Archiv der Kategorie: Horror & Unheimliches

Paul M. Sammon (Hg.) – Splatterpunk. „Horror Extrem“

Sammon Splatterpunk 1 Cover kleinAcht Kurzgeschichten stellen das zum Erscheinungsdatum (1990) aktuelle Horror-Subgenre „Splatterpunk“ vor, das der Herausgeber in einem ausführlichen Essay vorstellt, verteidigt und als Ende sinnverwässernder Grusel-Zurückhaltung feiert: Ein Vierteljahrhundert später lässt sich die ‚Revolution‘ als Modeerscheinung erkennen, deren Autoren immerhin nicht nur ekelgrausige, sondern auch gute = lesenswert gebliebene Beiträge hervorgebracht haben.

Inhalt:

– Paul M. Sammon: Vorwort, S. 8/9

– Joe R. Lansdale: Die Nacht, in der sie den Horrorfilm verpassten (The Night They Missed the Horror Show; 1988), S. 11-36: Ein böser Streich rächt sich für gelangweilte Jugendliche, als sie in die Fänge tierlieber Psychopathen fallen.

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Michael Görden (Hg.) – Nachtspuk. Unheimliche Geschichten (Gespensterbuch 1)

Görden Hg Gespensterbuch 1 Nachtspuk Cover kleinObwohl sie ohne nachvollziehbaren thematischen oder chronologischen Faden zusammengestellt wurde, bietet diese Sammlung einige Gruselgeschichten, die trotz ihres Alters an Spannung und Eindringlichkeit nichts verloren haben; zu schon oft abgedruckten Storys kommen eher seltene Veröffentlichungen, was auch den erfahrenen Phantastik-Liebhaber lockt: eine schaurig-schöne Anthologie.

Inhalt:

– Fitz-James O’Brien: Das Phantom (What Is It?, 1859), S. 7-22: Der Fang eines unsichtbaren Wesens hinterlässt Schrecken und Fragen, die ohne Antwort bleiben.

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Graham Masterton – Grauer Teufel

In der US-Südstaatenmetropole Richmond treiben unsichtbare Mörder ihr Unwesen. Ein für das Jenseitige offener Polizist folgt ihren Spuren, die ihn tief in die Zeit des Bürgerkriegs zurück- sowie ins Herz pechschwarzer Santeria-Magie führen … – Klassischer Horror-Thriller, der trotz der Bemühungen des Verfassers, überflüssige aber moderne Sex-&-Gekröse-Exzesse zu bieten, eine Geschichte erzählt: handwerklich solider Grusel eines genregewandten Vielschreibers.
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Carsten Stroud – Der Aufbruch (Niceville-Trilogie 3)

In der US-Kleinstadt Niceville steuert der Kampf mit einer urzeitlichen Dämonen-Kreatur auf den Höhepunkt zu. Auf den Straßen treiben besessene Killer, Gespenster und Untote ihr Unwesen. Außerdem mischt die Mafia mit. … – Ausgerechnet im Auflösungs-Band seiner „Niceville“-Trilogie verliert Autor Stroud den Faden und die Lust. Fabulierkunst und Hochspannung versanden in Routine und der lustlosen Abhandlung aufgeworfener Rätsel: immer noch besser als die übliche Abverkaufs-Ware aus dem Buch-Supermarkt aber angesichts der grandiosen Vorläuferbände eine Enttäuschung.
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Tim Powers – Die kalte Braut

Powers Tim Kalte Braut Cover 1991Arzt Michael Crawford gerät in den Bann einer Vampirfrau, die seine Gattin ermordet und ihn zu einem unsteten Leben verdammt, das ihn in Europa nicht nur in die Kreise ebenfalls jenseitig verfolgter Dichter führt, sondern auch ein weltpolitisches Element des Vampirismus‘ enthüllt … – Bravouröse Verbindung ‚realer‘ Geschichte mit fiktiven Phantastik-Elementen; zu lang und auf der Stelle tretend im Mittelteil, im Finale jedoch furios anziehend und insgesamt eine ebenso eindrucksvolle wie spannende Alternativ-Historie.
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Chelsea Quinn Yarbro – Hotel Transylvania

