soll sie zur Entdeckung des Magdalena-Evangeliums in der Nähe von Arc führen.

Alle Diskussionen, Zweifel, Verwicklungen, Erörterungen und Offenbarungen, die Maureens Weg begleiten, lassen sich als zweite, als eine Meta-Ebene zusammenfassen. Sie dient dazu, Maureen als die Verheißene in ein konfliktreiches soziales und spirituelles Umfeld einzubetten. Schließlich passiert es einer Frau nicht jeden Tag, zur Hohepriesterin einer Jahrtausende alten Sekte gekürt zu werden.

Die Ebene Nummer drei finde ich persönlich am interessantesten: Sie wird durch das Magdalena-Evangelium selbst gebildet. Der Jesuit Peter Healey, Maureens Cousin, hat die beiden von ihr gefundenen Schriftrollen in nächtelanger harter Arbeit aus dem Griechischen übersetzt und sie einem erstaunten und erschütterten Publikum vorgetragen. Endlich wird die zentrale Rolle, die Magdalena spielte, sichtbar. Und über das, was sie über Jeschuas letzte Tage berichtet, herrscht fortan nicht der geringste Zweifel.

Ihre Behauptung, Judas Ischariot sei der treueste Apostel gewesen, als er Jeschua „verriet“, wird nun endlich verständlich. Noch erstaunlicher sind ihre Mitteilungen über die Hintergründe der Verschwörung der Hohepriester und der Johannes-Anhänger, um Jeschua ans Kreuz zu bringen. Statthalter Pontius Pilatus, dessen Frau Claudia Procula, eine bekehrte Christin, für Jeschua eintrat, wird zu einer historischen Gestalt von tragischer Größe. Egal, was er gewählt hätte – Freilassung Jeschuas oder seine Kreuzigung –, er wäre so oder so durch die Intrige Herodes Antipas’ gegen ihn zugrunde gegangen.

|Jeschua der Nazarener|

Was mir jedoch Bauchschmerzen bereitet, ist die Lichtgestalt, zu der Jeschua der Nazarener stilisiert wird. Schon klar: Er befand sich in einem spirituellen Wettstreit mit Johannes dem Täufer, dem „Lehrer der Gerechtigkeit“, und ist so als politische Figur erkennbar, doch leider behielten seine Gegner, die Essener des Johannes und die Hohepriester um Kaiphas, die Oberhand. Und da die Sieger immer die Geschichte nach ihrem Standpunkt schreiben, wurde sein Bildnis in ihren Schriften verfälscht. Da Johannes ein richtiggehender Frauenfeind war, lag seinen Anhängern auch viel daran, die Rolle der Frauen in der Nazarener-Bewegung Jeschuas zu diffamieren und in Misskredit zu bringen. So wurde aus Magdalena die „reuige Sünderin“, als die sie überall porträtiert wurde, und aus Salome, der Tochter des Herodes, ein „sündige Dirne“, die mit einem „Tanz der sieben Schleier“ (der von Magdalena legitimiert wird) lüstern ihren Vater bezirzte. Reiner Humbug!

Jeschua ist für mich zu schön, um wahr zu sein: Er die Lichtgestalt, zu der Magdalena, seine Frau nach dem Tode ihres ersten Gatten Johannes, aufblickt, und die sie wiederholt verklärt. Seine Lehre ist im Gegensatz zu der von Johannes eine der Liebe, Vergebung und Güte. Als Beleg dienen seine Heilungen, die er selbst bei den Besatzern, den Römern, vornahm. Ein besonders bewegendes Beispiel ist seine Heilung der Tochter des Hohepriesters Jairus von dem todesähnlichen Schlaf, in den sie gefallen war. Jeschuas Schicksal auf der Schädelstätte Golgatha ist natürlich an Dramatik nicht zu überbieten. Taschentücher bereithalten!

