H. P. Lovecraft – Kalte Luft (Gruselkabinett 126)

Kalte Luft und ihr verhängnisvolles Ausbleiben

Durch einen Zufall lernt James Russell in einem New Yorker Appartement-Haus im Jahr 1923 seinen reichlich merkwürdigen Nachbarn kennen, der in der Wohnung über ihm wohnt. Es ist der sehr zurückgezogen lebende alte Arzt Dr. Munoz… (Verlagsinfo)

Der Autor

Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) wird allgemein als Vater der modernen Horrorliteratur angesehen. Obwohl er nur etwa 55 Erzählungen schrieb, hat sein zentraler Mythos um die Großen Alten, eine außerirdische Rasse bösartiger Götter, weltweit viele Nachahmer und Fans gefunden, und zwar nicht nur auf Lovecrafts testamentarisch verfügten Wunsch hin.

Aber Lovecrafts Grauen reicht weit über die Vorstellung von Hölle hinaus: Das Universum selbst ist eine Hölle, die den Menschen, dessen Gott schon lange tot ist, zu verschlingen droht. Auch keine Liebe rettet ihn, denn Frauen kommen in Lovecrafts Geschichten praktisch nur in ihrer biologischen Funktion vor, nicht aber als liebespendende Wesen oder gar als Akteure. Daher ist der (männliche) Mensch völlig schutzlos dem Hass der Großen Alten ausgeliefert, die ihre Welt, die sie einst besaßen, wiederhaben wollen.

Das versteht Lovecraft unter „kosmischem Grauen“. Die Welt ist kein gemütlicher Ort – und Einsteins Relativitätstheorie hat sie mit in diesen Zustand versetzt: Newtons Gott ist tot, die Evolution eine blinde Macht, und Erde und Sonne nur Staubkörnchen in einem schwarzen Ozean aus Unendlichkeit. Auf Einstein verweist HPL ausdrücklich in seinem Kurzroman „Der Flüsterer im Dunkeln“.

Die Sprecher/Die Inszenierung

Die Rollen und ihre Sprecher

James Russell: Timmo Niesner
Señora Herrero: Monica Bielenstein
Esteban Herrero: Tom Raczko
Doktor Munoz: Peter Weis

Regie führten Marc Gruppe (Buch) und Stephan Bosenius (Produktion und Regie). Die Aufnahmen fanden in den Studios Titania Medien und Planet Earth statt.

Handlung

Es ist ein heißer Sommernachmittag im Jahre 1923, als der junge New Yorker Redakteur James Russell das alte Haus in der Vierzehnten Straße West betritt, um nach einem Mietzimmer zu fragen. Señora Herrero verlangt die Miete von lediglich 5 Dollar pro Woche im Voraus. Das kommt Russells sehr bescheidenen Finanzen sehr entgegen. Russell kann gleich einziehen, wenn er will, und ihr Sohn Esteban bringt Russels Gepäck nach oben. Die kleinen „Einschränkungen“, wie die Señora sie nennt, bestehen vor allem Straßenbahnlärm. Hin und wieder ertönen auch die Sirenen von Polizei und Feuerwehr. Nach drei Wochen ändert sich die Lage allerdings.

Ammoniak

Russell bemerkt ein sonderbares Tröpfeln, das von der Decke kommt. Die Flüssigkeit stinkt ätzend nach Ammoniak. Offenbar kommt das giftige Zeug ((https://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniak#Toxikologie)) aus der Wohnung über ihm. Er beschwert sich bei Señora Herrero und erfährt beim Hinaufgehen, dass dort ein Doktor Munoz wohnt. Der sei zwar krank, aber sein eigener Arzt, außerdem mache er mit seinen Maschinen Experimente. Die Maschinen würden von Benzin angetrieben, das Esteban besorge, ebenso wie die Lebensmittel und Getränke des Doktors. Der Doktor öffnet auf das Klopfen nicht. Russell muss sich damit begnügen, sein Zimmer zu putzen und zu lüften.

