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Die drei ??? und der Schatz der Mönche (Folge 107)

Schon Mitte 2002 angekündigt, aber erst Januar 2003 veröffentlicht ist Folge 107 „Der Schatz der Mönche“ ein Vorbote auf die schon zu dieser Zeit schwelenden Lizenzstreitigkeiten gewesen. Die Fans waren entsprechend gespannt, was EUROPA aus dem Hut zaubern würde, sprich: Ob die Motivation, neue Hörspiele zu produzieren, gelitten haben würde. Wer Titel und Cover sieht, der denkt unwillkürlich an Martial-Arts und erwartet vielleicht deftige, fernöstliche Handkanten-Action, bedeutungsschwere Weisheiten von Lao Tse oder Konfuzius zu gebrochener Sprache und Kieferknochen. Dass dies bei einem Fall der drei Fragezeichen eher nicht vorkommt, kann man sich denken. Dass daraus eine sehr gesetzte Folge wird, weniger. Zumal wenn man das Buch kennt überrascht der etwas andere Grundton des Hörspiels.

Zur Story

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Minninger, André (Adaption); Sonnleitner, Marco (Buch) – Die drei ??? – Gefährliches Quiz (Folge 109)

Für gewöhnlich ist man als Fan ja geneigt, mit der rosa Brille über manche Unzulänglichkeit generös hinwegzusehen. Allerdings gibt es manchmal auch Fälle, wo die Brille nicht rosa genug sein kann. Auch bei den drei Fragezeichen reibt man sich gelegentlich mal die Augen respektive Ohren. Besonders auffällig – im negativen Sinne – sind bei der sonst zurecht beliebten Serie die Nummern im Bereich um die Hundert herum. Sie markieren wie keine anderen einen Tiefpunkt im Schaffen des EUROPA-Studios. Miese Sprecherleistungen, krude Storys und unterirdischer Schlendrian bei der Produktion machten sich breit. Glücklicherweise hat man sich inzwischen gefangen und produziert seit geraumer Zeit wieder ansprechende Fälle der drei Detektive.

_Zur Story_

Schlaumeier und Ober-Besserwisser Justus gewinnt diesmal zwar mit seiner Intelligenz keinen Blumenpott, dafür aber einen Auftritt bei einer hoch angesagten Quiz-Show namens „Wer knackt die Nuss?“. Diese Ehre wird ihm zuteil, da er ein sauschweres Kreuzworträtsel der „Los Angeles Post“ gelöst hat und am damit verbundenen Preisausschreiben teilnahm. Das Los hat entschieden; Er und zwei Begleitpersonen (logischerweise Peter und Bob) dürfen schon zwei Tage nach Erhalt der Benachrichtigung per Brief zum Sender dackeln. Justus wird in der Maske vorbereitet, während Peter und Bob schon mal auf der Zuschauertribüne Platz nehmen. Kurz vor Beginn der Show schneit dann der etwas nervös-spleenige Quizmaster Nobel in Justus’ Garderobe herein, um die obligatorischen Infos zum Ablauf der Sendung loszuwerden.

Nobel ist zunächst äußerst ungehalten und nicht erbaut, einen so jungen Kandidaten zu haben, irgendwer hat zu allem Überfluss seine Tochter entführt, daher wird diese Show etwas anders ablaufen als gewohnt. Statt der üblichen drei Lösungsvorschläge zu jeder Frage werden die Entführer (die sich online in den Computer des Senders eingehackt haben) während der Sendung durch Nobel Rätselfragen stellen, die Justus ohne jegliche Auswahlantworten live aus dem Stegreif beantworten soll. Das Leben von Nobels Tochter Clarissa hängt von der Richtigkeit seiner Antworten ab. Die Show ist endlich vorbei, doch die Entführer nicht zufrieden mit den Antworten – die drei ??? haben einen neuen Fall und noch dazu ein Ultimatum von 24 Stunden am Hals, um Licht ins mysteriöse Dunkel zu bringen.

_Eindrücke_

Das Fiasko fängt bereits früh an und liegt in der Story selbst: Durch ein Kreuzworträtsel intelligente Menschen zum Knacken eines vertrackten Rätsels zu suchen geht noch in Ordnung, doch den geplanten Betrug dann auch noch quasi dank der Fernsehshow öffentlich zu machen und so dilettantisch, wie in dieser Geschichte, das nimmt man keinem ach-so-durchtriebenem Ganoven (und schon gar nicht den Machern dieses grausamen Drehbuchs) ab. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch hätte (zumindest nachdem er feststellt, dass die Jungs ein recht erfolgreiches Detektiv-Unternehmen führen) die Strategie sofort geändert und wäre auf diskretere „Verhörmethoden“ umgeschwenkt.

Halten wir ganz einfach fest, dass die Handlung nicht nur hanebüchen, sondern sogar vollkommen haarsträubend ist. Hier alle logischen und stilistischen Fehler auch nur ansatzweise zu erwähnen, wäre eine Beleidigung der Tastatur. Des Weiteren ist das Ende ein kruder Mischmasch aus „Der Phantomsee“, „Der rote Pirat“ und „Geisterschiff“, dabei ist es aber weder so pfiffig noch erreicht es auch nur annähernd die Klasse der drei Vorgenannten. Und das, obwohl Nebel (wieder mal) eine Rolle spielt. Das Auftauchen von Nebel jeglicher Art kennzeichnet sonst immer die besseren Folgen. Hier reißt auch der Nebel nichts mehr heraus. Wobei wenigstens die Soundeffekte noch ein wenig zur Ehrenrettung beitragen und immerhin passabel ausfallen.

Schreiten wir voran zu den Sprecherrollen, die machen ein Hörspiel ja in besonderem Maße aus und entscheiden über Wohl oder Wehe. Ilja „Licht aus, Spot an!“ Richter (genau, der Typ mit der Quäk-Stimme aus der 70er Jahre-Musiksendung „Disko“) stottert sich gar grässlich und unbeholfen durch seinen Text, wie Kermit der Frosch mit einer mittelschweren Halsentzündung, wobei nicht klar ist, ob die Regie das so vorgeschrieben hat oder ob man sich nicht bewusst war, dass er es einfach nicht besser kann. So wenig Tiefe und so viel Nerv-Faktor hat kaum je ein Sprecher bei den drei ??? gewagt abzuliefern. Doch allein sein Verschulden kann das irgendwie nicht sein, denn warum färbt seine Lustlosigkeit auch auf die Top-Sprecher wie Oliver Rohrbeck & Konsorten ab?

_Fazit_

Das „gefährliche Quiz“ markiert einen der Tiefpunkte der Serie, was nicht allein von den miesen Sprecherleistungen – diesmal sogar der Stammsprecher – herrührt. Die ganze Geschichte ist so unglaubwürdig konstruiert, dass man nur froh sein kann, dass die nachfolgenden, neueren Folgen wieder langsam besser werden. Na ja, schlimmer konnte es ja eigentlich auch kaum kommen. Selbst hart gesottene Fans dürften das Teil nach einmaligem Hören allein der Vollständigkeit der Sammlung halber im Rack verschwinden lassen und fürderhin zeitlebens mit stoischer Nichtachtung strafen. Einsteiger sollten tunlichst die Finger von Folge 109 lassen, sie ist für die Serie – glücklicherweise – nicht repräsentativ.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? – Gefährliches Quiz“ – Folge 109
EUROPA (Sony BMG), 2003
Laufzeit: ca. 67 Minuten
Buch und Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: J. F. Conrad, Morgenstern
Cover-Illustration: Silvia Christoph

|Die Figuren und ihre Sprecher:|
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Nick Nobel: Ilja Richter
Clarissa: Theresa Underberg
Mike Pherson: Wolf-Dietrich Berg
Assistent: Martin Meyer
Sekretärin: Traudel Sperber
Sandy: Micaela Kreissler
Bill: Achim Schülke
Veronica: Saskia Weckler
Joe: Jan-David Rönfeldt

Minninger, André (Adaption); Marx, André (Buch) – Die drei ??? – Spur des Raben (Folge 75)

Eigentlich gelten landläufig ja eher die artverwandten Elstern als das diebischere Gesindel unter den Federviechern und spätestens, wenn sich herausstellt, dass dieser klauwütige Rabe normalerweise der Gattung Homo Sapiens angehört – der für gewöhnlich per pedes unterwegs ist – treibt man jeden Ornithologen in den Wahnsinn. Die Rede ist natürlich wieder von einem Hörspiel der drei Fragezeichen, in welchem sich die drei detektivisch veranlagten Jungs diesmal aus ihrem gewohnten Territorium um Rocky Beach entfernen und statt dessen Los Angeles unsicher machen, sehr zum Leidwesen eines gewissen kriminellen Subjekts, welches sich für eine Art |Batman für Arme| hält.

_Zur Story_

In Los Angeles findet die Filmpreisverleihung des „Goldenen Raben“ statt, weswegen sich sämtliche Stars und Sternchen zu Dutzenden in dieser kalifornischen Metropole tummeln. Mit von der Partie sind auch die drei Jungs aus Rocky Beach, denn Bobs Vater – bekanntlich der Chefredakteur der „Los Angeles Post“ – schickt die Jungs mit Kameras bewaffnet zu diesem Event, weil er dringend Bildmaterial für seinen Artikel braucht. Diese Gelegenheit lassen sich die nun zu Paparazzi transformierten Detektive natürlich nicht entgehen und werden abends vor einem Hotel Zeugen einer seltsamen Erscheinung. Peter entdeckt eine Gestalt, die sich hoch über dem Boden scheinbar fliegend zum Dach des Hotels bewegt. Nachdem der zweite Detektiv einen schnellen Schnappschuss von dem Unbekannten macht, stürmt das Trio ins Hotel.

Sie ahnen bereits, dass hier etwas Illegales im Busch ist. Auf dem Dach können sie die Gestalt im Kostüm eines Raben beinahe stellen, unter schauerlichem Gekrächze kann der Unhold jedoch nach einem kleinen Handgemenge Batman-like über die Balustrade verschwinden und an einem gespannten Stahlseil zum gegenüberliegenden Gebäude entkommen. Lediglich eine einzelne Schwarze Feder bleibt zurück. Bei dem Gerangel ist nicht nur Bobs Kamera zu Bruch gegangen, erschreckt stellt er fest, dass seine Brieftasche ebenfalls fort ist. Die drei halten es für angebracht, zunächst die örtliche Polizei aufzusuchen und dann Bobs Dad die kaputte Kamera zu beichten – um das zu erwartende Donnerwetter abzumildern, wollen sie ihm das von Peter geschossene Exklusiv-Foto des Raben anbieten.

Als erstes zeigen sie es allerdings Detective Gregson vom LAPD, dem die Masche nicht unbekannt ist. Scheinbar war der beobachtete Raubzug nicht der erste des Flattermanns in LA. Am nächsten Tag in ihrem Hotel angekommen, erwartet Justus, Peter und Bob die nächste Überraschung an der Rezeption: Irgendjemand hat ein Päckchen für sie hinterlegt, in welchem sich Bobs Brieftasche (ohne Geld, aber ansonsten vollständig), eine schwarze Rabenfeder und eine Cassette befindet. Als die drei die Cassette abhören, erklingt die krächzende Stimme des Raben, der ihnen per Reim eine Rätselaufgabe stellt und sie damit heiß auf seine Spur macht. Wenn sie ihn fangen und den nächsten Tatort herausfinden wollen. Klar, dass die drei Fragezeichen zu dieser Herausforderung nicht Nein sagen.

