Theodor Hildebrand – Lodoiska (Gruselkabinett 79)

Bedingungslose Nemesis: Blut um Blut, Frau um Frau

Alfred Lobenthal verlässt mit seiner Familie Hals über Kopf Berlin. Es verschlägt sie in einen einsamen Landstrich, hier bezieht die Familie ein Schloss. Nach einem Jahr begibt sich Alfred auf Reisen. Wer ist die mysteriöse Frau in Trauerkleidung, die mit ihrem furchteinflößenden Diener in das nahegelegene, verfallene Haus im Wald gezogen ist und es stets nur tief verschleiert und mit Handschuhen verlässt? Weder Alfreds Frau noch seine Kinder können sich dem Bann der Unbekannten entziehen … (erweiterte Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt sein Hörspiel ab 14 Jahren.

Der Autor

Die Erzählung „Der Vampyr oder die Todtenbraut“ aus dem Jahr 1828 dient dem Hörspiel als Vorlage. Der seinerzeit beliebte Unterhaltungsschriftsteller Theodor Hildebrand (1794–1859) war mit seinem Roman „Der Vampyr oder die Todtenbraut. Ein Roman nach neugriechischen Volkssagen“ einer der ersten Autoren des Vampirromans, der zum Wegbereiter der modernen Horrorliteratur wurde. Dieses Buch ist ohne Probleme bei Amazon & Co. zu bekommen.

Die Sprecher/Die Inszenierung

Die Rollen und ihre Sprecher:

Erzähler: Hasso Zorn
Alfred Lobenthal: Sascha Wussow
Helene Lobenthal: Susanne Uhlen
Julchen Lobenthal: Lene Bierstedt
Mina Lobenthal: Hanna Bierstedt
Unteroffizier Werner: Dieter Brandecker
Lisette: Arianne Borbach
Lodoiska: Jana Nagyova
Ladislaus: Axel Lutter
Dr. Wildenau: Claus Thull-Emden

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand bei Titania Medien Studio und in den Planet Earth Studios statt. Die detailreiche Illustration stammt von Ertugrul Edirne.

Handlung

Im Jahr 1818 lebt die Familie von Oberst Alfred Lobenthal gemütlich in Berlin. Der Deutsche ist nach seiner Teilnahme am Moldaufeldzug 1812 aus russischen Diensten ausgetreten und hat mit seiner Frau Helene mittlerweile die Töchter Mina und Julchen. Doch eines Tages befiehlt er Knall auf Fall die Abreise noch am nächsten Tag. Haben ihn seine politischen Ansichten unbeliebt gemacht, fragt Helene. Doch nein, sagt er, er habe nur einen Großteil seines Vermögens verloren.

Das erklärt aber wohl kaum, warum sie ausgerechnet nach Böhmen ziehen soll und dann doch in ein Schloss. Offenbar ist noch etwas Kleingeld übrig geblieben – oder er hat sie angeschnwindelt. Wie auch immer: Sein getreuer Unteroffizier und ehemaliger Kriegskamerad Werner hat das Schloss gemietet und für Köchin Lisette und andere Bedienstete gesorgt. Alles scheint für Helene in Butter zu sein.

Ein Jahr vergeht, als sich das Blatt erneut wendet. Er sagt, er müsse seine Schwester in Stettin besuchen, deren Ehe gekittet werden müsse. Werner vertrete ihn solange. Weil sich Helene einsam und unruhig fühlt, schließt sie gerne Bekanntschaft mit der neuen Nachbarin, von der ihr Lisette erzählt hat. Eine verschleierte Dame, die mit ihrem bleichen Diener Ladislaw in das verfallene Haus im Wald eingezogen sei. Werner kommt diese Frau nicht geheuer vor. Ist sie etwa von zweifelhaftem Ruf?

