Archiv der Kategorie: Film

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – Das offizielle Begleitbuch: Figuren Landschaften Orte

Mit Gandalfs Segen: fotogenes HOBBIT-Begleitbuch

„Das offizielle Begleitbuch zu »Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere« ist die passende Verbindung von Buch und Film. Hier werden die Figuren, Schauplätze und Orte des Films vorgestellt. Viele Fotos und informativer Text rund um Bilbo und seine Gefährten lassen keine Fragen offen.

– Exklusivmaterial zu Figuren
– Schauplätzen und Orten
– Mehr als 100 Fotografien“ (Verlagsinfo)

Dieses offizielle Begleitbuch enthält ein Vorwort von Sir Ian McKellen, dem Darsteller Gandalfs.

Die Autorin

Die Britin Jude Fisher (ein Pseudonym) hat 20 Jahre lang als Verlegerin und Buchhändlerin gearbeitet und ist Autorin aller „Offiziellen Begleitbücher“ (Visual Companions) der drei „Herr der Ringe“-Filme. Außerdem hat sie selbst einen Fantasyroman (dt. bei Blanvalet) verfasst und eigentlich Spezialistin für altisländische Texte (Die Edda usw.). Laut Verlag hat sie unter dem Pseudonym „Gabriel King“ vier Romane verfasst, und wie man weiß, handelt sich dabei um mindestens zwei Katzen-Fantasy-Romane, die bei Heyne erschienen sind: „Auf geheimen Pfaden“ und „Die Goldene Katze“.

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Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere. Die Geschichte in Fotos

»Die Geschichte in Fotos« hält die Höhepunkte von »Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere« mit exklusiven Filmfotos und kurzen Beschreibungen fest.
– Leicht lesbare Zusammenfassung
– Die ideale Ergänzung zum Film für junge Fans (Verlagsinfo)

 

Inhalt

Eine „Geschichte in Fotos“ hat erstens die Akteure zu präsentieren und zweitens die Handlung nachvollziehbar zu präsentieren. Zur Handlung gehören natürlich auch Schauplätze. Nach einem 20 Seiten langen Rückblick auf die wesentlichen Ereignisse, die wir bereits aus „Smaugs Einöde“ kennen, wird dem Leser der kurzen Begleittexte klargemacht, dass eine große finale Auseinandersetzung ansteht.

Schon das Titelbild zeigt eines der entscheidenden Duelle, die über das Wohl und Wehe von Mittelerde entscheiden: Smaug stürzt sich auf Seestadt, um es mit seinem Feueratem in Schutt und Asche zu legen. Nur Bard, der einstige Fährmann und jetzige Bogenschütze, stellt sich ihm entgegen. Welche Erfolgsaussichten er dabei hat, ist eine nebensächliche Frage. Seinen erfolgreichen Schuss mit der Windlanze sehen wir nicht, aber auf S. 18 ist sein Vorfahr Girion abgebildet (ebenfalls Luke Evans), der seinerzeit ebenfalls versucht hat, damit den Drachen vom Himmel zu holen. Wird es diesmal Bard gelingen? Dieses Buch verrät es uns nicht.

Vielmehr sehen wir Bard zweimal in dem vom Drachen Thal. Er ist nun Anführer der Überlebenden Seestadts und führt sie, ausgerüstet mit alten Rüstungen gegen die angreifenden Orks von Azog dem Schänder. Wird Thranduil, der Elbenkönig, der nun von den Zwergen fordert, was ihm gehört, zur Seite stehen?

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Paddy Kampshell: Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere (Rätsel- und Sammelbuch 3)

Der dritte Rätsel- und Sammelband zum Film »Der Hobbit- Die Schlacht der fünf Heere « richtet sich an alle jungen Hobbit-Fans und enthält viele Rätselspiele, tolle Fotos und Neuigkeiten rund um den Film. Text, Fotos und Rätsel werden kombiniert und laden ein zum Versinken in eine Welt, in der garantiert keine Langeweile aufkommt.

„Hast du das Zeug dazu, Bilbo Beutlin und seinen Freunden auf der letzten Etappe ihrer gefährlichen Reise beizustehen und ihnen zu helfen, das verlorene Zwergenreich von Erebor zurückzuerobern?“, fragt die Verlagsinfo. Allerdings wissen wir bereits aus Teil 2, dass die Zwerge bereits Smaug aus seinem Versteck vertrieben haben. Insofern scheint dieser Text etwas hinterm aktuellen Wissensstand herzuhinken. Worum es geht: Die Zwerge müssen Erebor verteidigen.

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Ian Brodie: Der Herr der Ringe – Reiseführer zu den Schauplätzen

Informative, bunt bebilderte Führung durch Mittelerde

Ein Reisebegleiter der besonderen Art ist der »Reiseführer zu den Schauplätzen« von »Der Herr der Ringe« für alle, die Mittelerde bereisen möchten. Die Karten mit Wegbeschreibungen zu den Drehorten sowie viele weitere Informationen zu Neuseeland mit Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurant-Tipps machen die Reise unvergesslich. (Verlagsinfo)

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Grimm – Aunt Marie’s Book of Lore

Informativ, authentisch, blutig: die Wesen-Enzyklopädie

Dieses „echte“ Buch der Monster, Waffen und Zaubertränke aus der TV-Serie GRIMM bietet Beschreibungen und Bildmaterial unterschiedlichster Art. Hier hat Tante Marie Burkhart angeblich aufgezeichnet, welche „Wesen“ sie und jeder Grimm nach ihr besiegen muss. Bekanntlich kann ein Grimm – ein Profiler des Übernatürlichen – „Wesen“ in ihrem eigentlichen Aussehen erkennen.

Aber er hat auch ungewöhnliche Freunde, die ihm dabei zur Seite stehen, darunter einen geläuterten „großen bösen Wolf“ und dessen hübsche Freundin, einen Fuchsteufel. Zusammen nehmen sie es mit den Machenschaften verführerischer „Hexenbiester“ auf, von den Abgesandten der europäischen Königsfamilien ganz zu schweigen. Denn Nick hat etwas Wertvolles, hinter dem alle Königsfamilien her sind: einen von sieben Schlüsseln, die den Weg zu einem unermesslichen Schatz weisen… (siehe http://www.amazon.co.uk/Grimm-2-75-Inch-Key-Replica/dp/1616593989/ref=pd_sim_same_b_5?ie=UTF8&refRID=0TV5NNRTEMYT4CJ9P3PG).

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Daniel Falconer – Der Hobbit. Smaugs Einöde. Chroniken III. Kunst und Gestaltung

Vom Spukschloss nach Stalingrad: die Ideen hinter den Bildern

An der Entstehung des Films »Der Hobbit – Smaugs Einöde« sind hinter den Kulissen viele Künstler und Experten für Make-up, Kostüme und Special Effects beteiligt. Leser können im dritten Band der »Hobbit-Chroniken«-Serie erneut den Prozess ihrer Arbeit anhand von Set-Fotos, Zeichnungen und Erläuterungstexten verfolgen. Ein farbenfrohes und informatives Juwel für jeden Hobbit-Fan! (Verlagsinfo)

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Brian Sibley: Der Hobbit – Smaugs Einöde. Das offizielle Filmbuch

In Konversation mit dem Drachen: der rasende Reporter von Mittelerde

„Geh auf Reisen in die magische Welt des Hobbit Bilbo Beutlin. Mit dabei sind in exklusiven Interviews Regisseur Peter Jackson, die Schauspieler Martin Freeman und Orlando Bloom sowie die wichtigsten Macher des Films. Außerdem begegnest du allen Darstellern der neuen großen Filmrollen: Stephen Fry als Bürgermeister von Seestadt, Evangeline Lilly, die wunderschöne Elbe Tauriel, und natürlich Benedict Cumberbatch, der die Geheimnisse seiner Rolle als Drache Smaug preisgibt.

Dieses offizielle Filmbuch ist reich bebildert, darunter viele Aufnahmen, die hinter den Kulissen entstanden: Fotos von Schauspielern, Fabelwesen und Kostümen sowie zahlreicher Szenen mit Spezialeffekten. Ein Muss für alle Fans der preisgekrönten Filmtrilogie.“ (Verlagsinfo)

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Paddy Kampshell – Der Hobbit – Smaugs Einöde. Rätsel- und Sammelbuch 2

Fotogener Rätselspaß mit einigen Lücken

Der zweite Rätsel- und Sammelband zum Film »Der Hobbit- Smaugs Einöde« richtet sich an alle jungen Hobbit-Fans und enthält viele Rätselspiele, tolle Fotos und Neuigkeiten rund um den Film. Text, Fotos und Rätsel werden kombiniert und laden ein zum Versinken in eine Welt, in der garantiert keine Langeweile aufkommt. (Verlagsinfo)

Dieses Buch wendet sich an junge Filmfreunde ab zehn bis zwölf Jahren.

Der Autor

Paddy Kampshell hat den Text für sämtliche Rätsel und Biografien verfasst.

Inhalte

Die erste Doppelseite stellt dem jungen Filmfreund alle fünfzehn Gefährten vor, von Thorin Eichenschild und seinen zwölf Gefährten über Bilbo Beutlin bis hin zu Gandalf, dem geheimnisvollen Zauberer, der seine eigenen Pläne und Aufgaben verfolgt. Weitere sechs Seiten erzählen in tollen Fotos und kurzen Texten die Abenteuer, die diese Gemeinschaft im ersten Teil des dreiteiligen Filmabenteuers bestehen konnte.

