Die Kopenhagener Polizei muss sich gleich mit einer Vielzahl von Fällen beschäftigen. Ein irrer Autofahrer hat es auf junge Frauen abgesehen und überfährt innerhalb weniger Tage gleich mehrere Opfer, die an ihren Verletzungen sterben. Eine alte Frau wurde ermordet im Park aufgefunden und eine Kollegin aus dem Sonderdezernat Q wird immer wieder von mysteriösen Geistern heimgesucht.
Inhalt
Rigmor Zimmermann, eine alte Frau die gerne mit ihrem Geld prahlt, unterstützt sowohl ihre Tochter Birgit als auch ihre Enkelin Denise finanziell, obwohl sie untereinander kein gutes Verhältnis zueinander pflegen. Als Rigmor in einem Park ermordet aufgefunden wird, geraten ihre beiden Verwandten – besonders Denise – in Verdacht an der Tat beteiligt zu sein.
Zeitgleich scheint ein Wahnsinniger auf Kopenhagens Straßen unterwegs zu sein. Abgesehen hat er es auf junge Frauen, diese nietet er eine nach der anderen um und es scheint kein Ende in Sicht zu sein.
Während Carl eine Verbindung zwischen dem aktuellen Mord an Rigmor Zimmermann und einem lange zurückliegenden Mord erahnt, muss er in der höheren Chefetage Rede und Antwort für die miserable Aufklärungsrate seiner Abteilung stehen. Dass ausgerechnet Rose diese umstrittene Zahl berichtigen könnte, ist Ironie des Schicksals, denn diese kämpft gerade mit ihrer eigenen Psyche. Die hat scheinbar ein großes Problem mit ihrer Vergangenheit, welches sie bis heute nicht verarbeitet hat und sie nun immer wieder einholt. Doch sowohl Carl und Assad als auch Gordon gelingt es nicht, bis zu ihren Gedanken vorzudringen. Die wohl größte Herausforderung aller Zeiten liegt vor dem Trio des Sonderdezernats Q.
Mein Eindruck
Nach einem Prolog, der im Jahre 1995 handelt, steigt die Geschichte im Jahre 2016 wieder ein. Der Prolog scheint zunächst und auch noch lange Zeit nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun zu haben. Doch wer die Bücher des dänischen Bestseller-Autors kennt weiß, dass kein Wort umsonst geschrieben wird. Die Aufklärung bzw. der Sinn des Prologs wird also ganz sicher noch folgen.
Es fällt gleich zu Beginn etwas schwer den Überblick bei den ganzen Personen zu behalten. In nahezu jedem Kapitel, zumindest in den ersten, scheint der Autor eine Handvoll neue Gesichter in die Runde zu werfen. Auch die Schauplätze sind jedes Mal andere, was direkt den Eindruck erweckt, dass es sich auch im neuesten Fall wieder um eine komplizierte Kiste mit vielen einzelnen Erzählsträngen handelt. Diese Vielzahl von einzelnen losen Fäden hat mir einen sanften Einstieg in das Buch leider sehr schwer gemacht und der Anfang war daher für mich eher etwas zäh und anstrengend.
Doch durch die bekannt sehr angenehme und spannende Schreibweise des Autors kommt ein „Aufgeben“ nicht in Frage. Und schneller als man zunächst denkt, ist man doch Teil dieser Geschichte und versucht euphorisch und mit viel Köpfchen die einzelnen Fäden zu einem dicken Strick zusammenzubündeln – dies gelingt mal besser mal schlechter und nur bedingt. Den wirklichen Durchblick bringt halt nur das Weiterlesen.
Natürlich trifft man auch im siebten Band dieser Reihe wieder auf alte Hasen. Carl verbessert sprachlich den sympathischen Araber Assad immer noch an jeder sich bietenden Gelegenheit. Dieser hockt nach wie vor regelmäßig auf seinem Gebetsteppich und kocht immer noch viel zu starken Kaffee und Gordon ist nach wie vor der lange Schlacks, der mehr oder weniger ständig auf der Leitung zu stehen scheint. Für den ein oder anderen Lacher im Buch ist also gesorgt.
Wie immer bin ich begeistert von der Phantasie des Autors und der Tatsache, wie gut durchdacht seine Fälle immer sind. Es erweckt den Eindruck, dass er die Geschichte von allen möglichen und unmöglichen Sichtweisen aus betrachtet, bevor er ein Wort niederschreibt. Anders könnte ich mir nicht erklären, dass er immer wieder so formvollendet und runde Plots hinlegt, bei denen keine Frage offen bleibt.
Über den Autor
Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit den Thrillern ›Erbarmen‹, ›Schändung‹, ›Erlösung‹, ›Verachtung‹, ›Erwartung‹ und ›Verheißung‹ sowie mit seinen Romanen ›Das Alphabethaus‹, ›Das Washington Dekret‹ und ›TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern‹ stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erscheinen in über 40 Ländern und werden mehrfach verfilmt. (Verlagsinfo)
Fazit
Natürlich, wie zu erwarten, ist auch der neue Fall für Carl und Co. absolute Oberklasse und lesenswert – nicht nur für Fans. An dieser Stelle ist noch einmal ausdrücklich zu erwähnen, dass es sich bei jedem Buch um einen separat abgeschlossenen Fall handelt, so dass ein Quereinstieg in diese Reihe zwar schade, aber durchaus möglich ist.
Für mich persönlich sind die ersten drei Bände immer noch unangefochten die besten der Reihe, dennoch war ich auch nach den anderen nie enttäuscht und bin es auch jetzt nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass es das Sonderdezernat Q (in dieser Aufstellung) noch lange geben wird.
Gebunden: 576 Seiten
Originaltitel: SELFIES
Ins Deutsche übersetzt von Hannes Thiess
Besprochene Auflage: 1 (März 2017)
ISBN: 3423281073
www.dtv.de
www.adler-olsen.de
Der Autor vergibt: