John Norman – Smugglers of Gor (Gor 32)

Zu den Panther Girls: Liebe in den Urwäldern des Nordens

Die geheimnisvollen Pani-Samurai bauen in den Wäldern des Nordens ein gigantisches Schiff, wie es die Welt Gor noch nicht gesehen hat. Am Fluss Alexandra, wo es vom Stapel laufen soll, rackern Holzfäller wie Sklavinnen gleichermaßen, um das große Unternehmen zu unterstützen. Doch etwas Sinistres geht hinter den Kulissen vor. Geheime Fracht gelangt an Bord. Spione kundschaften den Schiffsbau aus, um Sabotage zu erleichtern: Panther Girls! Als eine frustrierte Sklavin, die von der Erde hierher geschmuggelt wurde, aus dem Schiffscamp in die Wälder flüchtet, begegnet sie weit mehr als Larls, Sleen und Panthern …

Der Autor

In seinem bis dato 34 Bände umfassenden Gor-Zyklus erzählt der 1931 geborene, amerikanische College-Professor John Norman (eigentlich John Lange) die Abenteuer des Erdenmenschen Tarl Cabot auf Gor, einem Planeten, der sich in seiner Umlaufbahn um unsere Sonne der Erde genau gegenüber befindet. Gor ist somit eine Art Zwillingswelt, allerdings weitaus wilder, altertümlicher, wenig erforscht und von zwei Alienspezies umkämpft, den auf Gor im Verborgenen herrschenden Priesterkönigen und den sie bedrängenden Kurii. Raumschiffe der Priesterkönige verkehren zwischen Erde und Gor: Sie bringen geheime Technik, Gold und Sklavinnen auf die Gegenerde. Mit einer solchen Entführung beginnt Tarl Cabots Aufenthalt auf Gor.

1: Gor – die Gegenerde (Tarnsman of Gor)
2: Der Geächtete von Gor (Outlaw of Gor)
3: Die Priesterkönige von Gor
4: Die Nomaden von Gor
5: Die Meuchelmörder von Gor
6: Die Piratenstadt von Gor
7: Die Sklavin von Gor
8: Die Jäger von Gor
9: Die Marodeure von Gor
10: Die Stammeskrieger von Gor
11: In Sklavenketten auf Gor
12: Bestien von Gor
13: Die Erforscher von Gor
14: Kampfsklave auf Gor (Jason Marshall #1)
15: Der Schurke von Gor (Jason Marshall #2)
16: Der Leibwächter von Gor (Jason Marshall #3)
17: Die Wilden von Gor
18: Die Blutsbrüder von Gor
19: Kajira von Gor
20: Die Spieler von Gor
21: Die Söldner von Gor
22: Dancer of Gor / Die Tänzerin
23: Die Verräter von Gor
24: Die Vagabunden von Gor
25: Die Zauberer von Gor
26: Witness of Gor
27: Prize of Gor
28: Kur of Gor
29: Swordsmen of Gor
30: Mariners of Gor
31: Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor
33: Rebels of Gor
34: Plunder of Gor

Handlung

SIE

Die junge Margaret Alyssa Cameron ist Parfümverkäuferin in einer englischsprachigen Stadt auf der Erde, als ein männlicher Kunde vor sie tritt, der sie derart intensiv von Kopf bis Fuß abschätzt, dass ihre Knie zu zittern anfangen und sie ihren Posten fluchtartig verlässt. Es nützt ihr nichts. Wenige Tage später wacht sie auf dem Boden einer Lagerhalle auf, und dieser Mann steht über ihr. Er dreht sie mit seinem Stiefel auf den Rücken und nennt einen Preis, den sie nicht versteht. Kein Wunder, denn der Preis ist in goreanischer Währung. Er jedoch hinterlässt in ihrer Erinnerung einen bleibenden Eindruck.

Sie ist über seine Rolle nicht im Bilde, bis sie ihn im Auktionshaus für Sklaven in einem der Gänge zwischen den Kafigen wiedersieht. Sie wird als Nr. 119 verkauft und in einen Pferch gesperrt, wo noch viele weitere Sklavinnen warten. Wenige Tage später, nachdem sie IHN kurz wiedergesehen hat, landet sie in einem Keller unten bei den Hafendocks, um auf ein Schiff gebracht zu werden. Die Händler oder ihre neuen Besitzer sagen ihr natürlich nicht, wohin die Reise gehen soll. Sie ist ja nur Fracht.