In der Gegenwart des Jahres 2006 ist die Reaktion auf die abweichlerischen Mitteilungen der Magdalena geteilt, wie man sich leicht denken kann. Und es erhöht die Spannung ganz beträchtlich, als Peter Healey eines Morgens sang- und klanglos mit den heiligen Schriftrollen verschwindet, um sie nach Paris zu seinen geheimen Auftraggebern zu bringen …

_Die Sprecherin_

Eva Mattes trägt die Geschichte mit angemessener Ausdrucksweise vor, doch etwas Merkwürdiges fiel mir auf: Dadurch, dass sie die arme Maureen, die von allen herumgeschubst und nur von einem Häuflein Aufrechter unterstützt wird, mit einer naiven Unschuldsstimme ausstattete, tritt Maureens hauptsächliche und recht bescheidene Rolle als Stichwortgeberin deutlich zutage. Will heißen: Sie spielt die Rolle des ahnungslosen Unschuldslammes, eine Novizin, die nun – stellvertretend für die Leserin bzw. Hörerin – in die höheren und ein wenig düsteren Mysterien um ihre Namenspatronin eingeführt wird. Ihre stets männlichen Mentoren (Tamara Wisdom hintergeht ja Maureen) reagieren prompt auf ihre vielen Stichwörter und beantworten alle ihre Fragen mit stets freundlicher Bereitwilligkeit. Offenbar wollen sie alle etwas von ihr – was könnte es wohl sein, fragt sich die Leserin bzw. Hörerin.

Zu den Enthüllungen der Mysterien, die zu den höheren Weihen führen, gehören im Text zahlreiche Zitate aus den beiden Büchern des Magdalena-Evangeliums. Alle diese Zitate sind mit einem leichten Halleffekt unterlegt, so dass sie leicht vom restlichen Text zu unterscheiden sind. Der Eindruck einer nicht nur stimmlichen, sondern auch zeitlichen Tiefe finde ich passend.

_Unterm Strich_

Wer Dan Browns „Sakrileg“ und den Schmöker „Die Erben des Heiligen Grals“ gelesen hat, wird sich in „Das Magdalena-Evangelium“ wie zu Hause fühlen. Sogar die Rosenlinie taucht hier wieder auf, führt durch die Pariser Kirche St. Sulpice (jetzt ein Wallfahrtsort amerikanischer Touristen, die den Da-Vinci-Code entschlüsseln wollen) und kreuzt – wer hätte das gedacht? – stracks durch das Dorf Arc, wo das Evangelium darauf wartet, entdeckt zu werden. Es verwundert nicht, dass die Rosenlinie nicht so bezeichnet, sondern – du ahnst es kaum – „Magdalenen-Linie“ genannt wird.

Weil die Autorin alle diese Ort so genau beschreibt, entsteht der Eindruck, dass sie sie alle persönlich besucht hat. Dass dies nicht unbedingt den Tatsachen entspricht, zeigt ein winziges, aber verräterisches Detail. Sie lässt Maureen die Alarmanlage ihres schlossähnlichen Domizils Château des Pommes Bleues deaktivieren. Da Maureen mit Magdalena den 22. März als Geburtstag teilt, kommt ihr als erstes dieses Datum in den Sinn. Sie schreibt es als Amerikanerin zuerst mit dem Monat und dann erst mit dem Tag, also: 322. Nur dass derjenige, der diese Alarmanlage einrichtete, höchstwahrscheinlich kein Ami war, sondern entweder Franzose oder Brite und das Datum folglich 223 geschrieben hätte. Hier überträgt die Autorin ihre eigene Kultur und hofft, dass die Franzosen schon so weit amerikanisiert sind, dass die Übertragung hinhaut. Jeder Franzose dürfte sich entrüstet abwenden. Bei den Briten bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher …

|Die Seelenreise der Pilgerin|

Der Mangel an äußerer Handlung und Action ist der wahren Natur des Buches geschuldet: Es handelt sich im Grunde um ein uraltes Genre, dem der spirituellen Entwicklung eines Pilgers. Dies konnte beispielsweise ein reuiger Sünder sein wie in John Bunyans „The Pilgrim’s Progress from this World, to that Which is to Come“ bzw. „Die Pilgerreise“, der 1678 erschien und sofort ein Bestseller wurde. Allerdings ist dieses Buch eine Seelenallegorie und für uns ziemlich unerträglich geschrieben. Was aber bestimmend übrig blieb, sind die vielen Erläuterungen, Belehrungen und sogar Verführungen. Auch physische Auseinandersetzungen kommen vor, genau wie bei McGowan.