Dr. Munoz

Tage später erleidet er einen kleinen Herzanfall. Mühsam schleppt er sich zur Wohnung des Doktors hoch. Angesichts des medizinischen Notfalls öffnet der Arzt und gibt Russell heilende Arzneien. Dafür ist ihm der junge Redakteur sehr dankbar. Der alte, etwas exzentrische Mann unterhält sich mit Russell, um ihn näher kennenzulernen. In der Wohnung ist es mit 13 Grad Celsius reichlich kühl. Das liege an den Kühlmaschinen, mit denen er gegen den Tod kämpfe. Er setze lieber auf den menschlichen Willen als auf Chemie, um den Tod hinauszuzögern.

Faktotum

Eine bemerkenswerte Philosophie, findet Russell. Dennoch riecht es in Munoz‘ Wohnung nicht nach Gesundheit, sondern nach Verwesung. Der süßliche Gestank soll vom Rauch der vielen Räucherstäbchen überdeckt werden, aber schon bald durchdringt der Geruch das ganze Haus. Señora Herrero beschwert sich, und Esteban ist froh, wenn er den Doktor nicht sehen muss. Sie droht Munoz mit Rauswurf, so dass sich Russell anbietet, Estebans Aufgaben zu übernehmen. Er besorgt zwar Chemikalien und die Temperatur wird bis zum Gefrierpunkt gesenkt, doch der eklige Gestank bleibt. Erstaunlich, dass Munoz diesen Zustand bereits seit 17 oder 18 Jahren erträgt, wie er erzählt hat.

Verschwunden

Wenig später fällt die Kühlpumpe aus. Weil Russell sie nicht reparieren kann, gerät Dr. Munoz in Panik. Russell muss ihn umgehend in ein Bad voll Eiswasser stecken und ständig Eiswürfel nachfüllen. Munoz bedeckt sein Gesicht mit einem Handtuch, damit sein Verfall nicht zu sehen sei, wie er behauptet. Russell sucht überall nach dem Ersatzteil für die Kühlpumpe, und erst nach Tagen kehrt er mit Señora Herrero zu Dr. Munoz‘ Wohnung zurück. Niemand öffnet, aber sie hat ja den Schlüssel. Niemand antwortet auf ihre Rufe, niemand ist zu sehen. Russell fällt ein Streifen dunklen Schleims auf dem Boden auf…

Mein Eindruck

„Kalte Luft“ wird üblicherweise gebraucht, um Lebensmittel und Getränke kühl zu halten und vor den Verderb zu bewahren. Im Zeitalter der „intelligenten“ Kühlschränke erscheint es mittlerweile unvorstellbar, dass man vor rund hundert Jahren dafür Eisblöcke benötigte, die man extra einkaufen oder liefern lassen musste. Elektrizität ist noch nicht in allen Häusern vorhanden, und vielfach leuchteten noch Gaslampen und -laternen. Kühlschränke waren noch nicht verbreitet (erst ab 1922), aber Dr. Munoz verfügt immerhin schon über eine teure Kältepumpe, die er mit Benzin betreibt – bis sie ausfällt. Dann kommt das Eis zum Einsatz.

Die Frage, die sich der Hörer verwundert stellt, lautet natürlich: Aus welchem seltsamen Grund ist Munoz überhaupt so sehr auf kalte Luft angewiesen? In einem Brief, den Russell nach dem unerklärlichen Verschwinden des Doktors findet, liest er des Rätsels Lösung, die mit seiner Begegnung mit einem gewissen Dr. Torres vor 18 Jahren in Spanien zusammenhängt – die hier natürlich nicht verraten wird. Sie erinnert den Hörer an Poes Erzählung „Die Fakten im Fall Valdemar“ (Gruselkabinett Folge 127): Der körperliche Verfall wird aufgehalten, durch ein jeweils anderes Mittel. HPL kannte Poes Kurzgeschichte, weil er sie für seine Genre-Studie „Supernatural Horror in Literature“ ((https://en.wikipedia.org/wiki/Supernatural_Horror_in_Literature)) gelesen hatte. Später gab er zu Protokoll, dass die Inspiration für „Cool Air“ Arthur Machens Kurzgeschichte „The Novel of the White Powder“ ((https://en.wikipedia.org/wiki/The_Novel_of_the_White_Powder )) gewesen sei.