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Jude Fisher: Der Hobbit – Smaugs Einöde. Das offizielle Begleitbuch. Figuren, Landschaften und Orte

Zwischen Drachenhort und Totenbeschwörer: fotogenes HOBBIT-Begleitbuch

Das offizielle Begleitbuch zu »Der Hobbit – Smaugs Einöde« ist die passende Verbindung von Buch und Film. Hier werden die Figuren, Schauplätze und Orte des Films vorgestellt. Viele Fotos und informativer Text rund um Bilbo und seine Gefährten lassen keine Fragen offen.

Das offizielle Begleitbuch enthält ein Einleitungskapitel von Richard Armitage, dem Darsteller Thorins, und folgt der aufregenden Reiseroute der Gefährten zum Erebor. Dort wartet schon der Drache Smaug auf die Helden.

Die Autorin

Die Britin Jude Fisher hat 20 Jahre lang als Verlegerin und Buchhändlerin gearbeitet und ist Autorin aller „Offiziellen Begleitbücher“ (Visual Companions) der drei „Herr der Ringe“-Filme. Außerdem hat sie selbst einen Fantasyroman (dt. bei Blanvalet) verfasst und eigentlich Spezialistin für altisländische Texte (Die Edda usw.). Laut Verlag hat sie unter dem Pseudonym „Gabriel King“ vier Romane verfasst, und wie man weiß, handelt sich dabei um mindestens zwei Katzen-Fantasy-Romane, die bei Heyne erschienen sind: „Auf geheimen Pfaden“ und „Die Goldene Katze“.

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Der Hobbit – Smaugs Einöde. Die Geschichte in Fotos

Helden in Centerfolds: zwischen Goldgier und Überlebenskampf

„Die Geschichte in Fotos“ hält die Höhepunkte von „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ mit exklusiven Filmfotos und kurzen Beschreibungen fest. Der Band folgt dabei chronologisch den Abenteuern der Gefährten und ist die ideale Ergänzung zum Film für junge Hobbit-Fans. (Verlagsinfo)

Inhalt

Eine „Geschichte in Fotos“ hat erstens die Akteure zu präsentieren und zweitens die Handlung nachvollziehbar zu präsentieren. Zur Handlung gehören natürlich auch Schauplätze. Nach einem kurzen Rückblick auf die wesentlichen Ereignisse, die Bilbo Beutlin bislang erlebt hat, wird dem Leser der kurzen Begleittexte klargemacht, dass große Orks auf Riesenwölfen, Wargs, die Schar der Abenteurer verfolgt, denen sich Bilbo so leichtsinnig angeschlossen hat.

Sie begegnen dem Gestaltwandler Beorn, der sie vor den Wargs beschützt hat. Leider ist seine andere Gestalt, die eines Bären, nicht sonderlich vertrauenerweckend. Deshalb und weil die Zeit drängt, bricht die Schar am nächsten Morgen wieder auf – ohne Gandalf! Er habe eine Warnung erhalten und müsse einem Ruf nach Süden folgen. Sie aber, die 13 Zwerge und der Hobbit, sollen der Elbenstraße folgen, die sie sicherlich durch den Düsterwald nach Seestadt führen werde. Seestadt liegt am Lake Esgaroth, der sich unter dem Einsamen Berg erstreckt, dem Ziel der Zwerge.

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Cristina Stanca-Mustea – Carl Laemmle. Der Mann, der Hollywood erfand

Inhalt:

Laupheim war (und ist) eine kleine Stadt in Württemberg. Hier nahm im Jahre 1867 eine jener Geschichten, die offenbar nur das Leben schreiben kann, ihren Anfang. Dabei schien Carl Laemmle, der in die jüdische Gemeinde seiner Heimatstadt geboren wurde, eine sichere und solide aber langweilige Laufbahn in der Textilbranche bevorzustehen. Doch nach dem Tod der Mutter siegte die Abenteuerlust. Wie schon der ältere Bruder wanderte Carl 1884 in die USA aus.

Dort versuchte er sich in vielen Berufen und hielt sich viele Jahre eher schlecht als recht über Wasser, bis er – schon beinahe vierzigjährig – sein eigentliches Metier fand: Carl Laemmle wurde auf das junge Medium Kino aufmerksam, das 1906 diesen Namen freilich noch nicht trug und sich vielmehr als Jahrmarktsattraktion darstellte. Laemmle erkannte das bisher vernachlässigte Potenzial und sorgte dafür, dass ‚seine‘ Filme in besucherfreundlich hellen und sauberen Räumen gezeigt wurden. Cristina Stanca-Mustea – Carl Laemmle. Der Mann, der Hollywood erfand weiterlesen

Stephen Rebello – Hitchcock und die Geschichte von Psycho

Filmhistoriker Rebello rekonstruiert die Geschichte des Horror-Thriller „Psycho“. Er interpretiert nicht zum x-ten Mal dessen Subtext-Ebenen, sondern konzentriert sich auf die Fakten, d. h. erläutert, woher Alfred Hitchcock die Idee für diesen zu seiner Zeit bahnbrechenden Film nahm, beschreibt die Dreharbeiten und zeichnet nach, was nach bzw. durch „Psycho“ in der Filmwelt geschah. Faktenreich und interessant geschrieben (aber leider nicht bebildert), ist dies ein mustergültiges Film-Buch nicht nur für Spezialisten. Stephen Rebello – Hitchcock und die Geschichte von Psycho weiterlesen

Jesser, Jody Duncan/Pourroy, Janine – Batman – Das Making-of der Dark-Knight-Trilogie

_Inhalt:_

Gegliedert in die drei Abschnitte „Vorproduktion“, „Produktion“ und „Postproduktion“ rekonstruieren die Film-Journalistinnen Jody Duncan Jesser und Janine Pourroy die Entstehungsgeschichte jener „Batman“-Trilogie, die Christopher Nolan zwischen 2005 und 2012 mit weltweit grandiosen Einspielergebnissen auf die Kinoleinwand brachte.

_Vorproduktion_

In einem ersten Kapitel („Drehbuch“) gehen Jesser/Pourroy auf die Geschichte der Figur ein. 1939 war Batman als Comic-Held erstmals auf Verbrecherjagd gegangen. Seitdem hatten Fernsehen und Kino mehrfach die Figur aufgegriffen. Die beiden von Tim Burton 1989 („Batman“) bzw. 1992 („Batman Returns“) gedrehten Filme gelten nicht nur als Klassiker, sondern schlugen sich auch an den Kassen bemerkenswert erfolgreich. Zwei weitere Fortsetzungen („Batman Forever“, 1995; „Batman & Robin“, 1997) hatten das hoffnungsfroh und einträglich gestartete Franchise jedoch erst beschädigt und schließlich zerstört.

Anfang des 21. Jahrhunderts konnte man davon ausgehen, dass die wütenden Zuschauer die Zumutungen der beiden letztgenannten Streifen vergessen hatten, und einen Neubeginn riskieren. Dieses Mal wollte man es richtig machen, was u. a. die Rückkehr zum düsteren, tragischen, beinahe manischen „Batman“ erforderte, der an der sich selbst auferlegten Verpflichtung, Gotham City lumpenfrei zu halten, zu zerbrechen droht.

Für „Batman Begins“ fiel die Wahl des finanzierenden Warner-Bros.-Studios auf den Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan, der bisher eher ‚kleine‘ Filme gedreht hatte, die beim Publikum und bei der Kritik aufgrund ihrer betont realistischen Machart großen Anklang gefunden hatten. Diesen Realismus wollte Nolan auch in ’seinen‘ Batman-Film einbringen – eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen, denn in einer Ära digitaler Spezialeffekte beharrte Nolan auf ‚altmodischen‘ Filmtricks, die u. a. den kompletten Überschlag eines echten Sattelschleppers in Längsrichtung vorsahen; dies nicht in einem Studio, sondern in einer richtigen Straße zwischen echten Häusern.

Realismus wurde zum Motto der „Batman“-Produktion, wie Jesser/Pourroy exemplarisch in den Kapiteln „Szenenbild“ und „Kostüme und Make-up“ belegen. Es beeinflusste auch die „Besetzung“, musste der Darsteller des Batman doch in der Lage sein, unter einem schweren Kostüm glaubhaft Emotionen und gleichzeitig den Eindruck zu vermitteln, sich heldenhaft in Häuserschluchten stürzen zu können, um überlebensgroße Bösewichte zu bekämpfen.

|Produktion|

Nolans Beharren auf Realismus i. S. von Glaubhaftigkeit durchzieht die gesamte Trilogie. Jesser/Pourroy rollen die ungemein komplexen, von Schwierigkeiten bzw. Herausforderungen geprägten Produktionen von „Batman Begins“ (Kap. 5), „The Dark Knight“ (Kap. 6) und „The Dark Knight Rises“ (Kap. 7) detailliert auf. Der oben erwähnte Sattelschlepper-Stunt wurde zur Kleinigkeit angesichts der Erschaffung einer rasch gigantomanisch anmutenden Parallelwelt, die manchmal nur in einer ehemaligen Luftschiff-Halle eingerichtet werden konnte – im Maßstab 1 : 1, wie Nolan es bevorzugt, weil beim Dreh die Schauspieler buchstäblich sehen, was im Drehbuch beschrieben steht, und das Auge des Zuschauers bestätigen kann, dass hier ohne Tricks und doppelten Boden gearbeitet wurde.