_Eindrücke_

Positiv fällt auf, dass die Ermittlungen zu beinahe gleichen Teilen untereinander aufgeteilt werden und das Ganze nicht zu einer reinen Justus-Geschichte mutiert. Des Weiteren spielt Nummer 75 mal endlich wieder außerhalb von Rocky Beach in einer Großstadt, was auch mit den entsprechenden Geräuschen gut unterlegt ist. Straßenmusikanten, Verkehrsgetümmel und Andrang vor den Hotels der Stars. All das schafft vom Start weg eine gute und glaubwürdige Atmosphäre. Die Figur des Kriminellen im Rabenkostüm bekommt durch das charakteristische Krächzen einen spannenden Touch und einige Schock-Momente; wenn das „Kraaa-Kraaaa“ unerwartet auftaucht, schreckt man schon ein wenig zusammen. So richtig gruselig ist das aber nicht, dennoch verleiht es dem Auftritt des diesmaligen Gegenspielers den nötigen und gebührenden Pepp, den man bei einem ???-Hörspiel erwartet.

Die Geschichte an sich ist spannend und interessant aufgebaut, es gibt mal wieder einen ordentlich gereimten Rätselspruch zu lösen. Ein stilistisches Element, das sicher die eingefleischten Fans gerade der älteren Folgen zu schätzen wissen werden. Bei der Aufbereitung des Plots hat man sich wirklich Mühe gegeben, der Figur des Raben eine angemessene Tiefe zu verleihen und die Lösung des Falles bis zum Schluss zu verschleiern. Die Wahl der Sprecher auch abseits der üblichen Protagonisten ist nicht zu bemängeln, ja selbst Betonungsfehler sind nicht zu verzeichnen – besonders gut sind die markanten Stimmen von Beate Hasenau (u.a.: „Ameisenmensch“, „Stimmen aus dem Nichts“) und die von Jörg Gillner, welcher hier allerdings seinen bisher einzigen Einsatz in der Serie hat. Regisseurin Heikedine Körting gibt sich seit langem auch mal wieder in einer Sprechrolle die Ehre.

Der sonst so oft anzutreffende Lerneffekt beschränkt sich in dieser Folge auf das Herstellen eines Lautsprechers mittels eines Weinglases und Ohrstöppseln für einen Walkman und auf Beethovens „Neunte“ respektive dem Leitsatz „Ode an die Freude“. Die übrige Begleitmusik besteht aus den üblichen verschiedenen Samples, die häufig während der Serie verwendet werden: unspektakulär, aber durchaus passend zur Thematik. Reinrassiges Mystery- oder Gruselflair kommt hingegen nicht unbedingt auf, allenfalls das scheinbare „Fliegen“ des Raben, das Hinterlassen einer schwarzen Feder und das bereits erwähnte Krächzen verpassen der Folge den leicht rätselhaften Beigeschmack. Wieder eine Folge, die auch jüngere und/oder zartbesaitete Hörer durchaus nachts genießen können, ohne eine Herzattacke zu riskieren. Logikpatzer sind überraschenderweise keine ohrenfällig geworden.

_Fazit_

Zwar ist dies eine reine Kriminalfolge ohne übernatürliche Einschläge, doch eine gut durchdachte und vor allem gelungene Story mit einem ebenbürtigen Gegner machen das mehr als wett. Das Ende ist nicht vorherzusehen, es sei denn man hat hellseherische Fähigkeiten. Wie bereits angeklungen lebt die Spur des Raben zu einem nicht geringen Teil von dem guten, alten Teamwork der drei Detektive, wo jeder von ihnen etwas zur Klärung beizutragen hat. Keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in welcher die Serie etwas schwächelte und erst jenseits der Nummer 80 wieder allmählich an Qualität gewann. „Spur des Raben“ ist ein löblicher Ausbrecher aus der Riege der mittelmäßigen Fälle in den Neunzigern. Klare Hörempfehlung auch für Neueinsteiger!

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel : „Die drei ??? und die Spur des Raben“ – Folge 75
Buchvorlage: André Marx, Franckh-Kosmos 1996
Adaption: 1997, EUROPA (Sony BMG)
Lauflänge: ca. 56 Minuten
Buch und Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Stahlberg, Zeiberts
Cover-Illustration: Aiga Rasch

|Die Figuren und ihre Sprecher:|
Erzähler – Alfred Hitchcock: Matthias Fuchs
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mrs. Shaw: Heikedine Körting
Armanda Black: Beate Hasenau
Detective Gregson: Wolf-Dietrich Berg
Nora Sethons: Ursula Sieg
Mrs. Atson: Joyceline Schmidt
Mr. Krieger: Jörg Gillner
Lisa Manninger: Katja Stichel

Die drei ??? und das Hexen-Handy (Folge 101)

Nach der Triple-Jubiläumsfolge 100 handelt es sich beim „Hexen-Handy“ mit der Nummer 101 schon wieder um einen „stinknormalen“ Fall – quasi Business as usual bei den drei Detektiven. Seit die Serie ausschließlich im deutschsprachigen Raum weiter geführt wird, sind auch die Umgebungsvariablen sowie die Geschichten sukzessive immer mehr in Richtung Moderne verschoben worden. Handy, Computer und Internet haben schon länger bei den drei Fragezeichen Einzug gehalten. Im Jahre 2001 fühlte man sich berufen, die Problematik von Mobilfunk im Verbund mit speziell auf Kinder bzw. Jugendliche zugeschnittenem Zielgruppenmarketing zu thematisieren. Ob dieser warnende Finger tatsächlich Beachtung fand, ist nicht überliefert.

Zur Story

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Francis, H.G.; Arden, William – Die drei ??? und der tanzende Teufel (Folge 21)

Nach dem unerwartet großen Erfolg, den die Serie bei ihrem Start 1979 hinlegte, beeilte man sich bei EUROPA, rasch weitere Vorlagen der amerikanischen Jugendbuchreihe als Hörspiel zu adaptieren. Ein Jahr später, im Oktober 1980, hatte man mit dem „tanzenden Teufel“ bereits den 21. Fall der drei Fragezeichen im Kasten und veröffentlicht. 2001 musste sich dieser Klassiker einer kleinen, nicht ganz freiwilligen Frischzellenkur unterziehen lassen, denn Streitigkeiten zwangen das Studio, die alte Originalmusik aller bisher erschienenen Hörspiele der Reihe gegen eine andere auszutauschen. Ansonsten blieb diese Folge inhaltlich unangetastet – ein Fall übrigens, welcher auch heute noch große Beliebtheit bei den Fans genießt.

_Zur Story_

Es beginnt wie üblich alles ganz harmlos: Justus, Peter und Bob sollen für ein Mädchen der Nachbarschaft ihre verschwundene Puppe suchen, die angeblich einen Baum hinauf geflogen ist. Erst sind die drei etwas skeptisch, doch bringen sie zufällig in Erfahrung, dass dies nicht der einzige Diebstahl war, der in der Nähe statt fand. Aber nicht nur das. Während sich die ??? mit einer Nachbarin über die Diebstähle unterhalten, wird der Projektor von Peters Vater ebenfalls entwendet. Die Liste der gestohlenen Gegenstände liest sich seltsam, da sie zunächst in keinerlei Zusammenhang miteinander zu stehen scheinen. Was haben diese augenscheinlich so verschiedenen Sachen also miteinander zu tun? Die Jungs sind erst einmal ziemlich ratlos, haben aber eine vages Täterbild durch ihre Nachbarschaftsbefragung erarbeitet. Immerhin ein erster Anhaltspunkt. Und die gemeinsame Verbindung wird auch langsam klar.

Alle entwendeten Dinge befanden sich in schwarzen Aktenkoffern. Bei den weiteren Ermittlungen kommt man dem Dieb auf die Schliche, aber statt ihn in seinem Motel stellen zu können, taucht plötzlich eine seltsam gewandete, schauerliche, teuflische Gestalt mit Wolfskopf, rot glühenden Augen und Hörnern auf und bedroht die Jungs. So unvermittelt, wie die zottelige Erscheinung auftaucht, verschwindet sie auch wieder. Ein Lichtblitz und Rauch. Fort ist sie wieder. Spurlos. Den Detektiven schwant, dass dieses Geheimnis mehr hergibt als ein simpler Diebstahl von unterschiedlichsten Gegenständen, doch was hat es denn nun mit dem Koffer auf sich? Und was will der mysteriöse Tanzende Teufel der goldenen Horde des Baku Khan, der die drei Detektive immer wieder durch sein Erscheinen zu Tode erschreckt? Spukgestalt oder realer Schamane – vielleicht auch beides? Fragen über Fragen.

_Eindrücke_

Autor dieser Story ist William Arden, der auch das gleichnamige Buch bereits 1964 schrieb. In das Hörspiel umgesetzt wurde das Werk wieder einmal vom umtriebigen H.G. Francis, der unter diesem und diversen anderen Pseudonymen Umsetzungen meist zu SF und Gruselthemen geschrieben hat, doch unter eben diesem Pseu für eine ganze Reihe Hörspiele aus dem Hause EUROPA verantwortlich ist. Bekannter ist Francis jedoch unter den Lesern der Perry Rhodan – Serie, für die er als einer der Gründerväter der Serie auch später fast ausschließlich Romane schrieb und, nebenbei bemerkt, selbstverständlich auch die Redaktion der ebenfalls genialen Vertonung der ersten Perry Rhodan Hörspiele übernommen hatte, welche ebenfalls von EUROPA Studio produziert wurden.

Die Jungs kamen hier allmählich in den Stimmbruch, besonders deutlich merkt man das Andreas Fröhlich an, doch auch seine beiden Kollegen sind im Gegensatz zu den früheren Folgen schon mit etwas dunklerer Stimme gesegnet. Die Sprecher und Soundeffekte sind bei dieser Folge insgesamt stimmig, sieht man vom nervigen Klischee-Chinesen mal ab, der konsequent das „R“ gegen ein „L“ in seinem nervig hohen Singsang austauscht. Nicht sehr glaubwürdig, aber dafür unfreiwillig komisch. Während des Showdowns fehlt auch irgendetwas. Um nicht zu viel zu verraten: Die Sprecher kommentieren eine Situation, die man durchaus hören können müsste, die jedoch nicht mit einem entsprechenden Effekt unterlegt wurde. Somit wirkt das Ganze ein wenig leblos und ohne Dramatik herunter geleiert.

Nummer 21 ist mit wesentlich mehr der berühmten Musik durchsetzt, welche die Serie so sehr mitgeprägt hat. Nicht, dass die Geschichte durch den neuen Soundtrack behindert würde, doch gerade bei den Uralt-Folgen vermisst man die „richtige“ Musik als Fan der ersten Stunde schmerzlich. Wer später zur Serie stieß oder Neueinsteiger ist, dem fällt das wohl nicht so auf bzw. er ist es nicht anders gewohnt. Der Austausch des Soundtracks war seinerzeit übrigens wegen Lizenzstreitigkeiten nötig geworden. Europa durfte die Stücke von B. George und B. Brac nicht mehr verwenden, sodass auch sämtliche alten Hörspiele der Serie 2001 noch einmal remastert werden mussten. Heute zeichnen Conrad, Zeiberts und Morgenstern für die Musik verantwortlich.

Die Musik stellt wie immer auch eine Einteilung dar, mit der die einzelnen Kapitel abgegrenzt werden. Ein Novum ist das eigenständige Thema für den tanzenden Teufel. Sobald er auftaucht, wird er von einer düster-schnellen Percussions-Musik untermalt. Solcherlei kommt in der gesamten Serie nur äußerst selten vor. Dieser subtile Trick ist unter anderem dafür verantwortlich, dass bestimmt so manchem als Dreikäsehoch Angst und Bange wird, wenn er damit und seinem charakteristischen, lauten „Haaaaaaarh!“ die Detektive urplötzlich heimsucht und sein (stets etwas anderes) Sprüchlein grollt. Das rationale Wissen darum ist die eine Sache, dass sich einem heute immer noch die Haare aufstellen, eine ganz andere. Zur Auflockerung zwischendurch ist das Hörspiel aber auch durchaus witzig.

