Die drei ??? – … und das Phantom aus dem Meer (Folge 171)

Die Handlung:

In einem beschaulichen Küstenort unweit von Rocky Beach passieren seltsame Dinge: Eine Gestalt erhebt sich aus dem Meer und versetzt die Strandbesucher in Angst und Schrecken. Ein ruheloser Geist, der auf Rache sinnt? Die drei ??? fangen an zu ermitteln. Ob der neue Bewohner des alten Leuchtturms etwas damit zu tun hat? Oder der kauzige Seebär am Hafen? Justus, Peter und Bob gehen keiner Gefahr aus dem Weg, um das Netz aus Lügen zu entwirren. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ich mir den Klappentext so anschaue, dann siehts für mich so aus, als wäre diese Folge ein Mix aus den FÜNF FREUNDEN und den Jungs von POINT WHITMARK. Muss ja nix Schlechtes heißen, ich mag beide Serien gern. Allerdings haben mich die Folgen der drei ??? selten beeindruckt, wenn übernatürlicher Grusel mit eingebaut wurde. Allerdings hat sich der aber auch oft als Schwindel oder zumindest leicht erklärbar herausgestellt. Mal hören, in welche Schublade das Phantom aus dem Meer gehört … Folgen wir also der Aussage eines 6-Jährigen, der einen aus dem Meer kommenden Mann gesehen haben … will.

Bevor wir aber an der Küste die Ermittlungen aufnehmen können, werden wir erst mal gleichzeitig erschreckt und mit einem Grinsen an den TANZENDEN TEUFEL erinnert … Zumindest hab ich sofort an diese Folge gedacht, als der erste Fremdkontakt in Küstennähe sich hier lautstark in meine Ohren gebrüllt hat. Und jetzt ratet mal, wer von den Jungs dabei die meiste Angst hatte? Peter „der Schisser“ Shaw na klar! Warum der falsche Pirat die Jungs aber direkt zu einer Limo einlädt, ohne dass sie überhaupt zu ihm wollten oder sie sich kennen, fand ich schon sehr merkwürdig.

Beim nächsten Schrei allerdings hatte ich auch Gänsehaut … ich gebs ja zu … Es ist aber auch kein Spaß mehr, wenn ein Kind verschwindet. Allerdings zeigt sich mit dem Vater des Kindes hier der schwächste Sprecher im Vergleich zu den Veteranen. Das liegt aber auch an der Schriftsprache, die ihm vom Skript in den Mund gelegt wird. Da klingt sein Part noch mal extra abgelesen. Ich behaupte einfach mal, dass niemand außer Justus „fürwahr“ sagt.

Dennoch wird dieser Fall mit jedem Kind immer unheimlicher und sonderbarer … und der Hörer will spätestens jetzt auch wissen, was denn mit dem alten Mann ist, der offenbar nur von Kindern zu sehen aus dem Meer kommt und dann wieder verschwindet. Aber Moment … der Fan, der sich alles merkt, was mit mit den drei Jungdetektiven zu tun, hat auf einmal den FELS DER DÄMONEN im Kopf … Folge 133 … ein verängstigtes Kind, das einen Zwerg in einer Bucht gesehen hat … hmmm … und das Ganze auch noch vom gleichen Autor geschrieben? Doppel-hmmm.

Und mit jeder Hörminute wird immer deutlicher, wie zusammengeschustert dieser Fall ist. Ständig hatte ich das Gefühl, dass ich diese und jene Szene schon mal gesehen oder gehört habe. Auch die Ermittlungen und Merkwürdigkeiten, die Personen, die plötzlich wieder in der Geschichte auftauchen und besser ins Bild passen oder Zusammenhänge erkennen lassen … das alles fühlt sich sehr konstruiert an. So will der Hörer schon wissen, wie sich das alles auflöst, weiß aber im Grunde, dass er eine Auflösung präsentiert bekommen wird, auf die er im Leben nicht hätte kommen können oder aber die er auch schon irgendwo mal gehört hat.

Sicher ist nach 170 Fällen die eine oder andere Idee dabei, die zwangsweise mehrfach schon mal aufgegriffen wurde. Dennoch könnte auch so etwas spannend sein, wenn ein paar interessante und vor allem unerwartete Wendungen eingebaut werden. Und das schaffen einige Autoren immer noch. Hier allerdings werden wir an die Hand genommen und durchwandern ein „Die drei ??? Fall- und Gruselkabinett“ und würfeln uns ein Abenteuer und ein am Reißbrett entworfenes Ende zusammen. Einen zu großen Schuss Drama und Hektik noch dazu, garniert mit einem übernervösen Peter und fertig. Für mich waren es allerdings ein wenig zu viele Zutaten und zu viele Leute. Das verwirrt mehr als es unterhält … auch nachdem Justus es am Ende lang und breit erläutert … was er hier auch muss.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Thomas Fritsch
Justus Jonas – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw – Jens Wawrczeck
Bob Andrews – Andreas Fröhlich
Harry Salas – Pat Murphy
Vanessa Goodstein – Simone Ritscher
Eliah Cristobal – Stephan Schwartz
Albert Goodstein – Manfred Reddemann
Ben Kramer – Jan-Christof Kick
Fiona Kramer – Lilian Körting
Wirt – Harald Halgardt
Jimmy Blue Eye – Ulli Potofski
1. Mann – Achim Schülke
2. Mann – Fabian Harloff
Frau – Saskia Weckler
Rosaria – Gela del Este
Silvie – Katharina von Keller
Jessy – Manuela Bäcker
Sergeant – Alexander Stamm
Polizist – Gordon Piedesack
Rikuo Yamamoto – Toru Takahashi

Trackliste:

1. Der Mann im Meer
2. Der Schrecken der sieben Meere
3. Jimmy Blue Eye
4. Das Schicksal der Kassiopeia
5. Irrungen und Wirrungen
6. Das Grauen im Nebel
7. brahams Geheimnis
8. Schreiende Schatten
9. Bodycheck
10. Tod im Spiegel

Technik-Credits:

Erzählt von Marco Sonnleitner
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Jens-Peter Morgenstern / Betty George / Jan-Friedrich Conrad / Constantin Stahlberg / Händel
(P) & (c) 2014 SONY MUSIC ENTERTAINMENT (GERMANY) GmbH

Die Ausstattung:

Die schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Doppelseite mit zehn Cover von ausgewählten Drei-???-Hörspielen. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die nächste Folge 172 „… und der Eisenmann“. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.

Mein Fazit:

Gestalten, die nicht jeder sieht, Buh-Momente ohne Ende, Schreie und ständig dieses Gefühl, dass man das alles irgendwo schon mal erlebt hat. Wie ein Schnelldurchlauf durch viele vergangene Folgen des Detektivtrios fühlt sich dieses Abenteuer an. Jede Menge Zutaten, aus denen früher mal eine einzelne Folge gebaut wurde, reihen sich hier aneinander. Das war mir ein wenig zu viel des Guten und ließ mich das eine und andere Mal „Is ja gut jetzt“ sagen. Wer aber noch nicht so viele Hörspiele gehört hat oder wem so etwas nichts ausmacht, der wird hier durchaus gruselig und hektisch-dramatisch-spannend unterhalten. Wenn auch konstruiert übertrieben und mit einer großen Idee zu vielen Personen. Und der Abschlusslacher auf Kosten Bobs klingt nicht nur gequält, sondern fühlt sich auch so an.

1 Audio-CD mit 67 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
EAN: 888430092921

www.natuerlichvoneuropa.de

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