Vollenbruch, Astrid (Autorin) / Minninger, André – Die drei ??? – Pfad der Angst (Hörspiel) (Folge 137)

_Zur Story_

Die Auftragserteilung ist recht ungewöhnlich. Ein mysteriöser Klient, der sich selbst „Der Polymath“ nennt, hat den dreien quasi als Eignungsprüfung ein Rätsel zukommen lassen, bei dessen Lösung sie sich als würdig erweisen sollen, in seine Dienste zu treten. Kaum jedoch haben sie das Rätsel gelöst, erhalten sie einen seltsamen Anruf, der die Jungs dazu bringen soll lieber wegzubleiben. Was die Neugier der drei ??? natürlich noch weiter anfacht. Im kleinen Wüstenort Brestow/Texas angekommen erweist sich ihr neuer Auftraggeber als verschrobener Sonderling, der mit seinem grantigen Bruder isoliert auf seinem Anwesen „Rose Hall“ lebt. Winston Granville gibt an, er sei Erfinder und jemand habe sein „Okkulus Audiens“-Gerät gestohlen. Genauer: Sein neidischer Nachbar. Die drei Detektive sollen es wiederbeschaffen. Doch Winston und Matthew scheinen selbst Leichen im Keller zu haben, zumindest können die drei geheimnisvolle, nächtliche Grabungsarbeiten im selbigen beobachten.

_Eindrücke_

Die Vorlage von Astrid Vollenbruch hatte schon unter dem Stigma des vollkommen inhaltsfernen Titels und dem vergleichsweise langweiligen Coverbild zu leiden. Pfade kommen in der ganzen Geschichte nicht ein einziger vor und wenn dann nur unfreiwillig und ohne P. OK, Eine Portion Angst gibt es für die Beteiligten zumindest beim finalen Showdown auszuhalten, der beim Hörspiel aber ziemlich gekünstelt wirkt. Da ist das Buch eleganter, auch wenn dort – verständlicherweise – ebenso dick aufgetragen wird. Bemerkenswert ist jedoch das konsequente und ungewohnt grimmige Ende. Doch bis es soweit ist, lavieren sich die Figuren durch eine wüstentrockene, langatmige Story mit wenig Drive. Ein wenig erfrischender ist schon das Element, dass auch die drei Superschnüffler sich mal täuschen lassen und darob zu Kreuze kriechen müssen – das ist dann doch eher selten. Gewohnte Kost hingegen, dass wieder einmal ein Vorfall aus der Vergangenheit der Schlüssel zu allem ist.

Richtige Lichtblicke sind dabei allenfalls die schrägen Charaktere der Granvilles und ihres nicht weniger seltsamen Handlangers Smithy. Wie man anhand der knappen Sprecherliste entnehmen kann, ist der Kreis der potenziellen Verdächtigen ohnehin ziemlich spärlich – einer davon muss schließlich der fiese Knilch sein. Wobei besonders Urgestein Uwe Friedrichsen zwar stimmlich kaum wieder zu erkennen ist, aber eine blitzsaubere Darbietung des herrlich grantigen Matthew abliefert. Definitiv das Highlight der Folge. Doch auch Christian Rode als dessen spinnerter Erfinder-Bruder rettet dem Hörspiel noch ein paar Lorbeeren, wohingegen die Stammsprecher der Hauptcharaktere subjektiv einen recht lustlosen Eindruck machen. Eher routiniert denn engagiert schaukeln diese sich über die Eineinviertelstunde Laufzeit. Auch bei der Musik haben die Soundtüftler von STIL (Christian Hagitte und Simon Bertling) schon ein glücklicheres Händchen gehabt. So richtig will diesbezüglich keine Atmosphäre aufkommen, während die Geräuschkulisse als solche durchaus in Ordnung geht.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

_Sprecher und Figuren_

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Christian Rode (Winston Granville), Uwe Friedrichsen (Matthew Granville), Konstantin Graudus (Smithy), Michael Brennicke (Mr. Jackmore), Wilhelm Wieben (Professor Frazier), Tetje Mierendorf (Polizist)

_Fazit_

Eins der schwächeren Hörspiele aus der Neuzeit der Serie, wobei man sagen muss, dass dies Jammern auf recht hohem Niveau ist. Da hat man schon wesentlich üblere Produktionen präsentiert bekommen, sodass sich der 137. Fall des Trios bequem im soliden Mittelfeld positionieren kann. Die skurrilen Granville-Brüder haben schon etwas, doch insgesamt zieht sich die Story, mit dem denkbar unpassenden Titel, bis zu ihrem urplötzlich mit Handlung vollgestopften Finale, streckenweise wie Kaugummi. Das ist in sofern erstaunlich, da das Hörspiel schon um einiges reduziert daherkommt und demnach generell eigentlich straffer sein sollte, als die Vorlage. Das Gegenteil ist aber eher der Fall: Im Buch läufts reibungsloser und auch ein Stück weit plausibler ab. Da hat André Minninger für die Adaption den Rotstift scheinbar an nicht ganz optimalen Stellen angesetzt. Der staubtrockene Daumen des Rezensenten weist in die Waagerechte.

|1 Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 73 Minuten
Erzählt von Astrid Vollenbruch nach Figuren von Robert Arthur
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2010
EAN: 886974413721|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

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