Archiv der Kategorie: Horror & Unheimliches

Tim Curran – Feuertod

Mysteriöser Niederschlag lässt Pechvögel erst sterben und dann als buchstäblich kochende Zombies zurückkehren, die nach Opfern gieren, die sie in Rauch aufgehen lassen können … – Simpel gestrickter, auf einer nur zu bekannten Grundidee ruhender, von Wiederholungen geprägter und mit Klischeefiguren durchsetzter Horror, der erst im letzten Drittel routiniert Fahrt aufnimmt und in einem Hauruck-Finale gipfelt, das den Leser verblüfft zurücklässt: Das war alles?
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H. P. Lovecraft – Berge des Wahnsinns (illustriert u. kommentiert)

Eine wissenschaftliche Expedition in die Antarktis entdeckt Überreste einer vorzeitlichen und keineswegs menschlichen Zivilisation. Körper dieser Wesen tauchen auf. Kurz darauf steht fest, dass „verlassen“ nicht „ausgestorben“ bedeutet. Über die Forscher bricht buchstäblich die Urzeit herein … – Obwohl eigentlich wenig geschieht, zieht Autor Lovecraft den roten Faden seiner spannenden Geschichte geschickt immer straffer, bis im Finale der Schrecken leibhaftig wird: Dies ist zurecht einer der Klassiker der modernen Phantastik. Er wird hier nicht nur neu übersetzt, sondern auch schön illustriert und kommentiert veröffentlicht.
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Shane McKenzie – Parasite Deep: Parasiten aus der Tiefsee

McKenzie Shaun Parasite Deep Cover kleinEin verrückter Fischer fährt mit einer Gruppe Jugendlicher hinaus zu einer Meerestiefe, in der Parasiten die Tierwelt mutieren, verschmelzen und zu mordgierigen Bestien degenerieren ließ, wobei der Tod nicht das schlimmste Schicksal darstellt … – Splatter-Horror mit Ekel-Garantie, wobei die simple aber funktionstaugliche Story die ärmliche Figurenzeichnung samt aufgesetzter Dachschäden einigermaßen ausgleicht: Fisch- und Lesefutter.
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Clive Barker – Das scharlachrote Evangelium

Dämon Pinhead wird zum ultimativen „Hellraiser“; er plant die Macht in der Hölle zu übernehmen. Im Diesseits stellt sich ihm der Okkult-Detektiv Harry D’Amour in den Weg, doch Pinhead erweist sich als nicht nur harter, sondern auch listenreicher Gegner … – Clive Barker lässt zwei prominente Schöpfungen seines Horror-Multiversums aufeinandertreffen; die Story ist spannend, gut geschrieben und mit bizarren Einfällen angereichert: Grusel-Routine auf hohem Niveau.
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John W. Campbell – Das Ding aus einer anderen Welt

Eine von der Außenwelt isolierte Expedition entdeckt im Eis der Antarktis eine außerirdische Kreatur, die sich nach dem Auftauen als quicklebendiger Killer entpuppt, der die Gestalt seiner Opfer perfekt imitieren kann … – Ein Klassiker der Science Fiction erscheint in neuer Übersetzung und beweist, dass eine gute und gut erzählte Geschichte ihre Wirkung nicht einbüßt: ein kurzes, rundum spannendes Lektüre-Vergnügen!
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Paul M. Sammon (Hg.) – Splatterpunk. „Horror Extrem“

Sammon Splatterpunk 1 Cover kleinAcht Kurzgeschichten stellen das zum Erscheinungsdatum (1990) aktuelle Horror-Subgenre „Splatterpunk“ vor, das der Herausgeber in einem ausführlichen Essay vorstellt, verteidigt und als Ende sinnverwässernder Grusel-Zurückhaltung feiert: Ein Vierteljahrhundert später lässt sich die ‚Revolution‘ als Modeerscheinung erkennen, deren Autoren immerhin nicht nur ekelgrausige, sondern auch gute = lesenswert gebliebene Beiträge hervorgebracht haben.

Inhalt:

– Paul M. Sammon: Vorwort, S. 8/9

– Joe R. Lansdale: Die Nacht, in der sie den Horrorfilm verpassten (The Night They Missed the Horror Show; 1988), S. 11-36: Ein böser Streich rächt sich für gelangweilte Jugendliche, als sie in die Fänge tierlieber Psychopathen fallen.

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Michael Görden (Hg.) – Nachtspuk. Unheimliche Geschichten (Gespensterbuch 1)

Görden Hg Gespensterbuch 1 Nachtspuk Cover kleinObwohl sie ohne nachvollziehbaren thematischen oder chronologischen Faden zusammengestellt wurde, bietet diese Sammlung einige Gruselgeschichten, die trotz ihres Alters an Spannung und Eindringlichkeit nichts verloren haben; zu schon oft abgedruckten Storys kommen eher seltene Veröffentlichungen, was auch den erfahrenen Phantastik-Liebhaber lockt: eine schaurig-schöne Anthologie.

