Perry Rhodan – Die Vital-Maschine (Plejaden 10)

Die Handlung:

Perry Rhodan, Gucky und Taisha Konta haben den Planeten Fortlan erreicht – eine triste Welt, die sich unter einem ständigen Regenschleier verbirgt. Hier steht die Maschine, die, von Vitalenergie angetrieben, zum Ausgangspunkt für Kalton Morkenas Jagd nach der Unsterblichkeit wurde. Als der Oxtorner die Maschine in Betrieb setzt, nimmt das Unheil seinen Lauf … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Das Hörspiel

Bis zum letzten Teil dieses sehr kurzweiligen und durchgehend spannenden Weltraumabenteuers hats gedauert, bis der Verlag eine Hördauer anbietet, die konkurrenzfähig ist. Dabei ist der Hörspielanteil mit gut 40 Minuten Spielzeit aber immer noch sehr überhörbar … den Rest der Hörzeit gibts Musik wie auch schon bei der letzten Folge.

Aber, bevor die unser Ohr erreicht, hören wir erst mal den Chor der Lkandoner, der uns daran erinnert, was wir gegen Ende der letzten Folge schon gehört haben. Die Konsequenz daraus, was Taisha in der Maschine gemacht hat, geht offenbar nicht nur sie an und bringt auch nicht nur ihr Unheil. Besagter Chor ist übrigens recht häufig zu hören und nach dem dritten Einsatz der Berichterstatter gings mir ein wenig auf die Nerven. Die Tonhöhe und der roboterhafte Sprachrhythmus, der an das VATER UNSER in der Kirche erinnert, waren beide nicht meins.

Nur gehts ohne den Chor in der Story leider nicht weiter, denn die Lkandoner erzählen uns nicht nur davon, was rund um „die Maschine“ passiert, sondern wollen auch selbst eingreifen. Schließlich soll die Gefahr begrenzt, besser noch beendet werden, die von ihr ausgeht.

Die Dramatik spitzt sich an allen aufgefächerten Schauplätzen zu. Perry gegen Morkena, Taisha gegen den Boten, die Lkandoner gegen die Maschine … überall passiert etwas und der Hörer teleportiert von einem Charakter zum Nächsten, um nichts zu verpassen. Zwischendurch gibs auch immer mal wieder eine Sekunde zum Grinsen, denn der Humor des Perryversums ist auch bei den PLEJADEN zu finden.

Aber dann gehts auch schon weiter und am Ende gibts für den Hörer noch mal eine breite Palette an Gefühlen zu erleben. Abschieds- und Aufbruchsstimmung, Ende und Anfang. Und statt eines Spoilers, den es ja nun diesmal nicht mehr geben kann, wurde einfach die Abschiedsmusik des letzten Hörspieltracks auf zwei Minuten ausgedehnt.

Der Soundtrack

Diesmal besteht der Soundtrack weniger aus Synthie-Streichern, die mit harten Einsätzen ins Ohr des Hörers springen, sondern eher aus Ambient-Soundteppichen. Zero-Beat-Stücke mit Soundeffekten gibts zu hören, die beim Hörer innere Unruhe auslösen. Aber es gibt durchaus auch „normale“ Musiktracks, die meist dramatisch aufwallend wirken. Kein 1980er-Industrial diesmal, sondern echte Hintergrundmusik.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Perry Rhodan: Torben Liebrecht
Gucky: Santiago Ziesmer
Der Bote: Udo Schenk
Tindras’Solekort: Tilman Borck
Lenny Hestis: Thomas Petruo
Drasan: Celine Fontanges
Xander T.: Thomas Schmuckert
Taisha Konta: Eva Michaelis
Kalton Morkena: Oliver Stritzel
USO-Spezialist Mäkinnen: Boris Tessmann
Walter Higgins: Michael Harck
Lkandoner: Julia Fölster, Kai-Hendrk Möller, Alesander Rieß, Elena Wilms

Trackliste des Hörspiels:

01. Was bisher geschah
02. Telepathischer Kontakt
03. Negative Vitalenergie
04. Keine Toten, soweit möglich
05. Die todgeweihte Frau
06. Besuch für Taisha Konta
07. Auf dem Weg zur Maschine
08. „Hör zu, wisse, bewahre!“
09. Die Maschine erwacht
10. Energiefluss
11. Durchhalten!
12. Stückwerk
13. Bei den Feldgeneratorspulen
14. Neue Aufgaben
15. Abschied
16. Zukunft

Trackliste des Soundtracks:

17. Oxtorne
18. Gucky mit wertvoller Fracht
19. Wo ist der Feind?
20. Auf der Jagd
21. Auf Fortlan’isaligk
22. Hinterhalt
23. Der Bote
24. Auf falscher Spur
25. Auf der Jagd II
26. Gucky trifft auf Kalton Morkena
27. Der Bote II
28. Taisha Konta Theme

Technik-Credits:

Skript: Andrea Bottlinger nach einer Stoy von Christian Montillon
Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Schnitt, Sounddesign und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Aufnahmen: Alexander Rieß, Franz Fuchs, Anna Liebesehl
Illustrationen; Arnd Drechsler
Layout und Realisation: Sebastian Hopf
Redaktion: Jan Werner

Die Ausstattung:

Die CD, die mit dem Titelmotiv bedruckt ist, steckt in einem Digipak, das farblich durchgehend in warmen Rottönen gehalten ist. Neben der Aufstellung der Sprecher und den Technik-Credits, finden wir auch Bilder der Cover aller zehn Teile dieser Mini-Serie.