Was selbstverständlich nicht zutrifft, wie Jesser/Pourroy vor allem im Kapitel „Spezialeffekte und Stunts“ enthüllen: Die „Batman“-Trilogie zeigt die gesamte Bandbreite des filmtechnisch Machbaren, die durch Nolans zunächst in der Umsetzung oft für unmöglich gehaltene Vorgaben deutlich verbreitert wurde. Der Aufwand ist beachtlich, die Wirkung enorm.

|Postproduktion|

Dieser Aufwand setzte sich in einer Postproduktion fort, die drei bereits in der Produktion teuren Filmen noch einmal Folgekosten im dreistelligen Millionen-Bereich bescherte. Wie Jesser/Pourroy deutlich machen, lassen sich sowohl optisch monumentale als auch emotionale Szenen im Feinschliff aufwerten. „Schnitt, Musik und Sound“ (Kap. 9) heißen die drei Bereiche, in denen entsprechende Instrumente zum Einsatz kommen, wenn vor der Kamera längst Ruhe eingekehrt ist.

Einmal mehr beeindruckt der Aufwand, den beispielsweise die Sound-Spezialisten auf der Suche nach dem einen, neuen, nie gehörten Klang treiben. Endlich gewürdigt werden in Kapitel 10 („Optik“) die Digital-Hexer, die auch Nolan dort bemühen musste, wo die reale Technik definitiv versagte oder kein Mensch ohne direkte Gefahr für Leib & Leben vor die Kamera treten konnte. Zudem wurden die ‚realistischen‘ Aufnahmen nachträglich aufwändig bearbeitet, denn Hollywood weiß, wie sich Realismus künstlich verstärken lässt.

Selbst ein mit Einfallsreichtum, Liebe und Talent entstandener Film ist ein Produkt. Im 11. Kapitel („Marketing“) decken Jesser/Pourroy die Tricks auf, mit denen ein Film zum potenziellen Blockbuster getrimmt wird. Die klassischen Methoden des Trommelrührens werden im 21. Jahrhundert längst durch ein ausgefeiltes virales Marketing ergänzt. Der Aufwand ist gewaltig – hier wird nicht nur sprichwörtlich mit der Wurst nach der Speckseite geworfen.

|Gewichtige Form|

Wenn eine Filmtrilogie weltweit Zuschauer und Dollars in vierstelliger Millionensumme in die Kinos lockt bzw. einspielt, ist ein Monolith wie dieses Buch durchaus angemessen. Christopher Nolans „Batman“-Filme bieten über ihren Kassenerfolg hinaus hochwertige Unterhaltung. Dies geht über die reinen Action-Szenen hinaus, die den Atem stocken lassen. Dem ‚menschlichen Faktor‘ wird viel Spielraum gegeben, was eigentlich den einem Comic entlehnten und deshalb charakterlich eher zweidimensionalen Figuren eine bisher nicht gekannte Tiefe verleiht.

Die Entstehung dieser drei Filme rief eine Industrie auf den Plan, deren Können und Potenzial zwar bekannt ist: Hollywood lässt seit mehr als einem Jahrhundert routiniert Träume wahr werden. Dennoch macht sich der Zuschauer kein echtes Bild von dem Aufwand, der tatsächlich getrieben wird. Den Film-Journalistinnen Jesser und Pourroy ist zu verdanken, dass dieses Kunsthandwerk einem zu Recht faszinierten Leser vor Augen geführt wird. Es bleibt nur das Staunen – beispielsweise über die Anfertigung einer ganzen Serie von Bat-Mobilen, die über ihr eindrucksvolles Styling hinaus tatsächlich fahr- und sprungbereit waren, obwohl die auf den Effekt fixierten Konstruktionen eigentlich jeder physikalischen Logik spotteten.

|(Ge-) wichtiger Inhalt|

Dem trägt dieses Buch Rechnung, das bereits durch seine optische Opulenz beeindruckt. Layouter Chip Kidd zieht in Sachen Text- und Bildgestaltung alle Register seines Handwerks. Nichts bleibt hier dem Zufall überlassen, damit sich die Form wirkungsvoll mit dem Inhalt verbindet.

Aufgeschlagen klaftert „Batman – Das Making-of …“ beinahe einen halben Meter. Das Papier ist dick und glänzend; es bringt die ausschließlich farbigen Fotos bis in die Details brillant zur Geltung. Der Einband ist wuchtig und hält den Papierblock trotz seiner Masse sicher fest. Als Bettlektüre eignet sich dieses Buch nur bedingt, da es mit 2 Kilogramm Gewicht mächtig auf den Magen drückt.

Als Schwachpunkt entpuppt sich ausgerechnet der Text. Die nüchterne Erkenntnis lautet, dass in „Batman – Das Making-of …“ nicht die Informationsvermittlung im Vordergrund steht. Tatsächlich ist dies ein typisches „Coffee Table Book“, das ‚unauffällig‘ auf entsprechenden Möbelstücken platziert wird und den Besitzer vor Gästen als fein- bzw. kunstsinnigen Zeitgenossen adeln soll.

|Höhere Weihen für ein Comic-Action-Drama|

Der durch Erfahrung klug weil zuvor oftmals aufs Glatteis geführte Leser wird bereits misstrauisch, wenn er im Buchtitel das Wort „offiziell“ entdeckt. Es signalisiert auf der einen Seite den freien Zugang zu primären Informationsquellen. Nicht selten durften die Autorinnen die Dreharbeiten beobachten, die sonst |top secret| sind. Auch hinter den Kulissen waren sie dort anwesend, wo erwischte Medienvertreter ansonsten mindestens nach Guantanamo verschleppt werden. Sie sprachen mit den Beteiligten vor und hinter der Kamera und wurden mit exklusivem Material versorgt.

Diese Bevorzugung hat freilich ihren Preis: |Wes Brot ich ess, des‘ Lied ich sing|, heißt ein altes Sprichwort, das in der multimedialen Gegenwart keineswegs an Geltung eingebüßt hat. Im Gegenteil scheint die Forderung an den Journalisten, Abstand zum Gegenstand seiner Recherche zu halten, um die standesgemäße Objektivität wahren zu können, längst ein altmodisches Auslaufmodell zu sein. Besonders skrupellose Vertreter ihrer Zunft verwischen die Spuren gut bezahlter Manipulationen, die einen Bericht zur verkappten Werbung degenerieren lassen.

Jesser und Pourroy gehören zu den Hofberichterstattern, woraus sie nie einen Hehl machen bzw. machen zu müssen glauben. Sie scheinen tatsächlich den eigenen Hosianna-Rufen Glauben zu schenken. Es fällt schwer, nicht gänzlich dem Zynismus zu verfallen, weil Jesser/Pourroy sich nicht einmal die Mühe machen, ihre auf Hochglanz geschönte Darstellung durch wenigstens einige Flecken glaubhafter wirken zu lassen.

|Der Preis des Privilegs|

Der Arsch von Christopher Nolan muss nicht nur der Himmel auf Erden, sondern auch gewaltig sein. So könnte man böse folgern, wenn man Jesser/Pourroy als ‚Journalistinnen‘ vertraut. Nicht nur sie, sondern praktisch alle vor und hinter der Kamera an der „Batman“-Trilogie Beteiligten haben sich am genannten Ort versammelt und stets sehr wohl dort gefühlt.

Man urteilt als Rezensent automatisch grob, wenn man ständig über dreiste Schwurbeleien wie diese stolpert: Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zu „The Dark Night“ starb Heath Ledger, der Darsteller des Jokers. Der Kopf des Marketing-Teams, das die 185 Mio. Dollar teure Produktion global anzupreisen hatte, wird von Jesser/Pourroy mit folgender Reaktion zitiert: |“Heath verstarb, als unser Marketing gerade eine Pause eingelegt hatte … und wir hatten Zeit, um diesen Verlust zu verstehen, zu trauern und unsere nächsten Schritte zu planen. Zuerst haben wir uns mit seiner Familie getroffen und haben ihnen dargelegt, was wir zukünftig machen wollen.“| Das Ergebnis: |“Wir haben uns zusammengesetzt und haben beschlossen, dass wir wie geplant weitermachen, denn Heath war ein so wichtiger Teil des Films.“| (S. 296)

Die salbungsvolle Verlogenheit, mit der diese angebliche Zusammenkunft geschildert wird, prägt generell den Buch-Text in einem Maß, das zunächst irritiert, dann stört und schließlich ärgert. Auf die „Batman“-Filme können und dürfen die Beteiligten stolz sein. Dennoch geht es um einen als Fledermaus maskierten, selbst ernannten Rächer, der grotesk maskierte Comic-Schurken verprügelt. Es gibt keinen tieferen Sinn in der „Batman“-Saga. Jesser/Pourroy gehören zu denen, die ihr einen Subtext aufzwingen, der ihr mehr schadet als nutzt.

Sie, die ‚Journalisten‘, stellen sich dabei in den Dienst des Filmstudios, das mit seinem Produkt möglichst viel Geld verdienen will. Folgerichtig wurden die Dreharbeiten zum letzten „Batman“-Film nicht einfach abgeschlossen: „Epilog: Die Legende endet“, heißt es ehrfurchtsvoll bei Jesser/Pourroy, die seit vielen Jahren ihr Geld mit der Herstellung von „Büchern zum Film“ verdienen und dies auch in Zukunft zu tun gedenken. Die Auftraggeber können mit ihren Leistungen zufrieden sein. Der Leser ist es nicht.

|Gebunden: 305 Seiten
Originaltitel: The Art and Making of the Dark Knight Trilogy (New York : Harry N. Abrams 2012)
Übersetzung: Peter van Suntum
ISBN-13: 978-3-86873-460-7|
http://www.knesebeck-verlag.de

Jody Duncan Jesser/Janine Pourroy – Batman: Das Making-of der Dark-Knight-Trilogie


Inhalt:

Gegliedert in die drei Abschnitte „Vorproduktion“, „Produktion“ und „Postproduktion“ rekonstruieren die Film-Journalistinnen Jody Duncan Jesser und Janine Pourroy die Entstehungsgeschichte jener „Batman“-Trilogie, die Christopher Nolan zwischen 2005 und 2012 mit weltweit grandiosen Einspielergebnissen auf die Kinoleinwand brachte.

