John Norman – Outlaw of Gor (Gor 2)

Aufstand gegen die Herrscherin

Im 2. Band des Gor-Zyklus wird Tarl Cabot aus Neuengland zum zweiten Mal nach Gor entführt. Und er ist entsetzt: Seine Gor-Heimatstadt Ko-ro-ba ist dem Erdboden gleichgemacht worden, sein Vater Matthew ist tot, seine Gattin Talena verschwunden. Er findet heraus, dass die Verwüstung durch die gefürchtete Todesflamme des Sardargebirges herbeigeführt wurde, jene Vergeltungswaffe, mit der die Priesterkönige unerlaubte oder unerwünschte Aktivitäten ausmerzen. Durch den Verlust seiner Heimatstadt Ko-ro-ba und ihres Heimsteins ist Tarl nun ein kompletter Niemand, ein Geächteter auf Gor. Natürlich hasst er nun die geheimnisvollen Priesterkönige, doch sie müssen es wohl gewesen sein, die ihn zurückgebracht haben. Aber zu welchem Zweck?

Der Autor

In seinem bis dato 34 Bände umfassenden Gor-Zyklus erzählt der amerikanische College-Professor John Norman (eigentlich John lange) die Abenteuer des Erdenmenschen Tarl Cabot auf Gor, einem Planeten, der sich in seiner Umlaufbahn um unsere Sonne der Erde genau gegenüber befindet. Gor ist somit eine Art Zwillingswelt, allerdings weitaus wilder, altertümlicher, wenig erforscht und von zwei Alienspezies umkämpft, den auf Gor im Verborgenen herrschenden Priesterkönigen und den sie bedrängenden Kurii. Raumschiffe der Priesterkönige verkehren zwischen Erde und Gor: Sie bringen geheime Technik, Gold und Sklavinnen auf die Gegenerde. Mit einer solchen Entführung beginnt Tarl Cabots Aufenthalt auf Gor.

1: Gor – die Gegenerde (Tarnsman of Gor)
2: Der Geächtete von Gor (Outlaw of Gor)
3: Die Priesterkönige von Gor (Priestkings of Gor)
4: Die Nomaden von Gor
5: Die Meuchelmörder von Gor
6: Die Piratenstadt von Gor
7: Die Sklavin von Gor
8: Die Jäger von Gor
9: Die Marodeure von Gor
10: Die Stammeskrieger von Gor
11: In Sklavenketten auf Gor
12: Bestien von Gor
13: Die Erforscher von Gor
14: Kampfsklave auf Gor (Jason Marshall #1)
15: Der Schurke von Gor (Jason Marshall #2)
16: Der Leibwächter von Gor (Jason Marshall #3)
17: Die Wilden von Gor
18: Die Blutsbrüder von Gor
19: Kajira von Gor
20: Die Spieler von Gor
21: Die Söldner von Gor
22: Dancer of Gor / Die Tänzerin
23: Die Verräter von Gor
24: Die Vagabunden von Gor
25: Die Zauberer von Gor
26: Witness of Gor
27: Prize of Gor
28: Kur of Gor
29: Swordsmen of Gor
30: Mariners of Gor
31: Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor
33: Rebels of Gor
34: Plunder of Gor

Handlung

Tarl gerät in den Bannkreis der politischen Vorgänge in der merkwürdigen Stadt Tharna. Dort herrschen Frauen, was recht ungewöhnlich ist. Männer sind hingegen blasse, leblose Gestalten, und massenhaft schuften Sklaven in den Silberminen und auf Großfarmen – kurzum: Es ist eine Art Vorhölle und Umkehrung goreanischer Verhältnisse.

Leider bemerkt Tarl seinen Fehler zu spät, als er die ungastliche Stadt betreten hat. Schon wenig später findet er sich als Sklave zu Füßen einer herrischen „Tatrix“ von Tharna, die über sein Leben entscheidet. Sie trägt ebenso eine Maske wie alle anderen edlen Damen, nur dass ihre aus Gold und die der anderen von Silber sind…

Doch sie hat nicht mit seiner Lebenskraft gerechnet. In der Arena, wo er die Massen unterhalten und schließlich sterben soll, dreht er den Spieß um, schnappt sich einen riesigen Tarn-Vogel und entführt die Tatrix kurzerhand. Doch sein Glück währt nicht allzu lange, denn sie verrät ihr Abkommen mit ihm. Am nächsten Tag findet er sich als Sklave in den Silberminen wieder. Dort endlich beginnt die Revolution von Tharna.

Mein Eindruck

Eigentlich müsste sich ja Tarl überhaupt nicht um die Zustände in der perversen Stadt Tharna kümmern, denn er will ja die Festung der Priesterkönige erreichen. Sobald er seinen Tarn-Vogel hat, kann er sehr schnell dort hinfliegen. Doch es ist erstaunlich: Immer wieder ist Tarl seinem Kriegerkodex treu und den Leitlinien der Humanität. So etwa lässt er seine Freunde nicht im Stich, stellt sich jeder Herausforderung, befreit selbst Frauen, die bereit sind, sich zu unterwerfen usw. So wird er mit seinen Idealen der zündende Funke im Pulverfass der tharnischen Gesellschaft, der er sich nicht einzufügen vermag. Am Schluss existiert die alte Ordnung nicht mehr – zu seiner und des Lesers Zufriedenheit.

Aber etwas beunruhigt dennoch: Was, wenn in der westlichen Gesellschaft Frauen die Macht gewinnen würden? Was, wenn lauter Angela Merkels und Hillary Clintons das Sagen hätten? Hätten wir dann wirklich Zustände wie in Tharna? Man sieht, dieser Roman spielt nicht in Wolkenkuckucksheim, sondern hat für jeden eine gewisse Relevanz.

Von diesem Aspekt ganz abgesehen: Es ist einfach ein guter, actionreicher Abenteuerroman, der sich mit ungewöhnlichen Themen befasst. ACHTUNG: Die Heyne-Taschenbuchausgabe ist massiv gekürzt, ungekürzt ist nur die deutsche Subskriptionsausgabe des Basilisk-Verlags. Ansonsten ist wie stets zum original zu raten, das es preisgünstig als E-Book herunterzuladen gibt.

Taschenbuch: 220 Seiten
Sprache: Englisch
Info: Outlaw of Gor, 1967