Helene setzt sich durch und lässt ihre Töchter mit der Frau spielen, die sich mit Spielsachen revanchiert. Sie nennt sich Lodoiska und trägt immerzu Handschuhe. Werner sträubt sich vergeblich gegen diese Bekanntschaft und beginnt, einen Brief nach dem anderen an Alfred Lobenthal zu schreiben, um Anweisungen zu erhalten. Kein einziger erreicht seinen Bestimmungsort. Immer wenn er aus unruhigen Träumen erwacht, ist der Brief entweder zerfetzt oder durch Blutflecken unleserlich gemacht. Selbst ein Kurier nützt nichts: Er findet den Brief wieder in seiner Schublade. Also muss er die Sache selbst in die Hand nehmen.

Als Werner sie zur Rede stellt, klagt sie, Lobenthal habe ihr einst Unrecht angetan und seinen Blutschwur, den er ihr 1812 in der Walachei gab, gebrochen. Er habe wohl immer noch das entsprechende Dokument, nicht wahr? Auch Helene besucht die unheimliche Lodoiska, von der eine unterschwellige Feindseligkeit ausgeht. Diese warnt Helene vor ihrer Gegenwart, die wir eine Pestilenz wirke. Eine bloße Berührung verbittet sie sich. Die herzensgute helene will für die Frau, die offenbar Opfer einer unglückliche Liebe ist, beten.

Nach einer weiteren Auseinandersetzung mit Lodosika und Ladislaw droht Werner mit der Obrigkeit. Das schreckt die verschleierte Frau keineswegs. Als er in seine Kammer zurückkehrt, ist sein Säbel in vier kurze Teile zerbrochen. Am nächsten Morgen ist das Dorf in Aufruhr: Eine Braut, die heiraten wollte, wird völlig blutleer und mit einem Bissmal tot aufgefunden. Lisette, die Köchin, weiß Bescheid: Es ist der Vampyr, das Ungeheuer aus der Walachei, das über den Ort gekommen ist.

Doch als Lodoiskas Haus niederbrennt, nimmt Helene die vermeintlich obdachlose Lodoiska in ihrem Schloss auf. Schon bald beginnt eines der Mädchen verdächtige Symptome von Blutarmut zu zeigen…

Mein Eindruck

Der Rest der Handlung ist relativ vorhersehbar, doch der Schluss keineswegs. Schließlich schafft es Lobenthal doch noch, nach Hause zu kommen. Dort empfängt ihn der letzte Rest von dem, was einmal seine Familie war: der Geist seiner Frau. Nur sie weiß ihm einen Rat gegen den Ungeist der Vernichtung, den sie in ihre Mitte aufgenommen hat. Die Anwendung dieser List gegen die Untote ist allerdings nicht die letzte Wendung dieses einfallsreichen Garns.

Kultur- und literaturhistorisch von großem Interesse ist die Art und Weise, wie der Blutschwur zwischen Lodoiska, die einst ein Bauernmädchen war, und Lobenthal, der ihr erst das Eheversprechen gab und sie dann, nachdem er seinen Vorteil ausgenutzt hatte, sitzenließ, um eine andere, Standesgemäßere, nämlich Helene, zu heiraten. Dieser Blutschwur ist eine komplizierte Sache, wie ich sie noch nie zuvor angetroffen habe.

Erstens besteht der Schwur aus dem üblichen Eheversprechen; zweitens aus einem geschriebenen Dokument, das mit Blut verfasst wird; damit nicht genug, wird dieser Vertrag fünf Tage unter einen Grabstein auf dem Friedhof gelegt. Damit wird bereits angedeutet, dass ein Bruch des Vertrags nur in einem höchst kühlen Bett enden kann, nämlich sechs Fuß tief unter der Erde.

Die Rache der betrogenen Liebenden vollzieht sich nach dem Prinzip des Alten Testaments: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Eidbruch hat Lodoiskas Familie ausgelöscht. Sie beging erst Selbstmord, dann starben ihre Eltern an gebrochenem Herzen, denn sie war ihr Augenstern. Nun, aus dem Grab zurückgekehrt und mit der Macht der Finsternis ausgestattet, vollzieht Lodoiska systematisch die Auslöschung von Lobenthals Familie.