Inhalt:

– Fitz-James O’Brien: Das Phantom (What Is It?, 1859), S. 7-22: Der Fang eines unsichtbaren Wesens hinterlässt Schrecken und Fragen, die ohne Antwort bleiben.

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Graham Masterton – Grauer Teufel

In der US-Südstaatenmetropole Richmond treiben unsichtbare Mörder ihr Unwesen. Ein für das Jenseitige offener Polizist folgt ihren Spuren, die ihn tief in die Zeit des Bürgerkriegs zurück- sowie ins Herz pechschwarzer Santeria-Magie führen … – Klassischer Horror-Thriller, der trotz der Bemühungen des Verfassers, überflüssige aber moderne Sex-&-Gekröse-Exzesse zu bieten, eine Geschichte erzählt: handwerklich solider Grusel eines genregewandten Vielschreibers.
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Carsten Stroud – Der Aufbruch (Niceville-Trilogie 3)

In der US-Kleinstadt Niceville steuert der Kampf mit einer urzeitlichen Dämonen-Kreatur auf den Höhepunkt zu. Auf den Straßen treiben besessene Killer, Gespenster und Untote ihr Unwesen. Außerdem mischt die Mafia mit. … – Ausgerechnet im Auflösungs-Band seiner „Niceville“-Trilogie verliert Autor Stroud den Faden und die Lust. Fabulierkunst und Hochspannung versanden in Routine und der lustlosen Abhandlung aufgeworfener Rätsel: immer noch besser als die übliche Abverkaufs-Ware aus dem Buch-Supermarkt aber angesichts der grandiosen Vorläuferbände eine Enttäuschung.
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Tim Powers – Die kalte Braut

Powers Tim Kalte Braut Cover 1991Arzt Michael Crawford gerät in den Bann einer Vampirfrau, die seine Gattin ermordet und ihn zu einem unsteten Leben verdammt, das ihn in Europa nicht nur in die Kreise ebenfalls jenseitig verfolgter Dichter führt, sondern auch ein weltpolitisches Element des Vampirismus‘ enthüllt … – Bravouröse Verbindung ‚realer‘ Geschichte mit fiktiven Phantastik-Elementen; zu lang und auf der Stelle tretend im Mittelteil, im Finale jedoch furios anziehend und insgesamt eine ebenso eindrucksvolle wie spannende Alternativ-Historie.
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Chelsea Quinn Yarbro – Hotel Transylvania

Im Paris des Jahres 1743 gerät der Vampir Saint-Germain in eine Verschwörung finsterer Satanisten. Er mischt sich wider besseres Wissen ein und entfesselt einen mörderischen Kampf, den kaum jemand überleben wird … – Unterhaltsame Mischung aus Historien- und Horrorroman und erster Band einer langlaufenden Serie; zurückhaltend im Schrecken aber ohne Furcht vor drastischen Szenen: kein Meilenstein der Phantastik aber eine beachtenswerte Fußnote.
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Stephen King – Basar der bösen Träume

In 20 kurzen bis langen, zwischen 2009 und 2015 entstandenen Storys erweist Stephen King abermals der konzentriert auf die Idee zielenden Erzählung seine Referenz, wobei keineswegs immer der blanke Horror im Mittelpunkt steht; das routiniert Unterhaltsame siegt generell über das nur Banale und Mittelmäßige, sodass der seitenstarke Band die Lektüre wert ist.
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William Hope Hodgson – Geisterpiraten und andere schauerliche Seegeschichten

Hodgson Geisterpiraten Cover kleinIn einem Kurzroman und zwei Erzählungen beschwört der Verfasser – selbst Seefahrer – Mysterien und Rätsel herauf, die weniger auf Spuk als auf naturwissenschaftlich noch nicht erfassten Phänomenen beruhen. Die Stimmung erzeugt einen Sog, der dem Leser das spannende Geschehen noch näherbringt: Dies ist (handfeste) Phantastik auf allerhöchstem Niveau!

Inhalt:

Geisterpiraten (The Ghost Pirates, 1909): Das Schicksal hat den Seemann Jessop hart gebeutelt. Notgedrungen heute er auf der „Mortzestus“ an. Die letzte Mannschaft ergriff komplett die Flucht, nachdem das Schiff in den Hafen von San Francisco eingelaufen war, denn es soll umgehen auf dem alten Segler, der auffällig oft von Gegenwinden, Flauten und Stürmen geplagt wird.