Vorproduktion

In einem ersten Kapitel („Drehbuch“) gehen Jesser/Pourroy auf die Geschichte der Figur ein. 1939 war Batman als Comic-Held erstmals auf Verbrecherjagd gegangen. Seitdem hatten Fernsehen und Kino mehrfach die Figur aufgegriffen. Die beiden von Tim Burton 1989 („Batman“) bzw. 1992 („Batman Returns“) gedrehten Filme gelten nicht nur als Klassiker, sondern schlugen sich auch an den Kassen bemerkenswert erfolgreich. Zwei weitere Fortsetzungen („Batman Forever“, 1995; „Batman & Robin“, 1997) hatten das hoffnungsfroh und einträglich gestartete Franchise jedoch erst beschädigt und schließlich zerstört.

Anfang des 21. Jahrhunderts konnte man davon ausgehen, dass die wütenden Zuschauer die Zumutungen der beiden letztgenannten Streifen vergessen hatten, und einen Neubeginn riskieren. Dieses Mal wollte man es richtig machen, was u. a. die Rückkehr zum düsteren, tragischen, beinahe manischen „Batman“ erforderte, der an der sich selbst auferlegten Verpflichtung, Gotham City lumpenfrei zu halten, zu zerbrechen droht.

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Kampshell, Paddy – Hobbit, Der. Eine unerwartete Reise. Die Geschichte in Fotos

_Das Fotobuch für Runenleseweltmeister_

Für denjenigen Filmzuschauer, der sich an den ersten HOBBIT-Film erinnern möchte, ist dieses Bilderbuch gedacht. „Die Geschichte in Fotos“ hält die Höhepunkte des Films „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ mit einer kurzen Beschreibung fest und ordnet das Geschehen in die zeitliche Reihenfolge der Handlung ein.

Es gibt mindestens fünf deutsche Begleitbücher zum Film:

„Das Begleitbuch“ erklärt Figuren, Schauplätze und Orte, „Die Geschichte in Fotos“ erzählt mit vielen Fotos nach; „Die Welt der Hobbits“ beschreibt deren Leben und „Das Filmbuch“ schildert die Entstehung des Films. Im Rätsel- und Sammelbuch werden Text, Fotos und Rätsel kombiniert und laden ein zum Versinken in eine Welt, in der garantiert keine Langeweile aufkommt. (Verlagsinfos)

_Der „Autor“_

Paddy Kampshell hat den Text verfasst. Aber bei einem Fotobuch sind die Texte naturgemäß Nebensache.

_Inhalt_

Eine „Geschichte in Fotos“ hat erstens die Akteure zu präsentieren und zweitens die Handlung nachvollziehbar zu präsentieren. Zur Handlung gehören natürlich auch Schauplätze. Wäre ich ein Computerspieler und müsste das Spiel zum Film spielen, so würde ich als Erstes nach einer Landkarte fragen und dann nach den Figuren, mit denen ich diverse Levels bewältigen könnte.

Deshalb werden gleich zwei Karten präsentiert: Ganz vorne (S. 4+5) kann man sich in die Karte von Mittelerde vertiefen. Wer den [„Herrn der Ringe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5487 gesehen hat, kennt sie bereits. Allerdings ist in dieser Karte der gesamte Reiseweg Bilbo Beutlins eingetragen, von Beutelsend bei Hobbingen bis zum Einsamen Berg.

Die zweite Karte (S. 11) ist die Schatzkarte, in der die Umgebung des Einsamen Bergs dargestellt ist, inklusive der geheimen Hintertür zu den Hallen des Zwergenkönigs. Das Besondere an diesem Schriftstück, Thrors Karte, sind die sichtbaren und die unsichtbaren Runen. Die Zwerge können die sichtbaren Zwergenrunen natürlich sofort lesen, aber für die MOND-Runen (Certh Ithil) brauchen sie die Hilfe des weisesten Elben von Mittelerde: Elrond. Musste es denn ausgerechnet ein Elb sein?!

Ansonsten gibt es wenig Auffälligkeiten. Die großformatigen und manchmal sogar doppelseitigen Abbildungen folgen der Geschichte, wie sie im Film zu sehen ist, von der Ankunft Gandalfs und der Zwerge in Bilbos behaglicher Wohnhöhle bis zum letzten Akt, der Ankunft der Adler. Der Hauptteil, nämlich Bilbos Reise, ist komplett wiedergegeben.

_Mein Eindruck_

Angesichts der Fülle dieser Porträts könnte man sich natürlich fragen: Fehlt irgendwas? Die Antwort lautet: ja! So fehlt etwa der komplette PROLOG, mit all den hübschen Mega-Miniaturmodellen, für die Jackson berühmt ist. Den Arkenstein hätte ich zu gerne gesehen, und natürlich auch den Drachen.

Auch der Übergang zur Reise-Geschichte, in der Frodo fragt, was Bilbo denn nun schon wieder zu schreiben hat, fehlt völlig. Das macht aber nichts, sofern man nicht gerade ein glühender Verehrer von Elijah Wood, dem Frodo-Darsteller, ist. Auch die Rückblende auf Thorin in der ersten Schlacht gegen Azog fehlt. Viel zu kompliziert!

|Drei Kategorien|

Die Abbildungen sind eine Würdigung wert. Wie zu erwarten, handelt es sich zum einen um Szenenfotos aus dem ersten Film. Eine zweite Kategorie von Fotos zeigt die Hauptfiguren der Geschichte in gestellten Posen, die offensichtlich für die Begleitdokumente – wie das vorliegende Buch – geschossen wurden. Zu den Hauptfiguren gehören Bilbo, Gandalf, Thorin, der Orkkönig, Radagast, Gollum (Doppelseite), Azog, Elrond, Galadriel und einige Zwerge.

Wer genau aufgepasst hat, müsste jetzt eigentlich stutzig werden. Denn in diesem Kreis fehlt ein wichtiges Mitglied des Weißen Rates: Christopher Lee als Saruman glänzt in allen fünf Büchern, die ich von |Klett-Cotta| geliefert bekommen habe, durch fast hundertprozentige Abwesenheit. Sollte er doch mal auftauchen, werde ich das gesondert vermerken.

Eine dritte Kategorie von Abbildungen gibt es, die vor allem Comic-Freunde ansprechen dürfte: Es sind fotorealistische Zeichnungen, wie sie etwa John Howe oder Alan Lee angefertigt haben könnte. (Sie waren wieder von Anfang an als Art Designer dabei.) Dazu gehört ein Doppelporträt von Fili und Kili, den schmucken jungen Zwergen, die wie Menschen aussehen – wäre nur ihre BÄRTE nicht so lang. Eine zweite Abbildung zeigt die Orkhöhlen unter dem Nebelgebirge und mitten darin der Zug der gefangenen Zwerge.

|Knöpfe|

So mancher Betrachter mag sich fragen, was die Abbildung einer Eichel auf Seite 1 zu besagen hat. Die Eichel, so wird nun klar, ist das Familiensymbol der Beutlins. Sie ist in jeden Knopf, den Bilbos schöner weinroter Wanderrock aufweist, eingraviert. Doch in den engen Gängen der Orktunnel muss er sich durchzwängen – und alle seine Knöpfe reißen ab. Könnten diese Knöpfe später Gollum einen Hinweis liefern? Wir wissen ja, dass er Beutlin an Saurons Diener verraten wird.

|Titelbild|

Ich hab’s nachgezählt: Es sind tatsächlich 13 Zwerge auf dem Titelfoto. Der Zwerg, in dessen Stirn eine ORK-AXT steckt, hat selbige durch eine Kapuze verborgen. Das Titelbild sollte man sich als „BRAVO-Starschnitt“ besorgen, wenn man ein wahrer Fan ist – und sofern BRAVO solch ein Kultobjekt noch anbietet.

_Unterm Strich_

Dieses Fotobuch eignet sich für anspruchslose Leser, die sich vor allem durch Fotomotive an die Handlung des ersten HOBBIT-Films erinnern wollen. Die beiden Prologe und die Rückblenden fehlen, ebenso Radagasts kurioses Zuhause, aber das macht wenig. Denn in erster Linie zählt die korrekte Wiedergabe von Bilbos Reise – und die ist ja schon ereignisreich genug.

Recht hilfreich sind die beiden Landkarten, die a) Mittelerde mitsamt Bilbos Reiseweg und b) den Lage des Schatzes im Einsamen Berg zeigen. Wer die (sichtbaren) Zwergenrunen lesen und übersetzen kann, darf sich getrost „Runenleseweltmeister“ nennen. Es sei denn, er oder sie hat geschummelt und im [„Großen Hobbitbuch“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7887 auf Seite 80 die Transkription und Übersetzung nachgeguckt.