John Bunyan mischt Heils-, Kirchen- und Seelengeschichte. Und wenn das Magdalena-Evangelium mit seinen Offenbarungen nicht das Heil der Christenheit – insbesondere ihres weiblichen Teils – verheißt, was dann? Magdalena wertet zahlreiche Geschichtsverfälschungen auf, genau wie Maureen es in „HERstory“ tut. Das Evangelium nach Magdalena lässt sich nur noch durch das Evangelium nach Jesus toppen. Es wird als „Das Buch der Liebe“ erwähnt. Vermutlich handelt es sich um den größten Schatz der Magdalenen-Jünger bzw. der Katharer, die es 1244 vor den Papsttruppen in Sicherheit bringen konnten – so die Legende.

|Fortsetzung folgt|

Dem Leser bzw. Hörer schwant es schon: „Das Magdalena-Evangelium“ ist nur der erste Band eines Zyklus. Der O-Titel stützt diese Befürchtung: „The Expected One“ ist lediglich „Book I of the Magdalene Line“. Das dicke Ende kommt also noch.

|Ob’s gefällt?|

Ich selbst kann mit mystisch-historischen Reiseberichten à la John Bunyan wenig anfangen, nicht so sehr wegen der beliebig herbeizitierten Beweise für Magdalenas und Maureens Rolle, als vielmehr wegen der fehlenden äußeren Aktion. Entwicklung findet in erster Linie im inneren Raum statt, und für Verräter und Spione kann das schon mal ins Auge gehen (Tamara und ihr Lover Derek). Aber das Château des Pommes Bleues zu einem Camelot des neuen Glaubens hochzustilisieren, finde ich schlicht lächerlich.

Letzten Endes entscheidet über das Buch nicht etwa der literarische Geschmack, sondern der Glaube der Leserin. Will sie diesen Schmarren akzeptieren oder nicht, ist keine Frage ihrer Vernunft, sondern ihrer mystischen Gläubigkeit. Dass Maureen in Graf Sinclair, diesem Gralsritter der Magdalena, nicht nur einen geistig-spirituellen Führer, sondern auch einen Liebhaber findet, dürfte romantische Frauenherzen schmachtend schmelzen lassen – und die Kasse der Autorin ins Nonstop-Klingeln versetzen.

|Originaltitel: The Expected One. Book I of the Magdalene Line, 2006
Aus dem US-Englischen übersetzt von Rainer Schumacher & Barbara Först
463 Minuten auf 6 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

[NEWS] Sabine Thiesler – Im Versteck

Der gut situierte Fotograf Paul Böger kauft sich in den toskanischen Bergen ein Haus. Es liegt am Ende eines kaum befahrbaren Weges und ist völlig verwahrlost. Paul kündigt seinen Job und zieht sofort in die eigentlich unbewohnbare Hütte ein. Von nun an vermeidet er jeden menschlichen Kontakt und versteckt sich in der Einsamkeit. Denn er ist auf der Flucht. Auf der Flucht vor sich selbst und seinem unbezwingbaren Trieb, Schlimmes zu tun. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 592 Seiten
Heyne

[NEWS] Fredrik Backman – Eine ganz dumme Idee

Eine Kleinstadt in Schweden, kurz vor dem Jahreswechsel: An einem grauen Tag findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Sie alle stehen an einem Wendepunkt, sie alle wollen einen Neuanfang wagen. Doch dieser Neuanfang verläuft turbulenter als gedacht. Denn wegen der ziemlich dummen Idee eines stümperhaften Bankräubers werden auf einmal alle Beteiligten zu Geiseln. Auch wenn davon niemand überraschter ist als der Geiselnehmer selbst. Es folgt ein Tag voller verrückter Wendungen und ungeahnter Ereignisse, der die Pläne aller auf den Kopf stellt – und ihnen zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist … (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
Goldmann

John Sinclair – Die Teufelsuhr (Folge 45)

Kreisch! Die Großvateruhr ist des Teufels!

