John Norman – Magicians of Gor (Gor 25)

Finale grandioso: Ars Eroberung ist keine Hexerei

Tarl Cabot, unser Mann auf der Gegenerde, ist mit seinem goreanischen Freund Marcus wieder in die große Stadt Ar zurückgekehrt. Sie konnten sich aus der militärischen Katastrophe im Delta des großen Stroms Vosk retten. Dort war fast die gesamte Armee Ars aufgrund von Verrat in einen Hinterhalt gelockt und niedergemacht worden. Die Armee sollte eigentlich den Vormarsch der Truppen des feindlichen Inselstaates Cos stoppen. Nun nehmen im Beisein Tarls und Marcus‘ diese Truppen das einst stolze Ar in Besitz. Wie konnte es nur zu dieser Schandtat kommen?

Dies ist der 25. Band in Normans Romanserie um den Planeten Gor, der „Gegenerde“, die die Sonne auf der genau der Erde gegenüberliegenden Position umkreist. Seit Beginn ihrer Publikation in Deutschland gehört der umstrittene Gor-Zyklus zu den bestverkauften Fantasy-Serien weltweit, seit 2012 auch im E-Book.

Handlung

Ar wird eingenommen – friedlich, wohlgemerkt! Denn die Verräter sitzen in Ar ganz an der Spitze der Hierarchie: die Ubara Talena, die einstmals Tarls Sklavin war. Talena ist die Tochter des größten Ubars aller Zeiten, Marlenus, der seit langem verschollen ist (siehe Band 26). Neben ihr stehen noch Generale und Senatoren in cosianischem Sold. Talena, die Verräterin, zahlt Cos Tribut in Form von Naturalien, Gold, Schmuck und Sklavinnen. Für so manche Bürgerin wandelt sich ihr Schicksal auf drastische Weise.

Marcus Aemilianus aber will lediglich den geraubten Heimstein seiner Heimatstadt Ar Station, die angeblich Ar verraten haben soll, heimholen. Mit Hilfe des Gauklers und „Theaterdirektors“ Boots Tarksbit gelingt es ihm und Tarl, den schwer bewachten und von Ars Bürgern geschmähten Heimstein zu entwenden.

Durch weitere Intrigen, in denen ein Verführungssklave eine tragende Rolle spielt, durch Rebellion und Aufruhr gelangt auch Talena in seine Hände – als Sklavin. Während Marcus Ar verlässt, lässt Tarl seine neue Sklavin zur späteren „Verwendung“ zurück in den Palast schicken – mit listigen Hintergedanken. Doch wann werden die Priesterkönige, die insgeheim über Gor herrschen, endlich ins Geschehen eingreifen, fragt sich ihr Agent Tarl…

Mein Eindruck

Die Handlung ist kurz erzählt, doch ist dies nur die halbe Geschichte. Der wahre Kern des Buches ist eine exemplarische Lehrstunde in der Erzeugung von Aufstand und Rebellion – die klammheimlich eroberte Stadt Ar ist ja der ideale Nährboden für Unzufriedenheit.

Guerilleros und Revolutionstheoretiker hätten ihre wahre Freude an den Maßnahmen Tarls und seines Freundes Marcus, die den Widerwillen und dann den Widerstand in der Bürgerschaft schüren, bis es zu ersten Ausbrüchen von Gewalt auf beiden Seiten – Untergrundbewegung und Soldateska – kommt. Deutlich stellt Norman auch die wichtige Rolle der Kommunikationsmittel – Gerüchte, Büttel und vieles mehr – und Medien heraus, nämlich der Anschlagtafeln. All dies zusammen ist schon fast nicht mehr Fantasy, sondern Science-Fiction.

Unterm Strich

Der Plot ist ebenso verwickelt wie im Vorgängerband (Nr. 24) „Vagabonds of Gor“. Dies erhöht die Spannung, während sich der Aufstand der Bürger Ars entwickelt und hochschaukelt. Diese äußere Entwicklung wird durch die interne Entwicklung um die verräterische Talena ergänzt, an der sich Tarl ebenfalls beteiligt. Zur komisch-humorvollen Entspannung zwischen diesen beiden Polen trägt das gewitzte Auftreten von Boots Tarksbit bei. Die Erotik um die diversen Sklavinnen ergänzt diese drei Handlungselemente um das obligatorische Markenzeichen des Gor-Zyklus.

„Magicians of Gor“ reiht sich nahtlos an die Bände „Mercenaries“, „Renegades“ und „Vagabonds of Gor“ an. Durch den offenen Schluss besteht Potenzial für weitere Bände, doch aufgrund der amerikanischen Zensur musste der Autor erst einmal eine zwölfjährige Pause einlegen (in der die „Telnarischen Chroniken“ entstanden), bevor er die Reihe in Band 26 mit „Witness of Gor“ fortsetzen konnte – nicht besonders erfolgreich, wie ich meine (siehe meinen Bericht). In Band 26 klärt er das Schicksal des verschwundenen Ubars Marlenus von Ar auf – minimaler Plot mit maximalem Beiwerk.

Der Gor-Zyklus

1: Tarnsman of Gor
2: Outlaw of Gor
3: Priestkings of Gor
4: Nomads of Gor
5: Assassin of Gor
7: Captive of Gor
8: Hunters of Gor
9: Marauders of Gor
10: Tribesmen of Gor
11: Slave Girl of Gor
12: Beasts of Gor
13: Explorers of Gor
14: Fighting Slave of Gor (Jason Marshall 1)
15: Rogue of Gor (Jason Marshall 2)
16: Guardsman of Gor (Jason Marshall 3)
17: Savages of Gor
18: Bloodbrothers of Gor
19: Kajira of Gor
20: Players of Gor
21: Mercenaries of Gor
22: Dancer of Gor
23: Renegades of Gor
24: Vagabonds of Gor
25: Magicians of Gor
26: Witness of Gor
27: Prize of Gor
28: Kur of Gor
29: Swordsmen of Gor
30: Mariners of Gor
31: Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor
33: Rebels of Gor
34: Plunder of Gor

Taschenbuch: 455 Seiten
Sprache: Englisch

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