Als raffinierte Ankündigung des unausweichlichen Endes erblickt Unteroffizier Werner die Folgen der Untreue, die er selbst einzufädeln mithalf. Selbstverständlich muss auch er für diese Schuld zahlen. Sein Tod ist nur eine Vorahnung von dem, was noch folgen soll. Sein Traum, der ihn vor Lodoiska warnt, ist wirklich anrührend gestaltet: ein Haus voller Trauer und Kummer ist es, was Lobenthal und Werner zurückließen. Und in ein solches Haus soll Lobenthal aus Stettin zurückkehren. Die Spiegelung der Ereignisse wird fast bis ins Detail durchexerziert. Nur eine Person kommt davon, doch es darf nicht verraten werden, welche.

Der Showdown zwischen Lodoiska und Lobenthal ist besonders reizvoll gestaltet. Sie, die Untote, will immer noch seine Liebe zurückhaben. Es wäre seine allerletzte Chance, sich selbst und Helene zu retten. Doch an eine erneute Untreue, diesmal gegenüber Helene, ist nicht zu denken, ebensowenig an eine Ehe mit einer Vampirin. Die Krise spitzt sich zu, als Lodoiska nicht mal mehr im Sarg bleiben will… Ob die List, die Helene ihm verraten hat, um über die Untote zu siegen, wirklich helfen wird? Eine letzte Begegnung nimmt eine unerwartete Wendung. Sogar die letzte Pointe hält noch einen Tiefschlag bereit.

Keine Dracula-Kopie

Obwohl diese Vampirerzählung rund zehn Jahre nach John Polidoris Erzählung „Der Vampyr“ veröffentlicht wurde, orientiert sie sich angeblich an neugriechischen Legenden von Blutsaugern und Totenbräuten. Gemeinsam ist den beiden Erzählungen das Motiv der Rückkehr von den Toten und das der Schuld, die gesühnt werden muss. Interessant ist bei Hildebrand die Verankerung in einer historischen Zeit und an einem Ort, der den deutschen Lesern gar nicht so weit entfernt erschien: Die Walachei kommt gleich hinter Österreich-Ungarn, an der Donau, wo viele Schwaben siedelten. Von Transsylvanien in Siebenbürgen, wo ebenfalls viele Deutsche siedelten, hatte man bis dato noch keine schlimme Kunde, die kam erst mit Bram Stokers Bestseller „Dracula“ um die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert.

Besonders reizvoll sind die zahlreichen Motive der Schwarzen Romantik, wie sie etwa E. T. A. Hoffmann den Berlinern bekannt gemacht hatte. Die – mitunter nichts ahnende – Verstrickung in Schuld, die Aufhebung des Todes und natürlich Sünde und Sühne. In „Lodoiska“ ist der romantisch-liebende Aspekt hervorgehoben, nimmt aber zunehmend unheimliche und vernichtende Charakterisika an.

Helene nimmt die Untote als schweres Ungeheuer wahr, das – wie in einem berühmten Gemälde des Schweizers Füßli – wie ein Nachmahr auf ihr hockt und sie ihres Lebens beraubt. Wo Helene die lebensspendende Kraft der Liebe verkörpert, ist Lodoiska die absolute Verneinung dieses Prinzips: Ihre Liebe, die sich immer noch bedingungslos an Lobenthal klammert, vernichtet Leben. Die Lösung des Problems kann nur in einer allgemeinen Serie von Toden enden. Die Frage ist aber: Wenn der Tod schließlich aufgehoben ist, wer ist dann verdammt, noch weiterzuleben?