ER

Wir erfahren den Namen des Sklavenschmugglers nicht, denn auch er erzählt von sich in der ersten Person. Er hat seinen Lohn für die Gefangennahme und den Transport von Miss Cameron erhalten. Auf der Auktion verfolgt er ihren Verkauf. Sie ist die Nr. 119 und erzielt fast den Preis, den er geschätzt hat: einen halben Tarsk – in Silber immerhin. Sie ist wirklich hübsch und wird sich als Sklavin gut machen. Eigentlich müsste er sie jetzt vergessen, doch seltsamerweise muss er immer wieder an sie denken. Er wird sie doch nicht am Ende für sich selbst begehren? Das wäre wirklich zu absurd, tadelt er sich selbst.

In der Hafenschenke von Tasdron gehen merkwürdige Dinge vor sich. Das Geschäftsleben ist nach dem Ende des Krieges zwischen Ar und Cos eigentlich am Boden, aber fremde Krieger, die als Pani bezeichnet werden, verfügen über eine Menge Kleingeld. Damit kaufen sie nicht nur Sklavinnen wie Nr. 119, sondern heuern auch Schwerter an. Der Anführer der Rekrutierer, der sich Tyrtaios nennt und offenbar gut mit dem Schwert umgehen kann, bietet unserem Chronisten eine goldene Münze an, wenn er auf dem Schiff der Pani anheuert, das bald nach Norden fahren soll. Unser Mann lehnt ab und wird um ein Haar in der Nacht von zwei Schergen des Tyrtaios überfallen. Mit einer List setzt er sie außer Gefecht.

Nun hat er schon zwei Gründe, sich um diese „Pani“ zu kümmern. Er legt sich eine einheimische Sklavin zu, denn es ist angenehm, seine Zeit in hübscher Gesellschaft zu verbringen. Da sie von der Insel Asperiche stammt, nennt er sie auch so. Eines Morgens sieht er Nr. 119 wieder: Sie soll an Bord eines Pani-Schiffs gebracht werden. Ein kleiner Test, den er durchführt, zeigt ihm, dass sie inzwischen viel über sich und ihren neuen Status gelernt hat. Er geht zum Schiff, wo der wohlbekannte Tyrtaios an der Gangway wartet. Für den doppelten Preis von zwei Goldmünzen heuert unser Mann an und geht mit seiner Sklavin an Bord, auf dem gleichen Weg wie Nr. 119, in den hohen Norden – nach Torvaldsland, wie sich herausstellt.

Monate später

1) In Tarncamp

Die fremdländischen Pani haben in Torvaldsland zwei Lager errichtet. Tarncamp liegt tief in den Wäldern, und hier wird Holz geschlagen. Shipcamp liegt direkt an den Ufern des Flusses Alexandra. Hier wird mit dem aus Tarncamp angelieferten Holz ein Schiff gebaut, wie es die Welt Gor noch nicht gesehen hat. Der Sechsmaster ist eine schwimmende Stadt, und dementsprechend groß dürfte seine Besatzung werden.

Tyrtaios hat unseren namenlosen Sklavenschmuggler zu seinem Handlanger gemacht. Was genau Tyrtaios, den unser Schmuggler für einen Assassinen hält, im Hintergrund so treibt, bleibt ihm lange Zeit verborgen. Doch Tyrtaios kommt es verdächtig vor, dass der Schmuggler so neugierig ist, sich überall umzuhören und sogar bis zu den Grenzpfählen zu gehen, hinter denen nachts die Larls, tigerartige Raubkatzen, Wache halten – ganz so, als ob er etwas Bestimmtes suche. Arbeitet er mit Spionen zusammen, will Tyrtaios wissen. Der Schmuggler verneint vehement, verrät aber nicht, welches zweibeinige Wild er jagt.