Im Paris des Jahres 1743 gerät der Vampir Saint-Germain in eine Verschwörung finsterer Satanisten. Er mischt sich wider besseres Wissen ein und entfesselt einen mörderischen Kampf, den kaum jemand überleben wird … – Unterhaltsame Mischung aus Historien- und Horrorroman und erster Band einer langlaufenden Serie; zurückhaltend im Schrecken aber ohne Furcht vor drastischen Szenen: kein Meilenstein der Phantastik aber eine beachtenswerte Fußnote.
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Stephen King – Basar der bösen Träume

In 20 kurzen bis langen, zwischen 2009 und 2015 entstandenen Storys erweist Stephen King abermals der konzentriert auf die Idee zielenden Erzählung seine Referenz, wobei keineswegs immer der blanke Horror im Mittelpunkt steht; das routiniert Unterhaltsame siegt generell über das nur Banale und Mittelmäßige, sodass der seitenstarke Band die Lektüre wert ist.
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William Hope Hodgson – Geisterpiraten und andere schauerliche Seegeschichten

Hodgson Geisterpiraten Cover kleinIn einem Kurzroman und zwei Erzählungen beschwört der Verfasser – selbst Seefahrer – Mysterien und Rätsel herauf, die weniger auf Spuk als auf naturwissenschaftlich noch nicht erfassten Phänomenen beruhen. Die Stimmung erzeugt einen Sog, der dem Leser das spannende Geschehen noch näherbringt: Dies ist (handfeste) Phantastik auf allerhöchstem Niveau!

Inhalt:

Geisterpiraten (The Ghost Pirates, 1909): Das Schicksal hat den Seemann Jessop hart gebeutelt. Notgedrungen heute er auf der „Mortzestus“ an. Die letzte Mannschaft ergriff komplett die Flucht, nachdem das Schiff in den Hafen von San Francisco eingelaufen war, denn es soll umgehen auf dem alten Segler, der auffällig oft von Gegenwinden, Flauten und Stürmen geplagt wird.

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Daniel Mosmann – Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod

Der Winter ist die beste Zeit, um sich zu gruseln – die Tage sind kurz, die Nächte dafür aber umso länger. Das Sonnenlicht schwindet schnell und es bietet sich an, diese dunkle und kalte Jahreszeit mit einem Heißgetränk, einer warmen Decke und einem guten Buch auf der Couch zu verbringen. Daniel Mosmanns Geschichtensammlung „Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod“ ist eine perfekt passende Lektüre für solch einen Winterabend und sei daher allen empfohlen, die sich gern gepflegt gruseln.
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Joe R. Lansdale – Drive-In. Die Trilogie

Darum geht’s:

Ein vollbesetztes Autokino wird in eine fremde Dimension gerissen. Die auf sich gestellten Zuschauer fallen in blutrünstige Barbarei zurück. Auch das Ende der Isolation bringt keine Rettung, denn nun dringen bizarre und bösartige Kreaturen auf die Überlebenden ein … – Die „Drive-In“-Trilogie setzt nicht auf ‚sinnvollen‘ Horror, sondern stürzt die Figuren in groteske Ereignisse, die ohne Auflösung für sich stehen und eine Atmosphäre verstörender Ratlosigkeit generieren: harter Stoff! Joe R. Lansdale – Drive-In. Die Trilogie weiterlesen

Thomas Ligotti – Grimscibe: Sein Leben und Werk

Darum geht’s:

13 Geschichten erzählen von einem unendlich fremden Universum, das jene, die einen Blick in die Regionen jenseits der bekannten Realität werfen, gleichermaßen faszinieren wie verstören, locken wie zerstören … – Mit eindrucksvoller Sprachgewalt entwirft Autor Ligotti eine weniger böse oder grausame als fremde Welt, deren bizarre Bewohner den Menschen ignorieren und absichtslos zerstören: Eine unerhört intensive Lektüre, in der die Stimmung jederzeit wichtiger als die Handlung ist. Thomas Ligotti – Grimscibe: Sein Leben und Werk weiterlesen

Karl Edward Wagner (Hg.) – Diagnose: Exitus. 13 messerscharfe Horrorstories

Wagner Diagnose Exitus Cover kleinInhalt:

13 Storys erzählen von bibbernden Patienten, irren Ärzten, medizinischen Abartigkeiten u. a. Schrecken, die sich nicht nur der kranke Mensch im Umfeld von Spritzen & Skalpellen vorstellen kann:

– Karl Edward Wagner: Einleitung – Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt (Introduction: Trust Me, I’m a Doctor), S. 9-12

– Dennis Etchison: Die Grenze (The Dead Line, 1979): S. 13-27: Wie definiert man die Grenze zwischen Organspende und Leichenschändung?

– Seabury Quinn: Haus des Schreckens (The House of Horror, 1926), S. 28-53: Der wahnsinnige Arzt findet einen Weg, den Tod seines verschmähten Sohnes möglichst grausig zu rächen.

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Eloise J. Knapp – Zombie-Apokalypse

Das geschieht:

In Seattle, der Großstadt im Nordwesten der USA, führt Cyrus V. Sinclair ein zurückgezogenes Leben. Seine Wohnung teilt er mit dem Albino-Frettchen Pickle, sein einziger Freund ist der Vietnam-Veteran und Survival-Spezialist Francis „Frank“ Bordeaux. Cyrus ist ein Soziopath mit eingeschränktem Gefühlsleben und einer kaum ausgeprägten Antenne für zwischenmenschliche Beziehungen, weshalb er bereits mehrfach Zeitgenossen, die ihm in die Quere kamen, kurzerhand umgebracht hat. Eloise J. Knapp – Zombie-Apokalypse weiterlesen

Clark Ashton Smith – Die Bestie von Averoigne (Gesammelte Erzählungen – Band 4)

Der vierte Band der geplanten Gesamtausgabe sammelt weitere 22 Erzählungen von Clark Ashton Smith (1893-1961). Neben klassischen Grusel- und SF-Storys stechen jene elf Erzählungen heraus, die der Verfasser in der pseudo-mittelalterlichen französischen Provinz Averoigne spielen lässt: Unter den ohnehin großartigen Sammelbänden ist dieser sicherlich einer der besten. Clark Ashton Smith – Die Bestie von Averoigne (Gesammelte Erzählungen – Band 4) weiterlesen

W. F. Harvey – Die Bestie mit den fünf Fingern

Harvey W F Bestie Cover 1979 kleinInhalt:

20 englische Gruselgeschichten der Jahre 1910 bis 1933 erzählen von heimgesuchten Häusern u. a. klassischen Spuk, stellen aber auch das menschliche Hirn als Stätte sehr irdischer Bosheit oder Verwirrung ins Zentrum:

Einleitung (von Maurice Richardson), S. 7-22

Das Werkzeug (The Tool, 1928), S. 23-48: An einsamer Stätte findet der Wanderer eine Leiche und verliert das Gedächtnis, wobei sich ihm nach und nach ein tragischer Zusammenhang enthüllt. W. F. Harvey – Die Bestie mit den fünf Fingern weiterlesen

Richard Dalby (Hg.) – Kein Friede auf Erden. Mordsmäßige Geschichten zur Weihnachtszeit

