Archiv der Kategorie: Horror & Unheimliches

Tim Curran – Skull Moon

In einem Wild-West-Nest kommen 1878 zwielichtige Bürger bizarr zu Tode. Ein US-Marshall untersucht den Fall und muss feststellen, dass eine uralte, böse Kreatur geweckt wurde, um ein bitteres Unrecht zu rächen … – Bis es zum großen, besonders gewalttätigen Finale kommt, bleibt dem Verfasser genug Raum, um detailreich die Zergliederung diverser Pechvögel zu schildern. Interessant ist die gänzlich pathosfreie Darstellung eines wahrlich wilden = nur oberflächlich ‚zivilisierten‘ Westens: ein interessanter Zwitter aus Western- und Horrorroman.
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Greg F. Gifune – Savages

Vergnügungsreisende Freunde stranden schiffbrüchig auf einer einsamen Tropeninsel. Das nackte Überleben wird zur Bewährungsprobe, die nicht jede/r übersteht, zumal sich herausstellt, dass man nicht allein auf der Insel ist: Eine bizarre Kreatur ist der Gruppe mordend auf den Fersen … – Horror-Kurzroman, der den nun einsetzenden Kampf und – sehr detailfroh – die tödlichen Folgen beschreibt: simpel in der Handlung, rabiat im Ton, arm an Überraschungen: routinierter Splatter-Grusel.
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Cheryl Bradshaw – Die Heimsuchung von Grayson Manor


In der geerbten Villa geht es um, weshalb die ohnehin hellsichtige Addison versucht, das Rätsel eines offensichtlich ungesühnten Mordes zu lüften. Da sowohl die Geister als auch einige noch lebendige Zeugen des alten Dramas finstere Pläne verfolgen, gerät Addison erwartungsgemäß unter zweiseitigen Druck … – Eher leichtfüßiges Geistergarn, das ideenschwach in den Fußstapfen ähnlicher Mystery-Storys wandelt; obwohl die Hauptfigur ein wandelndes Klischee ist, erspart die Autorin ihr (und den Lesern) allzu ranzige Gaslicht-Romantik und „Mr.-Right“-Gesülze: Lesefutter.
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Carsten Stroud – Die Rückkehr (Niceville-Trilogie, Band 2)

Handlung:

Ein kleiner Ort im Süden der USA wird zum Schauplatz einer Folge nie da gewesener, schockierender Ereignisse, und mit einem Mal ist alles anders als je zuvor.

Der Learjet einer Delegation dubioser chinesischer Unternehmer gerät kurz nach dem Abflug in einen Schwarm pechschwarzer Krähen, stürzt ab und explodiert. Ein Excop wird gefasst, in seinem Hummer-SUV liegen 100.000 Dollar eines kürzlich verübten Banküberfalls. Doch ihm gelingt die Flucht, weil der Gefangenentransport in einen bestialischen Unfall verwickelt wird, bei dem ein Hirsch eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Der Excop verschanzt sich in einem Laden für Survivalausrüstung und provoziert eine üble Schießerei. Gleichzeitig betritt ein Gentleman die Bühne, bis auf die Zähne bewaffnet und skrupellos, denn drei Machos im Knast haben einen Plan. Auf dem Highway rast ein tiefergelegter Sportwagen, verfolgt von einer Streife, mit über dreihundert Sachen in eine Reihe schaulustiger Trucker. Der kleine Rainey hört eine Stimme aus der Vergangenheit und mutiert von einem normalen Jungen in ein gnadenloses Monster. Und mittendrin der Ermittler Nick Kavanaugh und seine Frau Kate, die versuchen, Ordnung in das Chaos zu bringen. Aber über Niceville liegt ein Fluch, der nicht enden will … (Verlagsinfo)

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Tim Curran – Der Leichenkönig

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wühlen zwei Grabräuber zu tief in Glasgows Friedhofserde; sie erregen die Aufmerksamkeit des „Leichenkönigs“, einer uralten, bösartigen und überaus schlauen Kreatur, die nichts gegen Frischfleisch einzuwenden hat und dem Duo auf den Fersen bleibt … – Mit brachialer Wonne lässt Autor Curran eine Vergangenheit erstehen, die vor Schmutz, Brutalität und Bosheit förmlich trieft, um vor diesem Hintergrund eine ebenso stimmungsvolle wie unappetitliche Horrorgeschichte zu erzählen: Wer seinen Grusel filigran vorzieht, sollte hier lieber Abstand halten!
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William Hope Hodgson – Carnacki, der Geisterdetektiv