Fehlerseitig ist der tanzende Teufel eine eher unauffällige Folge, bei der nicht so derbe Patzer bei der Produktion unterlaufen sind, wie bei vielen anderen Episoden. Dennoch sind einige Spitzfindigkeiten und handwerkliche Missgriffe zu bemängeln, die den Hörspaß jedoch nicht wesentlich beeinträchtigen. Wer sich einen Überblick darüber verschaffen möchte, was alles daneben ging, surft beispielsweise auf der Fehlerseite von [rocky-beach.com]http://www.rocky-beach.com/ vorbei. Ansonsten eine intelligente und vor allem spannende Folge, deren Ausgang soweit nicht abzusehen ist, sondern allenfalls zu erahnen. Wenn man um 20 Ecken denkt, wie es Justus in diesem Hörspiel mal wieder ausgiebig tut, als er den Fall endgültig aufklärt, kann der aufmerksame Hörer auf die Lösung kommen.

_Fazit_

Die Umsetzung des Buches gelang hier recht werkgetreu – natürlich mit notwendigen Kürzungen wegen der begrenzten Kapazitäten der damals verfügbaren Abspielmedien. Das alte Flair ist der 2001er Neuabmischung leider ein wenig verloren gegangen. Die Atmosphäre ist aber nach all den Jahren noch sehr dicht. Gänsehaut bildet sich immer noch, wenn der gehörnte Schamanen-Geist durchs Hörspiel tanzt und seinen starken Auftritt hat. Wenn auch nicht mehr ganz so intensiv. Trotz kleinerer Macken kommt der tanzende Unhold als eine der wirklich klassischen Folgen weiterhin gut weg und gehört nach wie vor berechtigter Weise zu den beliebtesten Fällen.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei Fragezeichen und der tanzende Teufel“ – Folge 21
Buchautor: William Arden, Random House – 1964
Drehbuch: H.G. Francis
EUROPA (Sony BMG), 1980
Regie: Heikedine Körting
Lauflänge: ca. 41 Minuten
http://www.natuerlichvoneuropa.de/

Die Figuren und ihre Sprecher:
Erzähler (alias Alfred Hitchcock): Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Christina Dalton: Karina Leising (Heikedine Körting)*
Mrs. Dalton: Heidi Schaffrath
Frankie Bender: Oliver Mink
Jim Clay: Markus Meiering
H.P.Clay: Lothar Grützner
Jason Wilkes: Joachim Rake
Walter Quail: Christian Mey
Mr. Hummer: Joachim Richert
Chiang: Tom Barrows (Hans Irle)*
Diakon Kastner: Hans Irle **
Butler: Hans Daniel **

*) Pseudonym – richtiger Name in Klammern
**) Uncredited – nicht im Booklett verzeichnet

Die drei ??? – Fluch des Piraten (Band 132)

Die beliebte Jugendbuchserie hat nach einigen Ups und Downs in ihrer bewegten Geschichte mittlerweile die 150-Fall-Marke satt überschritten. Schon seit den Neunzigern fand eine mehr oder weniger schleichende Abnabelung von Amerika statt und die Geschichten der drei Fragezeichen wurden ausschließlich von deutschen Autoren weitergeführt. 2007/2008 schien es mal wieder so, als gäbe es keine Einigung mit den Lizenzgebern. So kam es, dass Neuveröffentlichungen zwischen Mitte 2006 und Anfang 2008 eher schleppend stattfanden, bis die Situation bereinigt wurde. Seither hat der Output wieder auf Normalmaß angezogen, der vorliegende Band 135 „Fluch des Piraten“ von Ben Nevis, stellt jedoch noch eine ???-Veröffentlichung aus jener turbolenten Ära dar.

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Die drei ??? – Panik im Park (Folge 110)

Als Vertreter der nicht überall geliebten Ü-100-Fraktion hatte Fall Nummer 110 bereits bei Veröffentlichung 2003 einen schweren Stand bei treuen Hörern. Statt mit Vorschusslorbeeren wurde die Folge mit Murren und Knurren belegt. Das lag zum einen an dem verspäteten Release, zum anderen sah das Fandom genau das als schlechtes Omen. Um es vorwegzunehmen: „Panik im Park“ ist kein Überflieger geworden, doch die schlimmsten Befürchtungen, eine weitere katastrophale Folge von |EUROPA| präsentiert zu bekommen, bewahrheiteten sich auch nicht vollständig. Gleichwohl spaltet sie das Fandom: Die einen mögen sie, die anderen verdammen sie fast in den 110. Kreis der Hölle.

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Die drei ??? – Angriff der Computerviren (Folge 56)

Schon immer stand die „drei ???“-Serie dafür, auch moderne Themen in ihren Geschichten aufzugreifen, seien es Umweltschutz, Aliens oder Drogenmissbrauch und dergleichen mehr. Hier befasst man sich mit Computerviren, obwohl: 1990 war es mit PCs noch nicht so weit her, Windows noch Spielerei ohne wirklichen Nutzwert. „Internet“ galt noch als ein Fremdwort, von dem allenfalls Freaks wussten und Gebrauch machten. Somit war auch die Virenproblematik in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Dennoch packte man bei den drei Fragezeichen die digitalen Plagegeister schon sehr früh am Schopfe und machte sie zum Aufhänger für Fall Nummer 56.

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Francis, H.G. / Carey, M. V. – Die drei ??? und die bedrohte Ranch (Folge 33)

Wo zum Teufel stecken eigentlich die Special Agents Mulder und Scully, wenn man sie mal braucht? Die Antwort darauf ist simpel: Als dieses Hörspiel von |EUROPA| 1983 veröffentlicht wurde, hat man an „Akte X“ noch nicht einmal gedacht. Tja, die drei Junioren hätten sie damals echt gut gebrauchen können. Dieser vergleichsweise alte Fall der drei Fragezeichen hätte den „X-Files“ nämlich schon zur Ehre gereicht.

_Zur Story_

Der jähzornige und eigenbrötlerische Millionär Charles Barron ist nebst seiner Gattin Ernestine auf dem Hof von Justus‘ Onkel Titus Gebrauchtwarenhandel, um für seine abgelegene Ranch einige Dinge einzukaufen. Während Patrick sich mit dem stets mürrischen Zyniker Mr. Barron wegen einer Lappalie in die Haare bekommt, greift dessen Frau beschwichtigend ein. Noch bevor der Deal perfekt ist, erfährt der ebenfalls anwesende Justus, das Mrs. Barron an die Errettung durch Außerirdische glaubt, sollte die Erde irgendwann mal in eine fatale Katastrophe schlittern. Dabei beruft sie sich auf eine kontroverse Publikation, welche Justus ebenfalls geläufig ist. Er ist neugierig auf die Ranch der Barrons, die angeblich vollkommen autark vom Rest der Welt existiert – kurzerhand beschließen er, Peter und Bob, Kenneth bei der Auslieferung zu begleiten.

Die Ranch der Barrons ist tatsächlich eine Festung, gegen die Fort Knox sich vergleichsweise bescheiden ausnimmt. Mr Barron liegt im ständigen Clinch mit der Gesellschaft an sich, misstraut den Banken und natürlich auch der amerikanischen Regierung – mehr noch: Er erwartet irgendwann Revolution & Anarchie, daher hat er seine Ranch auch abgeschottet und so eingerichtet, dass man sich im Falle des Falles dort selbst versorgen kann. Ein Staat im Staat sozusagen, mit eigener Infrastruktur, Wasserversorgung und einer gut ausgerüsteten Waffenkammer. Den Omeganer-Tick seiner Frau toleriert Barron zwar, doch er selbst hält nichts von solchen – und speziell dieser – kruden Theorien. Für ihn sind das alles „Spinner“, die seine Frau jedoch sehr zu seinem Leidwesen demnächst auch noch auf die Ranch quasi zu einem UFO-Kongress eingeladen hat.

Das alles erfahren die drei Jungs, als sie von Mrs. Barron noch zum Abendessen eingeladen werden. Nach dem interessanten Abendmahl wollen die vier Besucher wieder zurück nach Rocky Beach fahren, doch das Militär hat die Straße und Umgebung hermetisch abgeriegelt. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig als zur Barron-Ranch zurückzukehren. Dort angelangt, erfahren sie, dass keine Verbindung mehr nach außen besteht, selbst Radio und TV (mit einer Ausnahme) sind lahmgelegt und geben keinen Piep von sich. Als nun noch ein seltsames blaues Leuchten am Himmel erscheint und das letzte noch funktionierende Radio eine Botschaft vom US-Präsidenten plärrt, in der er von „außerirdischen Besuchern“ berichtet wird, ist das Staunen groß. Mrs. Barron glaubt natürlich sofort an die Omeganer, doch sind hier wirklich kleine grüne Männchen am Werk?

_Eindrücke_

Das Chaos mit der Besetzung ist schon seit der alten Version Programm; damals waren auch nicht alle Sprecher und Figuren aufgeführt. Dass man aus rechtlichen Gründen seitens |EUROPA| die alte Musik rausnehmen musste und demzufolge auch einige mit Musik unterlegte Dialoge eingekürzt wurden, kann man noch nachvollziehen. Doch warum man bei der Neuabmischung dann, statt korrigierend tätig zu werden, gleich weitere Böcke geschossen hat, ist hingegen nicht ganz ersichtlich. Doch der Reihe nach: Ausgetauscht hat man Titus Jonas, jetzt gesprochen von Andreas Beurmann (Ur-Version: Peter Kirchberger), jedoch aufgeführt ist fälschlicherweise Wolfgang Kubach. Elsie Spratt war schon seinerzeit nicht im Klappentext zu finden, sie wird nun verkörpert von Hansi Jochmann – zumindest hat man ihren Namen korrekt vermerkt.

Ein großer Teil des Casts taucht auch heute noch nicht namentlich auf, was schon ein wenig seltsam anmutet; so befindet sich unter ihnen nicht nur Horst Frank in Gestalt des Hauptkommissars Reynolds, sondern auch Wolfgang Draeger als Radiostimme des US-Präsidenten. Bei anderen Figuren muss der (kundige) Hörer raten bzw. kann Doppel- bzw. Dreifachrollen heraushören; vollkommen im Dunkeln tappt das Fandom bei Kenneth (Patrick O’Ryans Bruder) und der Stimme der Funkmeldung, welche Charles und Ernestine Barron zum Landeplatz des vermeintlichen UFOs locken soll. Musik und Effekte gehören mit zu den Schwächsten der ganzen Serie – wie klingt beispielsweise blaues Licht? Eben!

Die Story war mit ihrem Alien-Hintergrund anno 1983 recht innovativ. Eine ähnlich gelagerte Folge kam später noch einmal: „Geheimakte UFO“. Der Plot mag recht interessant klingen, im Prinzip ist er das auch, doch schon früh patzen insbesondere die Sprecher des angeblichen Militärs. Die Regie hat sich überdies ehrlich Mühe gegeben, den Stoff eher mäßig zu präsentieren. Highlight dieser Folge ist neben den Stammsprechern der geniale Pinkas Braun alias Charles Barron, denn er verleiht diesem verschrobenen Charakter ein herrlich zynisches Wesen, dessen markigster – bei Fans beliebten – Spruch wohl auch aus rechtlichen Gründen leider dem Schneidetisch zum Opfer fiel: „Kommunisten, Anarchisten … PACK!“ Das verächtlich ausgespiene „Pack!“ hat man in der Neuabmischung rausgeschnibbelt.