Um 1908 beerdigen die Männer des Dorfes Miltonbury drei Kinder und einen Mann in ungeweihter Erde unter eine Eiche, die hinter einem Herrenhaus liegt. Die Zeit deckte den Mantel des Vergessens über den seltsamen Vorgang. Bald weiß niemand mehr von der Lage der Gräber, doch die Familie des Bürgermeisters wahrt das Geheimnis ihrer Existenz. 2008: Hundert Jahre später zeigt sich, dass der Fluch auf dem herrenhaus, dem die Dörfler nur munkelten, existiert und seine ersten blutigen Opfer fordert – die Kinder und der Mann kehren zurück, gerufen von einer Teufelsuhr im Haus…

Die Story erschien erstmals als Band 155 der Bastei-Romanserie.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 32 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino, Christopher Walken, Kevin Kostner, Jeremy Irons, Pierce Brosnan und vielen mehr.
Jane Collins: Franziska Pigulla, die deutsche Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Suko: Martin May
Nadine Berger: Elisabeth Günther (Liv Tyler)
Don Mitchell: Dietmar Wunder (Cuba Gooding jr., Adam Sandler, Daniel Graig)
Marion Mitchell: Manja Doering (Reese Witherspoon, Natalie Portman)
Patrick Kiboran: Ernst August Schepmann
Mr. Crawford: Philipp Schepmann
Pfarrer: Hans-Jürgen Wolf (Chazz Palminteri, Hugo ‚Agent Smith‘ Weaving)
George Wood: Lutz Mackensy (Al Pacino, Christopher Lloyd)
Mr. Scott: Wolfgang Ziffer (‚Johnny 5‘, C-3PO)
Harry Kiboran: Helmut Krauss (Marlon Brando, James Earl Jones)
Rick Holloway: Udo Schenk (Ray Liotta, Ralph Fiennes, Gary Oldman, Kevin Bacon …)

Und viele weitere, u. a. für die Kinderstimmen.

Der Produzent ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel [„Der Anfang“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1818 hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Produktion: Alex Stelkens (|WortArt|) und Marc Sieper (|Lübbe Audio|)

_Handlung_

Anno 1908 beklagen die führenden Bürger der walisischen Stadt Miltonbury das Verschwinden dreier Kinder: Shelley Tucker, Phil Russell und nun auch Josh Whitaker. Es gehe bereits das Gerücht um, der Teufel treibe sein Unwesen, erfährt Lehrer Crawford vom Pfarrer, und dass ein Fluch auf der Stadt liege. Der Pfarrer verweist auf das verdächtige Fernbleiben von Rick Holloway beim Gottesdienst. Holloway ist der Verwalter jenes abgelegenen Herrenhauses, das einem Geschäftsmann in London gehört und direkt an den Klippen der Küste liegt. Die Männer, die der Pfarrer zusammengerufen hat, beschließen, dem Haus einen Besuch abzustatten.

In einem Gewitter brechen sie in das Haus ein, denn Holloway ist offenbar in seiner eigenen Hütte. In der Eingangshalle stoßen sie auf wertvolle Kunstobjekte, doch dann entdecken sie eine Tür, die zu einer Kellertreppe führt. An der Wand des Kellers stehen drei Särge, aus denen Modergeruch emporsteigt. Crawford bringt den Mut auf, einen der Särge zu öffnen …

|Hundert Jahre später.|

Vier Gräber befinden sich unter der Eiche unweit des Herrenhauses, drei für die Kinder und eines für Rick Holloway, den George Wood seinerzeit erschoss. Sie sind in ungeweihter, unheiliger Erde bestattet, und nun ist es an der Zeit, dass der Fluch, der auf ihnen liegt, sich erfüllt.

Nadine Berger will sich hier mit Don Mitchell verloben, der das Haus geerbt hat, und hat ihren alten Freund John Sinclair von Scotland Yard eingeladen, mit ihr zu feiern. Auf der Fahrt hilft er Marion Matchell, Dons Schwester, aus dem Straßengraben, in dem sie wegen überhöhter Geschwindigkeit gelandet ist. Sie ist offenbar dem Kiffen und Koksen nicht abgeneigt. Der Empfang ist herzlich, doch Nadine ist nervös. Etwas hat sie erschreckt, merkt Sinclair, und befragt sie. Sie hat Angst vor einem bestimmten Zimmer im Obergeschoss. Dort spuke es, denn sie höre unsichtbare Kinder lachen.

