Perry Rhodan – Balladen des Todes (Atlan Zeitabenteuer 10)

Die Handlung:

In den Wirren des späten terranischen Mittelalters versucht der Arkonide Atlan nach wie vor, den »Barbaren« auf ihrem mühevollen Weg zur höheren Kultur und Zivilisation zu helfen. Unermüdlich reist der Einsame der Zeit von Land zu Land, spricht mit Herrschern und Philosophen, Künstlern und Astronomen, trifft zwischen Frankreich, Spanien, Italien, Westpreußen und dem westafrikanischen Songhai-Reich auf interessante Menschen und gibt wertvolle Ratschläge. Sein eigentliches Ziel: nach Tausenden von Jahren auf der Erde endlich den Weg zurück zu den Sternen zu finden – zusammen mit der geeinten Menschheit. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wild gehts los, denn Atlan nimmt uns mit nach Asien, wo wir um das Jahr 1259 mit dem indischen Herrscher Balban gegen die vorrückenden Mongolen kämpfen. Mit den Mongolen zusammen, sogar mit dem legendären Kublai Khan, gehts dann aber in China ans Erobern.

Aber auch in Europa gibts Zeitabenteuer für den Hörer und vor allem für Atlan zu erleben, landet doch in Spanien ein Raumschiff und setzt jemanden ab. Die Idee, wer das ist und dass der Arkonide ihn nicht gleich zu fassen kriegt, fand ich gut … dass es sich aber doch etwas hinzieht, das war nicht so ganz meins, dennoch ists interessant erdacht. Das hätte aber auch gern kürzer abgehandelt werden können, zumal das Ende dieser Episode weder Atlan noch den Hörer wirklich zufriedenstellen kann. Besonders der Teil, in dem eine weitere seiner Gefährtinnen stirbt. Die Liste seiner Herzensdamen ist im Laufe der Jahrtausende zwar ziemlich lang geworden, aber Alexandra von Lancaster hats eine ganze Weile an seiner Seite ausgehalten.

Nach einem weiteren Nickerchen soll Atlan 1428 im Auftrag von ES (warum schickt ES ihn eigentlich nicht einfach nach Hause?) den Hundertjährigen Krieg entscheiden. Hier bekommt dann seine Frauenliste einen weiteren Eintrag. Nein, nicht Jeanne d’Arc herself, das wäre vielleicht ein wenig dicke gewesen … wobei, sein Stil wäre es schon, soll er doch etwas mit DER Mona Lisa gehabt haben. Monique de Beauvallon heißt die Dame und soll ihm noch viele, viele Jahre zur Seite stehen. Jeanne d’Arc hat ja bekanntlich nicht sehr lange leben dürfen.

Atlan hilft dann noch mal eben Christoph Kolumbus bei seinem bekannten Vorhaben und erleidet mit Kopernikus fast den Feuertod. Ist aber auch nicht leicht, die Leute von einem neuen Welt- und Sternenbild zu überzeugen. Mit Magellan wettet er darum, wer am schnellsten um die Welt segelt. Den Abschluss dieser Geschichte, gibts aber erst im nächsten Zeitabenteuer zu hören, denn den Wissenschaftler, der die Geschichte Atlans sondiert, übermannt der Schlaf … den Hörer zum Glück nicht.

Das Hör-Erlebnis:

Renier Baaken liefert eine überzeugende Leistung mit viel Schauspiel vor dem Mikro. Ohne großartig die Stimme zu verstellen oder zu verzerren, gelingt es ihm in der Regel, allein durch Veränderung der Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit oder einfach etwas mehr Pathos in der Stimme, die Charaktere für den Hörer unterscheidbar zu machen. So wirken die Dialoge sehr lebendig und die Szenenbeschreibungen klingen erzählt, wie selbst erlebt und nicht abgelesen.

Dass er skriptgemäß „Kubilai Khan“ sagt und nicht „Kublai Khan“, wie die meisten von uns es gewohnt sind, das verwirrt anfangs schon ein wenig … falsch ist das natürlich nicht, nur ungewohnt zu hören. Der Akzent, den Baaken beim Ex-Sklaven Agsacha auflegt, fügt sich gut ins Gesamtgefüge ein und wirkt nicht störend.

Aufgefallen ist mir auch, dass die Abmischung ab Track 223 auf einmal lauter und der Sprecher viel dichter am Ohr des Hörers war.

Die Dauer der Lesung:

Wer sich fragt, warum Renier Baaken für die Lesung eines ATLAN-Blaubandes über 25 Stunden braucht, während seine Kollegen wie Josef Tratnik einen PERRY-RHODAN-Silberband in nur 17 Stunden vorlesen können, der hatte die Romanvorlagen noch nicht in der Hand.

Zwar sind beides Sammelbände, aber die Silberbände setzen sich aus Heftromanen zusammen und die Blaubände aus Taschenbüchern. Das erweitert den Umfang und macht die Lesungen länger. Gut für den Hörer, denn so gibts mehr zu erleben.