So viele offensichtliche Logik-Fehler und mit der heißen Nadel genähte Dialoge & Effekte war man von den drei ???-Machern bis dato nicht gewohnt. Trotz zweier ausgetauschter Sprecher hat sich die Lage – wenn überhaupt – nur geringfügig verbessert. Die eigentliche Lösung des Falles ist optischer (!) Natur, was bei einem Hörspiel zum Mitknobeln natürlich ziemlich hinderlich ist, trotzdem schwant dem aufmerksamer Hörer bereits, was los ist … und das leider auch schon relativ früh. Somit hangelt man sich fast die gesamten restlichen 30 Minuten durch die neuerdings auch noch kastrierte Story, bis endlich die Auflösung kommt. Dummerweise wird man zwischendurch immer wieder mit kleinen und größeren vermeidbaren Fehlern belästigt.

_Fazit_

Die Bewertung fällt wirklich nicht leicht. Auf der Haben-Seite war die Folge damals etwas Neues, aber andererseits nicht konsequent genug gemacht, um die Spannung aufrechtzuerhalten, mal ganz abgesehen von einigen unglaubwürdigen Passagen und dem Sprecher-Chaos. Aufgelockert und vor einer schlimmeren Note als „So eben noch befriedigend“ gerettet wird sie nur durch den exzellenten Pinkas Braun als Berufs-Zyniker und dessen teils knallige (absichtlich überzogene) Gesellschaftskritik. Fans werden sich das Teil eh in die Sammlung stellen, für alle anderen gibt es eine bedingte Empfehlung und den Hinweis, dass es sicherlich bessere Folgen zum Einstieg in die Serie gibt.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und die bedrohte Ranch“ – Folge 33
Erzählt von M.V. Carey
Erstveröffentlichung: Buch 1981, Hörspiel 1983
Erschienen bei: EUROPA (Sony BMG)
Lauflänge: ca. 44 Minuten
Drehbuch: H. G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Jan Friedrich Conrad
Cover-Illustration: Aiga Rasch

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Titus Jonas: Hans Meinhardt* (Andreas Beurmann)**
Patrick O’Ryan: Wolfgang Kubach
Mr. Charles Barron: Pinkas Braun
Mrs. Ernestine Barron: Monika Peitsch
Hank Detweiler: Siegfried Wald
Elsie Spratt: Hansi Jochmann*
Lieutenant Ferrante: Volker Kraeft
Bones / Stanford / Omeganer: Siegfried Meierheim (Helmut Zierl)**
Kenneth O’Ryan***
Arbeiter: Simon deLuca***
Hauptkommissar Reynolds: Horst Frank ***
US-Präsident im Radio: Wolfgang Draeger ***

*) In der Neuabmischung wurden die ursprünglichen Sprecher ausgetauscht
**) Falsche Zuordnung – korrekte Namen in Klammern
***) Sprechernamen nicht aufgeführt

http://www.natuerlichvoneuropa.de
http://www.dreifragezeichen.de
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Minninger, André (Adaption) / Marx, André (Autor) – Die drei ??? und der Nebelberg (Folge 105)

Einige der Hörspiele aus der Drei-???-Serie rund um die Jubiläums-Triple-Folge Nummer 100 zeigten ganz derbe Abnutzungserscheinungen und Schlampereien, welche die ganz alten Produktionen selten aufwiesen. Gerade jenseits der magischen 100 fielen mindestens zwei Folgen besonders negativ auf, namentlich „Der Mann ohne Kopf“ (102) und „Gefährliches Quiz“ (109). Folge 105 – um die es hier gehen soll – hebt sich alleine schon durch Titel und Coverartwork von den aktuelleren Veröffentlichungen ab: Erstens erscheint wieder das berühmte „Die drei ??? _und_ …“ im Titel und zweitens verbreitet die stimmungsvolle Illustration ein gewisses „Back to the roots“-Flair. Das lässt schon mal hoffen.

_Zur Story_

Justus, Peter und Bob unternehmen einen mehrtägigen Geburtstagsausflug in die nahegelegenen Rocky Mountains, mit allem, was zu einem zünftigen Camping-Trip gehört. Just ist mit dem Leerlauf nicht ganz so glücklich, doch seine beiden Kollegen meinen, es sei an der Zeit, mal endlich ein wenig auszuspannen und die Seele baumeln zu lassen. Wer die drei kennt, weiß aber, dass diese Ruhe nicht lange anhalten wird – als Erstes nervt Peters Reise-Wecker des Nächtens die erschöpften Wanderdetektive, dann rumort es in der Nähe ganz gewaltig – Explosionen? Oder gar ein aufziehendes Gewitter? Diesig genug ist es auf dem sagenumwobenen Nebelberg häufiger, auf dem auch eine rätselhafte Spukgestalt ihr Unwesen treiben soll.

In der dichtesten Suppe tapsen die drei ??? durch die Landschaft, die Hand kaum vor Augen sehend, als sich eine gespenstisch-weiß leuchtende Gestalt mit drohend glühenden Augen aus dem Nebel schält und markerschütternd schreiend auf sie zu schwebt. Die Erscheinung ist längst wieder vom Nebel verschluckt, doch selbst Justus „Mich-schockt-nix“ Jonas ist über alle Maßen entsetzt. Für die drei Jungs gibt’s nur eins: „Alles Rennet! Rettet! Flüchtet!“. Den Schock über die nächtliche Begegnung immer noch in den müden Gliedern, erreichen die Junior-Spürnasen am nächsten Morgen ein einzelnes Haus in der Einöde, das sich als entlegene Pension entpuppt. Froh darüber, ein festes Dach über den Kopf zu haben und die relative Sicherheit eines Gebäudes genießen zu können, quartieren sich die drei Jungs ein.

Ein weiterer Gast hält sich ebenfalls in der kleinen Pension auf, und abends kommt am Kaminfeuer sitzend auch die Sprache auf das sagenumwobene Phantom, angeblich der Geist eines Goldgräbers und zudem Vorbesitzer eben jenes Hauses. Es zieht dichter Nebel auf, und das vermeintliche Gespenst schlägt diesmal konkreter zu. Der andere Gast – Mr. Faulkner, ein etwas sonderlicher Kriminalschriftsteller – verschwindet beim mutigen Versuch, den grausig heulenden Unhold vor dem Haus zu stellen, spurlos. Zu allem Überfluss kennt sich die Erscheinung offenbar auch mit Technik aus: Auto, Strom und Telefon sind sabotiert worden. Abgeschnitten von schneller Hilfe, bleibt den drei Fragezeichen nichts anderes übrig, als den Übeltäter auf eigene Faust dingfest zu machen.

_Eindrücke_

Was das schauerlich-schöne Cover verspricht, hält die Geschichte auch – endlich mal wieder eine herausragende Folge mit Pep, Gruselfaktor und Mystery. Schon alleine der starke Auftritt des Phantoms lässt selbst leidlich erwachsenen Rezensenten sämtliche Haare aufrecht stehen und beweist aufs Neue die Theorie, dass jene Folgen, in denen Nebel eine zentrale Rolle spielt, fast ausnahmslos zu den besseren und besten gehören. Doch auch der Rest des Plots weiß dank der durchweg guten Sprecherleistungen und der dichten Atmosphäre zu überzeugen.

Hörspiele leben von den Geräuschen, und die sind diesmal auch sehr gelungen (vor allem der Schrei des Phantoms), aber auch die Musik passt prima in die Gruselstimmung. Innovativ ist die Erzählstruktur aus der Sicht von Bobs Reisetagebuch; das gab es in dieser Form vorher noch nie und ist überaus originell. Dass selbst Justus mal Panik kriegt und dies logischerweise auch auf den Hörer abfärbt, ist auch ein ziemliches Novum (lässt man das „Gespensterschloss“ mal außen vor) und rundet den positiven Eindruck ab.

Wo viel Licht ist, gibt’s erfahrungsgemäß natürlich auch Schatten – gemeint sind die kleineren Patzer in der Logik -, doch kann man sie getrost übersehen, weil das Gesamtpaket stimmig ist. So wundert es, dass Bob auf dem Laptop des Schriftstellers in der Pension einfach so irgendwelche höchst sensiblen Daten abrufen kann und der Besitzer des Läppis natürlich keine Passwörter oder sonstige Sicherungsmaßnahmen ergriffen hat.

Davon abgesehen, gibt es am Ende noch einen etwas gröberen Schnitzer, der aber aufgrund des Spannungsbogens für diejenigen, die sich die Folge unvoreingenommen anhören möchten, mal nicht näher erläutert und breitgetreten werden soll. Aufmerksame Hörer – sprich: erprobte Spürnasen und Fans der drei Fragezeichen – entdecken den Logikfehler bestimmt selbst. Er entstand einfach als Flüchtigkeitsfehler bzw. aus Zeitmangel bei der Umsetzung vom Buch in das Hörspiel. Das ist aber nicht weiter schlimm und stört das Flair dieser gelungenen Folge nicht gravierend – allenfalls leichte Abzüge in der B-Note sind dafür festzuhalten.

_Fazit_

Die kleinen Macken in der Handlung sind wirklich gering und können getrost ignoriert werden, sodass nach einigen Ausfällen in diesen Regionen der Serie endlich mal wieder der Daumen eindeutig nach oben zeigt. Der „Nebelberg“ ist eine ideale Einstiegsfolge, die Appetit auf mehr macht, insbesondere für alle diejenigen, denen die drei sympathischen Detektive noch nicht so geläufig sind. Grusel, Mystery und dichte Atmosphäre at its best – eine klare Hörempfehlung bei Dunkelheit und voll aufgedrehten Lautsprechern, wenn das Phantom auftaucht.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der Nebelberg“ – Folge 105
Erzählt von André Marx, Franckh-Kosmos 2002
EUROPA (Sony BMG) 2002
Lauflänge: ca. 59 Minuten
Drehbuch & Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Heinemeyer, George, Stahlberg
Cover-Design: Silvia Christoph

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Joanna Masterson: Barbara Marcks
Jack Masterson: Wolfgang Draeger
Sarah Masterson: Nadja Reichardt
Mister Faulkner: Wolfgang Hartmann
Harvey Ashford-Radcliffe: Rolf E. Schenker
Marc: Hartmut Kollakowski

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Francis, H. G. / Arthur, Robert – Die drei ??? und das Gespensterschloss (Folge 11)

„Das Gespensterschloss“ ist eigentlich die Nummer eins der Serie. Das Buch von 1964 wurde in Deutschland jedoch erst 1980 als Folge elf von |EUROPA| in Hörspielform herausgebracht. Man hielt sie als Einsteigerhörspiel und Testballon damals wohl für ungeeignet und entschied sich dafür, den „Super-Papagei“ 1979 zuerst in den Ring zu schicken. Eine legendäre Entscheidung. Ob die seit 30 Jahren erfolgreiche Serie darunter gelitten hätte, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Feststeht aber, dass (fast) die gleiche Crew heute damit immer noch unglaublichen Erfolg hat. So gesehen hat die Zeit ihnen Recht gegeben.

_Zur Story_

Wieder einmal hat Alfred Hitchcock eine Beschäftigungstherapie für Justus, Peter und Bob auf der Pfanne. Diesmal ist es jedoch kein „Fall“, sondern eine Bitte, sich in der Nähe von Rocky Beach und Umgebung mal umzusehen. Der Altmeister des Gruselfilms sucht genau für ein solches Projekt ein altes Schloss als Filmschauplatz. Die drei ??? sind ihrem Gönner und Mentor natürlich gern zu Diensten, und Bob wird ausgeschickt, um in der Bibliothek nach einem geeigneten Objekten zu recherchieren, die Mr. Hitchcocks Anforderungen entsprechen. Natürlich wird er fündig und ebenso natürlich haben die drei Junioren auch gleich einen neuen „richtigen“ Fall. Das „Gespensterschloss“ ist nicht weit entfernt und scheint geradezu ideal.

