Perry Rhodan – Der Todessatellit (Silber Edition 46)

Die Handlung:

Dank Perry Rhodans genialem Schachzug ist die Menschheit einem verheerenden Bruderkrieg entgangen: Die angreifenden Flotten des Imperiums Dabrifa und anderer gegnerischer Sternenreiche stießen buchstäblich ins Leere. Im Schutz des Antitemporalen Gezeitenfeldes befindet sich das Solsystem nun um fünf Minuten in der Zukunft, unangreifbar durch Feinde von außerhalb.
Doch die Terraner wirken aus ihrem Versteck heraus weiterhin in der Galaxis. Dabei stoßen sie mehrmals auf die gefährlichen Energieblasen der Accalauries, die aus einem Antimaterie-Universum kommen. Sie versetzen die Bewohner der Milchstraße in Angst und Schrecken.
Als es endlich zur Verständigung mit den Fremden kommt, macht einer von ihnen im Solsystem eine furchtbare Entdeckung: Die Sonne steht kurz davor, sich in eine alles Leben verschlingende Nova zu verwandeln. Schuld daran ist ein geheimnisvoller Todessatellit, den Unbekannte vor 200.000 Jahren in der Tiefe der Sonne installierten. Die Tage der solaren Menschheit scheinen gezählt zu sein … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Das SOL-System ist aus Sicherheitsgründen immer noch um fünf Minuten in die Zukunft versetzt, da bietet es sich doch an, andere Reizfaktoren zu schaffen, die dem Hörer gefallen könnten. Wie wäre es denn mit Besuchern aus einem anderen Universum? Die hatten wir seit den DRUUF nicht mehr und die waren auch nie wieder Freunde der Autoren. Zu viele Ungereimtheiten und Paradoxa, in die man sich verstricken könnte. Die Science-Fiction macht offenbar doch irgendwo halt. Hier aber, hat sie sich noch mal getraut und so lernen wir die Antimaterie-Wesen Accalauries kennen, die Interesse an Ynkelonium haben. Lustige Namen hatten und haben halt immer Hochkonjunktur … besonders wenn ein Accalaurie Accutron Mspoern heißt und gern mal depressiv wird. Ich dachte, das machen nur Roboter … aber nein, hier ists genau andersrum. Der Accalaurie, den ich mir anhand der Beschreibung nur schwer vorstellen konnte (dafür hab ich mir dann das Heftcover des Romans 407 angesehen) hat sogar einen halborganischen Roboter, der ihn bespaßt. Natürlich hat auch der einen lustigen Namen: Lobbyhuvos … aber, muss er ja auch, er soll ja aufheitern.

Gar nicht lustig ist, dass mithilfe von viel Techno-Babble unter dem Strich in unserer Sonne ein zwei Kilometer langer Todessatellit gefunden wird, der nun das ganze noch frisch entkommene Sonnensystem bedroht.

Und auf welche Idee würde man da kommen, um das Ding loszuwerden? Genau, eine Reise in die Vergangenheit, um den Bau zu verhindern. Warum also kompliziert, wenns ganz einfach geht? Wie war das vorhin noch mit „wir trauen uns nicht an andere Universen ran“ … aber Zeitreisen sind ok, hm? Ist für mich im Grunde nichts anderes. Egal, ich mag beides. Und die Acca… wie heißen die noch mal? … sind ja auch ganz nett. Es gibt halt nicht allzu viele Dinge, die bei einem Erstkontakt passieren können. Man versteht sich, man versteht sich nicht, man versteht sich erst, aber dann nicht mehr oder man versteht sich erst nicht und dann aber doch. Im Grunde war es das. Hier ist es eine Form des letzten Falles und am Ende freuen sich alle. Es muss ja nicht immer erst geschossen und dann gefragt werden. Das Universum ist groß und bietet Platz für alle … andere Universen im Übrigen auch.

Aber Moment, war da im letzten Hörband nicht dieser ziemlich seltsam aussehende Riesenkind-Supermutant mit dem enormen Schädel? Genau … Ribald Corello war der Name … und ist er auch immer noch. Und das Riesenbaby hat auch noch einen Ödipus-Komplex, klar … irgendwelche Defizite haben irre Herrscher alle. Und irgendwie erinnert mich dieser Typ auch immer wieder an einen Superschurken aus den DC/MARVEL-Universen. So viele Fähigkeiten hatte noch keiner und irgendwie ist das Ganze für meinen Geschmack fürs PERRYVERSUM sogar ein wenig überzogen.

Aber nicht nur Seltsames gibts hier zu hören, sondern auch Erklärendes. So erfahren wir unter anderem, wer denn nun diese Zyklus-betitelnden CAPPINS sind, warum Lord Zwiebus so schlau ist, wie Alaska Saedelaere zu dem seltsamen Ding in seinem Gesicht gekommen ist und was zur Hölle das eigentlich ist.