Nach Monaten harter Arbeit und dem Abwehren eines Angriffs beginnen die Pani, Tarncamp abzubrechen. Sie brennen es nieder und lassen alle Arbeiter, Sklaven und Vorräte nach Shipcamp bringen. Tyrtaios verfolgt in Shipcamp jedoch eigene Pläne: Er soll Kurii treffen …

2) In Shipcamp

Nr. 119 hat seit Monaten nichts von dem Gebieter ihres Herzens, dem Schmuggler, gesehen. Sie kennt inzwischen ihre Stellung als Sklavin ganz genau. Sie hat die Schule absolviert, die goreanische Sprache erlernt und Fertigkeiten erworben, die von einer Sklavin erwartet werden. Dazu gehört natürlich auch der Liebesdienst, den sie abends zu verrichten hat. Sie Gebieter haben sie für attraktiv genug gehalten, sie ins Sklavenhaus Nr. 5 zu stecken und auf den schönen Namen „Laura“ zu taufen.

Als mit den Neuankömmlingen aus Tarncamp auch jener Schmuggler eintrifft, der sie von der Erde entführt hat, schlägt ihr Herz wie wild. Sie würde am liebsten zu ihm stürzen und sich ihm zu Füßen werfen, damit er sie als seine ganz persönliche Sklavin akzeptiert. Aber das geht natürlich nicht. Solch ein ungebührliches Verhalten würde ihr nur Schläge einbringen. Als sie ihn erwartungsvoll schweigend anblickt, er ihr aber nur ein verachtungsvolles Grinsen gewährt, würde sie sich am liebsten umbringen. Wie sie ihn hasst! Wie sie alle Gebieter hasst! Schließlich stammt sie ja von der Erde! Nr. 119 beschließt, aus Shipcamp zu fliehen.

Tyrtaios und sein Schmuggler haben die Kurii auf dem gegenüberliegenden Ufer getroffen und allesamt kaltgemacht. Die von den Kurii mitgebrachten Kisten lassen sie heimlich an Bord des fast fertiggestellten Schiffes bringen. Es soll in wenigen Tagen ablegen. Da informiert die hinterlistige Asperiche ihren Gebieter, dass eine Sklavin am frühen Morgen aus dem Lager geflohen sei. Der Schmuggler tut gleichgültig, doch sie weiß, auf wen er ein Auge geworfen hat. Als sie die kleine Barbarin mit der Nr. 119 benennt, springt er auf und macht sich daran, die Entflohene zurückzuholen.

Asperiche grinst selbstzufrieden. Sie weiß genau wie ihr Gebieter, dass die kleine Barbarin es nachts niemals an den wachsamen Raubkatzen vorbei schaffen wird. Wenn sie die kleine Barbarin erwischen, werden sie nichts von ihr übriglassen. Das passiert nun mal mit Deserteuren.

Für das Paar aus Brundisium beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit …

Mein Eindruck

„Smugglers“ erzählt eine verwickelte Geschichte, die quasi parallel zu den Geschehnissen verläuft, von denen Callias in „Mariners of Gor“ berichtete (egal, ob man ihm nun seine verrückt klingende Story glaubt oder nicht). Verwickelt ist sie deswegen, weil gleich zwei Ich-Erzähler ihre jeweilige Sicht der Geschehnisse wiedergeben und sich die eine Sicht nicht unbedingt immer mit der der anderen Person deckt. Es ist der erste Gor-Roman überhaupt, der sich dieser modernen Erzähltechnik bedient. Schön, dass der Autor auch noch mit über 80 Jahren ein paar neue Tricks in seiner fast 50 Jahre umspannenden Serie – Band 1 erschien 1966 – ausprobiert.

SIE

Die zwei zentralen Figuren sind insofern interessant, als sie eigentlich gar kein Paar werden wollen. Nr. 119, die ehemalige Miss Cameron, liebt ihren Entführer zwar vom ersten Augenblick an, aber als sie merkt, wie er sie und ihre weiblichen Gefühle ignoriert, schlägt ihre Liebe unversehens in Hass um. Um ihm eins auszuwischen, flüchtet sie unvorbereitet in die tiefen Wälder. Dort lauern, wie sie allzubald feststellen muss, tödliche Gefahren.

Panther Girls nehmen die Streunerin gefangen. Diese in der Fangemeinde überaus beliebten, frei und ungebunden lebenden Amazonen der Wälder wissen sich zu helfen. Allerdings stehen die Dinge bei ihnen nicht zum Besten. Nachdem zwei von ihnen, Darla und Tuza, die Anführerin Donna überwältigt und verkauft haben, rebelliert Tuza ihrerseits gegen Darla, um sich selbst zur Anführerin zu erklären. Kaum ist ihre Führerschaft per Akklamation bestätigt, als die entthronte Donna zurückkehrt – als Sklavin an der Spitze einer Gruppe von Nordmännern. Diese Nordmänner haben den Auftrag, Spioninnen wie die Panther Girls unschädlich zu machen.