Das infrage kommende Gemäuer mit bewegter Vergangenheit gehörte einst einem Grusel-Schauspieler aus der Stummfilmzeit, der es im Stil der Filme, in denen er mitwirkte, bauen ließ. Die Location hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Es soll dort tatsächlich spuken. Hausherr Stephen Terrill verschwand gramvoll und hoch verschuldet nach dem Niedergang des Stummfilms, lediglich das zerschmetterte Wrack seines Autos wurde in einer Bucht gefunden. Die spukige und mit Hypotheken belastete Immobilie selbst jedoch konnte nie verkauft werden, weil der ehemalige Besitzer angeblich dort als Geist, bekannt als „Das Blaue Phantom“, umgeht und alle Interessenten und Vertreter der Gläubigerbanken bislang in die Flucht schlug.

Oberklugscheißer Justus ist bekanntlich immun gegen übernatürlichen Hokuspokus in allen Variationen, doch diesmal muss er zugeben, dass nicht nur Peter (wie üblich) zu Recht die Hosen gestrichen voll hat. Als die beiden das Schloss nächtens erstmalig betreten und in Augenschein nehmen wollen, machen sie mit einer nie gekannten Panik Bekanntschaft: Dumpfes Orgelspiel und lähmende Kälte kriechen ihnen in die Glieder. Sie ergreifen fluchtartig das Hasenpanier. Eins-zu-null für das blaue Phantom. Doch der vermeintlich untote Wiedergänger hat die Rechnung ohne den ersten Detektiv gemacht. Düstere Drohanrufe, die Prophezeiung einer ominösen Zigeunerin und selbst der Erzfeind Skinny Norris können Just nicht davon abhalten, ein so interessantes Rätsel zu lösen.

_Eindrücke_

Die kindlichen Stimmen der drei Hauptakteure sind immer wieder lustig zu hören und kaum ein Vergleich zu ihrer heutigen erwachsenen Klangfarbe. Während man Oliver Rohrbeck und Jens Wawrczeck immer noch ziemlich klar erkennen kann, hat die heutige Stimme von Andreas Fröhlich (immerhin Synchronsprecher der schizophren-bösartigen Kreatur ‚Gollum‘ aus dem „Herr der Ringe“) nichts mehr mit seiner damaligen Piepsstimme zu tun. Bemerkenswert ist aber, wie professionell und souverän die Jungs damals schon gewesen sind.

Die anspruchsvollste Rolle aber dürfte Wolf Rathjen haben, der in seiner von der Geschichte aufdiktierten Mehrfachfunktion immer wieder gezwungen ist, seine Stimme zu verstellen. Ein Glück, dass das nicht sonderlich kitschig wirkt, wenn er die Charaktere wechselt, auch vor dem Hintergrund, dass es da einen ziemlich fetten Logikfehler gibt (er müsste permanent lispeln – doch als eines seiner Alter Egos tut er es eben nicht). Allerdings ist das – genauso Banane – auch so im Buch zu finden, also: Schwamm drüber.

Obwohl die „alte“ Musik mehr Flair hatte (sie wurde wegen Lizenzstreitigkeiten später komplett ausgetauscht), hat das Gespensterschloss seine alte Magie und dichte Atmosphäre nicht eingebüßt. Der stimmige und durchweg spannende Plot ist eben nicht totzukriegen, auch wenn das gute Stück nun schon lockere 24 Jahre auf dem Buckel hat. Meiner Ansicht nach gibt es von der Intensität und vom Mystery-Faktor her eigentlich nur zwei weitere Folgen, die ihr das Wasser reichen können: „Der Nebelberg“ und „Das Geisterschiff“ – beide bezeichnenderweise mit ähnlich gelagerter Thematik. Als Hörspiel fast der ersten Stunde der Serie kann Nummer elf hier natürlich ihren jahrelangen Kultstatus mit in die Waagschale werfen, braucht sie aber nicht. Sich damit hinter modernen Vertretern zu verstecken, hat sie nicht nötig, denn die Story ist zeitlos-genial, selbst nach all den Kürzungen, die das Buch für die vertonte Fassung hinnehmen musste.

Wie bei fast jeder Folge schleichen sich immer wieder Logikfehler und Inkonsequenzen in die Hörspiele ein, zum Teil ist dies Schlamperei beim Handwerklichen (Sprecher und Regie), zum anderen sind es sicher manchmal Unkenntnis von Landesgepflogenheiten oder gar Probleme bei der Umsetzung aus dem Buch ins Hörspiel. „Das Gespensterschloss“ ist selbstredend auch nicht davon frei, gehört aber zu den harmloseren Vertretern, wo die Fehler nicht arg stören.

Etwa diese falsche Textzuordnung von Bob: „Und was war mit der Lawine?! – Das war ein Mordanschlag auf uns!“. Tatsächlich aber müsste diese Zeile von Peter gesprochen werden. Der unabsichtlich ausgelöste Steinschlag betraf nur Justus und Peter, denn Bob war bei dem Lawinen-Vorfall gar nicht dabei. Er recherchierte nämlich in der Bibliothek, während Just und Peter sich das Gespensterschloss noch einmal bei Tageslicht vornahmen.

Oder: Nachdem Morton und die drei Fragezeichen durch die Geheimtür im Schloss treten, entsteht der Eindruck, als schwirrten Mr. Rex Wellensittiche gleich dahinter herum. Zudem befinden sich die vier kurz darauf beinahe ohne Zeitverzögerung in der Voliere von Mr. Rex. Dabei erhebt sich „… zwischen dem Schloss und Mr. Rex‘ Haus der Berg“. Der Verbindungstunnel ist im Buch sehr lang beschrieben, aus Zeitgründen hat man das im Hörspiel gerafft und sich dabei ein wenig verpaddelt.

_Fazit_

Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie es mit den drei ??? weitergegangen wäre, wenn die Folge tatsächlich als Nummer eins veröffentlicht worden wäre anstatt des „Super-Papageis“. Egal, alles Theorie. Es war und ist eine der Einstiegsfolgen schlechthin, denn kaum eine andere charakterisiert die Akteure der Serie so deutlich und treffend wie das „Gespensterschloss“: Superhirn Justus, Angsthase Peter, Bücherwurm Bob. Und über allem schwebt der Geist von Hitchcock im allerbesten Sinne, wenngleich er auch nur zu Marketingzwecken herhalten musste.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und das Gespensterschloss“ – Folge 11
Erscheinungsjahr: März 1980
Label: EUROPA / Sony BMG Ariola Miller
Lauflänge: ca. 46 Minuten (CD 2001)
Buch: Robert Arthur (1964) / Drehbuch: H.G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Design: Aiga Rasch

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler – Alfred Hitchcock: Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Tante Mathilda Jonas: Karin Lieneweg
Skinny Norris: Andreas von der Meden
Morton: Andreas von der Meden *
Mr. Grant: Horst Breiter
Stephen Terrill: Wolf Rathjen **

*) nicht im Booklett aufgeführt
**) im Booklett gleich doppelt falsch geschrieben: „Stephan Terril“

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Francis, H. G. / Arden, William – Die drei ??? und das Gold der Wikinger (Folge 45)

„Das Gold der Wikinger“, welches in der originalen Vorlage von William Arden auf das Jahr 1986 zurückgeht und eigentlich viel treffender mit „The three Investigators in the Mystery of the Wrecker’s Rock“ (sinngemäß: Die drei Detektive und das Rätsel um den Schiffbruchfelsen) betitelt wurde, schaffte den Sprung über den großen Teich erst drei Jahre später. Bei |Franckh-Kosmos| bekam dieser Fall dann seinen an die deutsche Leserschaft angepassten Namen und noch im gleichen Jahr von |EUROPA| als Hörspiel die Nummer 45 zugewiesen. 2001 erfuhren alle bis dato erschienenen „alten“ Folgen nochmals eine Überarbeitung: Die Musik musste wegen Lizenzproblemen ausgetauscht werden. Inhaltlich ist die Neuabmischung jedoch identisch mit der Urfassung von 1989.

_Zur Story_

Für einen Artikel in der „Los Angeles Post“ braucht Bobs Vater gute Bilder – da derzeit chronische Ebbe in der Kasse des Detektivbüros herrscht, ist das ein lukratives Angebot für die drei Jungs. Die Veranstaltung, um die es geht und welche die in Rocky Beach ansässige Familie Ragnarson auf einer vorgelagerten Insel stattfinden lässt, geht traditionell über mehrere Tage. Die erinnert an die Ankunft ihres norwegischen Ahnen an der Küste Amerikas. Wobei ein Kanu des ortsansässigen Cumasch-Stammes eine wichtige Rolle spielte. Im Laufe der Zeit veränderte sich der friedliche Tenor der Geschichte, und seither veranstalten die verkleideten Ragnarsons sowie deren Freunde einen fingierten Showkampf Wikinger versus Indianer.

Den Jungs gelingen viele Schnappschüsse der Feierlichkeiten, doch etwas trübt noch auf dem Meer die gute Laune. Ein verlassenes Boot treibt auf ihr eigenes zu – als sie sich darin umsehen, finden sie Blutspuren und stellen fest, dass sowohl Angler nebst Teile der Ausrüstung fehlen. Zurück an der Pier, treffen sie Kommissar Reynolds mit der verzweifelten Frau eines vermissten Anglers an. Offenbar ist es sein Boot, welches die drei bei „Ragnarson Rock“ ins Schlepp nahmen. Mrs. Manning ist absolut überzeugt davon, dass ihr Mann nicht mehr am Leben sei, besonders im Hinblick auf die blutigen Spuren im Boot und die gefundene Kleidung. Kurz darauf werden die Detektive von einem Wikinger, der sich ihnen als Sam Ragnarson vorstellt, angesprochen.

Er bietet eine Menge Geld für die Filme, doch Bob weist ihn höflich darauf hin, dass sein Vater die Exklusiv-Rechte daran hätte. Er könne jedoch gerne, nachdem dieser sich die Bilder, die er benötigt, herausgenommen habe, ein paar Abzüge erhalten. Sam lehnt diesen Vorschlag barsch ab, er wolle die Bilder jetzt und sofort. Der Tonfall wird drohend. Kommissar Reynolds taucht zufällig auf, und Sam macht sich aus dem Staub, noch bevor die Situation um Bobs Bilder noch weiter eskalieren kann. Dass die Sache längst nicht ausgestanden ist, zeigt sich am nächsten Tag, als ein Pick-up Bob verfolgt, ihn von der Straße drängt und er um die Negative erleichtert wird.

Richtig mysteriös wird der beginnende Fall dann, als der Schuldirektor der Jungs – ebenfalls ein Ragnarson – auf dem Schrottplatz auftaucht und sie um Hilfe bittet. Als ihr Schulleiter ist er natürlich über die detektivischen Ambitionen der drei Fragezeichen informiert. Die diesjährigen Festlichkeiten der Familie laufen nämlich ganz und gar nicht, wie sie sollen: Des Nächtens brandet schauerliches Wolfsgeheul und irres Gelächter auf, vorzugsweise im Nebel, und die ersten Gäste wollen schon die Flucht ergreifen. Und was hat ein seit über einem Jahrhundert toter, doch nun scheinbar munter herumspukender Kapitän eines mit Gold beladenen Schiffes damit zu tun?