Der Autor:

Hans Kneifel (* 1945) wuchs er in Oberbayern auf, seit 1948 lebt er in München (und zeitweise auf Sardinien). Nach seiner Ausbildung zum Konditormeister und dem Begabtenabitur 1960 begann er ein Studium der Pädagogik, das er 1965 mit dem Staatsexamen abschloss. Er war danach Berufsschullehrer, bis er sich entschloss, freier Schriftsteller zu werden. 1956 debütierte er mit dem Roman „Uns riefen die Sterne“, inspiriert von dem Kinofilm „Endstation Mond“. 1965 erschien sein erstes „Perry Rhodan“-Taschenbuch, drei Jahre später wurde er in das Team der „Perry Rhodan“-Heftserie berufen. Bei der Stadtzeitschrift „Wir Münchener“ fungierte er in den achtziger Jahren als Chefredakteur. Nach jahrelanger Abstinenz schreibt er jetzt wieder als Gastautor an der „Perry Rhodan“-Heftserie mit. (Wikipedia)

Der Sprecher:

Renier Baaken (* 1949) ist freischaffender Sprecher für Synchron, Werbung, Industriefilm, Ladenfunk und Hörbücher. Er studierte in Düsseldorf englische und amerikanische Literaturwissenschaft, Psychologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. Als Schauspieler war war er in Düsseldorf und Moers engagiert sowie in mehreren Fernsehspielen und -serien (z. B. „Achtung Zoll“, „MS Franziska“ etc.) Seit den 1990er Jahren verlegte er sich mehr und mehr auf Sprecherrollen. Seit 2002 spricht er verschiedene Rollen in „Perry Rhodan“-Hörspielen und seit 2007 liest er Hörbuch-Versionen der „Perry Rhodan“-Heftserie. (Perrypedia)

Die MP3s und das Booklet

Weil der vom Verlag verwendete ZIP-Packer für die Downloadvariante des Hörbuchs nicht mit Dateien umgehen kann, die größer als 2 GB sind, und weil auf die CDs nur eine bestimmte Datenmenge passt, wurden die MP3s für diese Lesung nicht einheitlich gewandelt … das gilt übrigens für beide Versionen.

Die Qualität der MP3s entspricht hier somit nicht dem 192-kbps-Eins-A-Medien-Standard, was nicht heißt, dass dieses Hörbuch schlechter klingt. Die MP3s sind nur nicht mit einer festen Bitrate codiert, sondern mit VBR, also einer variablen Bitrate zwischen 96 und 160 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo für die ersten 249 Tracks. Ab Track 250 geht die Bitrate dann auf 96-112 kbps runter. Für eine Lesung reicht das aber allemal und einen Unterschied konnte ich nicht hören.

Das an eine Graphic Novel erinnernde Cover zeigt einen Schwert schwingenden Atlan und … ich vermute mal … seine Gefährtin Monique de Beauvallon oder Jeanne D’Arc. Zusammen zieren sie nicht nur die beiden MP3-CDs, sondern auch die ID3-Tags der MP3-Dateien. Dazu bekommt der Hörer ein Booklet-Faltblatt, in dem die Technik-Credits zu finden sind und ein paar Infos zum Sprecher.

Außerdem gibt es noch etwas Werbung für die Silber Edition 121, „Mission Zeitbrücke“.

Mein Fazit:

Dem Autor geht auch im zehnten ZEITABENTEUER nach wie vor die Puste nicht aus … bieten ihm die Geschichtsbücher doch reichlich tollen Stoff zum Aussuchen. Da kann er sich die interessantesten Menschen und Erlebnisse herauspicken und seinen eigenen würzigen Senf dazugeben.

Diesmal folgen wir Atlan durch die Jahre 1269-1523 der Erdgeschichte und grasen dabei wie üblich auch wieder jede Menge bekannte Namen ab. Wir begegnen zusammen mit dem auf der Erde gestrandeten Arkoniden Kublai Khan, Marco Polo, König Edward I., Casanova, Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus … und das waren noch lange nicht alle.

Auch wenn dieses Hörbuch über einen Tag dauert, rauschen die Charaktere und die Handlungsfäden nur so an uns vorbei. Mit einer tollen Mischung aus Fakt und Fiktion unterhält uns Renier Baaken als Arkonide über die Jahrhunderte hinweg extrem lebendig und der Hörer ist eigentlich froh darüber, dass Atlan es immer noch nicht wieder zurück nach Arkon geschafft hat. Außerdem fehlt ja noch ein Teil der Weltumseglung.

2 MP3-CDs
Spieldauer: 25:39 Stunden
Tracks: 273
Gelesen von Renier Baaken
Romanvorlage: ATLAN – Blauband 10 (1997), bestehend aus den kompletten Perry-Rhodan-Planetenromanen oder einzelnen Kapiteln der Bände 95, 98, 286, 291, 298, 301, 317 und 325.
ISBN: 978-3-943393-54-5

www.einsamedien.de
www.perryrhodan.net

Das zehnte Zeitabenteuer von ATLAN wird vom Verlag auch als Download-Version mit einer Größe von 1.9 GB angeboten. Zu finden ist es zusammen mit einer Hörprobe hier: https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=40172

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

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