New York City

Für den HPL-Kenner steckt die unscheinbare, erst zwei Jahre nach der Niederschrift 1926 veröffentlichte Geschichte voller biografischer Details. Sie stammt aus Lovecrafts unglücklicher New Yorker Zeit 1924-1926. Einer seiner Freunde lebte auf der 14th West Street, die den Südteil Manhattans wie ein Bollwerk, das quer durch die Stadt verläuft, abtrennt. Lovecraft verzeichnet genau, dass das alte Sandsteinhaus früher hochqualitativ war, nun aber von Hispanics wie Herrero und Munoz bewohnt wird. In Lovecrafts Nachbarschaft lebte der Senator Dr. William Love, der das Vorbild für Dr. Munoz abgab. ((https://en.wikipedia.org/wiki/Cool_Air#Characters))

Frank Belknap Long

Nicht er selbst erlitt einen Herzanfall, sondern sein langjähriger Freund Frank Belknap Long ((https://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Belknap_Long)), der Autor (1901-1994) einfallsreicher Cthulhu-Erzählungen wie „The Hounds of Tindalos“ ((https://en.wikipedia.org/wiki/The_Hounds_of_Tindalos_(book))) aus dem Jahr 1929. Die Herzschwäche war dafür verantwortlich, dass Long die New York University verlassen musste – gut für die Literatur, schlecht für sein Einkommen, aber vielleicht ein Beitrag für ein sehr langes Leben: Long starb erst mit 92 Jahren. Über ihn schrieb Lovecraft bereits im Mai 1924, als Long erst 23 war. ((https://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Belknap_Long#Friendship_with_Lovecraft)) Der Essay wurde 1993 erneut gedruckt.

Naturalistisch

Die Phobie gegen kalte Luft, von der James Russell eingangs erzählt, ist jedoch völlig autobiografisch: Der Meister aus Providence war ungewöhnlich empfindlich gegen kalte Luft. Es ist also kein Wunder angesichts der zahlreichen autobiografischen Fakten: Von den drei in New York City geschriebenen HPL-Storys sticht „Cool Air“ durch seinen naturalistischen Stil hervor, der das gruselige Ende umso plausibler erscheinen lässt und als Pointe wirkungsvoller macht.

Warum die Story von „Weird Tales“-Herausgeber Farnsworth Wright abgelehnt wurde, ist daher unerklärlich: Sie wäre absolut passend für sein Magazin gewesen. Er fürchtete wohl die Zensur – an der der puritanische Senator William Love nicht ganz unschuldig war…

Der Sprecher/Die Inszenierung

Die Sprecher

Das Hörspiel funktioniert wie ein Kammerspiel. Im Mittelpunkt stehen die zwei Männer James Russell und Dr. Munoz. Sie sind zunächst Kontrahenten, da man Ammoniak ganz sicher nicht in andere Wohnungen tröpfeln lassen darf – es ist hochgiftig. Nachdem Munoz jedoch Russells von den Folgen seines Herzanfalls kuriert hat, ist Russell dem alten Mediziner verpflichtet. Dieser hat sich dem Kampf gegen seinen Feind Tod mit, ähem, Leib und Seele verschrieben – mit den bekannten gruseligen Folgen.

Timmo Niesner spricht James Russell als jungen, eifrigen, nicht allzu erfahrenen Mann. Doktor Munoz wird von Peter Weis hingegen als eindrucksvoll erfahrener, wenn auch völlig besessener Wissenschaftler (mad scientist) gezeichnet, was den Hörer schon frühzeitig mit Beklemmung erfüllt. Er spricht heiser, leise und tief. Der Kontrast zwischen Jung und Alt durchzieht die gesamte Erzählung.