Der Bürgermeister erzählt Sinclair gerade von den drei toten Kindern und Rick Holloway, als ein markerschütternder Schrei die festliche Gesellschaft irritiert. Sinclair erblickt die blutüberströmte Marion, neben ihr ein erstickt gurgelnder junger Mann, offenbar ihr Galan. Sinclair eilt sofort zum Ort dieser Szene im Obergeschoss, kann aber nur noch den Tod des Mannes feststellen. Er bringt die völlig hysterische Marion wieder zur Besinnung und versucht von ihr zu erfahren, was geschehen ist. Sie hat eine kleine Gestalt mit einer Kapuze gesehen, die mit einem Messer auf Freddie einstach. Dessen Blut befindet sich auf Marions Kleidern. Aber wo ist das Kind jetzt? Verschwunden.

Nadine Berger zeigt Sinclair die bemerkenswerte Standuhr, die im Mordzimmer steht und deren Ticken ihr neulich so auf die Nerven ging. Ihr Verlobter Don meint, es handle sich um ein sehr altes Erbstück. Als Sinclair sein geweihtes Kreuz daran hält, reagiert die Uhr funkensprühend: Sie ist offenbar schwarzmagisch aufgeladen. Sinclair will nur seinen Werkzeugkoffer mit magischen Objekten aus dem Auto holen, als er unter der Eiche einen Schatten erblickt – ein lachendes Kind. Ein Schlag trifft ihn von hinten, und er fällt in Bewusstlosigkeit.

Als er daraus wieder erwacht, merkt er, dass ihn die Gestalt eines gespenstischen Mannes zu den Klippen schleift, um ihn auf die Felsen hinabzuschleudern …

_Mein Eindruck_

Diese Folge der umfangreichen Serie ist so etwas wie ein Solitär. Hier treten weder Dämonen noch Teufelstöchter noch irgendwelche Angehörigen der Mord-Liga (erst wieder in Folge 46) auf. Vielmehr könnte die Folge ohne größere Änderungen an praktisch jeder Stelle der Reihe stehen. Es handelt sich um eine klassische Horrorgeschichte, die den erprobten ungeschriebenen Gesetzen des Genres gehorcht. Meinen Respekt für den Autor.

Zunächst wird der Grundstein für den Fluch der Vergangenheit gelegt. Warum der Fluch ausgerechnet hundert Jahre braucht, bis er wirksam wird, wird natürlich mit keiner Silbe begründet. Solche haarspalterische Logik liegt dem Horror fern. Jedenfalls befördern die braven Bürger Miltonburys den vom Teufel besessenen Übeltäter vom Leben zum Tode und sorgen für vier Begräbnisse in unheiliger Erde.

Das ist wichtig, denn gemäß dem Volksglauben können die Seelen nun nicht dorthin gehen, wohin sie eigentlich gehören. Sie schmoren sozusagen in der Vorhölle bzw. im Fegefeuer und sind entsprechend mies drauf, als sie wieder zurückkehren können. Dass auch die drei unschuldigen Opfer Rick Holloways kein astreines Begräbnis erhalten, liegt ebenfalls an Holloway: Er hat den Pfarrer erschossen. Manchmal kommt eben zum fehlenden Glück auch noch das Pech hinzu (um mal einen deutschen Fußballer zu zitieren).

Das Böse lauert immer und überall, diesmal in der Großvateruhr, deren Herkunft als Erbstück nicht erklärt wird. Darin wohnt jedoch der Teufel. Na ja, er könnte überall wohnen, sogar in einem Schuhlöffel, warum also nicht in einer simplen Standuhr? Sie hat zudem den Vorzug, um Mitternacht zu schlagen und die Dämonen loszulassen, die die braven Bürger von Miltonbury in Angst und Schrecken versetzen. Natürlich glaubt außerhalb Miltonburys niemand, der noch bei Trost ist, an solchen Unsinn. Das belegt Don Mitchell, ein Zweifler par excellence, wie ihn sich der Teufel nur wünschen kann.

Selbstredend lauert das Böse nur darauf, dass eine Sünde begangen wird, um sich der armen Seele des sündigen Tropfes bemächtigen zu können. Schon mit der Ankunft der zügel- und hemmungslosen Marion Mitchell – sie versucht ausgerechnet den Cop John Sinclair zum Koksen zu verführen – schwant dem Hörer Übles, und es dauert denn auch nicht lange, bis der Sünden-Fall eintritt, ein Schrei ertönt und das erste Blut fließt. Den armen Freddie hat’s diesmal erwischt. Kein Wunder, dass Marion der Verstand flöten geht und sie reif für die Klapse ist.