Vollständige Sammlung der neun Kurzgeschichten um den „Geisterdetektiv“ Carnacki, mit dem William Hope Hodgson (1877-1918) einen der ersten der noch heute in der Phantastik beliebten Erforscher übernatürlicher Phänomene bzw. ‚Ghostbuster‘ schuf. Die Storys sind spannend und angemessen gruselig, die Übersetzung ist ausgezeichnet, und als ‚Features‘ gibt es eine alte, weiterhin zutreffende Hodgson-Wertung durch H. P. Lovecraft sowie eine moderne, vorzügliche Einschätzung der Carnacki-Storys: elementarer Horror für die Leser klassischer Gruselgeschichten. William Hope Hodgson – Carnacki, der Geisterdetektiv weiterlesen

Paul Finch – Das Gespenst von Killingly Hall

Vier Storys und eine Novelle lassen die Tradition der weihnachtlichen Gruselgeschichte aufleben; dass dieses Fest einen frühzeitlich ‚heidnischen‘ Ursprung besitzt, lässt der Autor diverse Pechvögel spüren, die nur den „Friede-auf-Erden“-Aspekt kennen und böse bis tödliche Überraschungen erleben. Leider ist der Krimi-Autor Paul Finch dem Schöpfer von Geistergeschichten deutlich überlegen; er erzählt gut, wärmt aber eher altbackene Plots auf und setzt auf finale ‚Überraschungen‘, die sich nicht einstellen wollen: Lesefutter für Winterabende.
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Stephen King & Owen King – Sleeping Beauties

Die Handlung:

Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, den man vernichten muss? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

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Robert E. Howard – Die Kinder der Nacht

14 Storys eines Meisters der klassischen „Pulp“-Phantastik und des Abenteuers; der unerhörte Schwung eines geborenen Geschichtenerzählers trägt über Logiklücken, Flachfiguren oder Inhaltsklischees mühelos hinweg und lässt vor den Leseraugen versunkene Welten und archaische Gräuel quicklebendig werden: Auch Band 5 der Howard-Edition bietet hohen Lektüregenuss! Robert E. Howard – Die Kinder der Nacht weiterlesen

Jennifer McMahon – Winter People. Wer die Toten weckt

In einer abgelegenen Region Neuenglands kehren die Toten zurück, wenn man sie ruft. Leider haben sie sich sehr verändert, weshalb die Wiedersehensfreude rasch Entsetzen und Mord weicht … – Auf zwei Zeitebenen (1908 und Gegenwart) spinnt die Autorin ein erfreulich klassisches Gruselgarn, das mit modernen Schauerlichkeiten durchwebt ist und stimmungsdämpfende Seifenoper-Elemente auf ein erträgliches Maß dämpft: leicht überdurchschnittliche Phantastik.
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Peter James – Das Haus in Cold Hill

Familie Harcourt zieht in ein Spukhaus ein, dessen Bewohner es nach dem Willen des dort regierenden Ober-Geistes selbst tot nicht verlassen dürfen; aus Irritation wird Angst, aus nächtlichen Vorfällen nackter Terror, während besagte Familie die Todesfalle zu verlassen versucht … – Quasi ein Kompendium sämtlicher Klischees, die das Genre „Ghost Story“ zu bieten hat; das dürftige, in die Länge gezogene Garn leidet zusätzlich unter Flach-Figuren und objektiv dämlichen Geistern: Stärker als Familie Harcourt leidet wieder einmal die Leserschaft. Peter James – Das Haus in Cold Hill weiterlesen

Bracken MacLeod – Im finsteren Eis

Ein Versorgungsfrachter strandet im nordpolaren Eis. Kommunikation und Maschinen fallen aus, niemand wird zur Hilfe kommen: 16 Männer müssen sich selbst helfen. Ihr Versuch, sich über das Eis in Sicherheit zu bringen, endet in einer unglaublichen Entdeckung – und in einer Katastrophe … – Mystery-Mischung aus Horror und Science Fiction, die vor allem in den ersten beiden Dritteln viel Stimmung und Rätsel-Spannung aufbaut; die Auflösung kann dem wie so oft nicht gerecht werden: trotzdem unterhaltsam.
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Kurt Singer (Hg.) – Horror 5. Klassische und moderne Geschichten aus dem Reich der Dämonen

Zwischen 1929 und 1953 und damit in der Ära der „Pulp“-Magazine erschienen die hier präsentierten sechs Kurzgeschichten. Feinsinniger Grusel mit Unter- und Zwischentönen ist das nicht; hier wird ausschließlich auf des Lesers Bauch (und Unterleib) gezielt. Die grobe aber trivial-‚reine‘ Form, die zügelfreie Erzählfreude und die weitgehende Abwesenheit politisch korrekter ‚Werte‘ sorgen nichtsdestotrotz – oder gerade – für (altmodische) Unterhaltung.

Inhalt:

– Douglas Leach: Der Teufel von Maniara (The Devil of Maniara, 1933), S. 7-27: Zwei Glücksritter geraten im Dschungel von Neuguinea an einen Irren mit Zauberkräften sowie in Gefahr, ihr Leben als Krokodil fortzusetzen oder als Krokodilköder zu beenden.