Eine durchaus nachvollziehbare und kreative Sammlung von Ideen, wieder Platz für neue Abenteuer schafft. Wobei … was mir grad einfällt … wollten wir nicht in die Vergangenheit reisen, um den Bau des Satelliten zu unterbinden, der in der Sonne steckt und jeden Moment explodieren könnte? Wollten wir, ja … dafür brauchen wir aber den NULLZEITDEFORMATOR und der ist noch nicht fertig beziehungsweise hat er es nicht in diesen Sammelband geschafft. Leider auch nicht in den Nächsten, um gleich mal die Erwartungsspannung ein wenig zu bremsen, denn das Heft mit der Nummer 424 ist nicht versilbert worden. Es dauert also noch wenig, bis wir per SILBER EDITION in die Vergangenheit fliegen werden.

Das Hör-Erlebnis:

Josef Tratnik ist wieder der Alte. Bei der letzten Silberlesung hatte ich noch bemängelt, dass er grad am Anfang irgendwie angeschossen und nicht ganz so fit wirkte, das ist diesmal wieder ganz anders. Mit alter Energie und Nachdruck berichtet er uns von den Errungenschaften Perry Rhodans … und der Menschheit natürlich auch.

Und so erzählt uns der Sprecher von all dem, was ich da oben schon erwähnt habe. Und das fühlt sich auch erzählt an und nicht abgelesen. Von der Sprachmelodie bis hin zu Lautstärke und Erzähltempo stimmt diesmal wieder alles bei Josef Tratnik. Die beschreibenden Szenen klingen interessant und wie selbst erlebt und auch bei den Dialogen kann der Sprecher beim Hörer punkten.

Dabei verstellt er gar nicht mal so sehr seine Stimme (außer bei Gucky, aber das kennen wir ja), sondern ändert nur leicht die Intensität, wird sanfter, flüsternd, schwächlicher gar manchmal, aber auch mal rauer und eindringlicher … je nachdem, wen er grad zu vertonen hat und in welcher Lage sich der Charakter befindet.

Und diesmal gabs nicht einen einzigen unter ihnen, der mir unangenehm aufgefallen ist. Allein die Aussprache von „Cappins“ hatte anders erwartet, mit einer Betonung auf das doppelte P. Tratnik sprichts „Capiens“ aus. Aber, Erbsenzählerei und nicht wirklich wichtig.

Der immer mal wieder unter den Sprecher gelegte Ambient-Soundteppich, der spacig durch das Kopfkino des Hörers wabert, erhöht den Hörspaß. Leider verschwindet er aber auch jedes Mal wieder so abrupt, wie er aufgetaucht war.

Der Sprecher:

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ Silber Editionen. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

Die Ausstattung:

Die 13 CDs sind mit dem Titelbild der Silber Edition bedruckt, die der Front von Heft 415, „Freunde aus einem anderen Universum“ entspricht. Die CDs sind einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst. Die Rückseiten der Papphüllen ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 416, „Der Supermutant“. Für die Rückseite der Klappbox ist als Hintergrundbild das gleiche Cover gewählt worden. Auch die aneinandergereihten Rücken der Klappboxen bilden mit jeder weiteren Ausgabe ein sich zusammensetzendes schickes Gesamtbild.

Zusätzlich ist wieder ein Booklet enthalten, mit Tracklisting und Kapitelnummern, einer Inhaltsangabe, einem Auszug aus dem Vorwort der Silberbandfassung von Horst Hoffmann, einer Zeitleiste, einer Risszeichnung eines Forschungsraumschiffs der Accalauries und den Titelbildern der in dieser Silber Editon zusammengefassten Hefte Nr. 407, 412, 413, 415, 416, 420 und 421 der Erstauflage. Außerdem gibt es noch Verlagswerbung zu sehen. Und auch die Rückseite des Booklets ziert das Cover von Heft 416, „Der Supermutant“.

Mein Fazit:

Von Accalauries über Ynkelonium bis hin zu Lobbyhuvos, hier gibts Eigennamen, bei denen sich die Zunge des Sprechers ein ums andere Mal verknotet. Wir lernen Besucher aus einem anderen Universum kennen, unseren Superschurken Ribald Corello ein wenig besser und dass in der Sonne eine tickende Zeitbombe für die Auslöschung des SOL-Systems verantwortlich werden könnte. Zu dem Drama gibts aber auch einige Antworten auf Fragen, die sich im Laufe der Hörzeit stellen. Zum Beispiel nach dem Neandertaler aus dem Eis und dem seltsamen Gebilde im Gesicht von Alaska Saedelaere.

Es gibt eine Menge zu tun, jeder Handlungsfaden unterhält gut und so wartet der Hörer nach dem Ende der Lesung schon gespannt auf die Fortsetzung.

Bis dahin unterhält uns Josef Tratnik in alter Bestform. Egal ob er beschreibende Szenen zu lesen hat oder die verschiedenen Charaktere in den Dialogen zum Hörleben erweckt, er macht dem Hörer Spaß. Das Kopfkino bietet diesmal wieder beste Unterhaltung und ich habe mich von Story und Sprecher gern bespaßen lassen … diesmal sogar einen Monat früher, als ursprünglich angekündigt, yay.

13 Audio-CDs in Papp-Klappbox mit 172 Tracks
Spieldauer der Lesung: 16:03 Std.
Sprecher: Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3-95795-034-5

www.einsamedien.de
www.perryrhodan.net

Auch erhältlich als Download-Version mit PDF-Booklet und Cover als JPG-Datei
Größe: 1,31 GB

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