_Eindrücke_

Die Romanvorlage William Ardens ist intelligent und spannend, doch seine vielen Handlungsstränge in ein 47 minütiges Hörspiel zu packen, muss zwangsläufig ein wenig daneben wirken. An und für sich ist die Story nicht übel: Ein verschwundener Angler, eine Verfolgungsjagd, ein toter Kapitän, der scheinbar wieder unter den Lebenden wandelt, das berühmte schwarze Schaf einer angesehenen Familie, geheimnisvolles Wolfsgeheul im Nebel, ein Goldschatz und ein Versicherungsbetrug – letztendlich ist das zu viel des Guten; obwohl die Pace der Erzählung dadurch oben gehalten wird, endet das Ganze doch recht konfus und unübersichtlich.

Trotz des Nebels, der häufig gute Folgen der Serie kennzeichnet, gerät diese hier eher zu einem unmotivierten Stochern in Selbigem. Vorherzusehen ist der Handlungsverlauf dennoch nicht; klar, dass auf den Bildern irgendein verräterischer Sachverhalt sichtbar sein muss, doch in welchem Kontext diese (übrigens viel zu spät von Justus gefundene) Information steht, wird an den Haaren herbeidiktiert. Apropos Justus: Diesmal kombiniert der erste Detektiv nicht nur im Alleingang, sondern auch verhältnismäßig langsam, während wir Hörer schon einen gutes Stück weiter sind und uns zu Recht fragen: „Wann kommt er endlich auf den richtigen Trichter?“ Das relativ überraschende Ende reißt da auch nichts mehr raus.

Die Sprecher sind soweit okay, auch wenn Horst Frank als Sprecher von Kommissar Reynolds schmerzlich fehlt. Wolfgang Draeger kann ihn irgendwie nicht so treffend rüberbringen wie der leider zu früh verstorbene Schauspieler. Etwas lustlos scheint auch die Figur des Sam Ragnarson (Marco Kröger) zu sein, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Da wäre mehr drin gewesen, um die Figur interessanter zu gestalten. Kleinere Fehler unterliefen auch bei der Dialogregie; so liegt manche Betonung und insbesondere die inkonsequente Aussprache von „Ragnarson“ (mal – korrekt – deutsch/skandinavisch, dann wieder englisch – „Räggnäss’n“ – angehaucht) daneben und einmal antwortet Justus gar auf eine Zeile von Peter mit „[…], Bob“.

Sound-Effekte und Musik sind nicht der Brüller und ordnen sich der irgendwie hastig zusammengeschustert wirkenden Geschichte unter, zwar macht sich das nicht wirklich störend bemerkbar, doch ein wenig mehr Pep hätte es dann doch sein dürfen – so jedenfalls kann man die Geräuschkulisse eher als langweilig einstufen. Irgendwie will speziell der Funke der ausgelassen feiernden Familie nicht so recht überspringen, und auch das kurzzeitige Wolfsjagd-Flair bei Nacht & Nebel verfliegt rasch, zumal bereits im Vorfeld klar ist, dass auf der Insel überhaupt keine Wölfe anzutreffen sind und folglich irgendein technischer Trick angewendet wird, um das Geheul zu erzeugen.

_Fazit_

Eine Folge, die gewollt, aber nicht gekonnt wirkt. Das Hörspiel ist dank der Kürzungen gegenüber der Vorlage zu wirr. Zu viele Handlungsstränge, Personen und Rätsel tauchen auf einmal auf, welche gegen Ende zusammengeklöppelt werden müssen, was man im Buch gut rüberbringen kann, im zeitlich begrenzten Rahmen dieses Hörspiels jedoch zwangsläufig scheitern muss. Die Sprecherqualität und die Soundkulisse gehen so weit in Ordnung, waren allerdings auch schon besser. Hörbar ist das Ganze immerhin und nicht gar so grottenschlecht, wie es jetzt den Anschein haben mag. Dennoch: Wieder einmal ist das Buch deutlich stimmiger.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel : „Die drei ??? und das Gold der Wikinger“ – Folge 45
Autor: William Arden (Franckh-Kosmos 1989)
EUROPA / Sony BMG, 1989
Lauflänge: ca. 47 Minuten
Drehbuch: H. G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Jan Friedrich Conrad
Cover-Illustration: Aiga Rasch

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler – Alfred Hitchcock: Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Tante Mathilda Jonas: Karin Lieneweg
Mr. Andrews: Manfred Bendixen
Mrs. Andrews: Renate Pichler
Ingmar Ragnarson: Rolf E. Schenker
Karl Ragnarson: Utz Richter
Sam Ragnarson: Marco Kröger
Mr. Manning: Achim Schülke
Mrs. Manning: Julia Mahnkopf
Hauptkommissar Reynolds: Wolfgang Draeger

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Die drei ??? und das Riff der Haie (Folge 30)

In den Achtzigern, speziell um die Folge 30 herum, geschah ein Umbruch. Beginnend mit dem „Riff der Haie“ wurden bei den drei Fragezeichen verstärkt auch moderne Themen angepackt, wie zum Beispiel hier der Umweltschutz, zudem Aliens (Bedrohte Ranch), politischer Extremismus / Waffenhandel (Narbengesicht). Dem stand entgegen, dass das |EUROPA|-Studio plötzlich nicht mehr so sorgfältig an den Scripten arbeitete und bei der Umsetzung der Bücher in die Hörspielfassungen allerlei handwerkliche Fehler auftraten.

Zur Story

Die drei ??? und das Riff der Haie (Folge 30) weiterlesen

Vollenbruch, Astrid (Buch) / Minninger, André (Adaption) – Die drei ??? und der Geisterzug (Folge 122)

Auf die Vertonung dieser Geschichte aus der „Drei Fragezeichen“-Reihe mussten Fans lange warten, galt es doch, heftige Lizenzstreitigkeiten, welche seit 2005 schwelten, zu beseitigen. Zwar erschienen im Stammverlag |Franckh-Kosmos| zunächst weiterhin Buchfassungen, doch die entsprechenden Hörspiele lagen eine ganze Zeit auf Eis. 2008 war es dann so weit: Nach der unsäglichen – und dankenswerterweise mittlerweile eingestellten – Klon-Serie „Die Dr3i“ durften die drei Junior-Schnüffler bei |EUROPA| wieder ihr normales Tagesgeschäft verrichten – natürlich mit dem über lange Jahre gestählten Team vor und hinter den Mikrofonen. Der „Geisterzug“ bekam die Nummer 122 und wurde in einer Tranche mit „Spur ins Nichts“ (121) und „Fußballfieber“ (123) veröffentlicht.

_Zur Story_

Justus, Peter und Bob sind wieder einmal im Namen von Onkel Titus‘ Gebrauchtwarenhandel unterwegs. Wie so oft verbinden die drei Fragezeichen das Nützliche mit dem Angenehmen, obwohl der Anlass dieser Dienstreise eigentlich ein eher trauriger ist. Mr. Kingsley, ein guter und langjähriger Freund von Onkel Titus, ist durch widrige Umstände gezwungen, sein Eisenbahnmuseum aufzulösen, und hat daher seinem alten Kumpel angeboten, diesem einige Schätze zu verkaufen. Justus soll das Material vor Ort sichten. Hierzu besteigen die drei Detektive bereits unter gewissen Schwierigkeiten den museumseigenen Zug, der heute seine letzte Fahrt verrichten soll.

Der junge und scheinbar bald arbeitslose Schaffnergehilfe Fred Jenkins ist nicht gerade begeistert davon, „Leichenfledderer“ zu bedienen, und zeigt sich von seiner schikanös-ruppigen Seite. Doch die Animositäten mit Fred sind recht rasch ausgestanden, denn sein Zorn ist eigentlich eher gegen den dollarschweren Mr. Campbell gerichtet. Jener saubere Herr ist nämlich derjenige, der das Museum aufkaufen und schließen will. Das hat er angeblich mit unlauteren Mitteln in die Wege geleitet, doch beweisen kann man es ihm nicht. Ein richtiger Kotzbrocken, so wie auch die zwielichtigen Gestalten, mit denen er ebenfalls in diesem Zug zusammenhockt.

Noch bevor die drei Fragezeichen etwas mehr Details in Erfahrung bringen können, fährt der Zug unter die Black Mountains. Im so genannten „Chinesentunnel“ sollen seit einem tragischen Unfall bei seiner Erbauung die Geister der dabei verschütteten chinesischen Gastarbeiter umgehen. Tatsächlich kommt es zu einem unfreiwilligen und gruseligen Halt. Irgendjemand hat wohl etwas gegen die Durchfahrt und versucht mit einer makaberen Gleisblockade, die alte Mär vom Spuk im Tunnel aufrechtzuerhalten. Die Aufklärung ist natürlich ein gefundenes Fressen für die drei Jungdetektive.

_Eindrücke_

Warum diese Episode den Titel „Geisterzug“ erhielt, erschließt sich dem Zuhörer nicht so recht. Die Geschichte handelt nämlich eher von besagtem Tunnel und erst zweitrangig geht es um einen mysteriösen Zug, der allerdings nichts Geisterhaftes an sich hat. Zudem ist die Entschleierung des Rätsels im Hörspiel sehr hopplahop geraten und nicht ganz schlüssig erklärt. Hier ist die Kenntnis der Buchvorlage aus der Feder Astrid Vollenbruchs sehr hilfreich, wo die Lösungsansätze wesentlich nachvollziehbarer – sprich: besser – und vor allem logischer hergeleitet wurden. Ansonsten baut man auf gewohnte und seit Jahrzehnten erprobte Fragezeichen-Kost. Mit einer Spukgeschichte als Grundgerüst machte man in der Vergangenheit selten etwas verkehrt, mittlerweile wirkt die Thematik aber doch etwas abgegriffen.

Dabei ist die Umsetzung im Prinzip gelungen und der Plot weitgehend spannend aufgezogen. Allein das Flair des Buches vermag das Hörspiel trotz des eindeutigen Vorteils der zur Verfügung stehenden Geräuschkulisse und fast ausnahmslos routiniert-souverän agierenden Sprecher nicht zu hundert Prozent herüberzuretten. Die Sprecherliste enthält eine ganze Reihe bislang unbekannter Stimmen, die dieser Folge (und damit auch der Serie) etwas Frisches und Unverbrauchtes geben. Die Leistungen der Newcomer sind solide, und nur die Figur des Dr. Long leidet ein wenig unter dem klischeebeladenen „L-statt-R-Akzent“, den man Asiaten – teils zu Unrecht – nachsagt. Ob dieser zu einem bereits viele Jahre in den USA praktizierenden Arzt chinesischer Abstammung wirklich passt? Geschmackssache. Überdies spricht Lou Wong auch sonst recht undeutlich und verwaschen.