Ich hätte mir noch ein oder zwei Fotos von Radagasts Ferrari, dem exzellenten Kaninchenrennschlitten, gewünscht. Auch Fotos von Saruman sucht der HOBBIT-Fan vergeblich. Macht nichts. Es ist ja schon eine Herausforderung, sich alle 13 Zwergennamen zu merken. Zum Glück wird diese Art von Gedächtnisakrobatik nicht in diesem Buch verlangt. Also lautet das Motto: Angucken und genießen!

|Info: The hobbit: An unexpected journey – Movie story book, 2012;
44 Seiten,
Aus dem Englischen von Christian Langhagen
ISBN-13: 9783608939958|
http://www.klett-cotta.de/buecher/fantasy

Salisbury, Mark – Tim Burton – Der melancholische Magier

_Aller Anfang war (dieses Mal besonders) schwer_

Tim Burton, geboren 1958 in einem Vorort-Viertel der kalifornischen Stadt Burbank, gilt in Europa mehr noch als in den USA als einer der originellsten und einfallsreichsten Filmemacher der Gegenwart. Obwohl für mehrere Hollywood-Blockbuster (u. a. „Edward mit den Scherenhänden“, 1990; „Batman“ und „Batmans Rückkehr“, 1989 bzw. 1992, „Alice im Wunderland“, 2010) verantwortlich, gelang es ihm, eine eigene Stimme zu entwickeln, zu entfalten und zu erhalten.

Dieser Weg war steil und reich an Stolpersteinen, denn der junge Tim Burton passte schlecht in die stromlinienförmige Welt der Erfolg- und Einflussreichen. Er war als Kind und in der Schule ein Außenseiter, und er blieb es, als er nach einem Studium am „California Institute of the Arts“ ausgerechnet vom Disney-Studio angestellt wurde. Die Liebe zum Morbiden, Abseitigen und dabei Liebenswerten konnte ihm selbst die Fließbandarbeit als Zeichner für Filme wie „The Fox and the Hound“ (1981, dt. „Cap und Capper“) und „The Black Cauldron“ (1985, dt. „Taran und der Zauberkessel“ nicht austreiben. Stattdessen nutzte er die Gelegenheit, abseits der Studio-Großfilme mit angeblich veralteten Techniken wie dem Stop-Motion-Trick zu experimentieren und schräge Kurzfilm-Visionen zu verwirklichen.

Nach „Beetlejuice“ (1988) und „Edward Scissorhands“ (1990, dt. „Edward mit den Scherenhänden“) und dank des gewaltigen Erfolgs der beiden „Batman“-Filme gewann Burton allmählich Routine und Ruf, was ihm ermöglichte, Filme nach eigenen Vorstellungen zu drehen.

_Alles ganz anders und oft besser_

Relativ früh erregte Burtons Werk das Interesse des Film-Spezialisten Mark Salisbury. Er schrieb eine erste Fassung von „Burton on Burton“ 1995, blieb aber mit Burton in Kontakt und wurde schließlich in das „Tim Burton Collective“ aufgenommen. Es umfasst Freunde und Verbündete, die Burton im Laufe der Jahre um sich scharen konnte und auf die er immer wieder zukommt, wenn er einen Film dreht.

Quasi exklusiv verfasst Salisbury seit einigen Jahren Bücher zu Burton-Filmen, die reich illustriert und von Burton mit (sorgfältig ausgesuchten) exklusiven Informationen angereichert werden. „Burton on Burton“ wurde zur „work in progress“, wie Salisbury in einem Nachwort belegt. Eine ergänzte und erweiterte Version erschien 2000, eine wiederum überarbeitete Fassung 2006. Für die deutsche Ausgabe griff Salisbury exklusiv auf Interviews zurück, die er 2007 und 2009 mit Burton geführt hatte; „Tim Burton“ ist damit in seiner deutschen Ausgabe sogar aktueller als das Original – ein seltener aber vorbildlicher Service des Verlags, denn was nützt dem Leser eine veraltete Biografie und Werkschau? Die ‚modulare‘ Struktur des Buches ermöglicht zudem das zukünftige Andocken weiterer Ergänzungen, die zweifellos kommen werden. Burton ist ein fleißiger Mann, der schon wieder mehrere Filme gedreht hat, die noch keine Aufnahme in Salisburys Buch fanden.

Die enge Beziehung zu Tim Burton prägt das Werk. „Burton on Burton“ ist weder eine die üblichen Stationen eines Lebens abhakende Biografie noch eine kritikintensive Betrachtung und Bewertung der burtonschen Filme durch den Fachmann Salisbury. Stattdessen überlässt der Autor weitgehend Burton selbst das Wort und kanalisiert dessen Erinnerungsfluss höchstens durch eingestreute Fragen, die dem Text eine chronologische Struktur geben.

Das Ergebnis ist ein Buch, das den strengen Filmkritiker nur bedingt zufriedenstellen kann, weil weder Salisbury noch Burton daran denken, das (eigene) Werk unter filmwissenschaftlichen Aspekten zu betrachten. Leser, die gern in privaten Details schwelgen, bleiben erst recht außen vor. Salisbury interessiert sich ausschließlich für Burtons Vita als Filmemacher. Privates wird knapp dort angesprochen, wo es den Künstler Burton betraf. Nicht nur hier mag sich eine vielleicht allzu große Nähe zwischen Autor und Regisseur zwiespältig auswirken. Allerdings fällt zumindest der Verzicht auf die öffentliche Waschung schmutziger Privat-Wäsche, die auch der gar nicht so ätherische und weltfremde Burton zurückgelassen hat, nicht negativ auf.

|Ein literarischer Trip in exotische Welten|

Auch formal geht „Burton on Burton“ eigene Wege. Zum Text treten gleichwertig Fotos, die ‚typische‘ Burton-Filmszenen oder Aufnahmen von Dreharbeiten zeigen. Hinzu treten zahlreiche Zeichnungen und Skizzen, die Burton als Vorlagen für Storyboards und Gedächtnisstützen anfertigte. Es sind kleine Kunstwerke, die für sich stehen sowie Burtons Gedankenwelt oft besser erhellen können als viele Worte. Da für die deutsche Ausgabe durchweg hochwertiges Kunstdruckpapier Verwendung fand, kommen diese schwarzweißen oder pastellfarbigen Zeichnungen ausgezeichnet zur Geltung.

Weil Salisbury wie gesagt zum „Burton Collective“ zählt, hat er Zugriff auf diese Zeichnungen. Sie sind ein fixer Bestandteil jener Bücher geworden, die Salisbury seit 2001 zu beinahe jedem Burton-Film veröffentlicht – bildreich im Burton-Stil gestaltet und mit knappen aber informativen Texten versehen.

Eingeleitet wird „Burton on Burton“ durch gleich zwei Vorworte des ebenfalls zum „Collective“ gehörenden Burton-Freund und Weggefährten Johnny Depp. Er ist dem Regisseur in ewiger Dankbarkeit verbunden, seit dieser ihn 1993 aus der verhassten Fronarbeit an der TV-Serie „21 Jump Street“ erlöste.

|Ein wenig Skepsis ist angebracht|

Tim Burton sagt nur, was er sagen möchte, und Mark Salisbury hakt nicht wirklich nach: Die daraus resultierenden Unschärfen wurden bereits angesprochen. Burton ist keineswegs frei von Selbstkritik. Allerdings fragt man sich, wie tief Burton – auch nur ein Mensch – für dieses Buch in solche Wunden wie „Planet of the Apes“ (2001; dt. „Planet der Affen“) bohrte.

Glaubhaft sind die immer wieder geschilderten Auseinandersetzungen mit Filmstudios und Produzenten, die Burton in seine Arbeit hineinreden, um das Ergebnis möglichst massentauglich und damit einträglich zu trimmen. Hier merkt man dem sich sonst sehr gelassen gebenden Burton die damit einhergehenden Belastungen an. Anders als seine Anti-Helden konnte sich Burton jedoch an der Spitze halten und sogar in Hollywood eine Nische schaffen. Wie ihm dies gelang, muss sich der Leser oft zwischen den Zeilen zusammenreimen: Burton vermag auf beiden Hochzeiten zu tanzen, was ihn als ‚echten‘ Außenseiter eigentlich disqualifizieren müsste. Gern stellt er seine Karriere als Kette glücklicher Zufällen dar, bei der ihm außerdem talentierte Menschen hilfreich unter die Arme griffen. Tatsächlich ist Burton alltagstauglich genug, sich ein beachtliches Netzwerk zu schaffen, auf deren oft prominente Mitglieder er zählen kann.

Der „melancholische Magier“ stellt nur die eine Seite Burtons dar. Sie ist längst auch zur Rolle geworden, in die Burton betont unkonventionell mit tiefschwarzer, der profanen Mode enthobenen Kleidung und der Wirrhaar-‚Frisur‘ des wahren Genies zu schlüpfen weiß. Mit „Burton on Burton“ unterstützt ihn Salisbury dabei, ohne zu hinterfragen. Somit fehlen wichtige Stücke des Puzzles, die Tim Burtons Charakter ausmachen. „Burton on Burton“ ist – um es überspitzt aber dadurch deutlich auszudrücken – durch Fakten gestützte Hagiografie und in Sachen Tim Burton keineswegs der Weisheit letzter Schluss.