Was nun folgt, ist ein fröhliches Hinundher zwischen freien Panther Girls, bereits versklavten Panther Girls, zu Sklavinnen werdenden Panther Girls und einer echten Sklavin, nämlich Nr. 119. Um die Verwirrung komplett zu machen, stoßen nun auch der namenlose Schmuggler und sein Begleiter Axel zu dieser bunt gemischten Truppe. Allerdings werden sie zunächst von den Nordmännern, die Donna hergelotst hat, gefesselt, um jede Einmischung zu unterbinden. Das hindert unseren Schmuggler, den 119 heimlich liebt, nicht daran, zusammen mit Axel zu intrigieren – und selbst ein paar hilfreiche Riesentiger herbeizurufen …

ER

Unser Schmuggler – er bleibt bis zum Schluss ungenannt, weil er als Geheimnisträger stets auf der Hut sein muss – will Nr. 119 eigentlich auch nicht. Der Grund scheint zunächst rein technischer Natur zu sein: Sie ist eine Lagersklavin, die den Pani gehört. Um sie zu seiner privaten Sklavin zu machen, müsste er schon den Standardpreis von zwei Silber-Tarsk an die Pani entrichten. Die Kardinalfrage scheint zu sein, ob das Mädchen wirklich diese vierfache Summe ihres ursprünglichen Auktionspreises wert ist. Frauen, die den Sklavenstatus haben, sind ja eine käufliche Ware und haben somit einen kommerziellen Wert, der im ganzen Buch fortwährend taxiert wird.

Einerseits. Andererseits scheint, so unterstellt 119 ihrem Entführer und Wiedereinfänger, der Bursche ein geradezu besessenes Interesse an einer nahezu wertlosen Sklavin zu hegen. Warum sonst sollte er ihr in die gefahrvollen Wälder folgen, begleitet nur von einem Krieger (Axel) und seinem Sleen, einem besseren Spürhund? Warum sonst sollte er sich von den Kriegern des Nordens willig gefangen nehmen lassen? Warum sonst sollte er die wiedereingefangene Nr. 119, die ihn noch kurz zuvor nach Strich und Faden verspottet hat, verfolgen? Warum sonst sollte er sie in einem Spezialgefängnis für hochrangige Sklavinnen anketten? Kann all dies wirklich nur „Sport“ und Zeitvertreib sein, wie er stets behauptet – wenn doch das große Schiff, für das angeheuert wurde, jeden Moment ablegen kann? Ist es also am Ende gar doch Liebe?!

Es dauert geschlagene 500 Seiten, bis sich die beiden zusammenraufen, Platz genug also, um eine verschlungene Bäumchen-wechsel-dich-Story unterzubringen, die bis zum Schluss spannend bleibt. Denn neben Spionen wie den Panther Girls, Spionjägern wie den Nordmännern und Intriganten wie Tyrtaios verfolgen noch anderen Parteien ihre Ziele. Bis zuletzt gibt es keine Sicherheit für Nr. 119 und ihren endlich gewonnenen Gebieter, sondern nur Lebensgefahr. Das ist der Grund, warum sie in ihrer Chronik seinen Namen unterdrücken muss.

Die Akte Talena, wieder einmal

In „Mariners“ (Band 30) tauchte die einst edle, aber tief gefallene Ubarstochter Talena wieder aus der Versekung auf. Sie ist seit Band 1 Teil der Serie und somit von hohem Interesse. Schön, dass der Autor ihren Schicksalsfaden weiterspinnt. Callias erzählt in „Mariners“, dass sie mit dem Schiff des Tersites zum Ende der Welt transportiert wurde, als Geschenk der Pani an ihre Alliierten in der alten Heimat jenseits des Ozeans.

Doch „Smugglers“ zeigt uns eine Talena, die kurz vor ihrem Abtransport aufs Schiff steht. Sie wird in einem abgesperrten Sklavengehege gefangen gehalten. Ihre Mitgefangenen nennen sie spöttisch „Ubara“, denn offenbar hält sie sich für was Besseres, das feine Püppchen. Sie trägt nicht etwa das superkurze Minikleid, das die Sklavinnen tragen dürfen (wenn überhaupt etwas), sondern ein orientalisch anmutendes Gewand, das bis zu ihren Knöcheln reicht.