_Fazit_

„Der Geisterzug“ ist eine Folge, die sich hauptsächlich aufgrund fehlender Originalität nur im oberen Mittelfeld einordnet. Zwar sind Flair und Atmosphäre sicherlich vorhanden, doch wirkt insbesondere das rasche Ende zu hingeschludert und der Laufzeit-Schmerzgrenze geschuldet, was das Hörspiel gegenüber dem Buch nicht so gut wegkommen lässt und unterm Strich einige weitere Sympathiepunkte kostet. Handwerklich gibt indes wenig am „Geisterzug“ auszusetzen, die Darbietung befindet sich auf gewohnt hohem Niveau.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der Geisterzug“ – Folge 122
EUROPA / Sony BMG 2008
Laufzeit: ca. 58 Minuten
Autorin: Astrid Vollenbruch (Franckh-Kosmos 2005)
Drehbuch und Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Wanda Osten
Musik: J. F. Conrad, Morgenstern
Cover-Illustration: Silvia Christoph
ISBN: 978-3-86629-072-3

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler: Thomas Fritsch
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Fred Jenkins: Nick Seidensticker
Mr. Campbell: Gerhard Hinze
Sam Reilly: Jürgen Strube
Carl Sheehan: Michael Weckler
Collins: Thorsten Weber
Mr. Kingsley: Herbert Tennigkeit
Mrs. Kingsley: Tina Rehfeld-Wildmann
Devlin Reno: Jörg Pleva
Dr. Long: Lou Wong

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Die drei ??? – Poltergeist (Folge 73)

Nachdem in der Vergangenheit er Serie immer weniger Mystery vorkam, aber zunehmend Fälle mit Diebstahl, Entführung und Erpressung zu lösen waren, bei denen vermeintliche Geister und Dämonen keine Rolle mehr spielten, sondern rein weltliche Bösewichte, besinnt man sich bei Folge 73 wieder auf alte Tugenden. Einen Poltergeist hat’s bis dato noch nicht gegeben. Verraten sei jedoch, dass der alte Erzrivale Victor Hugenay mal wieder seine schmierigen Finger im Spiel hat.

Zur Story

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Die drei ??? und das Geisterschiff (Folge 93)

Mit Folge 93 der kultigen Jugend-Detektei befand man sich Ende der Neunziger bzw. Anfang Zwotausend qualitativ schon wieder auf dem Weg nach oben. Vergessen waren die zwischenzeitlich teils lieblos hingeschluderten Storys ab etwa Folge 60. Mit dem Setzen auf bewährte Rezepte und ein Besinnen auf alte Stärken schaffte man es, die Steigerung in der Formkurve – mit ein paar Ausreißern – bis heute zu halten. „Das Geisterschiff“ ist dabei quasi ein modernes Role-Model und Paradebeispiel für solide gesponnenes Garn, auf dem die Serie ihren bislang ungebrochenen Erfolg gründete.

Zur Story

Die drei ??? und das Geisterschiff (Folge 93) weiterlesen

Francis, H. G. / Arthur, Robert – Die drei ??? und der grüne Geist (Folge 8)

Mittlerweile sind über 120 Hörspiele der drei sympathischen Junior Detektive erschienen und die Technik geht auch an ihnen nicht vorüber, will heißen, die Storys gleichen sich dem aktuellen Zeitgeist immer wieder geringfügig an. Somit sind die Geschichten der „Drei Fragezeichen“ alles andere als statisch und immer wieder hörenswert. Auch die älteren Folgen besitzen einen Charme, der nicht nur Kinder und Jugendliche anspricht, sondern auch durchaus für Erwachsene geeignet ist. Quid ad est demonstrandum. Hier geht es um einen wahren Klassiker von 1979, also im besten Sinne der ersten Stunde: Fall Nummer acht.

_Zur Story_

Peter und Bob werden Ohrenzeugen eines grausam-kläglichen Schreis, der aus einem alten Haus dringt, das abgerissen werden soll. Scheinbar zufällig befinden sich auch einige Männer in der Nähe, die den Schrei ebenfalls vernehmen und beschließen, das Haus zu betreten, nachdem der Schrei ein zweites Mal ertönt. Geistesgegenwärtig schneidet Bob das Ganze auf Tonband mit und die beiden Jungs betreten zusammen mit den Männern das gespenstische Haus, wo sich ein grüner, schemenhafter Geist an der Wand und dann auf der Treppe zeigt.

Der Geist, von dem einer der Erwachsenen später zu berichten weiß, dass dieser derjenige vom alten Matthias Green sein muss, welcher sich vor über 50 Jahren auf der betreffenden Treppe das Genick brach, verschwindet genauso plötzlich, wie er erschien. Am nächsten Morgen sind die Zeitungen Rocky Beachs voll davon – doch Justus glaubt nicht an Geister und hört sich Bobs Tonbandaufnahme immer und immer wieder an, bis Hauptkommissar Reynolds die Jungs aufsucht und darum bittet, ihn zu Greens Haus zu begleiten, schließlich sind Peter und Bob live dabei gewesen. Justus will den „Tatort“ auch gern unter die Lupe nehmen.

Am Haus treffen sie einen entfernten Verwandten des alten Green, Harold Carlson, der sich als Neffe, Rechtsanwalt und gesetzliche Vertretung der rechtmäßigen Erbin des Hauses zu erkennen gibt. Gemeinsam macht man sich daran, im Haus nach Spuren zu suchen, und nachdem Bob und Peter Kommissar Reynolds gezeigt haben, wo die Erscheinung im Mauerwerk verschwand, ordnet dieser an, dass die Wand aufgestemmt werden soll. Als Justus in eine nun freigelegte Geheimkammer kriecht, entdeckt er einen alten Sarg, in dem die sterblichen Überreste von Greens chinesischer Frau und eine Perlenkette liegen.

Dies seien offensichtlich die lange verschollenen und legendären „Geisterperlen“, die der alte Green angeblich aus China gestohlen haben soll und weswegen er das asiatische Land fluchtartig verlassen musste. Diese Perlen sind unscheinbar, jedoch wohl extrem wertvoll. Carlson nimmt sie an sich, um sie nach San Francisco zu seiner Tante Lydia zu bringen, der rechtmäßigen Erbin. Wenige Tage später klingelt das Telefon in der Zentrale der drei ???. Es ist Miss Lydia Green – offensichtlich ist der Grüne Geist nun auf ihrem Anwesen in San Francisco aufgetaucht.

_Eindrücke_

Selbst heute versprüht diese Folge das typische ???-Flair, das uns als Jugendliche so faszinierte und nichts von seiner Wirkung eingebüßt hat. Zugegeben: Die Sound-Effekte und Geräusche sind bestimmt allesamt heute besser möglich, aber nichtsdestoweniger gut gemacht und stimmig. Dass diese bei sämtlichen |EUROPA|-Produktionen jener Zeit verwurstet wurden, ist zu vernachlässigen, denn man hat sich wirklich die Mühe gemacht, eine intelligente Geschichte zu vertonen. Das spiegelt sich in der Qualität der Sprecher genauso wider wie in der spannenden, durchdachten Machart der Folge.

An keinem Punkt findet man die Angelegenheit lächerlich oder gar kitschig. Dieser Klassiker ist von der dichten Atmosphäre her herausragend, aber das ist nicht das einzig Bemerkenswerte am „Grünen Geist“: Was diese Folge von vielen anderen ???-Folgen objektiv unterscheidet, ist die Tatsache, dass hier das Triumvirat Justus/Peter/Bob ausnahmsweise mal voneinander getrennt wird. Somit ist dies keine sonst so oft präsentierte Justus-Löst-Fast-Alles-Alleine-Show, sondern die Charaktere der beiden Mitstreiter werden auch endlich noch weiter vertieft und zeigen, dass auch Peter und Bob nicht auf den Kopf gefallen sind.

_Fazit_

Mit diesem Vertreter der alten Folgen aus den Anfangstagen fällt auch Serien-Neulingen der Einstieg sehr leicht. Der „Grüne Geist“ weist vergleichsweise wenig Fehler auf und ist atmosphärisch sehr dicht, obwohl er natürlich kräftig unter den – aufgrund der begrenzten Kapazität von LP/MC damals notwendigen – Kürzungen gegenüber der Buchvorlage zu leiden hat. Dennoch gehört er zu Recht seit fast 30 Jahren zu den beliebtesten Vertonungen der „drei ???“-Reihe.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die Drei Fragezeichen und der Grüne Geist“ – Folge 8
Ersterscheinung: Buch 1965, Hörspiel: 1979
EUROPA – BMG Ariola Miller
Lauflänge: ca. 50 Minuten
Regie: Heikedine Körting
Drehbuch: H. G. Francis
Musik: Zeiberts, Morgenstern

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler (alias Alfred Hitchcock): Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Hauptkommissar Reynolds: Horst Frank
Chang: Thorsten Sense
Patrick: Wolfgang Kubach
Miss Lydia Green: Marianne Kehlau
Harold Carlson: Alexander Stubbe
Mr. Jensen: Rolf Mamero
Mr. Won: Victor Bernard
Mann: Gernot Endemann (nicht aufgelistet)

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Die drei ??? – Musik des Teufels (Folge 84)

Im Bereich um die Folgen 50 bis 80 hatten die drei Fragezeichen qualitätsmäßige Einbußen zu verzeichnen. Nur wenige Geschichten, sowohl in Buch als auch in Hörspielform, konnten in den Neunzigern so recht überzeugen. So wie Folge 84 „Musik des Teufels“, wo sich endlich eine Trendwende und Licht am Ende des Tunnels abzeichneten. Besserung war in Sicht, und das liegt zum Teil an der Kombination von frischen Ideen mit alten Tugenden, welche die Serie zu ihrem verdienten Kultstatus brachten. Einer dieser Einfälle war 1998 die Schaffung einer illustren Stammgast-Figur im jugendlichen Detektiv-Universum, die fortan immer wieder sporadische Auftritte haben soll: Jelena – Justus‘ schlimmster Alptraum.

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Minninger, André – Die drei ??? und der rote Rächer (Folge 96)

Nachdem die Kult-Serie in den Neunzigern leicht einknickte und eine Reihe eher mittelmäßiger und – was Fans vollkommen neu war – sogar richtiggehend schlechte Folgen produziert wurden, erholten sich die drei Fragezeichen um die Jahrtausendwende wieder. Die Formkurve stieg in Richtung der magischen Nummer 100 fast stetig an und die neueren Fälle besannen sich auf alte Tugenden. Ein Umstand, welcher der Serie sehr gut tat. Nummer 96 aus dem Jahr 2001 ist ein solcher, eher klassisch ausgerichteter Fall, der auch in den Anfangstagen des Junior-Detektivtrios spielen könnte – was durchaus als Lob zu verstehen ist.

_Zur Story_

Justus erhält, als er sich alleine in der Zentrale der drei Detektive auf dem Schrottplatz aufhält, einen ominösen Anruf, der ihm verkündet, dass „Joe’s Bootsverleih“ brenne. Der seltsame Anrufer lässt auch noch einen dummen Rätselspruch los, bevor er (natürlich ohne seinen Namen zu nennen) wieder auflegt.

Aufgeschreckt informiert Justus die Feuerwehr über den Brand und gleich darauf Peter. Die beiden machen sich per Fahrrad auf den Weg und vor Ort bei „Joe’s Bootsverleih“ ein Bild von der Situation. Nur ein Müllcontainer hat gebrannt, seltsam genug – doch als sie eine ihrer verkohlten Visitenkarten nahe des Brandherds finden, wird’s buchstäblich brenzlig. Die Urlaubsvertretung des befreundeten Inspektors Cotta ist nicht so tolerant den Junior-Detektiven gegenüber und sackt die beiden verdatterten Jungs unter Tatverdacht erst einmal ein.

Auf der Wache entpuppt sich Detective Franks als ausgesprochen kratzbürstig und misstrauisch, unterstellt den beiden sogar, den (nicht wirklich großen) Brand gelegt zu haben, um ihrer Detektei ein wenig Aufwind zu verschaffen. Justus ist zutiefst beleidigt. Zugegeben, die Story vom anonymen Anrufer, der ausgerechnet in der Zentrale der drei ??? kontaktiert, ist auch schwer zu glauben. Da er ihnen aber nichts nachweisen kann, lässt er sie notgedrungen wieder laufen. Schon am nächsten Tag meldet sich der Anrufer erneut und berichtet von einem Feuer – diesmal im Buchladen von Mr. Smith. Wieder folgt ein Rätselspruch und wieder setzt sich Justus in die Nesseln bzw. belastet sich und seine Kollegen, indem er die Feuerwehr per Telefon zum angegebenen Ort schickt.