Bis zum Erscheinen einer „unautorisierten Biografie“ erfüllt dieses Buch dennoch seinen Zweck. Was Burton künstlerisch antreibt, wird auf jeden Fall deutlich. In diesem Punkt fällt es dem Leser leicht, die Sympathie des Autors (Salisbury) mit dem Subjekt seiner Darstellung (Burton) zu teilen.

|Gebunden: 368 Seiten
Originalausgabe: Burton on Burton. Revised Edition (London : Faber & Faber Limited 1995/2000/2006)
Übersetzung: Sara u. Hannes Riffel
ISBN-13: 978-3-86995-036-5|
http://marksalisbury.blogspot.de
http://www.timburtoncollective.com
http://www.quadrigaverlag.de

Franziska Latell/Werner Sudendorf (Hgg.) – Fritz Langs Metropolis

Nach mehr als 80 Jahren liegt „Metropolis“ wieder komplett vor. Zur Erstaufführung der rekonstruierten Fassung erschien 2010 dieser Prachtband, der die wechselvolle Geschichte des berühmten Stummfilms nicht nur nachzeichnet, sondern mit 600 oft großformatigen Bildern kongenial illustriert: eine faktenreiche und spannende Reise in die Frühzeit des deutschen Kinos. Franziska Latell/Werner Sudendorf (Hgg.) – Fritz Langs Metropolis weiterlesen

Shatner, William/Fisher, David – William Shatner: Durch das Universum bis hierher. Die Autobiographie

_Von der Pike abwärts: Karriere mit Fehlzündungen_

Obwohl Shatner – gewollt oder unwillkürlich, weil es seine Art ist oder sein soll – in seiner autobiografischen Darstellung sprunghaft ist, gern zwischen Zeiten und Themen „springt“ und ein Faible für unterhaltsame aber ablenkende Anekdoten an den Tag legt, folgen seine Erinnerungen insgesamt einem chronologischen Faden. Sowohl der berühmte Kirk als auch der berüchtigte Shatner wurden 1931 in Kanada als Sohn eines jüdischen Billig-Schneiders geboren („Ein kleiner jüdischer Junge aus Montreal“). Die Herkunft und die Erinnerung an ständige Geldnot erwiesen sich als prägend. Immer wieder kommt Shatner auf seine Existenz-Ängste zurück, die ihn zwingen, praktisch jede Rolle anzunehmen, weil er fürchtet, ansonsten aus dem Geschäft zu sein.

William Shatner gehört zu einer Generation junger Nordamerikaner, die nicht mehr in den Zweiten Weltkrieg und in keinen der späteren US-Kriege ziehen musste. Nachdem er seine Liebe zu den darstellenden Künsten entdeckt hatte, konnte er sich ihnen deshalb kompromisslos widmen. Nach 1945 boomte die Unterhaltungsindustrie in Radio, Theater und Film. Hinzu kam wenig später das Fernsehen. Junge Darsteller fanden hier zwar keine hohen Gagen aber ein breites Betätigungsfeld („Anfänge im Radio und Fernsehen“, „Mr. Broadway erobert die Stadt“). Shatner schildert die Möglichkeiten, die freilich mit hartem Konkurrenzdruck einhergingen. Der junge Schauspieler musste seinen Job auf die harte Tour lernen. Er beging Fehler, traf falsche Entscheidungen, wurde hereingelegt – und arbeitete praktisch rund um die Uhr.

Ersten Erfolgen am Theater und im Fernsehen („Ein Star wird geboren“) folgten immer wieder Durststrecken und Routinerollen. Shatner gehörte zum Fußvolk seiner Zunft. Er spielte Gastrollen in beinahe sämtlichen Serien der 1950er und 60er Jahre, ohne dabei ein Profil zu entwickeln, das sein Wiedererkennen garantierte. Shatners „Karriere“ drohte deshalb zu versanden; 1966 war nach anderthalb Jahrzehnten harter Arbeit der Durchbruch weiterhin fern – und die Zeit lief gegen den nicht mehr ganz jungen Schauspieler.

_Der lange Weg zum Shatman_

Dies änderte sich auch nicht, als Shatner im genannten Jahr als Captain Kirk auf der Enterprise anheuerte („Der Weltraum – unendliche Weiten“). Für ihn war dies ein Job wie viele andere, weshalb es ihn weder überraschte noch erschütterte, als „Star Trek“ schon nach drei Jahren abgesetzt wurde. Shatner machte weiter wie bisher und registrierte nur nebenbei und ganz allmählich das Aufkommen des „Star-Trek“-Kultes. Währenddessen zog der Schauspieler geschieden und pleite per Wohnmobil von Drehort zu Drehort und nahm erst recht jeden möglichen und unmöglichen Job an („Shiva“).

In den 1970er Jahren erlebte Shatner privat und beruflich schwierige Zeiten. Die Erinnerung daran kann auch der betont humorvolle Ton nicht überdecken („I’m a rocket man!“). Erst die Neuauflage der klassischen „Star-Trek“-Serie im Kino brachte ihn endlich auf die Gewinnerseite. Shatner startete durch, nutzte den Ruhm und den Kult-Status der Kirk-Rolle, wurde Regisseur, Drehbuchautor und Produzent („Cop, Regisseur & Comedian“).

Anfang der 1990er Jahre heiratete Shatner zum dritten Mal. Der Ehe mit Nerine Kidd und ihrem tragischen, von den Medien gierig aufgegriffenen Ende widmet Shatner ein eigenes Kapitel („Notruf“). Dies gilt auch für den Tod seines Alter Egos („Kirks Ende“), dem zuzustimmen Shatner inzwischen als eine der zahlreichen Fehlentscheidungen seiner turbulenten Karriere betrachtet.

Die Autobiografie klingt in der Gegenwart aus, die William Shatner abermals verheiratet und beruflich erfolgreicher denn je erlebt. An den Ruhestand kann und will das rüstige aber bald 80-jährige Multi-Talent weiterhin nicht denken.

_Ein real phantastisches Leben_

Dass William Shatner seinem Erstaunen über das Erlebte und Überstandene immer wieder Ausdruck verleiht, können seine Leser nach der Lektüre dieser Autobiografie problemlos verstehen. Unabhängig von der (ohnehin aus der Ferne nicht zu beantwortenden) Frage nach seinen oft und gern angeprangerten Schauspiel- oder Charakterschwächen, ist Shatner nicht nur ein Veteran seiner Zunft, sondern ein Zeitzeuge, dessen Erfahrungen in Film, Fernsehen, Theater u. a. Darstellungsformen sechs Jahrzehnte umfassen. Shatner hat alles gemacht, er arbeitete als Schauspieler, Regisseur, Autor, Sänger oder Moderator.

Die Rolle als James T. Kirk erwies sich als Glücksfall seines Lebens. Oft wird Shatner auf den unternehmungslustigen Captain des Raumschiffs Enterprise reduziert und seine Privatperson mit ihm gleichgesetzt. Schaut man sich die unglaubliche Zahl von Figuren an, in die er schlüpfte, wird deutlich, dass Shatner mehr ist als der eitle, übertrieben agierende, viel zu jungen Frauen hinterherjagende Toupet-Träger, als den ihn jüngere Generationen kennengelernt zu haben glauben: Auf diese Weise bleibt man nicht 60 Jahre in einem äußerst schnelllebigen Geschäft aktiv oder gar erfolgreich.

Gleichzeitig ist Shatner ein cleverer Selbstvermarkter, der selbst die negativen Seiten seines Images für sich umzumünzen weiß. „Seine“ Autobiografie ist dafür ein perfektes Beispiel. Shatner firmiert als Autor; mit der Lupe muss man den Namen David Fisher suchen, der die Vorgaben des „Shatman“ in einen lesbaren Text verwandelt hat. Artig dankt ihm Shatner in seinem Vorwort für die „Mitarbeit“, entlarvt sich aber später als „Verfasser“ zahlreicher Romane mit der Information, stets nur Ideen für das grobe Gerüst einer Geschichte in den Raum zu werfen, aus denen anschließend „Co-Autoren“ ein weiteres Buch machen, das Shatner in „seine“ Literaturliste aufnimmt.

_Autobiografie mit Botschaft_

Selbstbewusst und sensibel, rücksichtslos und freundlich, gerissen aber nicht klug: So möchte sich Shatner dargestellt wissen. Er gibt vor, die Rolle des „Shatman“ nur zu spielen, was seine Kritiker im Gegensatz zu seinen echten Fans angeblich nicht begreifen. Shatner unterlegt seine Äußerungen und Aktionen gern mit einem Kontext, den er nachträglich erläutert. Eingestreute Geständnisse charakterlicher Schwächen sollen entwaffnend wirken. Nicht nur einmal gibt Shatner zu, dass Wahrheit für ihn auch ein Stoff ist, den er verformt und verdreht, um ihn für seine Zwecke zu nutzen. Gleichzeitig gibt er sich als Autobiograf betont offen und ehrlich, was er durch eine einfache, kumpelhafte, man könnte auch sagen: anbiedernde Sprache unterstreicht. Mit der Diskrepanz muss sich der Leser auseinandersetzen. Zur stetigen Verunsicherung tragen Shatners Abschweifungen bei, die oft in Hinweise auf die Verkaufsangebote auf seiner Website münden; der geschäftstüchtige Autor bedient sich hier jener Nachrede, er sei geizig und geldgierig.

Auf diese Weise spricht Shatner Vorwürfe selbst an, um sie dann zu „erklären“ und Stück für Stück zu entkräften. Als Biograf hält er auf diese Weise die Fäden auch dann noch fest in der Hand, wenn es in Lebensabschnitte geht, in denen Shatner keine gute Figur macht. Das schließt auch die Jahre der „Star-Trek“-Fernsehserie ein. Shatner räumt dieser Phase verständlicherweise breiten Raum ein. Dabei verhehlt er die Schwierigkeiten mit seinen Schauspielerkollegen oder mit dem Fernsehstudio nicht, übernimmt ein wenig Verantwortung, um anschließend die Dinge so zurechtzurücken, bis man ihn beinahe als Opfer übler Nachrede betrachten möchte.