Zusätzlich gibts noch die Gedanken des Exposé-Autors zur Lebensverlängerungsmaschine im Speziellen und zur Fremdbestimmung im Allgemeinen zu lesen.

Eine Trackliste zum Hörspiel sucht der Hörer vergebens. Die hier angeführte entstammt der Downloadversion. Eine Trackliste zum Soundtrack gibts allerdings.

Die PLEJADEN-Reihe:

01: Die 144 Kammern
02: Splitter der Unsterblichkeit
03: Das Volk der Schläfer
04: Ausgeliefert auf Oxtorne
05: Vitalenergien
06: Geheimstation unter dem Eis
07: Im Auftrag der Superintelligenz
08: Verrat
09: Weg zur Unsterblichkeit
10: Die Vital-Maschine

Mein Fazit:

Zum Showdown hatten wir uns ja am Ende der letzten Folge schon versammelt. Diesmal erfahren wir also, wie sich das Schicksal aller beteiligten Personen erfüllt. Alles wird zu Ende gebracht und bis auf meine Frage, wie denn diese Superintelligenz heißt, in deren Auftrag der Bote handelt, auch beantwortet.

Der Spannungsbogen steigt an allen Ecken und Enden der verschiedenen Handlugnsfäden stetig an und der Abschluss ist rund. Von daher ist eine zweite Staffel der PLEJADEN gar nicht nötig. Lieber wäre mir ein neues Projekt.

Dass wir hier zum zweiten Mal einen Soundtrack spendiert bekommen, hat mir auch gut gefallen, auch wenn die Musik selbst nicht so meins war.

Das gesamte Projekt:

Perry Rhodan zu verhörspielen ist durchaus möglich und in der Vergangenheit auch schon erfolgreich praktiziert worden. Bei dieser Reihe hier trübten für mich aber einige Dinge den Hörspaß, die allesamt nichts mit der Story zu tun hatten, denn die ist durchweg spannend. Die Grundidee rund um die Lkandoner hat mir gut gefallen und bis auf das ständige Dauerverhör von Taisha gab es für mich auch keine Längen. Ab und zu gabs Action, die „guten“ und die „bösen“ Charaktere waren gut gezeichnet und ich hatte Spaß, beiden Seiten zu folgen.

Die PLEJADEN-Häppchen, die dem Hörer jeden Monat oder auch mal alle zwei Monate angeboten wurden, waren mir aber einfach viel zu klein. Wenn dann auch noch das übliche „Was bisher geschah“ und die Spoiler-Vorschau abgezogen werden, blieb gerade mal eine halbe Stunde Weltraumspaß übrig. Das war mir einfach zu wenig, denn auf einer CD hätten bei dieser Reihe mehr als zwei Folgen Platz gefunden und den Hörer viel mehr in die Story ziehen können. Gegen Ende der Reihe lenkte der Verlag dann ein und spendierte in Folge 9 und 10 noch zusätzlich eine halbe Stunde Soundtrackmusik.

Vom Tinitusfiepen bei der Telepathie der Lkandoner oder die mich ab und zu verwirrende Positionierung des Hörers in der jeweiligen Szene abgesehen, haben die Soundschmiede absolut tolle Arbeit geleistet und ein schönes SciFi-Abenter entstehen lassen.

Leider war das zum Teil sehr ineinander verschachtelt und mit Rückblicken und Found-Footage-Szenen durchsetzt, sodass gerade bei der kurzen Hörzeit pro Folge und dem großen Abstand zwischen den Folgen der Fluss oft ins Stocken geriet. So eine Erzählweise funktioniert im Heftroman relativ gut, denn der lässt auch nur eine Woche auf sich warten. Am besten klappts bei Büchern, die man in einem Zug verschlingen kann.

Das bietet sich auch hier an. Denn einige meiner Kritikpunkte verflüchtigen sich, hat man alle Teile der Reihe parat und kann sie am Stück hören. So fliegt man nach einer halben Stunde nicht schon wieder aus der Story, an die man sich gerade erst gewöhnt hat.

Vom nächsten „Angriff“ des Verlags auf das Perryversum wünsche ich mir längere Folgen, damit der Hörer so richtig in die Story eintauchen kann. Komplex kann sie dabei gern sein, aber bei einem Hörspiel darfs nicht zu verschachtelt werden, sonst leidet der Hörspaß.

Ich gehöre zu denen, die nicht warten möchten, bis ein kompletter Zyklus erschienen ist, um dann zuzuschlagen … dem Verlag kann auch nicht daran gelegen sein. Ich möchte von jedem einzelnen Happen gut unterhalten werden und das Gefühl bekommen, dass es mit der Handlung vorangeht. Das klappt bei den PLEJADEN oft, aber aufgrund der Länge nicht lange.

1 Audio-CD mit 70:19 Minuten Spieldauer
Davon sind ca. 40 Minuten vom Hörspiel und ca. 30 Minuten vom Soundtrack ausgefüllt
Tracks: 28

www.zaubermond.de

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