Doch wie vertreibt man einen Teufel aus seinem angestammten Domizil, zumal, wenn er vier Helferdämonen hat, die ihm zuarbeiten? Es kommt also endlich zum ersehnten Showdown. Mehr soll nicht verraten werden, außer dass sowohl Rick Holloway als auch die drei Horrorkinder sich als sehr untot erweisen und nur mit Mühe an ihren endgültigen Bestimmungsort geschickt werden können. Wie es das Genre verlangt, wurde der Fluch beendet und die Ursache des Übels beseitigt.

The spoils to the victor – der Lohn des Kampfes winkt dem Sieger. Und John Sinclair bekommt das Mädchen. Sie heißt Nadine Berger. Bemerkenswerterweise scheint er auf Entzug zu sein, was sein Liebesleben angeht (Jane liegt im Krankenhaus), und so akzeptiert er dankbar, was sie ihm anzubieten hat (womöglich die Äpfelchen des Paradieses).

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück erledigen Pigulla (diesmal aus dem Off), Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Diesmal sind die Lacher allerdings eher auf Seiten Rick Holloways, und die Opfer wälzen sich unter Kreischen und Gurgeln von der Bühne. Auftritt John Sinclair als spiritus rector und Inkarnation von Güte und Vernunft. Allerdings hängt er schon bald am Rande einer Klippe – Mitbibbern ist angesagt!

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Diesmal herrschen die Geräusche vor, die man im Umfeld von Herrenhäusern zu hören erwartet, sei es drinnen oder draußen: erst Gelächter, dann Gekreisch, und hin und wieder eine tickende Uhr – memento mori. Die Geräuschkulisse ist erstaunlich realistisch, wirkt aber nie überladen, sondern stets erscheinen die Geräusche als notwendig. Ein Markenzeichen der Serie sind Schüsse und Funkdurchsagen. Von beidem gibt es stets jede Menge.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British-Horror-Movie zu hören. Stets gibt sie sehr genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischem Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher und die Macher. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Unterm Strich_

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis. Dabei kommt aber die Action nie zu kurz, auch nicht die Romantik. Nadine Berger wendet sich furchterfüllt an den Retter John Sinclair, der die bösen Dämonen vertreiben wird, oder etwa nicht?

Die Polizei ist dein Freund und Helfer, und zwar auch im Bereich des Übernatürlichen. Das hat den Vorzug, nicht immer logisch sein müssen. Warum erfüllt sich der Fluch erst nach exakt hundert Jahren? Warum sitzt der Teufel in einer Standuhr? Warum tragen die Kinder mit den Messern – sie erinnern an [„Wenn die Gondeln Trauer tragen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4438 – die Ziegenfratze, die Satan nur auf uralten Darstellungen präsentiert? Warum können nur die Erzengel Beistand leisten, nicht aber simple Projektilwaffen – weil die Angreifer untot sind. Wenigstens eine Antwort kenne ich.

Darf ich mir jetzt auf die Schulter klopfen? Man darf eine Horrorserie, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt, auch nicht als ernst gemeint beurteilen, sonst wäre man entweder ein Beckmesser oder ein Narr. Ich hoffe, weder das eine noch das andere zu sein.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

55 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-7857-3370-7
http://www.sinclairhoerspiele.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.wortart.de

[NEWS] Iny Lorentz – Die Wanderhure und der orientalische Arzt (Die Wanderhuren-Reihe 8)

Zurück ins deutsche Mittelalter:
Die ehemalige Wanderhure und ihr Mann Michel treffen auf einen Arzt aus dem Orient, der ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint.