Die Sprecher/Die Inszenierung

Die Sprecher

Jana Nagyova war die Darstellerin der Prinzessin Arabella in der TV-Serie „Die Märchenbraut“ und Susanne Uhlen seinerzeit beim WDR ihre deutsche Synchronstimme. Ihr Akzent ist eindeutig slawisch, und das ist genau der, welcher hier gebraucht wird. Lobenthal ist ein Fremdkörper in der Kultur, aus der Lodoiska stammt, und umgekehrt ist sie eine Fremde in Böhmen, ja, sogar in der Welt der Lebenden. Ich fand die Aussprache also absolut passend.

Susanne Uhlen spricht Helene Lobenthal zwar als treue und liebevolle Gattin, doch hat ihren eigenen Kopf, wenn es darauf ankommt und trifft eigenständige Entscheidungen, so etwa über die Aufnahme Lodoiskas ins Schloss. Sie steht zu ihrem Mann selbst über den Tod hinaus, denn sie verkörpert die lebenspendende Liebe und bekämpft die tödliche Liebe der Rivalin auch noch als Geist.

Die Figur des Lobenthal ist die meiste Zeit abwesend, was schade ist – und folgenreich. An seiner Statt agiert Uffz. Werner, gesprochen von Dieter Brandecker. Er ist schon ein älterer Mann, wohl so um die Vierzig, also lebenserfahren. Und er weiß, das er in Lodoiska seine Nemesis vor sich hat. Brandecker verleiht Werner eine zwar gehorsame, aber nötigenfalls auch zupackende Charakteristik, die auch vor gewaltsamen Taten nicht zurückschreckt – schließlich war Werner ja im Krieg. Dies ist die Voraussetzung für die beste Actionszene dieses Hörspiels.

Geräusche

Die Geräusche sind in etwa die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut, meist aber reichen Andeutungen aus. Das Feuer knistert im offenen Kamin bei Lobenthals, die Kutsche rattert und poltert. Auch Türen öffnen sich allenthalben knarrend und quietschend.

Wunderbar inszeniert sind immer wieder Gewitter: Glocken künden sie an, mitunter auch ein Käuzchenruf („frag nicht, wen es ruft, es ruft nach dir, schuhu!“), dann folgt Donnergrollen, schließlich bricht der Sturm los. Das feurige Gegenteil bildet der Brand von Lodoiskas Haus: Die Flammen prasseln und im Hintergrund hört man aufgeregt Leute, die versuchen, den Brand zu löschen. Das ist akustisches 3D.

Über die akustische Darstellung von Vampiren und ihrem unheiligen Treiben kann man sich streiten. Ist es unheimlich und glaubhaft, wenn sich ein Bluttrinker hörbar an seinem Opfer labt? Ist es statthaft, wenn der hungrige Vampir einen Mann geifernd und grollend anfällt, als wäre er ein Werwolf, und ihn auszusaugen beginnt?

Musik

Die untermalende Musik, die unterschwellig die Emotionen des Hörers steuert, wechselt zwischen idyllischen Passagen des harmonischen Familienlebens, unruhigen Auftritten Lodoiskas und schließlich unheimlichen Harmonien und Rhythmen, wenn die Vampirin ans Werk geht und die Lebenden ein finsterer Verdacht beschleicht. Meist hält sie sich sehr im Hintergrund. Man muss schon genau hinhören, um ihren wechselnden Charakter zu identifizieren.

Nur an einer Stelle tritt sie in den Vordergrund, nämlich als Lobenthal seinen Liebessieg über die junge Lodoiska auskostet, er sie also endlich im Bett hat. Wo eben noch eine sehr romantische Solo-Violine ihr süßes Lied gesungen hat, schwingt sich nun das gesamte Orchester zu einem triumphalen Crescendo auf.

Musik, Geräusche und Stimmen wurden so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

Das Booklet

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Ertugrul Edirne fand ich diesmal passend und sehr detailreich. Der schwarze Handschuh, den die Dame hochhält, ist deshalb so in den Vordergrund gerückt, weil er im Finale eine ganze besondere Bedeutung hat. Firuz Akin macht auch Werbung für sein Buch „Illustration“, das im Heider Verlag erschien.