Señora Herrero, resolut gesprochen von Monica Bielenstein, gebietet über das Schicksal der beiden verschworenen Männer – sie spielt das Über-Ich und außerdem die Anima (vgl. C.G. Jung). Ihr Sohn Esteban Herrero wird schmollend und mürrisch von Tom Raczko gezeichnet. Die zwei weiteren Figuren des Elektrikers und des Tagelöhners werden nur beiläufig im Erzähltext Russells erwähnt.

Geräusche

Gerade weil es kaum Musik und nur wenige Sprechrollen gibt, muss die Geräuschkulisse ausgefeilt sein und hundertprozentig passen. Geldstücke klimpern, Türen und Treppen in dem alten Haus knarren und quietschen, Feuerwehrsirenen gellen im Hintergrund. Von oben hört Russell ein unheilvolles Tröpfeln ebenso wie ein drängendes Hämmern.

Die bedrückende Atmosphäre in Dr. Munoz‘ Wohnung macht sich allerdings nur durch unheimliche Sounds bemerkbar – bis die Sache mit dem Eiswasser anfängt. Man kann genau hören, wie Niesner alias Russell den mitgebrachten Eisblock zersticht, um an die Eiswürfel heranzukommen, die er dann klirrend in die Badewanne gießt, in der Munoz liegt – siehe das Titelbild. Schade nur, dass man den süßlichen Geruch der Verwesung, der das Haus in der 14th West durchzieht, nicht hörbar machen kann…

Musik

Eine Solo-Violine erklingt schon früh sehr elegisch, ergänzt von einem Vibraphon. Zusammen erzeugen die beiden klassischen Instrumente eine Stimmung des Unheimlichen, das mit Tragik verbunden ist. Dem Charakter des naturalistischen Kammerspiels angemessen ist die weitgehende Abwesenheit sonstiger Musik. Hier ist keine Steuerung der Stimmung nötig, außerdem ist das Setting nicht irgendein viktorianisches Gemäuer, sondern das halbwegs moderne New York City. Dementsprechend erklingt zur Freude des Hörers eine flotte Melodie, die Dynamik vermittelt: Das Grauen ist überstanden, das Leben kann (wieder) beginnen.

Das Booklet

Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS sowie die Titel der SHERLOCK-HOLMES-Hörspiele verzeichnet. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Der Einleger für die Rückseite zeigt einen bedauerlichen Druckfehler: Das steht als Titel immer noch „Die Zeitmaschine“. Die restlichen Angaben stimmen wenigstens. Die Titelillustration von Ertugrul Edirne fand ich passend und stimmungsvoll.

Im Booklet finden sich Verweise auf die im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 kommenden Hörspiele aufgeführt:

Ab Herbst 2017

Nr. 127: Poe: Der Fall Valdemar
Nr. 128: Dickens: Der Streckenwärter
Nr. 129: Ulrichs: Manor
Nr. 130: Carolyn Wells: Der Wiedergänger
Nr. 131: Flagg: Die Köpfe von Apex

Ab Frühjahr 2018

Nr. 132/133: Sweeney Todd 1+2
Nr. 134: Willy Seidel: Das älteste Ding der Welt
Nr. 135: Amyas Northcote: Brickett Bottom
Nr. 136: H.G. Wells: Das Königreich der Ameisen
Nr. 137: Robert E. Howard: Aus finsterer Tiefe

Unterm Strich

Die Inszenierung ist zunächst naturalistisch, aber zunehmend anrührend, bis sie in einer gruseligen Pointe gipfelt. Zusammen mit dem zeitgleich erscheinenden Hörspiel „Die Fakten im Fall Valdemar“ nach einer Vorlage von E. A. Poe verarbeitet „Kalte Luft“ das Thema der Aufhebung des Todes. In Poes Fall hatte dies biografische Gründe, denn auch seine angeheiratete Kusine Virginia starb an Tuberkulose, aber dass auch Lovecraft viele biografische Umstände und Erlebnisse einarbeitete, habe ich oben bereits dargelegt.