Kein Wunder also, dass sie Allüren hat und dies an Skalvinnen wie der hilflos angeketteten Nr. 119 auslässt. Zum Glück gibt es im Gehege Solidarität unter den Mädchen, und die Misshandlung von 119 bekommt der „Ubara“ schlecht.

Ihr Name wird nie erwähnt, doch jeder Gor-Kenner kann ihn sich ausrechnen. (Es ist aber nicht so, dass es nicht noch weitere hochnäsige Sklavinnen mit Allüren gäbe, siehe „Kur of Gor“.) Wer Talenas weiteres Schicksal erfahren will, muss also „Mariners“ lesen. Man sollte aber trotzdem Band 30 vor Band 32 lesen, denn sonst versteht man nichts, was in Band 32 hinsichtlich der Schiffsunternehmung in Andeutungen gesagt wird.

Schwächen im Text

Diese Buchausgabe eines E-Books wurde nicht in New York City, sondern in Norderstedt gedruckt. Ich kann also davon ausgehen, dass die Textgestalt dem Original entspricht und kein deutscher „Säzzer“ reingepfuscht hat. Umso bedauerlicher sind die allenthalben auftauchenden Textfehler.

S. 4: „I found of her interest“ = „I found her of interest“.

S. 227: „if he had overhea[r]d this matter from Asperiche herself …“ Das D fehlt.

S. 271: „We strive to be to be pleasing to our masters.“ Also, mindestens ein „to be“ ist hier bestimmt überflüssig.

S. 527: „Barbarians are not simply founded under a veil when a city [is] falls or a caravan [is] raided.“ Gleich zwei Fehler in einem Satz!

S. 534: „I feared his fury?“ Statt eines Fragezeichens sollte hier ein Punkt stehen.

Unterm Strich

„Mariners“ bot von Anfang bis Action und Romantik, versetzt mit einem guten Schuss Humor und Ironie. „Smugglers“ hingegen ist im wesentlichen die Geschichte von Romeo und Julia, die einander einerseits begehren, andererseits aber einander auch hassen und bestrafen. Erst wenn alle Bedingungen erfüllt sind und die Vorzeichen stimmen, können sie zueinander kommen – wenn man sie denn ließe.

Denn unser namenloser Schmuggler und Chronist der einen Hälfte des Romans ist ein Geheimnisträger. Er weiß um die Kisten mit verbotenem Inhalt, die die Kurii am Fluss angelandet haben und die von Tyrtaios an Bord des Pani-Schiffs geschmuggelt wurden. Dieses Geheimnis muss er entweder mit an Bord nehmen – oder sterben. Um seine Treue unter Beweis zu stellen, soll er „jene wertlose Sklavin“ mit der Nummer 119 töten. Wird er das tun?

Am besten fand ich jedoch die witzigen Szenen mit den Panther Girls. Endlich – wir mussten schier endlose Jahre lang auf ihre Rückkehr warten, seit sie in „Hunters of Gor“ (Band 8, „Die Jäger von Gor“) ihren ersten bemerkenswerten Auftritt hatten! In der Fangemeinde auf fanliterarischer wie auch bildgestaltender Seite (siehe www.deviantart.com) vielfach verewigt, treten die Panther Girls auf, wie wir sie am liebsten in Erinnerung haben: knallharte Amazonen in Freiheit, die im feindlichen Wald überleben können; aber auch herrenlose Mädels, dies sich mitunter nach einem richtigen Kerl sehnen, besonders in einsamen Mondnächten …

Genial war auch jene Szene, in der Nr. 119 ihren Entführer triezt und verspottet, dass es eine teuflische Pracht ist. Als gefesselter Gefangener kann er sich nicht gegen diese schändliche Misshandlung seines Egos wehren, und ihre kleine spitze Zunge ist weiß Gott nicht nur zum Quatschen da … Aber ich hoffte, sie werde ihre gerechte Strafe dafür erhalten, und wurde nicht enttäuscht.

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Taschenbuch: 564 Seiten
ISBN-13: 978-1617568657

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