Dieses Feuer ist in der Tat wesentlich größer als das erste, aber auch nicht sonderlich gefährlich. Man vermutet es schon: Es wird natürlich eine weitere der berühmten Visitenkarten der drei ??? gefunden – Detective Franks taucht selbstredend am Tatort auf und knöpft sich das Detektiv-Trio vor, lässt sich aber dazu breitschlagen, das Telefon der Zentrale anzuzapfen und ein paar Beamte zu postieren, wenn die drei ihm versprechen, die Stadt nicht zu verlassen und in allen Belangen zu kooperieren. Dass die durchtriebenen Spürnasen sich davon nur vordergründig beeindrucken lassen, dürfte klar sein – sie ermitteln logischerweise auf eigene Faust weiter, um herauszubekommen, wer und warum ihnen so übel mitspielen will. Eine erste buchstäblich heiße Spur haben sie bereits, doch wo sind die Zusammenhänge der Brände und was hat das alles mit dem Schrottplatz bzw. Justus zu tun?

_Eindrücke_

Eine reine Kriminalgeschichte gibt es diesmal, ohne die sonst oft verwendeten Mystery-Elemente, und trotzdem geheimnisvoll genug gemacht, damit der Spannungsbogen und somit die Neugier aufrechterhalten bleiben. Die Idee, die drei Jungs in Misskredit zu bringen und ihnen als Spaßbremse einen anderen Polizeiermittler vor die Nase zu setzen, der ihnen nicht so wohlgesonnen und väterlich gegenübertritt wie etwa Hauptkommissar Reynolds oder Inspector Cotta, ist nicht neu, das hat man auch in anderen Folgen bereits mit – mal mehr, mal weniger – Erfolg versucht.

Dennoch bringt genau das hier einen glaubhaften Touch in die Geschichte, denn in der Realität würde sich sicher kein Detective von drei jugendlichen Grünschnäbeln (mit fragwürdigem Alibi) einfach so von ihrer Unschuld überzeugen lassen, nur weil sie solch eine tolle Visitenkarte haben und vorgeben, in Polizeikreisen wohlgelitten zu sein. Lobenswerterweise ist das hier mal nicht der Fall. Die Atmosphäre ist stimmig und die Handlungsstränge bleiben übersichtlich, auch wenn sich vermeintlich viele unterschiedliche Charaktere tummeln. Vom Flair her gleicht „Der rote Rächer“ eher einem Psychothriller, denn der Gegenspieler der drei ist alles andere als dumm und auch nicht so eindimensional, wie das sonst leider häufig der Fall ist. Der ganze Plot ist noch dazu sehr detailliert ausgearbeitet, jede Kleinigkeit zählt, auf die man als Hörer achten muss.

Musik und Effekte bieten keinen Anlass zur Klage, ebenso wenig wie die Sprecher. Der Detective wird vollkommen erstklassig von Wolf Frass verkörpert, der seine Skepsis und die Verhörmethoden sehr realistisch rüberbringt. Ein weiteres Sprachgenie ist Helmut Gentsch in seiner Mehrfachrolle, ein äußerst variabler Akteur, der selbst vor der Imitation einer Frauenstimme nicht zurückschreckt, die sich sogar noch dazu hören lassen kann – normal klingt es einfach lächerlich, wenn Männer versuchen, ein altes Mütterchen zu geben, aber hier klappt das. Die Stammsprecher mit Lob zu überziehen, ist ja fast schon Standard, allerdings müsste man bei Oliver Rohrbeck bei dieser Folge ein paar Abstriche machen. Das hat allerdings eher mit der Ausgestaltung seiner Rolle zu tun und nicht mit seiner Qualität als Sprecher.

Es passt irgendwie nicht mehr zu Justus‘ mittlerweile erwachsenen gewordenen Stimme, wenn er weinerlich lamentiert oder stottert. Als gereifter Jugendlicher müsste er über falschen Verdächtigungen stehen oder längst nicht mehr so geschockt sein, wenn er anonyme Anrufe bekommt – ansonsten ist er ja auch schlagfertig und selbstbewusst altklug. Es sind aber nur wenige Dialoge, die aus Sicht des (erwachsenen) Hörers nicht so recht in die Charakterentwicklung innerhalb der Serie passen wollen. Das andere Ende markiert Bob. Seine Sprüche werden mit zunehmender Folgenzahl immer trockener und seine Performance stetig besser. Andreas Fröhlich verleiht seinem Charakter die glaubhafteste Transformation zum jungen Erwachsenen.

_Fazit_

Eine Folge im „alten Stil“, bei der sich das Nachdenken und Selbstkombinieren wieder lohnen und die auch von den Machern des Hörspiels so ausgelegt wurde, dass man die Lösung zwar ahnt, doch die letzten Puzzleteile erst zum Schluss an den richtigen Platz rieseln. Die spannende Geschichte ist gekonnt umgesetzt und weist zu keiner Zeit einen Hänger auf. Stets ist irgend etwas los, das die Story vorantreibt. Am Ende gibt’s auch wieder einen knackigen Sinnspruch à la Justus (allerdings ohne das sonst typische Gelächter), was die Folge noch weiter aufwertet und die kleinen Unzulänglichkeiten bei der Ausgestaltung seiner Rolle vergessen machen. Eine klare Empfehlung für Fans und Einsteiger gleichermaßen.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der rote Rächer“ – Folge 96
Ersterscheinung: 2001
Lauflänge: 53.13 Minuten
Label: EUROPA – BMG Ariola Miller
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Buchumsetzung & Effekte: André Minninger
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Illustration: Silvia Christoph

_Die Figuren und ihre Sprecher:_

Erzähler – Alfred Hitchcock: Mathias Fuchs
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen und Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mathilda Jonas: Karin Lieneweg
Mrs. Shaw: Heikedine Körting
Feuerwehrleitstelle – Mr. Sheppard: Marius Kreissler
Detective Franks: Wolf Frass
Lesley Dimple: Ann Montenbruck
Mr. Smith: Douglas Welbat
Dave Rawling: Helmut Gentsch
Feuerwehrmann: Wolfgang Kaven

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Francis, H. G. – Die drei ??? und die Geisterinsel (Folge 18) – Collector\’s Edition

_Hintergrund_

Seit nunmehr vier Dekaden sind die von Alfred Hitchcock inspirierten Jugenddetektive Justus, Bob und Peter nun schon unter dem Banner „Die drei ???“ aktiv, und drei Viertel dieser Zeit agieren die drei Jungs aus Rocky Beach in Kalifornien nun auch schon in der gleichnamigen Hörspielserie, in der die Romane in Kurzform zum Leben erweckt werden. Dennoch dauerte es bis zum Herbst letzten Jahres, bis sich ein Filmteam ein Herz fasste und den Stoff, sicherlich auch inspiriert vom Erfolg des TKKG-Streifens, endlich ins Kino brachte. Allerdings wählte das Regieteam für den Themenkomplex des Kinostreifens ein bereits vorhandenes Abenteuer der pfiffigen Schnüffler aus. Mangelnde Risikobereitschaft? Vertrauen in alte Werte? Schließlich hat man sich für eine relativ alte Episode entschieden. Wie auch immer: Für Fans der Serie war der Kinotermin das Ereignis im Jahr 2007 und natürlich auch der willkommenste Diskussionsstoff. Auch die drei Sprecher der Hörspielserie wollten da nicht nachstehen und diskutieren mit: Auf der Collector’s Edition der 18. Hörspiel-Episode, die zeitgleich zum Medienevent noch einmal aufgepeppt und neu aufgelegt wurde.

_Story_

Als Mr. Shaw den drei Detektiven das Angebot unterbreitet, in der Nähe des neuen Drehorts seiner Filmcrew ein paar Tage Urlaub zu machen, sind Peter, Justus und Bob sofort begeistert. Allerdings ist die Ferienstimmung auf Skeleton Island schnell vorbei, denn schon kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel winkt den drei Fragezeichen einer neuer, unverhoffter Fall. Eine Diebstahlserie und ein intriganter Sabotageakt behindern die Dreharbeiten, und außerdem mutmaßen die Inselbewohner, dass es auf der Insel spuken soll. Als wäre dies nicht schon genug, soll Berichten zufolge auch noch ein alter Schatz in den Tiefen des Meers schlummern. Erst nach und nach begreifen Mr. Shaws Gäste, dass die merkwürdigen Geschehnisse in unmittelbarem Zusammenhang mit dem versteckten Schatz stehen. Irgendwer will ganz offensichtlich alle Störenfriede von der Insel vertreiben …

_Persönlicher Eindruck_

„Die drei ??? und die Geisterinsel“ hat sowohl in der literarischen als auch in der Hörspielfassung schon etliche Jahre auf dem Buckel und sich damals zum Start der audiovisuellen Ermittlungen als eines der besten Kapitel in der Historie der drei Detektive etabliert. Insofern stellte sich vor dem Release der Neufassung eigentlich nicht die Frage nach der inhaltlichen Qualität des Hörspiels – welche demnach auch unbestritten hoch ist -, sondern vornehmlich nach eventuellen Veränderungen und Neuerungen im Vergleich zur Originalausgabe. Allerdings gibt es hier, wenig überraschend, nichts Bedeutsames zu verzeichnen. Das Hörspiel wurde in der ursprünglichen Version übernommen und weder von den Sprechern noch hinsichtlich der klanglichen Untermalung bearbeitet. Enttäuschend? Nein, ganz bestimmt nicht, denn schließlich gibt und gab es kaum etwas zu verbessern.

Sinn und Zweck der Collector’s Edition war stattdessen, noch einmal gesonderte Promotion für den Film zu betreiben und natürlich vom Rummel um dessen Release zu profitieren, andererseits aber auch, die bereits bekannten Sprecher der Hörspielreihe noch einmal zu Wort kommen zu lassen und sich über den Transfer der Materie auf die Leinwand zu äußern. In einer angehängten Interviewsequenz erfährt man somit, warum Justus-Mime Oliver Rohrbeck es gar nicht begrüßt hätte, wenn man seine Stimme auch für den Film verwendet hätte, wie Peters Alter Ego Jens Wawrczeck zur Adaption steht und was Andreas Fröhlich alias Bob Andrews mit dieser Episode verbindet. Immerhin 25 Minuten Bonusmaterial kommen somit zusammen, die gerade für Fans viel Wissenswertes über die sonst so selten präsenten Darsteller bieten und somit als Extra-Schmankerl absolut begrüßenswert sind.

Zudem stimmt auch das Design der Spezialedition. „Die drei ??? und die Geisterinsel“ erscheint im schmucken Digipak und enthält neben dem Audio-Bonus auch noch ein Booklet mit Fotos aus dem Kinostreifen. Es werden also, anders als sonst, alle Sinne befriedigt. Bleibt noch die Frage, inwiefern sich das Ganze für diejenigen lohnt, die Folge 18 schon in ihrer Sammlung wissen. Nun, alleine für die Extras lohnt die Investition sicherlich nur für beinharte Fans. Was den unveränderten Inhalt betrifft, reicht es indes aus, die Originalfassung zu besitzen.

_Fazit_

Die Neuauflage der „Geisterinsel“-Folge zeichnet sich durch einige interessante, zusätzliche Interview-Sequenzen aus, die man sich als Fan auf jeden Fall einverleiben sollte. Ob dies aber alleine ausreicht, um einen Zweitkauf zu rechtfertigen, muss jeder selber entscheiden. Allerdings: Wer das Original noch nicht sein Eigen nennt, sollte die sich nun bietende Chance auf jeden Fall ergreifen!

|ISBN-13: 978-3-86629-068-6|
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