Vergleich mit Poe

Viele von Poes Erzählungen, in denen Frauen eine bedeutende Rolle spielen, drehen sich um die Aufhebung des Todes und seiner psychologischen bzw. physischen Begleiterscheinungen. HPL hat keine so guten Erfahrungen mit Frauen gemacht – seine beiden Tanten bevormundeten ihn – so dass der Tod zwar eine große Rolle in seinem Werk spielt, aber nicht nur die Liebe ausgewogen wird. Infolgedessen unterscheidet sich seine Kunsttheorie von der E.A. Poes ganz erheblich.

Bezeichnend ist deshalb, dass bei Poe der Tod zwar ebenfalls Tag um Tag hinausgezögert wird, bei Lovecraft aber schon längst eingetreten ist – sehr zum Entsetzen des Ich-Erzählers. Aber es gilt: „Das ist nicht tot, was ewig liegt“ – das Motto für alle Cthulhu-Erzählungen. Man merkt zwar noch, dass dies eine frühe Story ist, die den Vorlagen über „mad scientists“ verbunden ist, aber schon hier zeigt sich, dass der Tod nicht mehr als unüberwindbare Grenze betrachtet wird. Die Zeitspanne ist hier zwar „nur“ 18 Jahre lang, aber sie wird mit jeder Story ausgedehnt, bis sie Jahrhunderte („Der Fall Charles Dexter Ward“) oder gar Jahrtausende („Die Berge des Wahnsinns“) überspannt.

Das Generalthema

Das Thema des Alters, das gegen den Tod kämpft, ist vielen Aspekten zu finden. Der wichtigste ist jedenfalls das Haus an sich. Es spiegelt die äußere Hülle von Munoz‘ Verstand und Seele wider: Einst war es das prachtvolle Zuhause einer wohlhabenden Familie, gelegen an einer großen Durchgangsstraße (s die Wikipedia), bis sich die Stadt nach Norden vorschob und das Viertel an Bedeutung verlor. Nun leben hier Hispanics wie Señora Herrero und geben den Ton an.

Doch einige Überlebende der alten glanzvollen Zeit vor dem Ersten Weltkrieg haben überlebt und klammern sich an die Vergangenheit – so sehr, dass sie den Tod auf jede erdenkliche Weise mit aller Energie bekämpfen. Zu ihnen gehört Dr. Munoz, der als verrückter Wissenschaftler bzw. Mediziner einen Weg gefunden hat, mit Willenskraft und kalter Luft dem Verfall Einhalt zu gebieten.

Seine einzige Konzession an den Fortschritt ist die Kältepumpe, die immer wieder Aktualisierungen und Upgrades erfährt – bis sie versagt. Dieses Versagen kommt einem Verrat durch die Technik der Moderne gleich. Als Ausgleich muss Menschenkraft herhalten: die von James Russell, die des Elektrikers – der entsetzt vor Munoz zurückweicht – und die des Tagelöhners – der sich aus dem Staub macht. Als Parabel auf die natürlich zubemessene Lebenszeit, die unrechtmäßig überschritten wird, funktioniert „Kalte Luft“ ausgezeichnet. Als menschliches Drama könnte man die Wucht der Handlung noch durch intensivere Emotionen steigern.

Das Hörspiel

Die professionelle Inszenierung, die zurückhaltende Musikuntermalung und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für spannende Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich und wirkungsvoll inszeniert. Wer aber die beiden Verfilmungen kennt, dürfte hier nichts Neues entdecken – offensichtlich ein Sammlerstück.

Audio-CD
Spieldauer: ca. 60 Min.
Info: Cool Air, 1926/28
www.titania-medien.de

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)