23 Storys aus mehr als anderthalb Jahrhunderten erinnern an die Tradition, sich zu Weihnachten schaurige Geschichten zu erzählen. Geisterspuk, Wahnsinn, Verbrechen: Das inhaltliche Spektrum ist breit, wobei die die feiertägliche Besinnlichkeit zwar gewahrt bleibt aber überaus großzügig interpretiert wird: Lektüre für draußen dunkle, drinnen behagliche Wintertage. Richard Dalby (Hg.) – Kein Friede auf Erden. Mordsmäßige Geschichten zur Weihnachtszeit weiterlesen

Stephen Jones (Hg.) – Schatten über Innsmouth

In 17 Storys geraten die Leser in den Bann des unheimlichen Küstenstädtchens Innsmouth, dessen Einwohner nach Auskunft seines Schöpfers H. P. Lovecraft (1890-1937) allzu enge Beziehungen zu bösartigen Kreaturen aus Raum & Zeit pflegen; manchmal (zu) dicht am Original, dann wieder erfreulich eigenständig und einfallsreich arbeiten die Verfasser das Thema aus: eine gruselig unterhaltsame, uneingeschränkt empfehlenswerte Sammlung!
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Manel Loureiro – Apokalypse Z: Dunkle Tage

Das geschieht:

Weil Grusel-Viren freikamen, die dumme Wissenschaftler irgendwo in einem der neuen Nach-Sowjet-Staaten zusammengebraut hatten, brach die Zivilisation binnen kurzer Zeit weltweit zusammen: Dank viraler Nachhilfe stehen die Toten wieder auf und gehen als Zombies um, die Jagd auf die Lebenden machen, um sie zu fressen oder wenigstens anzunagen, woraufhin sich diese Opfer ihnen anschließen.

Seit mehr als einem Jahr sind die Untoten (ahnungslose) Herren der Welt. Die wenigen Restmenschen sind auf der Flucht und suchen verzweifelt nach sicheren Orten, an denen sie sich sammeln, verbarrikadieren und neu organisieren können. Einer dieser seltenen Stätten liegt auf den Kanarischen Inseln. Sie liegen weit vor der nordafrikanischen Küste im Atlantik, den auch die Zombies nicht überwinden können. Manel Loureiro – Apokalypse Z: Dunkle Tage weiterlesen

Algernon Blackwood – Das leere Haus. Phantastische Geschichten

Inhalt:

Mit einer Novelle, zwei längeren Erzählungen und einer Kurzgeschichte zeigt sich Algernon Blackwood (1869-1951) als Großmeister einer Phantastik, die über simplen Horror weit hinausgreift und sich ein Weltbild zeichnet, in dem eine belebte, manchmal ‚nur‘ fremde, manchmal bösartige Natur eine von den Menschen fast vergessene aber weiterhin zentrale Stellung einnimmt:

Das leere Haus (The Empty House, 1906), S. 7-30: Mit ihrem Neffen besucht eine eher neugierige als wagemutige Amateur-Spiritistin ein verrufenes Spukhaus. Die beiden erfahren nicht nur über die Welt der Geister, sondern auch über sich und ihre Ängste mehr, als ihnen lieb ist. Algernon Blackwood – Das leere Haus. Phantastische Geschichten weiterlesen

Stephen King – Revival

Das geschieht:

1962 treffen sich der sechsjährige Jamie Morton und Reverend Charles Jacobs das erste Mal. Jacobs wird Pfarrer in Harlow, einer Kleinstadt im US-Staat Maine. Die Gemeinde nimmt ihn, seine Gattin und den kleinen Sohn freundlich auf und toleriert Jacobs‘ Hobby: Der Reverend ist fasziniert von der Elektrizität und hat sich eine kleine Werkstatt eingerichtet, in der er forscht und bastelt.

Die ländliche Idylle zerbricht, als Ehefrau und Kind grausam umkommen. Jacobs entsagt öffentlich seinem Glauben. Er wird entlassen und verlässt die Stadt. Zuvor hat er Jamies Bruder mit einem selbst entwickelten Gerät die Stimme zurückgegeben, die dieser nach einem Unfall verloren hatte. Stephen King – Revival weiterlesen