Deutschland, 1441: Marie und Michel trauen ihren Augen nicht: vor ihr auf dem Weg liegt eine junge, schwer verletzte Frau – einen Pfeil mitten durch die Brust. Ihr Ehemann Michel lässt den geheimnisvollen orientalischen Arzt Rasul al Hakimi holen, den sie erst am Vorabend in einer Herberge kennengelernt haben. Ihm gelingt es, das verletzte Edelfräulein am Leben zu erhalten. Doch Marie und Michel geraten dadurch mitten in die Fehde verfeindeter Adelsgeschlechter, die um die Vorherrschaft kämpfen. Und der orientalische Arzt scheint mehr zu wissen, als er vorgibt. Um das Schlimmste zu verhindern, muss Marie das Geheimnis des Arztes aufdecken. (Verlagsinfo)

E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 576 Seiten
Knaur

[NEWS] Lizzie Shane – Pine Hollow – Zwölf Körbchen unterm Weihnachtsbaum

Als Mitglied des Stadtrats muss Ben West der jungen Ally mitteilen, dass das Tierheim ihrer Großeltern geschlossen werden soll. Er fühlt sich schuldig und verspricht ihr dabei zu helfen, bis Weihnachten ein neues Zuhause für die zwölf Hunde zu finden, die momentan noch dort untergebracht sind. Während die beiden mehr und mehr Zeit miteinander verbringen und sich immer näher kommen, rasen die Gerüchte schneller durch Pine Hollow als Santas Schlitten an Heiligabend. Doch Ally wird die Kleinstadt nach Weihnachten wieder verlassen, und Ben bleiben nur noch die Feiertage, um Ally zu zeigen, dass Pine Hollow und vor allem er sie sehr vermissen würden … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 320 Seiten
Mira

Clive Barker – Das fünfte Buch des Blutes. Horror-Erzählungen

Das Grauen irdischer Götter

Im „Fünften Buch des Blutes“ treten irdische Götter auf, die Verkörperungen von Ideen und Prinzipien sind, wie etwa dem der Sünde. Mit seinen sechs „Büchern des Blutes“ hat der britische Superstar des Horrors, Clive Barker, moderne Klassiker des Unheimlichen geschaffen. Am besten bekannt bei uns ist er für seine „Hellraiser“-Filme. Einige der Erzählungen aus den „Büchern des Blutes“ wurden ebenfalls verfilmt.

Die in diesem Band enthaltenen Erzählungen sind:

1. Das Verbotene
2. Die Madonna
3. Babels Kinder
4. Leibhaftig

Der Autor
Clive Barker – Das fünfte Buch des Blutes. Horror-Erzählungen weiterlesen

[NEWS] Greta Jänicke – MS Kristiana – Eine Liebe am Ende der Welt (Auf Fahrt mit der MS Kristiana, Band 2)

Atemberaubend schöne Landschaften, herrliche Fjorde, unendliche grüne Hügel und eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt: Die MS Kristiana umrundet Neuseeland. Auf diese Reise hat sich Adrian, der Kapitän des umweltfreundlichen Schiffes, sehr gefreut, ebenso wie auf das Wiedersehen mit Jasmin. Doch die Schiffsärztin Eva hofft noch immer auf eine Versöhnung mit Adrian und hat ihre eigenen Pläne im Sinn … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 320 Seiten
Lübbe

[NEWS] Stephen Hawking und Roger Penrose – Was sind Raum und Zeit

Ein Klassiker der Physik des 20. Jahrhunderts

Warum sind Raum und Zeit so fundamental für das Verständnis des Weltalls und unseres Lebens? Zwei Genies verdeutlichen, warum wir das Universum und die Schwarzen Löcher ganz anders begreifen müssen als bisher, wenn wir das Weltall und die Welt der Quanten als eine Wirklichkeit verstehen wollen.

Zwei der renommiertesten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts erörtern, wie das Universum entstanden sein könnte, welche Entwicklung es genommen hat und welches Schicksal ihm und uns – in einigen Milliarden Jahren – bevorsteht. Stephen Hawking ist einer der wichtigsten Kosmologen aller Zeiten, eine Ikone des 20. und 21. Jahrhunderts und war Schüler von Roger Penrose, einem genialen Mathematiker, Nobelpreisträger für Physik 2020 und Vordenker der Schwarzen Löcher. Die beiden brillanten Theoretiker stellen sich den Grundfragen der Physik und Kosmologie und bestimmen die Dimensionen von Raum und Zeit völlig neu. Ohne Raum und Zeit gäbe es kein Universum und kein Atom, weder den Urknall noch die Schwarzen Löcher. Wer mehr über Raum und Zeit wissen will, muss diesen erstmals im Jahr 1996 erschienenen Klassiker der Physik lesen. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 208 Seiten
Klett-Cotta