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Daniel Mosmann – Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod

Der Winter ist die beste Zeit, um sich zu gruseln – die Tage sind kurz, die Nächte dafür aber umso länger. Das Sonnenlicht schwindet schnell und es bietet sich an, diese dunkle und kalte Jahreszeit mit einem Heißgetränk, einer warmen Decke und einem guten Buch auf der Couch zu verbringen. Daniel Mosmanns Geschichtensammlung „Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod“ ist eine perfekt passende Lektüre für solch einen Winterabend und sei daher allen empfohlen, die sich gern gepflegt gruseln.
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Joe R. Lansdale – Drive-In. Die Trilogie

Darum geht’s:

Ein vollbesetztes Autokino wird in eine fremde Dimension gerissen. Die auf sich gestellten Zuschauer fallen in blutrünstige Barbarei zurück. Auch das Ende der Isolation bringt keine Rettung, denn nun dringen bizarre und bösartige Kreaturen auf die Überlebenden ein … – Die „Drive-In“-Trilogie setzt nicht auf ‚sinnvollen‘ Horror, sondern stürzt die Figuren in groteske Ereignisse, die ohne Auflösung für sich stehen und eine Atmosphäre verstörender Ratlosigkeit generieren: harter Stoff! Joe R. Lansdale – Drive-In. Die Trilogie weiterlesen

Thomas Ligotti – Grimscibe: Sein Leben und Werk

Darum geht’s:

13 Geschichten erzählen von einem unendlich fremden Universum, das jene, die einen Blick in die Regionen jenseits der bekannten Realität werfen, gleichermaßen faszinieren wie verstören, locken wie zerstören … – Mit eindrucksvoller Sprachgewalt entwirft Autor Ligotti eine weniger böse oder grausame als fremde Welt, deren bizarre Bewohner den Menschen ignorieren und absichtslos zerstören: Eine unerhört intensive Lektüre, in der die Stimmung jederzeit wichtiger als die Handlung ist. Thomas Ligotti – Grimscibe: Sein Leben und Werk weiterlesen

Karl Edward Wagner (Hg.) – Diagnose: Exitus. 13 messerscharfe Horrorstories

Wagner Diagnose Exitus Cover kleinInhalt:

13 Storys erzählen von bibbernden Patienten, irren Ärzten, medizinischen Abartigkeiten u. a. Schrecken, die sich nicht nur der kranke Mensch im Umfeld von Spritzen & Skalpellen vorstellen kann:

– Karl Edward Wagner: Einleitung – Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt (Introduction: Trust Me, I’m a Doctor), S. 9-12

– Dennis Etchison: Die Grenze (The Dead Line, 1979): S. 13-27: Wie definiert man die Grenze zwischen Organspende und Leichenschändung?

– Seabury Quinn: Haus des Schreckens (The House of Horror, 1926), S. 28-53: Der wahnsinnige Arzt findet einen Weg, den Tod seines verschmähten Sohnes möglichst grausig zu rächen.

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Eloise J. Knapp – Zombie-Apokalypse

Das geschieht:

In Seattle, der Großstadt im Nordwesten der USA, führt Cyrus V. Sinclair ein zurückgezogenes Leben. Seine Wohnung teilt er mit dem Albino-Frettchen Pickle, sein einziger Freund ist der Vietnam-Veteran und Survival-Spezialist Francis „Frank“ Bordeaux. Cyrus ist ein Soziopath mit eingeschränktem Gefühlsleben und einer kaum ausgeprägten Antenne für zwischenmenschliche Beziehungen, weshalb er bereits mehrfach Zeitgenossen, die ihm in die Quere kamen, kurzerhand umgebracht hat. Eloise J. Knapp – Zombie-Apokalypse weiterlesen

Clark Ashton Smith – Die Bestie von Averoigne (Gesammelte Erzählungen – Band 4)

Der vierte Band der geplanten Gesamtausgabe sammelt weitere 22 Erzählungen von Clark Ashton Smith (1893-1961). Neben klassischen Grusel- und SF-Storys stechen jene elf Erzählungen heraus, die der Verfasser in der pseudo-mittelalterlichen französischen Provinz Averoigne spielen lässt: Unter den ohnehin großartigen Sammelbänden ist dieser sicherlich einer der besten. Clark Ashton Smith – Die Bestie von Averoigne (Gesammelte Erzählungen – Band 4) weiterlesen

W. F. Harvey – Die Bestie mit den fünf Fingern

Harvey W F Bestie Cover 1979 kleinInhalt:

20 englische Gruselgeschichten der Jahre 1910 bis 1933 erzählen von heimgesuchten Häusern u. a. klassischen Spuk, stellen aber auch das menschliche Hirn als Stätte sehr irdischer Bosheit oder Verwirrung ins Zentrum:

Einleitung (von Maurice Richardson), S. 7-22

Das Werkzeug (The Tool, 1928), S. 23-48: An einsamer Stätte findet der Wanderer eine Leiche und verliert das Gedächtnis, wobei sich ihm nach und nach ein tragischer Zusammenhang enthüllt. W. F. Harvey – Die Bestie mit den fünf Fingern weiterlesen