Das Gedächtnis ist ein subjektiv arbeitendes Funktionselement des Hirns. Shatner hat früher einmal behauptet, ihm seien die „Star-Trek“-Jahre längst entfallen. Dafür wartet er in seiner Biografie mit erstaunlichen Details auf. Shatner hat Rollen in dreistelliger Zahl gespielt. Trotzdem scheint ihm jede Figur präsent zu sein. Ist dies „echtes“ Erinnern oder das Ergebnis nachträglicher Recherche, die als Erinnerung „getarnt“ wurde?

_Autobiografie eines Insiders_

Dieser Verdacht keimt während der Lektüre oft auf. Er mindert die positiven Seiten einer Autobiografie, deren Verfasser (nennen wir ihn der Einfachheit halber weiterhin so) Zeitzeuge einer Film- und Fernsehgeschichte „von unten“ ist. Vor allem der Fan des phantastischen Genres wird immer wieder über Shatner stolpern, der sowohl in der SF als auch im Horror zahlreiche und manchmal sogar tiefe Spuren hinterlassen hat. Shatner war und ist beileibe nicht nur Captain Kirk, sondern auch Bob Wilson in der klassischen „Twilight-Zone“-Episode „Terror at 20.000 Feet“ (1963), Mark Preston im Grusel-Heuler „The Devil’s Rain“ (1975; dt. angemessen dümmlich „Nachts, wenn die Leichen schreien“) oder Walter H. Bascom in der SF-Serie „TekWar“ (1995-96).

Ganz unten und ganz oben: Shatner ist seit sechs Jahrzehnten ein Teil der modernen US-Unterhaltungsindustrie. Selbst wenn er sich vor allem an und in Anekdoten erinnert, bliebt übergreifend Interessantes haften. Shatner kennt den Alltag vor und hinter der Kamera. Auf dieser Ebene liest sich seine Autobiografie nicht nur unterhaltsam, sondern liefert Hintergrundwissen aus einer Branche, die längst nicht so glanzvoll ist wie sie sich selbst gern gibt.

Unterm Strich offenbart sich der „Shatman“ so, wie er sich zu offenbaren gedenkt, während er völlige Ehrlichkeit suggeriert, um dies gleichzeitig zu relativieren. Dies sollte der Leser bedenken, der sich gleichzeitig auf eine oft interessante, unterhaltsame und dabei im positiven Sinn „leichte“ Lektüre einstellen kann.

_Autor_

William Shatner wurde am 22. März 1931 in der kanadischen Großstadt Montreal geboren. Er wurde schon in jungen Jahren Schauspieler und trat zunächst im Theater auf. 1956 ging Shatner in die USA und zum Broadway. Parallel dazu spielte er in zahlreichen TV-Dramen, die damals noch live gesendet wurden. Zwei Jahre später tauchte Shatner in „The Brothers Karamazov“/“Die Brüder Karamasow“ an der Seite von Yul Brunner und Maria Schell im Kino auf.

Der echte Durchbruch blieb aus. Viele Jahre spielte Shatner in Kinofilmen und TV-Shows der B- und C-Kategorie. Darin lieferte er trotz seiner theatralischen bis pathetischen Darstellungsweise durchaus achtbare Leistungen ab. 1966 bis 1969 folgte die Hauptrolle in der „Star-Trek“-Serie, die von einer weiteren Durststrecke und den für Shatner typischen Rollen in billigen Filmen und Fernsehserien gefolgt wurde. Erst die Rückkehr als Captain Kirk in den „Star-Trek“-Kinofilmen brachte ihm endlich Erfolg. Er nutzte ihn geschickt, um eine Karriere als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Gang zu bringen. Seine Aktivitäten als Schauspieler schränkte Shatner gleichzeitig keineswegs ein, versuchte sich als Sänger, wurde Pferdezüchter, gründete eine Firma für Spezialeffekte („Core Digital Effects“) und entwickelte schriftstellerische Ambitionen.

Auch im Alter denkt Shatner nicht an den Ruhestand. Er legt sich ein Arbeitspensum auf, das einen halb so alten Mann schrecken könnte (s. [www.williamshatner.com]http://www.williamshatner.com). In seiner Rolle als unwürdiger Greis besetzt er im Kulturleben der USA etwa dieselbe Nische wie hierzulande Dieter Bohlen oder früher Verona Feldbusch und hat sich als Trash-Ikone und Amerikas liebster Toupet-Träger eine solide Alterskarriere aufgebaut. William Shatner ist in vierter Ehe verheiratet und lebt heute in Südkalifornien und Kentucky.

|Gebundene Ausgabe:
Originaltitel: Up Till Now. The Autobiography (New York : Thomas Dunne Books/St. Martin’s Press 2008)
Übersetzung: Thorsten Wortmann
Deutsche Erstausgabe (geb.): Juli 2009 (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)
ISBN-13: 978-3-89602-879-2|
[www.schwarzkopf-schwarzkopf.de]http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

_William Shatner bei |Buchwurm.info|:_
[„Sternendämmerung“ (Star Trek)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=673
[„Sternennacht“ (Star Trek)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=688

Alan Dean Foster – Pale Rider: Der namenlose Reiter

Ein mysteriöser Fremder steht den bedrängten Bewohnern eines Goldgräber-Camps erst mit Rat und dann mit Tat zur Seite, als sie durch brutale Revolverhelden vertrieben werden sollen … – Das Buch zum Film, der eine kuriose aber eindrucksvolle Mischung aus Western und Geistergeschichte darstellt, ist mehr als ein für den Buchmarkt ‚frisiertes‘ Drehbuch, sondern ein eigenständiger Roman, der auch für sich allein unterhaltsam funktioniert. Alan Dean Foster – Pale Rider: Der namenlose Reiter weiterlesen

Savile, Steven – Primeval 1 – Im Schatten des Jaguars

_Vorab einige grundsätzliche Informationen:_

In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts begannen sich in England immer wieder „Anomalien“ zu öffnen – Falten oder Risse im Raum-Zeit-Kontinuum, durch die man in die Vergangenheit oder Zukunft gelangt. Der Weg ist nach beiden Seiten offen; neugierige Dinosaurier, Riesenskorpione und andere Kreaturen der Vorzeit haben sich so ihren Weg in die Gegenwart gebahnt und für Entsetzen und viele Todesfälle gesorgt. Das britische Innenministerium richtete das „Anomaly Research Center“ (ARC) ein. Unter der Leitung von James Lester rücken der Evolutionsbiologe Nick Cutter, der im Umgang mit Waffen geübte Stephen Hart sowie der Student Connor Temple und die Reptilien-Expertin Abby Maitland aus, sobald eine Anomalie gemeldet wird, um den Durchbruch hungriger Untiere zu verhindern oder bereits erfolgreiche Invasoren abzufangen.

Eine geheimnisvolle Macht arbeitet gegen die ARC-Gruppe: Helen, Cutters ehemalige Gattin, studiert die Anomalien schon seit Jahren. Sie hat Kontakt zu intelligenten Wesen aus der fernen Zukunft aufgenommen. Helens Ziele sind mysteriös, ihr Vorgehen skrupellos. Immer wieder kreuzen sich ihre und Cutters Wege, denn dieser weiß aus eigener Erfahrung um die Tücken der Anomalien: Er stammt aus einer Zeitlinie, in der es nie ein ARC gab. Offenbar verändern Reisen durch die Zeit die Gegenwart, was Helens unkontrolliertes Treiben umso gefährlicher macht …

(Anmerkung: „Im Schatten des Jaguars“ spielt zeitlich zwischen der 1. und 2. bzw. zu Beginn der 2. TV-Staffel.)

_Das geschieht:_

In Peru sind Cameron und Jaime, die beiden Söhne des britischen Staatssekretärs Sir Charles Bairstow, auf einer Expedition im dichten Regenwald der Region Madre de Dios verschollen. Wie der Zufall (bzw. Autor Steven Savile) spielt, erhält Professor Nick Cutter genau jetzt einen Hilferuf von seinem ehemaligen Studenten Nando Estevez, der als Biologe in der genannten Anden-Region tätig ist und dort immer wieder auf frische Knochen von Tieren stößt, die vor Jahrtausenden ausgestorben sind!

Hat sich in Peru erstmals eine Anomalie außerhalb Englands geöffnet? Cutter alarmiert sein Team. James Lester, Leiter des ARC, setzt es gen Südamerika in Bewegung. Sir Charles hat diesen Außeneinsatz möglich gemacht, nachdem Cameron schwer verletzt und im Delirium aus dem Dschungel taumelte. Eine gigantische Raubkatze habe seinen Bruder umgebracht, erzählt er, was die Theorie von einer Anomalie im Urwald von Madre de Dios unterstützt.

Auf Cameron Bairstow wird im Krankenhaus der Stadt Cusco ein Mordanschlag verübt. Eine unbekannte Macht will offensichtlich alle Zeugen des mysteriösen Vorfalls zum Schweigen bringen. Steckt wieder einmal Helen, Cutters undurchsichtige Ex-Gattin, hinter dem Anschlag? Da außerdem schwer bewaffnete Tierschmuggler und korrupte Regierungsbeamte in Madre de Dios ihr Unwesen treiben, werden Cutter und sein Team bald von allen Seiten attackiert …

_Das „Primeval“-Prinzip_

Menschen lieben Monster, solange sie ihnen nicht in natura begegnen. Film und Fernsehen stellen sie uns im 21. Jahrhundert dank stetig entwickelter Spezialeffekte immer eindrucksvoller vor. Sogar im TV wirken sie nun schaurig-schön ‚echt‘, wenn sie – wie in „Primeval“ üblich – unter Hinterlassung beträchtlicher Sach- und Personenschäden durch Wälder, über Straßen oder gar durch Städte schnauben und toben.