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Michael Schmidt (Hrsg.) – Zwielicht Classic (1)

Horror und zwielichtige Phantastik reizen nicht nur Kinogänger, obwohl man in dem Bereich wohl die weiteste Akzeptanz für diesen Teil der phantastischen Literatur findet. Nicht zuletzt H.P.Lovecraft schuf mit seinen Erzählungen die Basis für literarischen Grusel. In Deutschland scheint diese Plattform vor allem durch die Thriller namhafter Autoren meist englischsprachiger Herkunft besetzt zu sein, sieht man von dem Engagement mehrerer kleiner Verlage und Gruppen ab, die sich meist mit der Kurzform der Erzählung beschäftigen. Von den Publikumsverlagen startete Bastei Lübbe einen Versuch auf diesem Gebiet mit der Novellenreihe »Horror Factory«, die leider nach kaum 15 Bänden eingestellt wurde.

Michael Schmidt, einer der Veranstalter der Horror-Auszeichnung »Vincent Preis«, sammelt nun unter dem Label »Zwielicht« Kurzgeschichten und Novellen, die teilweise als Erstveröffentlichung, teilweise (so in der »Classic«-Reihe) preisgekrönte oder besondere Erzählungen vereint, herausgegeben werden und so ein Format vorliegt, das sich nicht, wie meist üblich, um Phantastik im Allgemeinen, sondern vor allem um Horror im Besonderen bemüht. Erweckt auch der Beiname »Classic« den Anschein, sich um die Neuveröffentlichung alter Geschichten zu kümmern, handelt es sich hier eher um bereits verdiente Vertreter des Genres.

Mit »Zwielicht Classic 1« liegt uns nun der erste dieser inzwischen auf 11 Bände angewachsenen Reihe vor:

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Alfred Hitchcock präsentiert: Verrammelt die Türen

Zwar gab Alfred Hitchcock nur seinen werbewirksamen Namen für diese Sammlung her, die nichtsdestotrotz acht klassische Storys bündelt, in denen es manchmal tatsächlich aber meist nur scheinbar übernatürlich umgeht; in der Regel ist es der Mensch selbst, dem das gestörte Hirn Schreckensbilder vorgaukelt, denen fürchterliche Taten folgen: auch ohne Hitchcock-Faktor angenehm gruselige Lektüre.
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Greg F. Gifune – Finstere Nacht

Eine kollektive Gedächtnislücke löst sich zum Entsetzen der Betroffenen allmählich auf und enthüllt die Heimsuchung durch Geistwesen, die ihre Opfer als Botschafter des Schreckens missbrauchen, um über sie die Menschheit unter ihre Knute zu zwingen … – Die Invasion aus einer fremden Dimension wird von Greg Gifune wortreich heraufbeschworen; wie bei Stephen King trifft das Grauen ‚normale‘ und von der Situation überforderte Menschen. Allerdings tritt die Story oft auf der Stelle oder schlägt stimmungsfeindlich ins Pseudodramatische um: an sich spannend und gruselig aber eher umständlich als anspruchsvoll.
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Edgar Allan Poe – Faszination des Grauens. 11 Meistererzählungen

Schauergeschichten: Grusel aus der B-Liga

Der Band mit Erzählungen von Edgar Allan Poe versammelt die bekanntesten Geschichten wie etwa „Grube und Pendel“ oder „Das verräterische Herz“, bringt aber auch weniger bekannte wie „Eine Geschichten aus den rauhen Bergen“ und „Der Alb der Perversheit“. Alle Geschichten sind mit Anmerkungen versehen.

Der Autor

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Dennis Wheatley – Der schwarze Pfad

Eine Schriftstellerin, ihr Sohn und ein Geheimdienst-Offizier wollen eine junge Frau retten, die nicht nur von Satanisten entführt werden soll, sondern in den Nachtstunden vom Teufel besessen ist. Quer durch Frankreich bis in die englische Provinz führt die Jagd, an deren Ziel Satan schon ungeduldig mit dem Huf scharrt … – Ebenso klassisch wie trashig rührt Autor Wheatley spannend an, was die Populärkultur in Sachen Schwarzer Magie hergibt. Nicht grundlos (aber grausig schlecht) wurde dieses Garn verfilmt, denn es bietet Action, Archetypen und (sacht anrüchigen) Horror.
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Kurt Singer (Hg.) – Horror 3: Klassische und moderne Geschichten aus dem Reich der Dämonen

Acht Gruselgeschichten, die ursprünglich meist in klassischen „Pulp“-Magazinen erschienen und deshalb mehr auf den Knalleffekt als auf Stimmung setzen. Da auch gute Schriftsteller in diesem Metier tätig waren, konnten einige Storys ihren Unterhaltungswert gut konservieren; wirklich schlecht ist keines dieser oft längst vergessenen Geister-Garne.
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