Im Booklet sind Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 78: Lovecraft: Das Ding auf der Schwelle
Nr. 79: Theodor Hildebrand: Lodoiska
Nr. 80+81: Lewis: Der Mönch 1+2
Nr. 82: Henry S. Whitehead: Der Zombie
Nr. 83: Allen Upward: Heimgesucht

Ab März 2014:
Nr. 84: John Willard: Die Katze und der Kanarienvogel Teil 1 (nach dem Theaterstück)
Nr. 85: dito: Die Katze und der Kanarienvogel Teil 2
Nr. 86: Robert E. Howard: Die Kreatur
Nr. 87: H.H. Ewers: Alraune
Nr. 88: William Wymark Jacobs: Die Affenpfote (1902)
Nr. 89: Per McGraup: Heimgekehrt

Unterm Strich

„Lodoiska“ ist ein echtes Juwel der späten Schwarzen Romantik. Von E. T. A. Hoffmann geprägt, wird hier stets eine Schuld auf mehr oder weniger schreckliche Weise gesühnt. Erstaunlich ist in der Geschichte von Hildebrand jedoch das alttestamentarische Prinzip der Rache im Sinne von Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Weil ein deutscher Soldat in russischen Diensten sein feierliches Eheversprechen gebrochen hat, wird fast seine ganze Familie ausgelöscht. Die tote Wiedergänger-Braut ist nicht nur seine Nemesis, sondern auch die seiner Familie. Die Rache ist hier nicht mehr individuell, sondern grenzt schon an Sippenhaft. Gut möglich, dass der Autor ein deutsch-österreichisches Schuldgefühl gegenüber den unterjochten slawischen Völkern in Ungarn, Galizien und Rumänien verarbeitet hat.

Recht gibt ihm die Historie: Die Ungarn standen gegen die k.u.k. Unterdrücker auf, doch ihr Freiheitskampf wurde blutig niedergeschlagen. Schließlich kamm es zur Bildung einer serbischen Terrorgruppe von sieben Männern. Einem von ihnen gelang es 1914, in Sarajewo den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau zu erschießen. Dieser Terrorakt löste den Untergang der Alten Welt im Verlauf des Ersten Weltkriegs aus (der natürlich auch wieder auf dem Balkan geführt wurde, wo die Österreicher gegen die Russen kämpften). Lodoiskas gnadenloser Rachezug ist dagegen ein laues Lüftchen.

Das Hörspiel

Die Umsetzung des Romans ist übersichtlich gestaltet und führt den nichtsahnenden Hörer aus der Familienidylle der Lobenthals zunehmend auf unsicheres Terrain, als Helene und Werner Lodoiska kennenlernen. Sobald dieser Schutzwall in einer actionreichen Auseinandersetzung zwischen Werner und dem Vampir durchbrochen ist, beginnt der Horror mit aller Macht und hört nicht auf, bis es im Finale zu einer Art Lösung kommt.

Die Musik ist sehr stimmungsvoll und tritt an einer Stelle besonders hervor, um die Erfüllung der Liebe zwischen Lodoiska und Lobenthal triumphierend zu beschreiben. Das Finale ist die zweite Erfüllung dieser Liebe, aber unter umgekehrten Vorzeichen. Passende Geräusche untermalen die Handlung auf halb realistische, aber genretypische Weise. Wehe, wenn das Käuzchen ruft! Dann weiß der Hörer, dass Unheil naht.

Innerhalb der Schwarzen Romantik bildet „Lodoiska“ eine unerwartet schön und gehaltvoll umgesetzte Vampirgeschichte, der Romantik, Liebe, Sühne und Action miteinander vereint. Für mich ist das die optimale Mischung für ein Gruselkabinett-Hörspiel. Wer mehr Action sucht, sollte sich an die Robert-E.-Howard-Titel dieser Reihe halten.

Audio-CD mit 79 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Lodoiska (1828)
www.titania-medien.de

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