Aus der Konfrontation der Vergangenheit (repräsentiert durch in der Regel naturwissenschaftlich belegte Monster) bzw. Zukunft (vertreten durch fantasievoll ausgedachte Kreaturen) mit der Menschenwelt der Gegenwart schöpft „Primeval“ sein Unterhaltungspotenzial. Vor allem in der ersten Staffel blieb es dabei, in jeder Woche einem neuen Ungetüm hinterherzujagen.

Obwohl sich inzwischen eine Verschwörungsgeschichte um die (freilich immer noch dominierende) Monsterhatz rankt, ist „Primeval“ nie hintergründig oder gar originell und womöglich gerade deshalb so erfolgreich. Eine oberflächliche Figurencharakterisierung erhöht den Wiedererkennungswert. Gäbe es die erwähnte Verschwörung nicht, könnte man sich die Episoden der Serie ohne Verständnisprobleme in beliebiger Reihenfolge anschauen: Zu Beginn einer Folge öffnet sich eine Anomalie, unbemerkt schleicht meist vorzeitliches Leben heraus, macht sich gewalttätig bemerkbar, woraufhin Nick Cutter, unbestechlicher Ritter der Naturwissenschaften, mit Stephen Hart, Projektionsfigur für die Sehnsüchte der weiblichen Zuschauerschaft, dem trotteligen, für ‚komische‘ Verwicklungen zuständigen Connor Temple, sowie der niedlichen Jungmaid Abby Maitland, die als ’neue Frau‘ entweder zuschlägt oder – ganz klassisch – gerettet werden muss, zum Ort des Geschehens eilt. Im Hintergrund treibt der garstige aber eigentlich taffe Lester bürokratische Spielchen, wobei ihm die ebenfalls hübsche Pressefrau Jenna Lewis zur Hand geht, wenn sie nicht dem anti-amourös teflonbeschichteten Cutter hinterherstöckelt. Im Hintergrund tückt Cutters Ex Helen und munkelt von einem ungeheuerlichen, sich über Zeit und Raum erstreckenden Projekt, in das sie auf sorgfältig fragwürdig gehaltene Weise verwickelt ist. Im Finale wird das Ungeheuer der Woche entweder zu Tode gebracht oder in seine Zeit zurückgescheucht, bevor sich die Anomalie schließt; Fortsetzung folgt wie gehabt.

_Monsterhatz jetzt auch global!_

Dass die Anomalien sich im Fernseher auf England beschränken, liegt am begrenzten Serienbudget, das Exkursionen an exotische Ort nicht gestattet. Der Schriftsteller ist an solche Grenzen nicht gebunden. Ihn hält eine wesentlich stärkere Kette: Niemals darf sich im „Primeval“-Roman etwas ereignen, das den Rahmen der „Primeval“-Fernsehserie sprengt! Was Cutter und seine Freunde in Peru und anderswo erleben, bleibt ohne Folgen. Sie werden nicht sterben oder sich auf Dauer fremdverlieben, sondern sich generell so verhalten, wie wir sie kennen. Faktisch kopiert Steven Savile nur das Bekannte, Bewährte und Beliebte von „Primeval“: Das ist der Fluch des „Romans zur Serie“, der immer nur „tie-in“, d. h. einer von möglichst vielen Geschäftszweigen eines Franchises ist, zu dem sich auch „Primeval“ gemausert hat.

Mit der 2008 gestarteten und fortgesetzten Buchreihe soll den „Primeval“-Fans noch ein bisschen mehr Geld aus der Börse gesogen werden. Inhaltliche oder formale Experimente sind deshalb weder erwünscht noch notwendig. Der Leser bekommt, was er erwartet: ‚Neue‘ „Primeval“-Abenteuer im alten Stil. Auf diesem Niveau hält „Der Schatten des Jaguars“, was die Inhaltsangabe verspricht. Die folgenden kritischen Zeilen richten sich deshalb bevorzugt an diejenigen Leser, die auch von purer Unterhaltung ein bisschen mehr erwarten.

_Abenteuer der vorgestanzten Art_

Offen muss die Frage bleiben, ob ein talentierterer Autor als Savile mehr aus seinem Stoff herausgeholt hätte; wie das „CSI“-Franchise belegt, können richtig gute Romane auch am „tie-in“-Fließband entstehen. „Der Schatten des Jaguars“ ist hingegen die übliche Routine. Der exotische Schauplatz ändert daran gar nichts.

Es hapert vor allem an der Umsetzung des Plots. „Der Schatten des Jaguars“ bietet keine Handlung, die über 300 Seiten tragen könnte. Savile zieht sie künstlich in die Länge, ergeht sich in ellenlangen (und kruden, gern pathetischen) Beschreibungen, wo Andeutungen zur Orientierung des Lesers ausreichend wären. Er stellt uns ausführlich Figuren vor, deren Schicksal nicht interessiert, weil sie ohnehin abrupt aus dem Geschehen verschwinden. Nie geht es mit der Handlung stringent voran. Savile konstruiert Zwischenfälle, führt Cutters Crew unnötig in die Irre und verliert sich in Unwichtigkeiten: Was im Fernsehen zügig vorangeht, weil es binnen einer Dreiviertelstunde erzählt werden muss, wälzt sich als Roman träge dem Finale entgegen.

Schade, denn als Buch kommt „Im Schatten des Jaguars“ nicht nur hübsch (bunt) gestaltet, sondern auch mit einem ausführlichen Interview daher: Autor Steven Savile äußert sich auf zwölf Seiten über seine Arbeit in den „tie-in“-Minen moderner Franchises. Die Informationen sind interessant und beantworten manche Frage, die sich dem Leser stellt, der sich über die grobe Machart dieses ersten „Primeval“-Romans wundert.

_Anomalien einer Übersetzung_

Der Lesespaß wird durch die holprige und wenig gelungene Übersetzung zusätzlich beeinträchtigt. Locker-flockig soll wohl sein, was nur salopp und schlampig wirkt: Ein teurer Brandy ist weder ein „Kurzer“ (S. 16) noch ein „Gesöff“ (S. 17), zusätzlicher Batteriestrom kein „Extra-Saft“ (S. 53), und „ratzfatz“ (S. 54) darf auch in einem für den raschen Verbrauch bestimmten Unterhaltungsroman das klassische „rasch“ nicht ‚ersetzen‘.

Im 21. Jahrhundert ist es nicht nur politisch unkorrekt, sondern es berührt auch unangenehm, wenn den der englischen Sprache nur rudimentär kundigen peruanischen ‚Eingeborenen‘ der Wumba-Wumba-Sprech alter Tarzan-Filme aufgezwungen wird. Wenn Fahrer Eloy Stephens Klippensprung per Wingsuit kommentiert, klingt das in der ‚Übersetzung‘ so: „Du nicht fallen gerade runter wie Mann, der jagen Kojote?“

Ärgerlich sind echte, oft sinnentstellende Fehler, die ebenfalls so reichlich vorkommen, dass hier nur einige Beispiele herausgegriffen werden; sie sind – man möge es dem Rezensenten glauben – leider sehr repräsentativ, und die Liste kann auf Wunsch problemlos erweitert werden:

– Man lacht nicht „bitterlich“ (S. 28), sondern höchstens „bitter“.
– Die auf S. 23 mehrfach erwähnten „Essays“ sollten korrekt mit „(wissenschaftliche) Abhandlungen“ oder „Aufsätze“ übersetzt werden, was im Kontext sogleich mehr Sinn ergibt.
– Wenn Stephen Hart auf S. 55 in einem „Sarg“ nach Ausrüstungsgegenständen sucht, ist garantiert eine „Kassette“ gemeint, die im Englischen ebenfalls „casket“ genannt wird.

Im Wissen um diese Peinlichkeiten ist es nicht der Vorzeit-Jaguar, der den tiefsten Schatten auf diesen Roman wirft …

_Autor_

Steven Savile wurde 1969 in der englischen Stadt Newcastle geboren. Nach eigener Auskunft ließ er sich auf der Suche nach Lebenserfahrungen durch den Arbeitsmarkt treiben. Auf seinem Weg war er als unter anderem als Englisch-Lehrer, Vertreter und Berater des Verteidigungsministeriums tätig.

Ende der 1990er Jahre hatte er nicht nur genug Erfahrungen gesammelt, sondern war sich außerdem bewusst geworden, dass er Schriftsteller werden wollte. Er bewarb er sich als „tie-in“-Schreiber und fabrizierte fürderhin Romane und Kurzgeschichten für anspruchsarme, aber erfolgreiche Unterhaltungsserien und TV-Serien. In diesem Metier spielt die Einhaltung vorgegebener Abgabetermine eine größere Rolle als die Schaffung literarisch anspruchsvollen Lesestoffes. Savile reüssierte als Autor, der lieferte, was das jeweilige Franchise von ihm forderte. Seine Produktivität ist enorm, und manchmal schreibt er auch Bücher nach Ideen, die er sich selbst ausgedacht hat.

Savile lebt und arbeitet seit vielen Jahren in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Über seine Aktivitäten informiert er auf seiner Website:
http://www.stevensavile.com.

_Impressum_

Originaltitel: Primeval – Shadow of the Jaguar (London : Titan Books 2008)
Deutsche Erstausgabe: März 2009 (Cross Cult Verlag/Primeval 1)
349 Seiten
EUR 12,80
ISBN-13: 978-3-941248-11-3
http://www.cross-cult.de